Beiträge von Plattenspieler

    "irgendwelche Traditionen" war erstens nicht mein Wording, sondern ein Zitat, und ist zweitens, wie jetzt wiederholt geschrieben, auf Traditionen innerhalb des Katholizismus bezogen. Ich verstehe wirklich nicht, was du willst. Dass es unzählige protestantische Gemeinschaften und innerhalb derer unterschiedliche Verständnisse von "sola scriptura" gibt, ist ein Fakt.

    Ich dachte, es wäre klar, dass ich hier aus innerkatholischer Perspektive schreibe.

    Da ist die Tradition (also die außerbiblische apostolische Überlieferung) neben der Bibel als eine der beiden Quellen des Glaubens definiert. Es ging mir nur darum, dies klar zu stellen, als von "irgendwelchen Traditionen" (i. S. v. veränderlichem Brauchtum, das es natürlich auch im Katholizismus gibt) die Rede war.

    Schade, dass ich hier so oft - bewusst? - missverstanden werden.

    Sind Altlutheraner sowas wie die SELK? Was sind Altorthodoxe?

    Bei den Katholiken gibt es natürlich auch - innerhalb und außerhalb der Kirche - traditionalistische, altritualistische und 'strengere' Gruppierungen. Aber der Terminus Altkatholiken bezieht sich eben auf diejenigen, die sich nach dem 1. Vatikanischen Konzil abspalteten, weil sie die Dogmatisierung der Unfehlbarkeit und des Jurisdiktionsprimates des Papstes nicht mittragen wollten. In ihrer weiteren Geschichte haben sie sich weiter liberalisiert, stehen meines Wissens den Anglikanern recht nahe und haben viele Gemeinsamkeiten mit diesen (obgleich es natürlich auch bei Anglikanern Unterschiede gibt: low church, high church, ...).

    Zentral bei der Abspaltung der Altkatholiken war übrigens ein gewisser Ignaz von Döllinger. Da fragt man sich schon, warum immer die Deutschen eine so große Rolle bei Kirchenspaltungen spielen. Und ob wir diese "Tradition" jetzt mit dem "Synodalen Weg" fortsetzen ...

    Wie kommst du auf altkatholisch?

    Vermutlich verwechselt Wolfgang das bzw. hält die Altkatholiken für irgendwelche traditionalistischen Kreise wie zum Beispiel die Piusbrüder (FSSPX), die aktuell wegen der geplanten Bischofsweihen wieder in den Medien präsent sind.

    überzeugt vom Glauben und nicht nur von irgendwelchen Traditionen der römisch-katholischen Kirche

    Man muss "irgendwelche Traditionen" (die es natürlich zweifellos gibt und die kultur- und zeitspezifisch und nicht Kern des Glaubens sind) trennen von der Tradition, die gerade eine der Säulen des Glaubens ist, weil bei Katholiken eben nicht das protestantische "sola scriptura" (worunter jede protestantische Gruppe etwas anderes versteht) gilt.

    Was ist das denn?

    Berufung (im engeren Sinne) ist die als Eingebung von Gott verstandene Entscheidung für ein geistliches Leben als Priester, Ordenschrist oder geweihte Jungfrau.

    Berufung im weiteren Sinne kann sich auch auf die Entscheidung für die christliche Ehe und Familie beziehen oder auf die Wahl eines Berufes im kirchlichen Umfeld.

    Im weitesten Sinne sollte jeder Christ berufen sein, in seinem Leben Jesus nachzufolgen.

    Bist du Alt-katholisch?

    Nein. Alt-Katholiken sind im allgemeinen liberaler/progressiver als römische Katholiken. Nehme ich mehr als eine Option wahr für ehemalige Katholiken, die für Frauenweihe, verheiratete Kleriker, Wiederheirat u. ä. sind, aber das katholische Feeling doch nicht ganz aufgeben wollen. Der Kommentar von RosaLaune trifft das ganz gut.

    Um 1500 wurde noch gerädert, verbrannt, gevierteilt. Aber ja. Das war alles nicht grausam.

    Vielleicht hast du mich missverstanden? Ich verteidige Luther doch hier gerade gegen Unterstellungen. Natürlich gab es so was um 1500; ich schrieb lediglich, dass Luther das nicht mit der in These 71 verwendeten Formulierung meinte.

    Die Übersetzung, die ich kenne, schreibt "gebannt und verflucht". Im Original heißt es wohl "anathema et maladictus". Das sind rein geistliche/kirchliche Sanktionen, keine grausamen Folterrituale o. Ä.

    Generell: Wenn ich etwas von Luther lobe, kannst du davon ausgehen, dass ich das in neun von zehn Fällen ironisch meine. Zur Sicherheit habe ich aber im Beitrag einen Smiley ergänzt.

    Ich bin jedoch guter Dinge. Wenn die katholische Kirche so weitermacht und sich radikal vom synodalen Weg abwendet, werden noch die letzten katholischen Kirchen zu Discos und Museen.

    Weil der "synodale Weg", ZDK, "Maria 2.0" und ähnliche Gruppen/Aktivitäten die Kirchen füllen?

    Ich sehe volle Kirchen (auch mit vielen jungen Leuten), Berufungen und gelebtem Glauben eher dort, wo eine traditionelle und würdige Liturgie gefeiert und die Lehre der Kirche voll angenommen wird, ohne im deutschen "Gremienkatholizismus" alles zu zerreden.

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