Beiträge von Plattenspieler

    Und wenn dann jemand absoffe (ist das der Konjunktiv?)

    Konjunktiv II = "absöffe" (mit ö)

    Sicher wäre ein Gymnasialkollege irgendwie in der Lage, statt sagen wir mal linearen Gleichungssystemen und Satz des Pythagoras, Grundrechenarten und Elementargeometrie zu unterrichten!

    Ich schätze mal, dass es bei Geometrie vor allem darum geht, Flächen und Körper im Alltag zu entdecken und unterscheiden, benennen, zeichnen und legen/bauen zu können.

    Es gibt im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, der ja auch sehr heterogen ist, SuS, bei denen der Kollege deutlich basaler ansetzen müsste.

    Zum Beispiel: Figuren, Gegenstände oder Bilder nach einem Merkmal (z. B. Farbe: gelb vs. rot) in zwei Kategorien sortieren. Oder identische Formen einander zuordnen. Oder Foto und Realgegenstand. Einen Turm aus Bausteinen bauen. Oder bis 3 zählen lernen, oder bis 5 (und dann noch mit Eins-zu-eins-Zuordnung).

    Es könnte aber durchaus auch SuS geben, mit denen man auf unterschiedlichen Niveaustufen die Grundrechenarten oder geometrische Flächen, Körper und Muster thematisiert.

    Oder eben Lebenspraxis: Geld (was ist Euro, was ist Cent, wofür braucht man das, wie funktioniert einkaufen, ...), Fahrplan lesen, kochen, ...

    Drei ganz anschaulich beschriebene Beispiele für SuS mit FSP Geistige Entwicklung findet man unter: Einstieg | Mathe inklusiv mit PIKAS (dzlm.de)

    Schauen wir einmal, was das Internet bisher dazu sagt.

    Einerseits:

    An den Realschulen ist das Überangebot vergangener Jahre abgebaut: Bereits ab dem Schuljahr 2022/23 ergibt sich rechnerisch ein dauerhafter Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern mit der Befähigung für das Lehramt an Realschulen. Dies betrifft die überwiegende Zahl der Fächerverbindungen.

    Andererseits:

    Derzeit sind keine Sondermaßnahmen im Bereich der Realschulen geplant.

    Was könnte offizieller und klarer sein? Welche abweichenden Antworten erhoffst du dir hier im Lehrerforum?

    Und darf man auch fragen, warum du die Realschule gegenüber dem Gymnasium bevorzugen würdest, obwohl du Gymnasiallehramt studierst? Wegen deiner eigenen Schulbiographie? Fürchtest du, dir fehle der "gymnasiale Habitus"?

    Deswegen denke ich, dass damit eine frühere Schule für Lernbehinderte gedacht ist. Es kann natürlich auch sein, dass GE und LE zusammen auf einer Schule waren, denn ich kann mich nämlich nicht erinnern, dass es eine spezielle Schule für GE gab.

    Die ersten G-Schulen entstanden Mitte bis Ende der 1960er-Jahre, die meisten dann jedoch in den 1970er-Jahren im Rahmen der Ausdifferenzierung und des Ausbaus des gesamten Sonderschulwesens.

    Davor waren Kinder und Jugendliche, denen man heute eine "leichte geistige Behinderung" attestieren würde, an der Hilfsschule (wie du sagst gemeinsam mit SuS mit Lernbehinderung), während denjenigen mit größeren kognitiven Beeinträchtigungen eine Schulbildung ganz verweigert wurde.

    Eine allgemeine Schulpflicht auch für Kinder mit schwerer (geistiger) Behinderung gibt es wimre erst seit Ende der 1970er-Jahre.

    Die Begriffe haben sich weiter entwickelt: Hilfsschule - Sonderschule - Förderschule.

    Ja, wobei "Hilfsschule" wie gesagt nur für eine Schulform bzw. einen Förderschwerpunkt (oder anderthalb, siehe oben) dessen stand, was man später unter "Sonderschule" und heute unter "Förderschule" (in manchen Bundesländern auch anders) subsumiert(e).

    Schulen für Sinnesgeschädigte, Sprachbehinderte, Verhaltensauffällige haben (auch) andere Wurzeln und andere historische Entwicklungen durchgemacht.

    Deshalb gab es früher auch oft Vorbehalte und Rivalitäten zwischen "Hilfsschullehrern", "Taubstummenlehrern", "Sprachheillehrern" usw. bzgl. Ausbildung, Expertise und Status.

    Die Bücher scheinen aus der DDR zu stammen, deswegen ist die Einordnung vielleicht anders.

    Das stimmt natürlich. Was ich in diesem Beitrag geschrieben habe, bezieht sich überwiegend auf Zeiten vor der Teilung Deutschlands, sonst auf die Anfangsjahre der BRD.

    Wie geschrieben: Man sagt auch heute noch, dass Kinder mit Lernbehinderung im Schnitt ca. zwei Jahre "zurück" seien (mit großer Varianz natürlich). Insofern passt prinzipiell der "Stoff" von Klasse 1 für Klasse 3 und von Klasse 2 für Klasse 4 schon.

    Wobei man zumindest heute die Inhalte eher streckt als einfach zwei Jahre nach hinten zu verschieben.

    Zugegeben: Etwas gestreckt ist es schon auch. Addition und Subtraktion mit Zehnerübergang aus Klasse 1 Regelschule kommt hier erst im Buch für Klasse 4 (statt 3), in Klasse 4 fehlen dann noch die komplette Multiplikation und Division sowie Addition und Subtraktion mit zweistelligen Zahlen (aus Klasse 2 Regelschule).

    Aber seltsam fand ich halt, dass das Buch von Klasse 3 so wirkt, als würde mit den Ziffern da erst begonnen. Würde man heute sicher nicht mehr so machen, halte ich für die damalige Zeit nicht für ausgeschlossen: Aufbauend auf obig skizzierten Annahmen, dass man ca. zwei Jahre unter Regelschulniveau ansetzen müsste, hat man sicherlich in Klasse 1 klassische Schulvorbereitung gemacht: Motorik (Basteln, Malen), Konzentration, Wahrnehmung, aus dem mathematischen Bereich vermutlich Pränumerik, evtl. etwas Geometrie (das fehlt in beiden Büchern hier ganz). Entsprechend gab es für Klasse 1 und 2 wohl noch keine Schulbücher, weil man eher davon ausging, die Inhalte der letzten beiden Kindergartenjahre zu erarbeiten.

    Vom Anspruch passen die Bücher imho auch für Kinder mit Schwerpunkt Lernen und mit leichter geistiger Behinderung. Für Menschen mit schwerer geistiger Behinderung ist es viel zu abstrakt, an G-Schulen gibt es ja oft gar keine Schulbücher (was nicht selten von Eltern auch kritisiert wird).

    Die Hilfsschule in der DDR müsste für SuS mit Lernbehinderung und leichter geistiger Behinderung gewesen sein.

    Für SuS mit stärker ausgeprägter geistiger Behinderung (damals als "schulbildungsunfähig" bezeichnet) gab es meines Wissens separate Einrichtungen. Diese könnten auch nicht mit diesen Materialien arbeiten.

    Aus Interesse: Für Klasse 1 und 2 der Hilfsschule gibt es keine analogen Schulbücher? Zwei Jahre "zurück" passt zwar als klassischer Mittelwert recht gut zum Förderschwerpunkt Lernen; dass erst in Klasse 3 mit Zahlen begonnen wird, halte ich aus heutiger Sicht trotzdem für seltsam.

    Mir scheint, du weißt nicht was dir fehlt und weil du es nicht weißt, denkst, es sei nicht viel.

    [...]

    Entschuldige, das ist wohl ein Missverständnis:

    Mir ist durchaus bewusst, dass ich niemals die einzigartige und herausragende Fachlichkeit, Gruppenleitungskompetenz und Souveränität eines Studienrates erreichen werde.

    Aber es ging ja um die Abordnung eines Gymnasialkollegen an die G-Schule. Und dazu habe ich hier gelernt: Inhalte weiter zu vereinfachen geht immer, kleine Klassen zu leiten ist einfacher als große, und Gymnasiallehrer sind sowieso die einzigen Lehrkräfte, die ein richtiges Studium absolviert haben.

    Also was spricht dagegen?

    dass die Arbeit an einer Regelschule identisch zu der an Förderschulen (GE/LE/EE) bzw. die Arbeit mit geistig behinderten Schülern dieselbe iet wie mit nicht geistig behinderten Schüler.

    weiß ganz genau, wie die Arbeit dort läuft

    Wo habe ich denn so etwas behauptet?!

    Nirgends.

    Im Gegenteil: Ich schrieb, dass man sich einarbeiten könne. Wäre die Arbeit identisch, müsste man das ja nicht ...

    Du hast die Frage immer noch nicht beantwortet, ob du jemals an einer anderen Schulform als an der Förderschule unterrichtet hast. Ich werte das dann jetzt mal als "nein" und damit ist für mich die Diskussion endgültig beendet weil sie nur noch lächerlich ist.

    Ich bin regelmäßig für Diagnostik und Beratung an Regelschulen. Außerdem habe ich Praktika an Regelschulen absolviert. Fest an einer Regelschule gearbeitet habe ich nicht. Welche Rolle spielt das für die Diskussion?

    Einerseits konnte ich es mir nie vorstellen an einer em.soz.-Förderschule zu arbeiten. [...] Andere wiederum konnten es sich nicht vorstellen, an die Förderschule GE zu gehen. [...]

    Als Sonderpädagoge kann man prinzipiell an Schulen aller Förderschwerpunkte und in allen Altersstufen (von Frühförderung bis berufliche Bildung) eingesetzt werden. Ich denke, das ist allen klar, die das studiert haben oder studieren.

    Bei uns wurden auch schon Kolleginnen an Schulen anderer Schwerpunkte abgeordnet, ohne dass es ein solches Drama darum gegeben hätte wie hier im Forum bei den Gymnasialkollegen.

    Wimre arbeitest du doch auch in einem Förderschwerpunkt, den du nicht studiert hast? Und da sogar in der Beratung ... Du hast dich da doch offensichtlich auch gut einarbeiten können? Warum sollte das für Gymnasiallehrer unmöglich oder unzumutbar sein?

    Die Organisation der Schulen, z. B. Klassenlehrerprinzp vs. Fachlehrerprinzip, die Tagesstruktur, gestaltete Freizeit und Aufsichten, die Unterrichtsfächer und ihre Inhalte, die Didaktik und Methodik; spezielle Aufgabenbereiche wie Diagnostik, Beratung vs. Abitur usw.

    Das sind Unterschiede, aber imho keine prinzipiellen oder wesentlichen, und die speziellen Aufgabenbereiche lassen sich alle den Kernbereichen des Lehrerberufs zuordnen (Unterrichten, Erziehen, Beurteilen, Beraten, Innovieren).

    Was lässt manche glauben, dass es hier behindertenfeindlich gemeint war? Die entsprechenden Zitate kann ich immer noch nicht finden.

    Waren im anderen Thread und wurden gelöscht, da behindertenfeindlich.

    Der Hauptgrund ist für mich, dass ich - egal ob Förderschule, Grundschule oder Unterstufe irgendeiner anderen allgemeinbildenden Schule - nicht mit Kindern, sondern mit älteren SuS/Jugendlichen ab 15 Jahren arbeiten möchte.

    Die Förderschule Geistige Entwicklung besuchen die SuS meist bis mindestens 18 Jahre, in manchen Ländern ist auch eine Verlängerung bis 20/21 Jahre möglich.

    Das spräche also nicht grundsätzlich gegen diese Schulform.

    Es geht doch nicht darum einen Kollegen dauerhaft in eine Schulform abzuschieben für die er nicht geeignet ist. Es geht, zumindest in NRW, darum extreme Mangelsituationen zu verwalten. Einen Überschuss auf der einen Seite gegenüber einem extremen Mangel auf der anderen Seite. Hier geht es um kurzfristige Abordnungen für einen begrenzten Zeitraum.

    Das das wurde hier schon anders dargestellt oder eingeschätzt:

    Das Problem ist ja, dass das Abordnungen sind, die in eine Versetzung münden sollen.

    Ich weiß allerdings nicht, auf welcher Grundlage.

    Wir haben ständig mit dem Thema Inklusion zu tun. Seit meiner eigenen Schulzeit habe ich keine Schule von innen gesehen, an der es keine Schüler im Rollstuhl, Kleinwüchsige, (fast) Blinde, Schwerhörige, Taube, Asperger Autisten und/oder Schüler mit anderen körperlichen Behinderungen gibt.

    Aha. Und was genau hat das mit Inklusion zu tun bzw. wie führt zu einer ständigen Beschäftigung mit dem Thema?

    Inklusion heißt doch nicht: "Wir lassen (einzelne, möglichst wenig störende) Menschen mit Behinderung gnädigerweise mitmachen."

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