Beiträge von Sissymaus

    Man muß sich halt entscheiden. Entweder ist die Ehe verbindlich, dann folgt daraus die finanzielle Sorge füreinander, wie sie im BGB in den §1300 bis §1600 (so ganz grob) aufgeführt wird, und "liebt nicht mehr" hat keinen Platz. Oder sie ist nicht verbindlich, dann zählt "liebt nicht mehr" als Argument. Dann sollten im Gegenzug aber auch alle Verpflichtungen, die aus einer Ehe entstehen, aus dem BGB gestrichen werden.

    Auf der einen Seite die rechtliche Exklusivität wollen und gleichzeitig auf der anderen Seite nicht bereit sein die notwendige Verbindlichkeit einzugehen, funktioniert einfach nicht.

    Wer fordert das denn? Wie kommst Du denn darauf? Es ging hier um Väter, die sich nicht kümmern. Meinst Du die?

    Wenn sich ein Vater nicht kümmern will (oder auch ein Elternteil, ist ja eigentlich egal, welches Geschlecht), dann zwingt man diese Person auch nicht mit Gesetzen.

    Meine persönliche Einstellung dazu ist: Tangiert mich nicht. Wir haben beide unsere finanzielle Unabhängigkeit bewahrt. Ich will aber nicht "Schuld" sein, weil ich nicht mehr mit jemandem zusammen sein will.

    Ich finde es traurig für die Kinder, wenn es beide Elternteile nicht schaffen, einen vernünftigen Umgang zu pflegen. Trennungsgeschichten gehen oft mit vielen Verletzungen einher und das wird doch auch öfter auf den Rücken der Kinder ausgetragen.

    Ich auch. Ich hab viel runtergeschluckt, nach der Trennung. Mir war es wichtig, dass wir uns zusammenraufen, da sie ja nun gar nichts dafür kann. Nach einiger Zeit saßen wir zusammen am Geburtstagstisch, beide mit neuen Partnern und deren Familien. Jetzt ist sie erwachsen und hat die Trennung nach eigenen Angaben eher als Bereicherung empfunden.

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Trennung vom Vater tatsächlich dazu führte, dass ich sehr viel weniger Arbeit hatte und dazu noch echte Auszeiten, wenn Kind beim Vater war.
    Mein Partner war also damals eher das zweite Kind. Der Status alleinerziehend ist daher manchmal sogar entlastend. Aus dieser Situation heraus hat sich dann auch ein Netzwerk gebildet, das die Last noch weiter verteilt hat.

    Edit: ich musse gerade sehr schmunzeln. Gibt es wirklich aktuell Regionen/Städte, in denen man sich den Kitaplatz aussuchen kann, pädagogische Konzepte vergleicht etc.? Hier heiß es einfach nur "Friss oder stirb! Nimm den Platz oder der nächste in der Warteschlange sagt sofort zu"

    Ja, gibt es.

    Bekommt man denn einen Platz zugewiesen, der nur bis 13 Uhr betreut, obwohl man angegeben hat, dass man längere Zeiten benötigt?

    hatten wir übrigens zu Beginn nicht und daher mussten wir die Elterzeit verlängern).

    Ja, so ist das manchmal. Daher ist es angeraten sich vorher zu fragen, ob man sich das leisten kann. Also bevor man Kinder plant. Klar, gibt’s auch ungeplante Kinder und Situationen, aber es gibt auch genug Paare, die sich bei der Kinderplanung damit nicht auseinandersetzen.

    Nun mein Senf dazu: Ider Beruf ist eigentlich sogar sehr familienfreundlich. Es gibt viele Akademiker in unserer gehaltsklasse, die sehr viel später nach Hause kommen, plötzlich auf Dienstreisen geschickt werden etc. Da ist es bei uns doch relativ planbar. Wer Vollzeit arbeitet benötigt eben auch eine Vollzeit-Betreuung. Gehe ich voll mit.

    Was aber mE stimmt: der Beruf ist nicht Teilzeit freundlich. Das ist ein so grosses minus-Geschäft, dass ich davon dringend abrate.

    Aber ich muss sagen, es ist in der Summe eben was dran. Auch wenn Porsche irgendwann mal weniger Umsatz machen sollte, die sichern sich ihre Pfründe schon, da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.

    Ja, aber der kleine Arbeiter am Band kann dann womöglich erstmal keine Miete/Rate mehr zahlen. Die Autoindustrie steht aktuell nicht besonders gut da und das merken die Beschäftigten nun. Der hohe Lebensstandard muss eben auch finanziert werden, auch wenn er in Sachsen und im tiefen Ruhrgebiet sehr viel niedriger ist. Das nützt Dir dann einfach mal gar nichts, wenn der/die Famiilienernährer/in arbeitslos wird und auch nach adäquater Zeit keinen neuen Job findet.

    Mit einer dünnen Personaldecke, kommt jedes noch so gutes Vertretungskonzept sehr schnell an die Grenzen. Ich kann ein Lied davon singen. Ab 5% Fehlquote, kann man nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Diese Grenzen wird in der Winterzeit sehr schnell überschritten.

    Nur in der Winterzeit? Ich nehme eine Quote von 10% als üblich wahr. Dabei eingerechnet sind auch Abwesenheiten wegen Fortbildungen oder ähnlichen dienstlichen Veranstaltungen. In krankheitswellen landen wir daher dann gern bei 30%

    Ich frag mich immer, wie das geht, eine Krankenschein für 4 Wochen ohne Krankheit zu bekommen. Ich bin wohl bei den falschen Ärzten, denn ich muss meistens fragen, ob ich eine Krankschreibung bekomme und die geht dann 3 Tage oder so.
    Bei meiner letzten fiesen Erkrankung wurde ich tatsächlich auch noch erstaunt angeschaut, als ich nach einer Krankschreibung gefragt hab. Ich will nicht ins Detail gehen, aber damit konnte man wirklich nicht arbeiten. Schon gar nicht in der Schule.

    Wie schafft man das dann, nur weil man vom Schulleiter gerechtfertigterweise eine Ansage bekommen hat?

    Auch in Rente und Pension hat man unendlich viele Aufgaben, die man verschieben will. Es ist nicht das Vorrecht der arbeitenden Bevölkerung, zu prokrastinieren. Ich bitte das zu berücksichtigen, bevor hier ein falscher Eindruck entsteht.

    So, q.e.d. :!:


    [Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich gerade eigentlich erledigen wollte...]

    Verstehe. Ich habe vermutlich das verklärte Bild, dass ich in der Pension nur noch Dinge mache die Spaß machen. Trotzdem muss Altglas weggebracht und Unkraut gezupft werden.
    Das könnte bei mir, genauso wie putzen, ebenfalls Prokrastination (gibts das Wort?) auslösen.

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