Nach Forschungen des Historikers Prof. Martin Krieger ist die spezifisch "ostfriesische Teezeremonie" jünger, als es der Mythos vermuten lässt. Krieger zufolge ist sie keine jahrhundertealte Tradition, sondern eine Konstruktion des frühen 20. Jahrhunderts.
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Hier sind die Kernpunkte nach Martin Krieger:
Mythos vs. Realität: Die Vorstellung, dass Ostfriesen schon immer Tee in der heutigen Form (mit Kluntje und Sahne) getrunken haben, ist ein Mythos, der um 1900 konstruiert wurde, um eine ostfriesische Identität zu schaffen.
19. Jahrhundert: Die Art und Weise, wie der Tee im 19. Jahrhundert in Ostfriesland serviert wurde, entsprach dem, wie Tee damals fast überall in Deutschland getrunken wurde.
Wahrheit hinter dem Mythos: Unbestritten ist jedoch, dass die Ostfriesen schon viel früher dem Verbot der Obrigkeit trotzten und sich den Teekonsum nicht nehmen ließen.
Kulturgeschichte: Krieger ordnet die Teekultur in seinem Werk „Geschichte des Tees“ (2021) als Teil einer globalen Konsumgeschichte ein, die in Deutschland im 18. und 19. Jahrhundert populär wurde.
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Zusammenfassend ist die ostfriesische Teekultur als eigenständige Zeremonie etwa 100 bis 120 Jahre alt, während der Teekonsum an sich natürlich schon früher begann.
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