Beiträge von Sissymaus

    Das ist in NDS - oder zumindest an meiner Schule und einigen anderen BBSn, wo Bekannte von mir arbeiten - nicht so extrem. In meiner Abteilung "Wirtschaft und Verwaltung" bspw. sind wir über 30 KuK, von denen viele mehrstündig in Berufsschulklassen unterrichten. Trotzdem sind seit Jahren nur drei KuK in den IHK-Prüfungsausschüssen (je eine Lehrkraft in den PA für Einzelhandel, Büromanagement und Industrie). Bis vor zehn Jahren ein Kollege, der fast ausschließlich in der BS Einzelhandel unterrichtet hat, in Pension gegangen ist, waren es vier.

    Wir haben ganz viele kleine Berufe. Oder in einer Klasse sitzen 5 verschiedene Berufe. Daher gibt’s auch viele Ausschüsse.

    Ziel ist es, zu lernen, so zu unterrichten, dass möglichst viele SuS Interesse an den Inhalten entwickeln und in den fachverwandten Disziplinen ausbildungs- und studierfähig werden.

    Das ist ein löbliches Ziel, jedoch solltest Du Dich mit der (für mich ebenfalls) unerfreulichen Tatsache anfreunden, dass insbesondere Deine Fächer bei den wenigsten SuS auf Interesse stoßen. In vielen Fällen werden sie sich schwer tun, manche haben schlechte Erfahrungen in diesen Fächer. Die Umgebung befeuert das noch mit "das konnte ich auch nie" und "wofür braucht man das?"

    - Beim Durchlesen einiger Beiträge zum Thema "Referendariat" stellte ich fest, dass für viele Referendare die Kommunikation mit den Fach- und Seminarleitern eine Herausforderung darstellt. Wie habt ihr gelernt, eure Kommunikation so zu verbessern, dass ihr beim Feedback auch versteht, was man von euch haben will? Wie konntet ihr außerdem eure Unterrichtsvorstellungen und Ideen gegenüber euren Prüfern durchsetzen?

    Zunächst sitzen dort Leute, die viel Erfahrung im Unterrichten mitbringen, daher ist mein Rat, das Feedback anzunehmen und Tipps auch mal auszuprobieren, auch wenn sie sich im ersten Step vielleicht komisch anhäören. Ganz schlecht kommt es an, wenn man a la: "Ich hab x-Jahre Erfahrung als Softwareentwickler" ankommt und alle Hinweise in den Wind schlägt. Denn stell Dir vor, jemand käme in Deinen jetzigen Beruf als Quereinsteiger und würde Dir die Welt erklären sollen: Kommt nicht gut an. Deine Erfahrung im Unterrichten ist gleich Null, auch wenn Du schon mal Nachhilfe gegeben hast oder im Sportverein eine Jugendgruppe leitest. Schule ist einfach damit nicht vergleichbar.


    - Wie würdet ihr euch mit eurer heutigen Erfahrung didaktisch auf das Referendariat vorbereiten, wenn ihr zwei Monate Zeit habt? Aktuell habe ich keine didaktischen Vorkenntnisse. Welche Bücher und Ressourcen würdet ihr mir dafür empfehlen? Welche davon haben euer Mindset verändert?

    Mir haben Bücher zum Classroom-Management geholfen. EDIT: zB sowas hier: https://www.cornelsen.de/produkte/99-ti…h-9783589228232


    - Leider habe ich festgestellt, dass meine fachliche Vorbereitung im Fach Physik ebenfalls einige Lücken aufweist, da mein Physikstudium schon 10 Jahre zurückliegt. Bis zur Oberstufe kann ich die meisten Aufgaben verstehen und lösen. Im Abitur sind die Aufgaben allerdings schon relativ textlastig und da musste ich schon länger überlegen, wie man die Aufgabe modellieren und auf eine Lösung kommen soll. Wie kann man die fachlichen Lücken am besten schließen?

    Schnall Dir ein Schulbuch und arbeite das erstmal durch.


    Viel Erfolg!

    Naja, da nur ein Teil der Antworten hilfreich war und der Rest eher nicht, kann der Thread gelöscht werden. :wink_1:

    Dass andere später-Nachlesende die Antworten hilfreich finden können, ist Dir nicht in den Sinn gekommen?

    Ich würde es schön finden, wenn die Kommentare wieder auf meinen Ursprungspost eingehen :')
    Für SuS kommen hier eh nur politisch neutrale Inhalte in Frage. :D

    Ich mache manchmal (wenn von den Klassen gewünscht), eine Einheit vor den Sommerferien zum Thema: Was kostet das Leben? Also sowas wie:

    • Was kommt an Fixkosten nach der Ausbildung auf mich zu?
    • Welche Dinge will ich mir zusätzlich leisten?
    • Wie finde ich eine Wohnung und was kostet sie?
    • Welche Versicherungen muss ich (individuell) für mich haben?
    • Wie werden sich meine Ansprüche in Zukunft eventuell verändern (Kinder, größere Wohnung, Reisen....)?
    • Was muss ich für diese Kosten insgesamt verdienen? --> Meist merken sie, dass das nicht reicht, daher kommt dann mein Werbeblock für Weiterbildungen
    • Welche Anlagemöglichkeiten gibt es?
    • Spezielle Einheit für meine weiblichen SuS: Steuerklassen, finanzielle Unabhängigkeit in der Partnerschaft, gleiche Aufteilung von Erziehungszeiten und Care-Arbeit: Warum ist das so wichtig?
    • Wo bekomme ich Infos zu all diesen Themen, die auch seriös sind?
    • ...

      Macht eigentlich auch allen Spaß, da ich sie nur anleite, Hilfestellung gebe und sie für sich und ihre Lebenssituation alles anpassen und planen können.


    Ja, der Fall "ein Elternteil verstorben" ist möglicherweise eine legitime Ausrede.

    Die Einzige.

    Ich soll also bei einem gewalttätigen Ehemann bleiben, damit ich bloß nicht der Allgemeinheit zur Last falle? Ich weiß auch nicht, ob Dir klar ist, wie die Betreuungssituation stellenweise aussieht. Prekär ist noch nett beschrieben, auch wenn bei Patty Kitas zumachen. Hier haben wir Situationen, dass keine verlässliche Betreuung da ist, weil ständig Notbetreuung ist.


    Edit: haben später noch viele weitere geschrieben, so weit war ich noch nicht mit dem Lesen. Wollte das (als ehemalige Alleinerziehende, die auch Glück hatte mit einem stabilen Betreuungsnetz, nicht stehen lassen. Wäre das Netz gerissen, hätte ich wohl auch nicht mehr Vollzeit arbeiten können).

    Ich habe aus diversen Gründen tatsächlich Schule B auch schonmal im Visier gehabt, ich kenne auch ein paar Kollegen aufgrund von deren Anordnungen und Versetzungen.

    Es gibt auch gewisse Gründe, Schule B sogar zu bevorzugen. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, aufgrund der Erkennbarkeit.

    Ich bevorzuge Schule A, halte Schule B aber auch für reizvoll. A15 ist mir wichtig, ja.

    Ich würde das auch so offenlegen wollen, bzw. erst einmal würde ich mich bei Schule B überhaupt mit Bewerbungsabsicht vorstellen und schauen, wie es um den schulinterenen Bewerbungsprozess überhaupt steht.

    Kannst Du evtl die Frist der Schule A abwarten, ob sich tatsächlich jemand externes bewirbt? Oder passt das mit der Frist nicht?

    In deiner Verlinkung sieht es so aus, als dürfe/müsse das jede x-beliebige Lehrkraft auch tun können oder verstehe ich da was falsch. Und was stimmt nun?

    "sowie als Prüfer an staatlichen Prüfungen und in Prüfungsausschüssen nach § 40 Absatz 2 BBiG und § 34 Absatz 2 HwO mitzuwirken."

    Beim BBiG handelt es sich um das Berufsbildungs-Gesetz. Wie man da reinberufen werden kann, können hier die Berufs-*-Lehrer:innen sicherlich sagen.

    Jeder Fachlehrer kann und muss in diesen Prüfungsausschüssen sitzen, da diese paritätisch mit Lehrkraft, Arbeitnehmer-, Arbeitgebervertreter besetzt sein müssen. Es ist daher nahezu jeder Lehrer, der schwerpunktmäßig in einem Beruf unterrichtet, Mitglied einer PA der Kammer (Handwerk und/oder Industrie). Ich bin selbst Mitglied in 2 Ausschüssen.

    Mal eine Frage zu der Stifthaltung. Unsere Tochter ist gerade zwei geworden und kam bereits seit mehreren Monaten einen dicken Buntstift einwandfrei halten und damit rumkritzeln. Ich habe ihr das nicht aktiv beigebracht und meine eigene Stifthaltung beschränkt sich auf Notizen und Einkaufszettel… im Kindergarten wird auch viel gemalt und gebastelt und ich war total erstaunt, als sie dort mit gut 22 Monaten schon mit Schere und Klebe hantierte. Was muss man also alles unterlassen, dass Kinder das nicht von selbst lernen?

    Ehrlich gesagt finde ich Dein Posting hier wirklich traurig. Dir ist nicht klar, dass Deine Tochter da vielleicht in bestimmten Dingen anderen voraus ist, womöglich aber in anderen Bereichen Defizite hat? Urteilst Du dann mit Dir selbst auch so wie Du über andere Eltern urteilst, deren Kids einen Stift nicht halten können? Und fehlt Dir wirklich die Weitsicht, dass Kinder so unterschiedlich in ihren Kompetenzen sind, dass Eltern ggf. überfordert sind?

    Ich hab eine Tochter, die schulisch nahezu alles hinbekommt, was sie will. Und einen Sohn, der da ganz anders ist. Was hab ich also beim Sohn falsch gemacht? Man möge mich aufklären.

    Übrigens ist der Sohn perfekt in allen Sportarten. Was machen also Eltern falsch, deren Kind kein Fußball kann? /s

    Was muss man also alles unterlassen, dass Kinder das nicht von selbst lernen?

    Einen Sohn haben wie meinen, der nie gebastelt oder gemalt hat. Jede Aktivität mit Stiften war ihm ein Graus. Im Kindergarten wurden wir angesprochen, aber was genau sollte ich da machen: Mit Gewalt an den Stift zwingen? Ich behaupte, er konnte es dann irgendwie, schließlich hat er das Gymnasium überstanden, aber es war eine echt Qual für ihn.

    ...ob es so schön ist im Immobilien-BK? Eine Kollegin erzählt manchmal von der Anspruchshaltung eines privaten Arbeitgebers, wo sie war. Mit Anwesenheitszeiten etc.

    Kann sein. Ich finde auch nicht, dass alle Schulen so aussehen sollten. Aber ein bisschen mehr Wertschätzung den Beteiligten gegenüber durch ordentliche Toiletten und Räume wäre toll. Ich finde es peinlich, wie manche Schulen aussehen in unserem reichen Land. Schulen werden geschlossen und in Distanz geschickt, weil der Schulträger jahrelang die Auflagen bezüglich Brandschutz nicht erfüllt hat.

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