Beiträge von Sissymaus

    Das ist Deine Meinung.

    Meiner Meinung nach hätte ich meinen Beruf verfehlt, wenn ich nicht in einer Ausnahmesituation wie einer Klassenfahrt auch bereit wäre, meinen Anspruch auf formal geregelte Arbeitszeit hintenan zu stellen. Das gilt IMHO im Berufsleben allgemein, nicht nur in pädagogischen Berufen. Regeln sind wichtig und richtig, aber eben nicht alles im Leben. Umgekehrt lässt auch mein Arbeitgeber mal "fünfe gerade sein", wenn in meinem Privatleben die Welt Kopf steht.

    Wo macht er das denn? Das hab ich noch gar nicht erlebt. Alles, was ich da an Zugeständnissen bekomme, ist durch meine Schulleiterin ermöglicht worden. Gehts nach dem Dienstherren, wären die fünfe lange nicht grade.

    Wieso "Nö"? Das geht doch in dieselbe Richtung.

    Dein Einwand war, dass wir die Arbeitszeiterfassung schon längst hätten, wenn es einfach wäre.

    Dazu ist meine Meinung: Es IST einfach, aber man will es aus dem Grund nicht, den ich genannt hab. Es gibt zig Leute, die nicht im Büro stempeln, sondern außer Haus arbeiten, im Außendienst sind oder im Homeoffice sind (Aufzählung nicht abschließend). Auch hier wird die Arbeitszeit erfasst. Warum Lehrkräfte sich für so außergewöhnlich halten, dass eine Erfassung nicht möglich ist, verstehe ich nicht.

    Nein, das sollte man nicht. Hier gibt es einen Pulk Leute, die sich gegenseitig unterstützen und eine Front gegen Einzelne bilden. Da ist der Geisterfahrerspruch ziemlich bigott. Denn er bedeutet hier: "Lass dich von uns mit frechen übergriffigen Tipps und Hinweisen zu deinem Leben beleidigen und wehre dich nicht. Nimm es hin, wenn rücksichtslos Bilder von LEDs und Stäbchen gezeigt werden und sich eine demonstrativ dumme Paralleldebatte entwickelt. Wenn du dich darüber beschwerst, werden wir dich gemeinsam als humorlos auslachen."

    .

    Was genau ist nun dein Problem mit einem Hinweis, den ich guten Gewissens auch dir geben könnte?

    Es ist einfach so: es häufen sich die Neuanfänger, die pampig werden, wenn

    A) die Antworten auf die Infos nicht wie gewünscht ausfallen oder

    B) nicht für jeden automatisch eine Festanstellung im Lehrerberuf an der Wunschschule da ist oder

    C) einem die Grenzen aufgezeigt werden, die man mit einer Nicht-Lehrerausbildung hat.

    Aufzählung ist nicht abschließend.

    Man kann sich hier keine Antworten oder threadverläufe wünschen oder bestellen. Alle sind privat hier und antworten, wie sie möchten. Wenn der TE irgendwann aussteigt oder es sich in eine andere Thematik oder Blödelei wandelt, dann muss man damit leben. Ist doch keine Dienstleistung hier.

    Ich schreibe seit 13 Jahren hier und erlebe immer, dass hier ordentliche Antworten kommen. Es sei denn, da kommt wieder einer aus der obigen Kategorie A, B, oder C.

    Aber hilf mir gerne: Welcher Weg führt am Ref vorbei? Ich habe es vielleicht überlesen.

    Kaum einer. Zum Glück. Denn das ist ein wichtiger Weg zur fertigen Lehrkraft. und das sagen hier sehr viele, die das alle gemacht haben, sich also ein Urteil erlauben können.

    Ich habe selbst bereits 2 Jahre unterrichtet, bevor ich ins Ref bin.

    Mein Unterricht ist dadurch sehr viel fundierter, lehrplanorientierter, effektiver geworden. Die Zufriedenheit hat auch bei mir, nicht nur bei den Schülern, stark zugenommen. Ich habe gelernt, eigene Lernsituationen zu konzipieren, die von Anspruch an die Lerngruppe angepasst sind.

    Alles in allem: ohne Ref war ich keine fertige Lehrerin.

    bei uns wird man doof angeguckt, wenn man nicht minütlich up to date ist, aber sie wissen, dass sie es nicht verlangen dürfen ohne dienstgerät.

    Dann guck doch mal doof zurück. Oder sag: meine privaten Geräte darf ich dafür nicht benutzten. Womit soll ich nun das „up to date“ erreichen?

    Das würde an mir abperlen wie Wasser an Entenfedern.

    Wolfgang Autenrieth Das ist genau das Problem: Es wird dann gesagt, dass das ja nicht alle so handhaben müssen.

    Nein, müssen sie nicht, weckt aber Erwartungen. Diese würden gar nicht erst entstehen, wenn es KEINER machen würde. Idealerweise hättest Du damals gesagt: Ich kann nicht mit Eltern auf Klassenfahrten kommunizieren, weil ich kein Diensthandy habe.

    Ist wie bei "Aufgaben schicken, wenn man krank ist". Es machen x % und damit sind die y%, die es nicht machen, unter Druck.

    Langsam ändert es sich ja, aber sehr langsam. Und Deine Ausführungen sind dabei eben nicht hilfreich, weil Du das Unrecht gar nicht einsiehst, sondern es als Unvermeidbar hinstellst.

    Ich finde es wirklich fürchterlich, wenn private Dinge mit dienstlichen vermischt werden und das dann auch noch so klingt, als wären alle anderen Querulanten, weil sie das nicht ebenso handhaben.

    Diese Selbstverständlichkeit, dem Dienstherrn Geld zu schenken, muss endlich mal aufhören. Wenn von mir gewünscht ist, dass ich mit wem auch immer dienstlich telefoniere, dann gib mir ein Diensthandy! Ansonsten schreib mir ne dienstliche Mail, die ich in der Dienstzeit auf meinem Dienstgerät abrufe und ich rufe zurück, wenn ich in der Schule bin und Zeit dafür habe.

    Ich stelle meinem Dienstherrn auch keine Privaträume zur Lagerung von Zeug zur Verfügung. Ist es gewünscht, dass ich Wackelaugen im Unterricht benutze, kauft das Sekretariat diese und lagert sie in der Schule. Ich hole mir welche ab, wenn ich welche benötige.

    Wir sind ein Lehrerhaushalt. Grund- und Werkrealschule. Alle Klassenstufen von 1-10, (fast) alle Fächer. Ohne Bibliothek und Materialregalen im Keller ginge das nicht. Da stapelt sich alles - von Wackelaugen über Bücher und Arbeitshefte bis zu Arbeitsbeispielen für den Technikunterricht, Gitarremechaniken für den Bau von Instrumenten und Arduinos für "Steuern und Regeln". Sowie ein gut gefüllter Chemikalienschrank - den ich jedoch für meine Hobbies "Radierung und Edeldruckverfahren" - und für "Cyanotypie in der Schule" benötige.
    Ein Schreibtisch in der Schule wäre für uns zu wenig.

    Schön, dass ihr dem Dienstherren Geld schenkt, indem ihr Privaträume für die Lagerung der Schulsachen zur Verfügung stellt. Daraus abzuleiten, dass alle KuK das zu tun hätten, kann man natürlich nicht. Macht aber wie immer die Preise kaputt und sogt dafür, dass sich nichts ändert.

    Ich hab ein paar Bücher zuhause stehen, aber auch die trage ich nach und nach in die Schule, wo sie hingehören. Neue Auflagen gibts nur noch digital.

    Ich hatte einen deutlich ungeraden Weg ins Lehramt, so wie viele in der Berufsbildung. Dort machen ungerade Lebensläufe den Löwenanteil aus. Also: den einen Weg gibts nicht. Und gerade in der letzten Zeit, wird es immer mehr vereinfacht, ohne Lehramtsstudium Lehrkräfte zu gewinnen. Dann gehört natürlich eine weitere Qualifizierung dazu.

    Ich finde, dass nrw da schon einen guten Weg mit OBAS gefunden hat. Ob das in der Grundschule reicht, bezweifle ich zwar, aber für sek II ist das ein absolut guter Weg für alle Beteiligten.

    Ich hab es übrigens nicht als Spaziergang empfunden, aber als Horrorzeit hab ich es nun auch nicht in Erinnerung.

    Das mit der Fertigpizza ist gut. Wie hättet ihr die denn holen wollen? Im Norden ein Höhenzug mit Naturschutzgebiet, im Süden ein großer Fluss und dazwischen ein 1km breiter Streifen mit einer auf 20km zugeparkten Bundesstraße in Ost-West-Richtung. Rund um die Grundschule knapp 50 Häuser. Das war es.

    Pizzataxi kommt doch auch nicht durch und ihr müsstet schon 2x 10km laufen, um Pizzen aus dem Supermarkt zu holen.

    Dann eben keine Pizza. In dem paar Stunden wäre auch keiner verhungert.

    Es war eben eine scheiss-Aktion, wenn sie denn so stattgefunden hat. Wäre das mein Kind gewesen, hätte ich das im Nachhinein noch zur Sprache gebracht.

    Bei uns war übrigens nix bis auf einen kleinen Zug an unserer Schule vorbei. Wir haben das Spektakel angesehen. Es dauerte 10 Minuten.

    Schüler waren nahezu alle da, außer 2 aus dem Hochsauerland.

    Der Sohn ist ins Sauerland zur Klassenfahrt. Ohne Probleme.

    Ist also örtlich sehr unterschiedlich.

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