Beiträge von Sarek

    Ich war damals in einer ähnlichen Situation und war alsDiplombiologe in der Forschung so unglücklich, dass ich 5 Semester Lehramtsstudium (Chemie und Erziehungswissenschaften) drangehängt habe, das 1. Staatsexamen macht und ins Referendariat ging. Mein 11. Jahr als fertiger Lehrer nähert sich dem Ende und ich bin immer noch heilfroh, dass ich mich damals zu diesem Schritt entschlossen hatte.

    Sarek

    Warum das so ist?
    Die Erfahrung habe ich als Schüler selbst gemacht. In der 7. Klasse hatte mein Englischlehrer nie abgefragt oder eine Stegreifaufgabe bzw. einen Vokabeltest geschrieben. War für mich ein extrem lockeres Jahr, in dem ich praktisch keine Vokabel gelernt habe. Warum sollte ich auch? Andere Dinge machten mehr Spaß und schulisch macht es für mich keinen Unterschied, ob ich die Vokabeln lernte oder nicht. Das böse Erwachen kam ein Jahr später, als ich un Englisch richtig eingebrochen war und Jahre brauchte um wieder aus desem Loch zu kommen.
    Hätte er regelmäßig abgefragt und Noten darauf gegeben, hätte ich zwar andere Dinge immer noch lieber gemacht, mich aber hingesetzt und die Vokabeln gelernt aus Angst vor einer schlechten Note bzw. weil ich mich dafür geschämt hätte. Die Noten sind ein sehr direktes Feedback, das man als Schüler bekommt. Mag auch daran liegen, dass man spätestens die Zeugnisnoten nicht mehr von den Eltern verheimlichen kann und schlechte Noten evtl. auch das klassische Sitzenbleiben bedeuten könnten. Damit war für mich durch die Noten schon eine extrinsische Motivation zum Lernen gegeben.

    Sarek

    Vielleicht ist das eine Idee:
    Wenn ich in meinen 5. Klassen die Gelenke bespreche, gehe ich vom Kugelgelenk aus und besorge mir aus der Chemie eine Reibschale (Modell für Gelenkpfanne) und dazu das passende Pistill (Gelenkkopf; das Teil, mit dem man dann reibt). Reibt man die beiden kräftig aneinander, gibt es ein ekliges Reibungsgeräusch und die Schüler merken schnell, dass da was rein muss, um die Reibung zu verringern. Also die Watte (Knorpel) reingestopft und dann reibt es sich viel leichter ohne blöde Geräusche.
    Da dann die beiden Teile auseinanderfallen, braucht man etwas, um das Gelenk zusammenzuhalten. Also ein aufgeschnittener Luftballon darum gewickelt und schon hat man die Gelenkkapsel.

    Sarek

    Im kommenden Jahr wird eine Statistik über die diesjährigen Schnitte beim Abi veröffentlicht und auch die Differenz zu den Notenschnitten bei den Leistungsnachweisen davor. Wenn ich mich richtg erinnere, liegt der Schwellenwert bei 0,75 Note Differenz. Wurde dieser überschritten, soll man es in der nächsten Fachsitzung ansprechen und das war's dann auch schon. Kommt bei us auch immer wieder mal vor und dann überlegen wir kurz,woran es gelegen haben könnte, schreiben ins Protokoll, dass wir darüber gesprochen haben, und fertig.

    Sarek

    Bei uns: einkassieren, drunterschreiben: Unterschleif, Note 6 - Feierabend.

    Wieso soll ich etwas korrigieren, von dem ich nicht weiß, ob er/sie es überhaupt selbst fabriziert hat?

    Mag sein, dass das anderswo anders gehandhabt wird. Ich finde es so sehr stimmig ;)

    Würde man alles bis zum Täuschungsversuch korrigieren nd bewerten, würde ich als Schüler alles hinschreiben, was ich weiß, dann meinen Täuschungsversuch vornehmen mit dem Wissen, ass ich bei der Methode nichts zu verlieren habe.
    Daher gibt es auch für mich nur die Variante Note 6 auf die gesamte Arbeit ohne irgendeine Korrektur.

    Sarek

    "Wo genau muss das in der Steuererklärung aufgelistet werden? Ich bin auch Chemie- und Biologielehrerin.

    Weitere Frage: Wie oft darf man sich eine Berufsbekleidung (Kittel, Schutzbrille) kaufen und steuerlich absetzen? Meine sind beide schon ziemlich alt, so dass ich mal wieder neue brauche.

    Danke im Voraus!
    LockeMC"

    Das gibst du bei den Werbungskosten an. Genauer gesagt, auf dem Beiblatt zur Anlage an. Das ist einfach die Liste mit allen Werbungskosten ud den Preisen. Da führst du sie mit auf.
    Du kannst die Sachen so oft absetzen, wie du sie benötigst. Also ohne Probleme jedes Jahr.

    Sarek

    Ich verwende diese Korrekturzeichen auch; wir haben sie damals im Seminar so gelernt und ich verwende sie auch gerne, da ich sie recht schlüssig und eindeutig finde.
    Im Erwartungshorizont verwende ich sie ebenfalls gerne (mit Hand hingeschrieben), aus dem gleichen Grund wie Mimmi. Es geht dabei nicht nur um den Erwartungshorizont sondern vor allem auch um die korrigierte Schülerarbeit, wodurch dem Schüler sofort klar wird, worauf er einen ganzen oder einen halben Punkt bekommen hat.

    Sarek

    Silicium,

    bisher konnte ich deine pädagogischen Ansichten und Hinweise gut nachvollziehen, da ich in meiner eigenen Lehrertätigkeit und auch in der Ausbildung meiner Referendare ähnliche Beobachtungen gemacht habe. Vieles (nicht alles), was du beschrieben hast, fasst man unter Classroom Management zusammen und beinhaltet den Umgang mit Störungen und das Aufrechterhalten einer Arbeitsatmosphäre.
    Problematisch sind deine letzten Punkte mit Rausschmiss aus dem Unterricht und Notengebung. Schüler benimmt sich daneben und ich setze ihn deshalb vor die Tür und gebe auf seine nicht ehr vorhandene Mitarbeit eine schlechte Note - das geht nicht. Zumindest nicht in Bayern (bei den anderen Bundesländern kenne ich die Rechtslage nicht). Du musst von einem Schüler die Leistung einfordern und das kannst du nicht, wenn er nicht im Unterricht ist. Manchmal wünsche ich mir auch, dass ich missliebige Schüler durch Noten disziplinieren könnte, nehme aber bewusst von den in diesem Fall dargestellten Methoden Abstand. Auch wenn es manchmal effektiv ist, es ist weder fair noch rechtlich möglich.
    Auf alle Fälle muss man dem Schüler deutlich machen, dass er eine Grenze überschritten hat. Man könnte ihn in einem solchen Fall auch aus dem Unterricht entfernen, müsste ihn dann aber z.B. In Direktorat schicken, vielleicht mit einer kurzen Mitteilung im Sinne von "XY ist derzeit unbeschulbar". Auch das kann eine eindrucksvolle Wirkung auf den Schüler haben. Ein Patentrezept gibt es generell nicht.

    Sarek

    Und wann sollen diese Prüfungen stattfinden? Bedingt durch die unterschiedliche Zeit der Sommerferien sind die Schüler der verschiedenen Bundesländer am Tag der Prüfung unterschiedlich weit. Am Tag der Prüfung haben also die einen Schüler bis zu 6 Wochen mehr Unterricht gehabt als die anderen und entsprechend mehr Stoff durchgenommen. Wird der nicht mit abgeprüft, so dass er auch nicht gelernt werden muss? Oder haben die anderen Pech gehabt?
    Ich habe keine Vorstellung, wie das funktionieren soll.

    Sarek

    Wenn jemand bewusstlos, also nicht mehr ansprechbar ist, muss man im Rahmen der Erste Hilfe-Maßnahmen die betreffende Person anfassen. Z.B. Um die Atmung zu kontrollieren. Wir bringen in der EH-Ausbildung ausdrücklich bei: Anschauen, Ansprechen, Anfassen. Das würde ich dann auch alsLehrer bei einer Schülerin so machen - die Nothilfe hat hier Vorrang. Im Regelfall ist man in solchen Situationen auch dadurch abgesichert, dass man nich andere Personen dabei hat. Ich habe es noch nie erlebt, dass ich mit einer Schülerin alleine war, als diese Hilfe benötigt hatte. (Ich werde nie vergessen, wie ich mich über den Kopf einer bewusstlosen Schülerin beugte, um die Atmung zu überprüfen und sie genau in diesem Moment wieder erwachte. Den Anblick wird sie nie wieder vergessen.)
    Wenn eine Schülerin ansprechbar ist und noch selbst läuft, wäre ich mit anfassen vorsichtig und würde vorher fragen, ob ich helfen soll.

    Sarek

    Ich mäg meine Schule, weil

    - es ein schöner, fast schlossähnlicher Altbau ist
    - viele Schüler sehr nett sind und kaum Disziplinprobleme auftreten
    - ich mit der Schulleitung sehr gut auskomme und von ihr viel Unterstützung erfahre
    - im Kollegium viele sehr nette Kolleginne und Kollegen sind
    - ich im Kollegium sehr gute Freunde habe, mit denen ich auch in der Freizeit viel unternehme
    - wir eine tolle Mensa mit schönen Außenplätzen im Sommer habem
    - zusammengefasst: ich mich dort pudelwohl fühle

    Sarek

    Ich würde auch das Zuspätkommen sanktionieren. Entweder nach Zeit oder beim dritten Mal. Nacharbeiten des versäumten Stoffes am Nachmittag ist eine gute Lösung. Manchmal reagiere ich auch nicht auf das Klopfen ander Tür nicht (sie ist im Fachraum nur von innen aus zu öffnen). Das klappt aber nur, wenn man recht sicher weiß, wer an der Tür steht, damit man nicht den Schüler erwischt, der zum allerersten Mal überhaupt verspätet gekommen ist. Kuchenbacken kann problematisch sein, wenn die Eltern ihn backen oder danach die Küche aufräumen und nicht der Schüler selbst.
    In hartnäckigen Fällen gehen natürlich auch Ordnungsmaßnhmen. Den Schülern muss klar sein, dass Unpünktlichkeit nicht geht - auf der Arbeit können sie sich das im Regelfall auch nicht erlauben.

    Sarek

    Ich würde die Vorstellungsrund nicht allzulang machen. Im Normalfall kennen sich die Schüler sowieso schon, nur dich nicht. angenommen, jeder Schüler stellt sich eine Minute lang vor, würde das bis zu einer halben Stunde dauern, recht bald langweilig werden und du könntest es dir sowieso nicht merken.
    Ich stelle mich in meinen neuen Klassen kurz vor, bespreche die notwendigen organisatorischen Dinge und meine Notengebung und beginne dann mit dem Unterricht.

    Sarek

    Ich schreibe bei jeder Arbeit für jede Teilaufgabe die erreichte Puntzahl auf das Aufgabenblatt und zusätzlich in eine Klassenliste. Entsprechend die Gesamtpuntzahl und die Note. In die Liste trage ich die Punktzahl handschriftlich ein, da man sich eher auf der Tasatur vertippt , als dass man sich mit der Hand verschreibt. Das Eintragen in die Liste mache ich am Ende der Korrektur. Meine Vorteile: Beim Eintragen der Punkte überprüfe ich noch einmal durch Zählen der Haken, ob ich die richtige Punktzahl habe. Es kann auch praktsch nicht passieren, dass ich eine anze Aufgabe bzw. Deren Punkte übersehe, da ich ansonsten auf meiner Liste an dieser Stelle eine Lücke hätte. Dann addiere ich die Punkte eines Schülers auf der Liste (geht im Kopf schneller als mit Taschenrechner) und noch einmal auf dem Blatt des Schülers. Wenn beide Punktzahlen übereinstimmen, schreibe ich die Note auf das Batt. Dadurch abe ich nur moch sehr selten die Fälle, dass ich mich verrechnet oder verschrieben habe und dementsprevhend selten Reklamationen, und das ganze Prozedere dauert nicht viel länger.

    Sarek

    Ein Lehrerzitat, das ich vor Jahren irgendwo mal gelesen hatte:
    "Ihr sagt mir, welche mündlichen Noten ihr erwartet, dann lachen wir gemeinsam darüber und ich sage euch, welche Noten ihr bekommt."
    Ich habe in jeder Stunde den Sitzplan vor mir auf dem Pult und markiere mir darauf für einen Zeitraum von etwa zwei Wochen vier bis fünf Schüler, die ich gezielter aufrufe (auch wenn sie sich nicht melden, da ich die Leistung von ihnen einfordern muss) und mache mir je nach Qualität der Antwort ein +\0\- auf dem Sitzplan und bilde daraus nach dem Zeitraum eine Note. Am besten mit Bleistift, dann kann man es danach wieder wegradieren und die nächsten Schüler markieren.
    Das funktioniert recht gut und es kommen nur selten Klagen oder Beschwerden. Auf Feilschereien lasse ich mich dabei nicht ein. Ich ziehe bei der Erklärung dem Schüler gegenüber auch gerne die Wortbedeutung heran, im Sinne von: Ja, deine Beiträge waren immer ganz okay. Okay bedeutet zufriedenstellend, daher die 3. Referate am Schuljahresende lehne ich prinzipiell ab und mache dem Schüler auch klar, dass er vorher fast ein ganzes Jahr lang zur Notenverbesserung Zeit hatte.
    Einmal vergab ich auf ein Referat in der Oberstufe 11 Punkte. Da kamen die Mitschülerinnen mit dem Argument: "Wieso denn nur 11 Punkte? Das Referat war doch gut." Eben, es war gut, und das ist Note 2, also 11 Punkte.

    Sarek

    Mir gefällt's hier auch sehr gut. Interessant finde ich vor allem zu sehen, wie die Regeln in den anderen Bundesländern so sind. Ansonsten freue ich mich auch über Anregungen und stelle hier und da auch fest, wie gut es mir geht und wie zufrieden ich mit meiner Schule sein kann, was bisweilen wirklich auch Aufzrieb für die eigene Arbeit geben kann.

    Sarek

    Wir haben auch die Klassenkonferenzen von der Gesamtkonferenz getrennt.
    Die Tagesordnung erstellt der Schulleiter, wobei der erste Tagegsordnunspunkt die Ergebnisse der Klassenkonferenzen ist und die Gesamtkonferenz die Noten festlegt. Letzteres ist ein formaler Akt,der keine Minute dauert.
    Großartig diskutiert wird im Plenum nichts. In der Regel ist die Konferenz eine Informationsveranstaltung,und Diskussionen ergeben sich,wenn bei einembestimmten Thema Bedarf vorhanden ist.

    Sarek

Werbung