Beiträge von Sarek

    Denke bitte auch daran, dass drei Jahre Probezeit normal sind. Natürlich ist es schön, wenn Leistungen und Engagement so sehr gewürdigt werden, dass es zu einer Verkürzung der Probezeit führt, aber das ist die Ausnahme, nicht die Regel. Mach dir also nicht zu viele Gedanken, wenn deine Probezeit so lang ist wie die der meisten Kollegen und auch der Leser hier im Forum ist.

    Sarek

    Wichtig ist auch, dass man den Schülern klarmacht, welche Dinge nicht geändert können, z.B. Aufgrund von Vorgaben des Lehrplans. Oder dass "weniger Hausaufgaben" als Wunsch oder Feedback verständlich ist, diese jedoch ihren Sinn erfüllen.

    Sarek

    Mir ist nicht klar, weshalb die Kollegin nicht einfach abwartet, bis sie auch die letzte Arbeit korrigiert hat, und dann alle gemeinsm zurückgibt.
    Abgesehen von den bereits genannten Problemen ist das doch äußerst ineffektiv, weil sie in jeder Stunde wieder damit anfängt und aufs Neue dadurch Unruhe in die Klasse bringt.

    Sarek

    Ähnlich wie Hawkeye erging es auch einigen meiner Kollegen, die eine bessere Beurteilungsstufe deshalb nicht erreichten, weil sie im Beurteilungszeitraum nach A14 befördert wurden und dann an den Richtlinien dieser Stufe gemessen worden sind. Ich hatte das Glück, erst ein halbes Jahr nach der Beurteilung befördert zu werden. Interessant wird es, wenn demnächst in Bayern auch die Lehrer über 50 beurteilt werden. Bisher war es ja häufig so, dass man mit A15 meistens schon über 50 war und nicht mehr beurteilt wurde. Das dürfte sich jetzt ändern, und ich bin gespannt, wie hoch da dann die Messlatte gelegt wird.

    Sarek

    Momentan sieht es in Bayern mit dieser Kombination nicht so gut aus. Nachdem in den letzten Jahren praktisch alle übernommen worden sind, füllt sich die Warteliste jetzt wieder. Es ist aber schwierig, eine Prognose für die Zeit in 6-7 Jahren zu geben, wenn du mit dem Studum und dem Referendariat fertig bist.

    Sarek

    Zur Frage nach der "Schwierigkeit" des Fachs: Ich habe in Biologie sowohl das Diplom gemacht, als auch im Anschluss das Staatsexamen für Bio und Chemie. Vom Anspruch her waren beide Abschlüsse ungefähr gleich. Zwar ging das Staatsexamen nicht ganz so in die Tiefe wie die Diplomprüfung, aber man musste ein größeres Spektrum abdecken. Und das auch noch in zwei Fächern.
    Das Physikstudium wird sehr mathematiklastig sein. Ich würde mich vorher auf alle Fälle an die Studienberatung der Uni wenden. Oder an die entsprechende Studentenvertretung für Physik. Ich hatte schon mit den mathematischen Grundlagen für Bio und Chemie zu kämpfen.
    Zum Lehrerberuf: Ich mche ihn nach 10 Jahren immer noch sehr gerne und gehe auch jeden Morgen (wenn ich dann mal aus dem Bett gekommen bin...) gerne in die Schule. Allerdings merke ich auch zunehmend die Belastungen, die der Beruf mit sich bringt. Man neigt gerne dazu, seine Kräfte zu überschätzen, und wer selbst mal fünf Stunden Unterricht an einem Tag gehalten hat, merkt schnell, wie anstrngend das ist, weil man die ganze Zeit sehr konzentriert ist und stets fünf Dinge gleichzeitig tut. Jetzt habe ich noch das Glück, durchwegs nette Klassen mit nur sehr geringen Disziplinproblemen zu haben. Sonst wird es so richtig anstrengend. Ob man will oder nicht, man nimmt viel nach Hause und auch mit in den Schlaf und nach einigen Wochen Schule bin ich so ausgepowert, dass ich die Ferien nicht als Urlaub empfinde, sondern als dringend nötige Regeneration. Und als Gelegenheit, dir angefallenen Arbeiten endlich in Ruhe zu erledigen. Die Ferien sind der Ausgleich für die Wochenenden, die man vorher durchgearbeitet hat. Insgesamt ist die Arbeitsbelastung sehr ungleichmäßig verteilt und in Spitzenzeiten kann man schon einmal an seine Grenzen gelangen.

    Sarek

    Was mir aufgefallen ist: Du schreibst, dass du Lehrer werden willst, um dann eine sichere Zukunft zu haben und mit dieser planen zu können. Da sehe ich ein Altersporoblem, da du dann schon Ende 40 bist, wenn du mit der Ausbildung fertig bist und in den Beruf einsteigst. Mir kommt das recht spät für die sichere Zukunft (Häuschen etc.) vor. Auch hast du während des Studiums etwa sechs Jahre ohne Einzahlungen in deine Rentenversicherung, was sich auf deine Rente auswirken wird. Das solltest du bedenken.
    Um das Referendariat wirst du nicht herumkommen, da du hier erst die eigentliche Lehrertätigkeit lernst. Das ganze Studium hat mit unserem Hauptjob - Unterrichten - nur wenig zu tun. Eine Verkürzung würde da keinen Sinn machen.

    Sarek

    Um eine Kollegin zu zitieren: Ich habe die Phase der Überarbeitung übersprungen und bin direkt in der Phase des Wahnsinns gelandet.
    Das letzte, vorgezogene G9-Abitur war extrem heftig und ich werde wohl die erste Ferienwoche einfach durchschlafen.
    Euch allen gute Erholung!

    Sarek

    Zitat

    Original von cyanscott
    Hallo,
    ich seh das ähnlich wie kl.gr. Frosch. Abgesehen davon ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir mehr als verschwenderisch mit Nahrung umgehen. Wenn ich mir nur anschaue, wieviel Brot Bäckereien bewusst überproduzieren, damit die Regale auch fünf Minuten vor Ladenschluss noch genügend Auswahl bieten, da fragt man sich schon ob wir sie noch alle haben. Kennt ihr noch Läden, die das Brot oder den Kuchen von gestern zum halben Preis abgeben? Ich nicht. Da diese Verschwendung aber nicht von heute auf morgen aufhören wird, halte ich die Argumentation in dem Artikel trotzdem für fragwürdig.
    Gruß Cyan

    Da kann ich stolz berichten, dass bei uns in der Gegend vor kurzem tatsächlich solch ein Laden eröffnet hat.

    Sarek

    Zu den Klassenarbeiten: Ich weiß nicht, ob es bei euch rechtlich möglich ist, aber bei uns in Bayern haben wir die Möglichkeit, dass Klassenarbeiten dem Schüler künftig nicht mehr mit nach Hause gegeben werden, wenn es so eine Schlamperei mit der Rückgabe ist. Das habe ich vor kurzem erst wieder bei einer Schülerin praktiziert, wo ich auch ständig am Hinterherrennen war. Kurzer Hinweis an die Eltern, dass ich der Schülerin aus diesem Grund nicht mehr mit nach Hause gebe, evtl. mit dem Zusatz, dass sie die Arbeiten gerne in meiner Sprechstunde einsehen können.
    Draufschreiben der Namen: Da würde ich beim Einsammeln ein richtiges Ritual draus machen: Wenn jetzt der Termin für die Abgabe ist, schreiben unter deiner Aufsicht alle Schüler gemeinsam ihren Namen auf ihre jeweilige Zeichnung. Dauert vielleicht eine Minute, spart dir aber Zeit, die sonst beim Hinterherrennen draufgeht. Beim Einsammeln würde ich auch konsequent darauf achten, dass die Namen auf den Arbeiten stehen - wenn nicht, sofort an die Schüler zurück. Das sind Organisationsmuster, die ritualisiert werden müssen, so dass es für die Schüler zum Automatismus wird. Du musst allerdins darauf achten, diese Rituale auch wirklich durchzuführen, musst also bei der Abgabe der Arbeiten auch wirklich darauf achten, dass der Name auf dem Blatt steht. Es ist ja nur ein kurzer Blick, der nicht einmal eine Sekunde dauert, die aber im Nachhinein viel Zeit erspart.

    Sarek

    ... wenn ich (wie gestern Nacht) träume, dass ich Freitag die 6. Stunde halte und mein Unterricht so toll ist, dass kein Schüler merkt, dass ich die Stunde um 8 Minuten überzogen habe und ich dies den Schülern triumphierend mitteile, um anschließend eine Stunde über Supernovaexplosionen vorzubereiten...

    Dann bin ich aufgewacht.

    Sarek

    Im Referendariat für Gymnasien in Bayern läuft es folgendermaßen ab:

    Du machst drei Lehrproben, jeweils eine im jeweiligen Ausbildungsabschnitt. Damit sind die erste und die dritte Lehrprobe an der Seminarschule, die zweite an der Einsatzschule.
    In einem deiner beiden Fächer oder Psychologie oder Pädagogik fertigst du eine schriftliche Hausarbeit an.
    In Pädagogik und Psychologie gibt es ein halbstündiges Colloquium, das zu Beginn des 3. Ausbildungsabschnitts stattfindet.
    Am Ende der Ausbildung noch jeweils eine Prüfung in der Didaktik jedes deiner beiden Unterrichtsfäche und eine gemeinsame Prüfung in Schulkunde und Stattsbürgerkunde.
    Dazu kommen noch die Noten aus den Beurteilungen deiner Unterrichtspraxis, deines erzieherischen Wirkens und des dienstlichen Verhaltens. Die Beurteilungen beziehen sich auf die gesamte Ausbildungszeit und schließen auch die Gutachten aus dem Zweigschuleinsatz mit ein. (Natürlich wird dabei berücksichtig, dass man zu Beginn weniger Erfahrung und Kenntnisse hat als am Ende der Ausbildung.)
    Alle Noten zusammen (mit unterschiedlicher Gewichtung) ergeben die Note des 2. Staatsexamens.

    Sarek

    Ein Patentrezept gibt es nicht.
    Es hängt sowohl von den Schülern als auch dem Lehrer ab. Bei dem einen Lehrer und in der einen Klasse klappt es gut mit dem beschriebenen Stempeln, bei anderen eben nicht, sondern eher mit Strenge.
    Niiina, wenn es deiner Erfahrung nach mit den Stempeln gut klappt und die Schüler motiviert, mach ruhig weiter damit. Wenn das irgendwann nicht mehr funktionieren sollte, bleiben dir noch andere Möglichkeiten.

    Sarek

    Zitat

    Original von brabe

    Ein guter Freund bemängelt das. Angeblich hätte er mehr getan, wenn die Lehrer ihm auch später noch dies stärker getadelt hätten. Ich halte das für eine faule Ausrede. Denn er war 18 in der 12ten Klasse und durfte seine Entschuldigungen selbst schreiben und bei über 200 Fehlstunden kann man dem Lehrer das nicht mehr vorwerfen.

    5-6 Klasse, die Hausaufgaben werden kontrolliert
    7-9 Nicht gemachte Hausaufgaben werden geahndet beim erwischen
    10-12 Die Hausaufgaben werden in den Unterricht mit eingebaut. Dies wird den SuS mehrfach im Unterricht mitgeteilt.

    Ich sehe es anders. Beo 200 Fehlstunden hätte die Schule trotz Volljährigkeit des Schülers reagieren müssen. Wir verhängen in einem solche Fall die Attestpflicht, d.h. der Schüler gilt nur noch mit ärztlichem Attest als entschuldigt. Auch wenn ein Schüler volljährig ist, sind wir als Schule verpflichtet, es nicht so weit kommen zu lassen.
    Zur Hausaufgabenkontrolle: Ich kontrolliere die Hausaufgabe bis zur 10. Klasse, da gerade in den Klassen 7- 10 die Versuchung, sie nicht anzufertigen, am größten sein dürfte. Daher halte ich hier eine regelmäßige Kontrolle mit Ahndung für wiederholtes Nichtanfertigen für wichtig. Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit zu groß, dass die betreffenden Schüler nicht erwischt werden und durchschlüpfen bzw. das Risiko, erwischt zu werden, so gering ist, dass es sich lohnt, sie regelmäßig nicht anzufertigen.

    Sarek

    Ich bin seit 1999 (incl. Referendariat) im Lehrerberuf und mache ihn immer noch sehr gerne. Wie andere schon geschrieben haben, gehe ich auch jede Tag gerne in die Schule und freue ich, meine befreundeten Kollegen dort zu sehen und mache auch meinen Unterricht gerne.
    Das ändert nichts daran, dass es viel Arbeit ist und eines der Hauptprobleme ist, dass man nur ganz selten mal das Gefühl hat, wirklich alles erledigt zu haben. Eigentlich nur in den Sommerferien. Mittlerweile muss ich mir manchmal bewusst in Erinnerung rufen, dass ich heute keinen Unterricht mehr vorbereiten muss oder die Korrektur auch nächste Woche machen kann. Ist man engagiert, läuft man leicht Gefahr, nicht mehr abschalten zu können und sich möglicherweise irgendwann selbst aufzufressen. Daher achte ich mittlerweile darauf, mir bewusst Freiräume zu schaffen und wünsche mir, dies noch häufiger und gezielter zu schaffen. (Die Urlaubsreise in der Faschingswache ist aus genau diese Grund gebucht, um aus dem Trott gezielt herauszukommen.)
    Mir gefällt am Lehrerberuf, dass man sehr frei und kreativ arbeiten kann; mir ist im Lauf meiner Berufstätigkeit aber auch bewusst geworden, dass man auch ständig eigene Entscheidungen treffen muss, seine Arbeit selbst organisieren und planen muss und dabei entsprechende Verantwortung trägt. Wobei dies etwas sehr Schönes sein kann, wenn man es möchte.
    Mit der Zeit kommen noch viele andere Aufgaben hinzu, an die man vorher überhaupt nicht gedacht hat, so dass der Beruf nicht mehr nur aus Unterrichten und Korrigieren besteht. Dies hat auch seine Reize, weil man hier natürlich auch wieder seine Interessen einbringen kann bzw. neue Interessen findet, kann aber auch zu zusätzlicher Belastung führen, weil ständig neue Kleinigkeiten hinzukommen und man mehr und mehr Aufgaben und Verantwortung übernimmt.
    Aber letztlich ist das in jedem anderen Beruf auch so und macht ja auch den Reiz des beruflichen Weiterkommens aus.
    Ich weiß nicht, wie ich in 10 Jahren darüber denken werden, aber nach den ersten 10 Jahren würde ich den Beruf wieder wählen, da ich ihn für mich als Berufung empfinde.

    Sarek

    Zitat

    Original von Sonnenkönigin
    hi drey, ja genau, deshalb ja meine Frage, ob man es denen gleich stecken soll, dass man SE ist, damit sie sich die UBs erklären können.

    Einerseits würde bei einem "Azubi" die Toleranzgrenze ja größer sein, andererseits sieht es ja in der Praxis so aus, dass die SUS einen weniger ernst nehmen, sprich man dann automatisch mehr Dizsiplinprobleme etc. hat.

    Ich glaube nicht, dass die Toleranzgrenze bei einem "Azubi" größer wäre. Wenn es um die Noten geht, wollen die Schüler Gerechtigkeit oder die bestmögliche Note für sich. Der Rest interessiert sie nicht, was ich auch nachvollziehen kann.
    Beim Verhalten im Unterricht wird es ähnlich sein. Wenn der Lehrer seinen Unterricht gut macht, sind die Schüler dabei. Egal, ob es ein "echter" Lehrer oder ein Quereinsteiger ist. Und umgekehrt, wobei im letzteren Fall von den Schülern dann eher ein lästerndes "der ist ja nicht mal richtiger Lehrer" käme.

    Sarek

    Ich finde auch den Austausch mit Kollegen ganz wichtig - zum einen, um Dampf abzulassen, zum anderen, um mitzubekommen, dass es ihnen nicht viel anders geht.
    Meinen Schülern nehme ich ganz gerne von Anfang an den Wind aus den Segeln, indem ich mich selbst offensichtlich freuend von die Klasse stelle und sage: "Das wird jetzt gaaaanz schwierig."
    Oder: "Wir machen jetzt den Zitronensäurezyklus und das wird ganz toll!" Ich verkörpere dabei ein bisschen den "mad scientist". :D Die Schüler finden den Stoff zwar immer noch öd, aber zumindest meckert keiner.
    Wenn einer mit dem Vorwurf kommt, er hätte etwas nicht verstanden, hier ein kleiner Tipp: "Was habe ich gemacht, um es dir verständlich zu machen? Ich habe es erklärt, ich habe es noch einmal erkärt. Wir haben uns Beispiele dazu angesehen bzw. gerechnet." und was du sonst noch alles an Argumenten vorbringen kannst. "Was hast du getan, um es zu verstehen? Hast du einen Mitschüler gefragt? Hast du im Buch nachgeschaut? Hast du dich im Lauf der Stunde gemeldet und nachgefragt?" Das nimmt vielen Motzern auch den Wind aus den Segeln.
    Um Missverständnisse zu vermeiden: Wenn ein Schüler nachfragt, weil er etwas nicht verstanden hat, erkläre ich das Thema natürlich noch einmal. Wenn einer kommt mit "Ich habe alles nicht verstanden!" hake ich aber schon nach und will wissen, was konkret er nicht verstanden hat bzw. bis wohin er es verstanden hat.

    Sarek

    Ich habe diese mysteriöse Grippe mit den Fieberschüben auch gerade hinter mich gebracht. Die erste Nacht mit wirren Fieberträumen und Schüttelfrost, bis das Fieber bis fast 40° war, in der zweiten Nacht ging es wieder runter und ich hatte die nächste blöde Nacht mit Fieberträumen und durchgeschwitzten Bettzeug. Seit heute geht es wieder, aber ich bin noch etwas wackelig auf den Beinen.
    Mein Arzt meinte, es wäre wahrscheinlich die Schweinegrippe (Grunzfluenza), ich wurde aber nicht getestet.
    Geimpft gegen Grippe incl. Schweinegrippe bin ich, aber das ist nun schon das zweite Mal, dass ich trotz Impfung eine Grippe durchgemacht habe. Wobei mir bekannt ist, dass die Impfung nur einen 80 %igen Schutz liefert. Ich weiß nicht, wie oft ich ohne Impfung die Grippe gehabt hätte.

    Sarek

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