Beiträge von Plattenspieler

    Ich dachte Adverb heißt sprachunabhängig "nähere Bestimmung eines Verbes". Also ist für mich "Ich fahre schnell" ein Adverb, da es das fahren näher beschreibt. Dem ist im Deutschen nicht so? Wäre das dann ein "Adjektiv in adverbialer Verwendung"? Dann bin ich auch dabei.

    Das schnelle Auto ... -> Adjektiv in attributiver Verwendung
    Das Auto fährt schnell. -> Adjektiv in adverbialer Verwendung
    Das Auto ist schnell. -> Adjektiv in prädikativer Verwendung

    So nach traditioneller deutscher (Schul-)Grammatik.

    Die Zusammenfassung einer interessanten Studie zur Korrelation von Latinum und Text-/Leseverständnis im Deutschen findet sich unter:

    https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/fc/a…oad/37970/31635

    Dabei lasen Universitätsstudenten Texte bedeutsamer deutscher Autoren und beantworteten Fragen hierzu. Bei der Auswertung wurden die Studenten in verschiedene Kategorien je nach schulischem Bildungsweg eingeteilt.

    Es zeigte sich folgendes Ergebnis:

    Die getestete Gruppe „Grundkurs Deutsch mit Latinum" ist der getesteten Gruppe „Grundkurs Deutsch ohne Latinum" auf dem höchst erreichbaren Signifikanzniveau überlegen. Sie schneidet auch dezidiert besser ab als die Gruppe „Leistungskurs Deutsch ohne Latinum".


    Das finde ich durchaus eindrücklich und es spiegelt auch meine subjektive Einschätzung wider.

    Der Autor diskutiert verschiedene Hypothesen, die zu den Ergebnissen geführt haben könnten, und kommt zu dem Fazit:

    Wenn die Deutung „Verbesserung der deutschen Decodierfähigkeit durch das Latein" zutrifft, dann haben die vorgelegten Statistiken auch prognostischen Wert. Sie lassen erkennen, auf welchem Niveau sich die durchschnittliche studentische Textverstehenskompetenz bewegen wird, wenn einmal das Latinum geschwunden sein sollte.

    Auf Latein (und Griechisch) sind zahlreiche kulturelle, politische, naturwissenschaftliche, soziale und ja, auch religiöse Grundlagenwerke verfasst, ohne deren Verständnis auch das Verständnis und die Analyse der Gegenwart nur sehr eingeschränkt möglich sind. Die griechische und römische Kultur stellen die Basis unserer demokratischen und sozialen Gesellschaft dar. Nicht ohne Grund war Latein auch lange die vorherrschende Wissenschaftssprache, und in den meisten praktizierten Wissenschaften dürfte der Großteil der verwendeten Fachterminologie lateinischen Ursprungs sein.

    Dass meine Beiträge dir Schmerzen bereiten, tut mir ehrlich leid. Dennoch würde ich nicht zwangsläufig von dir auf andere schließen. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es viele emanzipierte, wissenschaftlich veranlagte Frauen, die mit mir in vielen religiösen Ansichten übereinstimmen.

    Habe ich doch nicht gesagt. Ich bin doch nicht für eine Abschaffung anderer Sprachen. Im Gegenteil: Deutsch als Pflicht im bzw. bis zum Abitur gibt es doch bereits überall (und da bin ich auch dafür es beizubehalten) - ist das auch Ausdruck der Geringschätzung anderer Sprachen? Und für eine Abschaffung verpflichtenden Englischunterrichts an der weiterführenden Schule bin ich mitnichten. Wer gerne noch Griechisch, Französisch, Italienisch, Spanisch oder sonst etwas lernen will (gerne auch DGS), sollte selbstverständlich die Gelegenheit dazu erhalten. Was das ganze mit Religion zu tun haben soll, erschließt sich mir auch nicht.

    @Diokeles, natürlich durchforste ich die Internetseiten der Universitäten, aber solche Informationen, dass das "Latinum" in BW das "kleine Latinum" ist, erschließen sich eben nicht vom reinen lesen.


    Es ist auch etwas komplizierter:

    Irgendwann hat sich die KMK entschlossen, anstelle des bis dato üblichen Großen oder Kleinen Latinums bundesweit einheitlich das "Latinum" (ohne Zusatz) nach fünf Jahren Lateinunterrichts zu vergeben.

    Das wurde allerdings wieder bundeslandspezifisch unterschiedlich umgesetzt.

    So gibt es Bundesländer,

    - in denen es nur das Latinum gibt,
    - in denen es Kleines Latinum und Latinum gibt,
    - in denen es Latinum und Großes Latinum gibt (z. B. eben BW),
    - in denen es Kleines Latinum, Latinum und Großes Latinum gibt.

    Trägt nicht unbedingt zur Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit bei, aber eben deutscher Bildungsföderalismus.

    Hinzugekommen ist, dass mit der 'Abschaffung' (s. o.) des Kleinen Latinums manche Universitäten dazu übergegangen sind, ominöse "Lateinkenntnisse" unterhalb des Latinums für bestimmte Studienfächer zu fordern.

    Nach meinem Dafürhalten gehört Latein zur absoluten Allgemeinbildung und sollte generelle Voraussetzung für die Allgemeine Hochschulreife sein, wenn ich mir diese Randbemerkung erlauben darf.

    Warum müssen denn "schöne Ergebnisse rauskommen"? Gerade wenn man es heilpädagogisch oder entwicklungsförderlich akzentuieren will, sollte doch die Prozessorientierung - das konkrete Tun - im Vordergrund stehen und nicht die Produktorientierung. Und Kinder im Vorschulalter sind nach meiner Erfahrung auch selten enttäuscht, wenn sie kein perfektes Endprodukt haben oder ihnen etwas nicht ganz akkurat gelingt, auch für sie steht meistens das Tun im Vordergrund.

    Einerseits ja. Andererseits ist es besonders in den ärmeren Gebieten Afrikas erstrebenswert, möglichst viele Kinder zu haben, damit die Altersversicherung gesichert ist. Staatlich ist da nichts drin. Dort heißt nämlich das "Sozialsystem" Kinder bzw. Verwandtschaft.

    Während es hierzulande zunehmend als erstrebenswert gilt, möglichst wenige Kinder zu haben. Halleluja. Dass das auch hier Auswirkungen auf Generationenvertrag und Rentensystem hat, muss ich ja nicht erzählen.

    Ja, aber das Recht der Mutter wiegt mMn höher. Darüber hinaus ist die Frage, wann ein Fötus dieses Recht hat. Ja, Spätabtreibungen, die nicht aus gesundheitlichen Gründen für die Mutter geschehen, sehe ich auch als verwerflich. Es gibt aber einfach auch einen Zeitraum, in dem der Fötus einfach noch keine Menschenrechte verdient. Die Frage ist klar, ab wann dem Fötus das Recht zugesprochen wird.

    So kann man Menschenrechte relativieren und definieren, wer sie "verdient" und wer nicht.

    Dieses Denken mündet dann schlussendlich der Auffassung, dass man auch Neugeborene, Behinderte, Alte, Kranke jederzeit umbringen könne ... Dafür gibt es genug historische und aktuelle Beispiele. Schlussendlich kann man so jedem, dessen Meinung einem nicht passt, das Lebens-/Menschenrecht absprechen.

    Es gibt kein Argument, das Lebens- oder Menschenrecht nicht spätestens ab der Nidation (wenn nicht schon ab der Befruchtung der Eizelle) zu definieren. Es gibt auch keine deutsche oder europäische Rechtsprechung, die das anders sehen würde.

    Die Kinder- und Lebensfeindlichkeit hier im Lehrerforum schockiert mich sehr.

    Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber ist der Vatikan nicht gegen Verhütung? Und prinzipiell gegen Abtreibung? Damit trägt die Kirche vor allem zu Problemen in beispielsweise Afrika dramatisch bei (Geschlechtskrankheiten, Gefahr des Lebens der Mutter, Überbevölkerung).

    Du liegst falsch mit der Aussage, dass die Kirche damit zu Problemen beitrage, denn das Gegenteil ist der Fall. Die Kirche verbietet ja nicht nur künstliche Verhütungsmethoden, sondern sie stellt das in den Gesamtkontext der Lehre mit Treue in der Ehe und Enthaltsamkeit außerhalb der Ehe im Gegensatz zur Message der Promiskuität, die das wilde Verteilen von Kondomen vermittelt. So ist es auch kein Wunder, dass gerade sehr katholische Länder Afrikas wie Uganda und Ruanda die größten Erfolge in der Prävention von HIV haben (http://www.kath.net/news/22466).

    Ich selbst wäre vorsichtig, ein generelles Lebensrecht für ungeborenes Leben zu behaupten.
    [...]
    Ein vermeintliches "Lebensrecht" des Embryo bzw. der Spermien/Eizellen hier über die Rechte der mündigen Entscheidungsträger zu stellen [...], finde ich moralisch höchst bedenklich.

    Du bist als Referendar auf das Grundgesetz vereidigt, das weißt du?

    Das Bundesverfassungsgericht hat stets festgestellt, dass die Menschwürde (Artikel 1) auch für Menschen vor ihrer Geburt gilt. Andere Gesetze (StGB, ESchG) bringen das auch unmissverständlich zum Ausdruck. Das Lebensrecht ist nicht "vermeintlich" oder "behauptet".

    Siehe auch: https://www.bundestag.de/resource/blob/…18-pdf-data.pdf

    Wie du hier behinderten und ungeborenen Menschen das Recht auf Leben absprichst, erinnert an ganz dunkle Zeiten der deutschen Geschichte.

    Jede Frau sollte frei darüber entscheiden dürfen, ob sie ein Kind zur Welt bringen möchte oder nicht.

    Jede Frau kann darüber frei entscheiden. Niemand ist in Deutschland gezwungen, Sex zu haben.

    Dass du es als "rückständig" betrachtest, dass wir in Deutschland noch nicht 'so weit' sind, dass man jederzeit hergehen und ungeborene Kinder töten kann, lässt tief blicken.

    Down-Syndrom ist im Übrigen keine so schwere Behinderung; da gibt es ganz andere Störungsbilder (bei denen die betroffenen Menschen aber natürlich auch ein Recht auf Leben haben). Und keine Frau mit einem Kind mit Down-Syndrom "muss [...] den Horror einer Totgeburt durchmachen" (außer bei seltenen Komplikationen), aber traurigerweise wird oft dahingehend Druck auf die werdenden Eltern ausgeübt. Dabei gab es für diese Kinder noch nie so gute medizinische, pädagogische und gesellschaftliche Möglichkeiten wie heute.

    Die heilige Mutter Teresa sagte in ihrer Rede zur Friedensnobelpreisverleihung 1979: "Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoß ermorden kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch, als wenn wir uns gegenseitig umbringen? … Aber heute werden Millionen ungeborener Kinder getötet, und wir sagen nichts. … Für mich sind die Nationen, die Abtreibung legalisiert haben, die ärmsten Länder. Sie fürchten die Kleinen, sie fürchten das ungeborene Kind." (https://de.wikipedia.org/wiki/Mutter_Teresa#Arbeit_in_Indien)

    Offtopic, aber an der Stelle muss ich einmal einwerfen, dass ich die Bremer Bezeichnung "Wahrnehmung und Entwicklung" für den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung / Geistigbehindertenpädagogik für sehr unpassend halte. Wahrnehmungsstörungen finden sich bei Kindern aus dem gesamten Begabungsspektrum. Die Entwicklung (in zumindest einem Entwicklungsbereich) ist auch bei allen Kindern mit SPF beeinträchtigt. Insofern ist das ganze relativ nichtssagend - aber das soll es wohl auch sein. Noch dazu erschwert es die Kommunikation; beim Lesen nur der Überschrift dachte ich bei "E-Kindern" logischerweise an solche mit Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung und fragte mich, was denn W-Kinder sein sollen ...

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