Beiträge von Sissymaus

    Ich finde, jetzt wäre eine Studie mal Recht, die die verschiedenen Aspekte beleuchtet etc.

    Ich freu mich ja erstmal, dass wir hier so vorwurfsfrei uns austauschen können. Jeder findet seinen Weg den richtigen.

    Ein Aspekt bzw Frage noch: Ihr sagt ja, dass euch oft vorgeworfen wird, dass ihr Rabenmütter seid. Gibt es denn auch einen adäquaten Vorwurf an Muddis/Papis, die 3 Jahre zuhause bleiben? Glucke?

    Mir wäre es am liebsten, wenn jeder Weg - egal welcher - erstmal einfach vom Umfeld akzeptiert wird und gern auch umkommentiert bleibt.

    Ich erleben manchmal Mütter (komischerweise immer nur die Mütter), die mir entschuldigend sagen, dass sie 2 Jahre zuhause bleiben, weil sie Schwierigkeiten mit der Betreuung haben. In unserer Kleinstadt ist das tatsächlich gar kein Problem und so frage ich mich, warum man mir nicht einfach sagt: Wir haben so entschiedenen (warum egal) und das ist gut für uns. Mir unterstellt man oft, dass ich den anderen Weg nicht gutheiße. Das stimmt manchmal, aber nur, wenn die Care-Arbeit und die damit verbundenen Nachteile allein auf der Frau lasten. Das ist jedoch ein ganz anderes Thema.

    Sorry, ich hab beim Formulieren mir schon gedacht, dass das komisch klingt, ich wollte damit einfach nur ausdrücken, dass ich ihren Weg nie kritisiert habe und sie trotz andrer Haltung dazu wirklich unsre besten Freunde sind.

    Dachte ich mir schon und nehme ich Dir auch nicht übel. Ich wollte auch nur aufzeigen, wie sowas manchmal ankommen kann.

    Unsre besten Freunde haben 3 Kinder und alle 3 waren mit einem Jahr in der Kita. Finde ich nicht gut, die Kinder sind aber echt nett, die Eltern freilich auch und so entscheidet jeder selbst, aber darüber diskutieren kann man schon.

    Unsere besten Freunde haben ihre 4 Kinder 3 Jahre lang zuhause betreut. Finde ich nicht gut. Sie sind aber echt nett und die Eltern auch.

    Ich habe von mehreren Erzieherinnen genau das gleiche gehört. Die sollten es doch eigentlich am besten wissen. Genauso gut könnte man ja jedem Lehrer, der sich kritisch gegenüber den Bedingungen in der Schule äußert, unterstellen seiner Arbeit nicht richtig zu machen. Also ich kenne kein Lehrer, der Schule für einen idealen Ort zum Lernen hält

    "Antun" heißt für mich: Kinder nehmen Schaden. Das kann ich von meinem Unterricht mal so gar nicht behaupten, trotz manchmal blöder Bedingungen.

    Ich habe meine beiden Kinder ab einem Jahr betreuen lassen. Die Große bei einer Tagesmutter (ich war noch sehr jung und im Studium), den Kleinen in der KiTa. Er hat sich so mega toll entwickelt in der KiTa. Die haben so wundervolle Sachen gemacht, das hätte ich niemals hinbekommen. Sie waren zu 10-12 Kinder mit 3 Vollzeit-Erzieherinnen und eigenem U3-Bereich. Herrlich. Er ist bis zum Schluss so gern gegangen, dass ich oft wieder gehen musste, wenn ich ihn eher holen wollte.

    Jemand der sagt: Fremdbetreute Kinder bekommt man erst gar nichtt, hat keine Ahnung, wie so ein Familienunternehmen funktioniert. Und wenn es heisst, es darf nur die Familie Kinder haben, die es sich leisten kann, Jahre (!!) aus dem Job auszusteigen, der vergisst, dass es dann kaum welche gäbe.

    Also echt, was sollen solche Aussagen?

    Ich werde niemals verstehen, wieso Leute, die 10 Stunden Betreuung in Anspruch nehmen müssen, unbedingt Kinder haben müssen. Ein paar Stunden überbrücken, okay, aber in dem Ausmaß einfach nur gruselig.

    Kannst Du es denn beurteilen? Deine Freundin würde ihren eigenen Kindern das nicht antun? Dann macht sie wohl ihren Job nicht ordentlich! Oder geht es um die Bedingungen in Kitas? Da gibts ja aktuell mehr Verbesserungsbedarf als noch zu unseren KiTa-Zeiten.

    Ja. Ich muss zugeben, hätte es einen Refzuschlag auf Elektrotechnik gegeben, hätte ich es direkt studiert. Aber ohne Geldanreiz habe ich mir gedacht "nö. Ich bleib bei Deutsch und seinen öden Korrekturen. Ich werde es schon dem System zeigen, das meine sonst sehr begabte und interessierte elektrotechnische Ader denen NICHT zur VErfügung steht, wenn sie nicht bereit sind zu zahlen.

    Genau! Mein Onkel sagte mir damals auch, ich würde eine brotlose Kunst studieren (Maschinenbau). Er war promovierter Physiker und hatte Probleme, einen Job zu bekommen. Ich solle doch besser E-Technik studieren.Ja klar. Ich wäre maximal gescheitert!

    Ich weiß ja nicht, wie das bei euch ist. Aber man könnte natürlich auch mit Angebot und Nachfrage argumentieren. Die Fächer, die allen wollen werden halt schlechter bezahlt. Dadurch überlegen sich vielleicht einige lieber andere Fächer zu unterrichten...

    Die mit den überlaufenen Fächern haben doch schon einige Nachteile: Evtl. keine Planstelle, keine Wunschschule etc

    By the way machen wir bei uns ein Simulationsprojekt inkl. Doku und Fachgespräch. Das heißt nicht, dass die Prüflinge es dann bei der IHK richtig machen....

    Da schaut doch eine sehr eingeschränkte Sichtweise durch...

    So machen wir es auch. Mit kompletter Bewertung wie bei der Prüfung und anschließender Reflexion. Wer es dann später nicht schafft, Grundlagenfragen zu seinem Beruf zu beantworten, hat dann auch selbst Schuld.

    Ich sage meinen auch immer, dass sie auch schon noch selber lernen müssen. Ich hab damals wirklich richtig viel gelernt für diese Prüfung, da mein Betrieb auch nur Teile der Praxis abgedeckt hat und ich mir den Rest irgendwie theoretische draufschaffen musste. War nicht schön, aber so ist das nun mal bei bundesweiten Zentralprüfungen.

    Ich habe einen Azubi aus einem Betrieb der Waffen herstellt. Schönes Thema für den Maschinenbau/Reli-Kollegen.

    Wirtschaft ebenso: Nicht alles, was Profit bringt, ist auch ethisch/christlich vertretbar.

    Ich stelle fest: Du vermutest und denkst Dir vieles, weißt aber wenig.

    Also, Du verallgemeinerst Deine aktuelle Welt ganz schön. Es gibt in jedem Prüfungsausschuss Graupen. Es gibt Prüflinge, die wenig lernen. Es gibt Betriebe, die wenig beibringen. Kenne ich alles. Du musst mich da nicht belehren. Deswegen stellt man doch nicht das System Berufskolleg in Frage, ohne es zu kennen.

    Nennt sich Umnschulung. Geht 1 1/2 Jahre. Theorie/Fachwissen-Teil beim Umschulungsträger. Praxis im Praktikum. Durchfallquote bei uns in diesem Sommer deutlich über 50%. Warum?

    Falsche Beratung durch die Arge (Ungeeigneter Azubi, müsste eigentlich was praktisches machen, geht aber gesundheitlich nicht). Betrieb macht es, um eine billige Arbeitskraft zu bekommen. Auf Besuch des Unterrichts wird verzichtet wegen des Alters. Usw.

    Ich meine hier nicht einmal fachliche Inhalte. Ich meine organisatorisches! Die BS-Lehrer sitzen im Prüfungsausschuss der Kammern, richtig?

    Und deswegen sind die Lehrer (die übrigens als Lehrer nicht in Funktion des PA im Unterricht sitzen) diejenigen, die sie über das organisatorische aufklären sollen? Meinen Meinung nach sind das die Kammern. Schließlich stellen die ja auch die Prüfungen.

    Die Diskussion entwickelt sich hier zu sehr zum BK-bashing. Da diskutiere ich nicht mit jemandem drüber, der das System nur von außen kennt. Es krankt an vielen Ecken, aber nicht an denen, die Du hier vermeintlich ausmachst.

    m Zweifel über eine Lehrwerkstatt oder ähnlichem.

    Wenn Du glaubst, dass für alle 324 Berufe in D jeweils für fehlende Fachinhalte eine Kammer oder ein anderer Träger eine überbetrieblichen Lehrgang geschaffen hat, lebst Du leider im Wolkenkuckucksheim.

    Die BS in meinem Kammerbezirk macht auch eine hervorrangende Prüfungsvorbereitung. Eine andere ist da
    sehr, sehr unterirdisch und macht von ihrem "Recht" gebrauch.

    Die BKs sollen keine Prüfungsvorbereitung machen, sondern in eine ganz andere Richtung qualifizieren. Schade, dass Du es

    1. in dieser Variante, bei die BS eine Prüfungsvorbereitung macht, als besser empfindest und

    2. nicht erkennen kannst, dass die andere Berufsschule womöglich einen besseren Job machst, als Du denkst.

    Reine Prüfungsvorbereitung kann ich Dir auch liefern. Dann brauche ich aber keine 3,5 Jahre. Das schaffe ich in einem halben Jahr! Da dort nur Wissen reproduziert wird: Kein Problem für mich.

    Und für die Praxis ist ja dann der Betrieb zuständig.

    Sorry, so funktioniert die duale Ausbildung in D nicht. Zum Glück. Dieses System wird aus andern Ländern hoch angesehen.

    Sorry, das siehst Du falsch! Nur weil Du einen Azubi im Betrieb "unterrichtest", kannst Du noch lange nichts über die Arbeit am BK urteilen. Genau das nervt einen auch: jeder meint, einem den Beruf erklären zu können.

    Nur soviel: Es geht nicht um reine Fachinhalte! Da könnte man jeden ausgelernten Facharbeiter aus der Praxis nehmen. Die Arbeit in der Schule ist um Längen vielschichtiger, als Du es glaubst! Du kannst mir das abnehmen: Ich habe eine Ausbildung gemacht, danach FH-Studium absolviert und dann noch an der Uni studiert. Und erst das Ref hat mir fundiert das Praxiswissen für die Schule gebracht. Von dem ganzen drumherum mit Bezirksregierung und Ministerium fange ich mal besser gar nicht erst an.

    Und trotzdem: Natürlich muss das BK Fachinhalte auch liefern! Beispiel Industrie Metall: Da gibts einen Betrieb, der nichts anderes macht als an einer CNC-Fräsmaschine Teile für Windräder zu fertigen. Der Azubi wird aber als Industriemechaniker ausgebildet und muss weitaus mehr wissen, als den Umgang mit einer CNC-Fräse.

    Andere Beispiele kannst Du Dir selber für Deinen Beruf ausdenken oder auf jeden beliebigen Beruf abwandeln.

    Und bitte: Keine Arroganz gegenüber den Lehrer*innen am BK! Das nervt am meisten.Wer einen Beruf ergreifen möchte, muss die Anforderungen erfüllen. Und die sind in NRW: Master Ed. und Referendariat. Wer die Anforderungen nicht erfüllt, muss sie nachholen. Gottseidank ist das so! Die Schüler*innen haben ein Anrecht auf Unterricht durch Leute, die gut ausgebildet sind.

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