Beiträge von Sissymaus

    Also, dass was ich an Steuerfreibetrag/Kindergeld für meine Kinder bekomme, deckt natürlich nicht annähernd das, was Kinder kosten! Wo schreibt denn hier einer, dass man nicht bereit sei, für seine Kinder Geld auszugeben und sich "an Kosten zu beteiligen"? Wenn ich eine Rechnung aufmache, was unsere in Bayern studierende Tochter kostet, was das Auslandsjahr gekostet hat, was ihre Krankenversicherung kostet, was ihre Wohnung kostet und und und.

    Natürlich bezahle ich das alles und unterstütze sie. Sie wird dadurch vermutlich lange und mit hohen Beiträgen in unsere Sozialsysteme einzahlen. Das Kindergeld dagegen ist nett, aber deckt natürlich nicht annähernd die Kosten. Ist es denn dann zuviel verlangt, dass das System einen ein bißchen dabei unterstützt?

    Naja, wenn ich mir hier so einige Beiträge durchlese, kann es auf Lehrerkonferenzen wirklich schon mal etwas "derber" zugehen...Wir sind ja auch alles nur Menschen...

    Ich streite mich doch nicht mit Kollegen in Zeugniskonferenzen um Noten. Wir diskutieren sachlich und kommen zu einem Ergebnis. Manchmal sind Kompromisse nötig. Aber alles auf der sachlichen Ebene. Wir sind ja schließlich Profis!

    100k ist sicher keine Mittelschicht mehr (oder hast du 5 Kinder?). Forderst du dann, dass die 500k-Familie mehr zahlen muss, damit die (richtige) Mittelschicht weniger zahlen muss?

    Bist Du nicht noch Student? Vielleicht sprechen wir uns mal wieder, wenn Du eine komplette Familie mit all den entstehenden Kosten finanzieren musst. Und dabei trotzdem wie ein Single besteuert wirst, nur weil das Steuersystem aus den 50ern stammt.

    Genau die gleiche Frage muss aber dann bezüglich geringer verdienenden Menschen gestellt werden.

    Stimmt. Warum zahle ich prozentual gesehen so viel mehr als jemand mit weniger Verdienst? Und hab womöglich dank kalter Progression noch weniger im Portemonnaie?

    Versteht mich nicht falsch: Uns gehts gut. Ich empfinde meine Besoldung als angemessen. Aber mich nervt es eben, dass die Karre vornehmlich mittlere Einkommen zahlen. Die ganz hohen haben genug Tricks, um ihre Kohle wegzuschaffen. Die Kleinen haben nix. Die Mitte muss es rausreißen und dann wird immer gesagt: Ihr habt es doch! JA. Wir leben ganz gut. Aber erst jetzt. Wir hatten Jahre, da sah es schon wesentlich schlimmer aus. Und ich hatte Jahre als Alleinerziehende, da hab ich Steuern gezahlt, wie ein Single. Da wusste ich nicht, wie ich das alles bezahlen sollte.

    Und zum Auslandsjahr: sie wohnt ja nicht bei dir im Haus. Mich würde interessieren, ob Menschen, die im Haus der Eltern wohnen, seltener für längere Zeit ins Ausland gehen. Ich weiß es nicht, es war nur ein Gedanke.

    Als sie zum Auslandsjahr ging, hat sie noch zuhause gewohnt.

    Gut, ich bin es nicht. Ich hoffe, dass das System so bleibt wie es ist. Gerne können auch Reiche so viel zahlen, wie die Betreuung ihrer Kinder kostet. :)

    Das Problem ist, dass die Mittelschicht extrem geschröpft wird, obwohl sie nicht überproportional verdient! Diese Grenzen gelten oft ab 100 k Jahreseinkommen. Wenn man da grad drüber ist, zahlt man genausoviel wie die Familie mit 500k

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr selbst nach Abzug der Kita-Gebühren nur wenig Geld habt. In der Regel sind die Gebühren für Menschen, die sehr wenig verdienen, sehr gering/0€, aber wer natürlich entsprechend verdient, kann sich auch an den Kosten, die seine Kinder verursachen, beteiligen. Wie gesagt, selbst die 650€ dürften nicht kostendeckend sein, die Allgemeinheit zahlt also auch noch ihren Anteil (was ja auch richtig ist). Dass du mit Mitte 30 erst studiert hast, hat ja nichts mit den Kita-Gebühren zu tun. Auch wenn man direkt mit 18 studiert, hat man weniger Einkommen (keins wird kaum stimmen, von irgendwas muss man ja leben), aber es sind nur 5 Jahre Studium, die gleicht man mit dem Gehalt eines Lehrers sehr schnell aus.

    Aha. Du kannst also beurteilen, was wir damals an Verdienst gehabt haben. Und was wir sonst für Ausgaben hatten. Und was mein Mann verdient. Ich kann jedenfalls sagen: Das hat uns nicht an die Armutsgrenze gebracht, aber es tat ziemlich weh. Vor allem, wenn ich jetzt Kollegenpaare haben, die sich eine Kinderbetreuung nur bis 12 leisten, bei 2 Vollzeit arbeitenden Eltern (beide an unserer Schule) und alle naselang wegen Betreuungsproblemen ausfallen.

    Aber das ist OT.

    Ich habe mit 22 studiert und dann nochmal mit 35. Ich will damit sagen: Ich hätte auch auf dem Sofa sitzen bleiben können, anstatt mich nochmal durch den Quereinstieg zu quälen. Ich habe mir den höheren Verdienst durchaus verdient.

    Und was ist daran falsch?

    Mich nervt eigentlich daran, dass ich lange studieren musste, mit Mitte 30 noch den Weg an die Uni gegangen bin und anschließend überall mit: Wer viel verdient, darf auch viel bezahlen, abgespeist werde. Immerhin habe ich auch viel Mühe, Zeit, Geld in meine Ausbildung investiert und hatte viele Jahre kein Einkommen.

    Wir lagen übrigens 5 Jahre lang bei 500 bis am Ende 650€ für ein Kind in der KiTa. Unsere Miete betrug damals 670€. Wir konnten fast nichts zurück legen in dieser Zeit und Mega Urlaub haben wir nicht gemacht. Sonstigen Luxus konnten wir uns auch nicht leisten. Wir haben ganz normal gelebt.

    In unserer großen Familie wird schon auch vorsichtig agiert , aber die Großeltern ( 80+) haben klar gesagt , dass sie alle sehen möchten ( Kinder, Enkelkinder in allen Altersklassen vorhanden ). Ich finde schon den Gedanken , dass manche 2 Jahre keine Besuche abstatten zum Heulen…

    Genauso ist es bei uns auch. Was bringen den Großeltern 2 einsame letzte Jahre?

    Meine Oma ist Ende 2020 gestorben. Ich hatte sie seit Februar 2020 nicht mehr gesehen. Ich war am Ende nicht mehr rechtzeitig da, um mich zu verabschieden. Auch das ist hart. Das will ich eigentlich nicht nochmal erleben und habe ich mir auch nicht für meine Oma gewünscht.

    Bin ich die Einzige, die das schlimm findet, dass Enkel ihre Großeltern nicht sehen können?

    Genau das. Spülmaschine ausräumen und Müll runtertragen kann man auch schon mit 8. Aber wer kümmert sich darum, dass die kaputte Heizung gemacht wird? Wer entscheidet, welchen Stromanbieter man wählt? Wer klärt die Konflikte mit dem Nachbarn?

    Kaputte Heizung und Stromanbieter: Meine Große wohnt alleine in Bayern (Studierendenwohnheim). Sie hat aber weder die Wahl beim Stromanbieter noch muss sie sich um kaputte Heizungen kümmern. Sie kümmert sich um ihre Wäsche und kauft ein / kocht. Sie haushaltet also mit ihrem Geld. Das alles kann man auch in der Wohnung bei den Eltern.+

    Versichert ist sie (noch) bei mir. Wenn sie nicht genau weiß, wie sie was machen soll, fragt sie mich. Ist sie deshalb unselbstständig? Weil sie sich um das alles noch nicht kümmern muss? Müssen doch die wenigsten Studierenden.

    Ach ja: Sie hat ein Jahr Work/Travel und ein Auslandssemester gemacht. Das zweite folgt in diesem Jahr.

    Ich würde auch sagen, dass wir fast alles so machen wie vor Corona. Nur wenn es behördliche Einschränkungen gibt, merken wir noch was davon. zB haben wir ca. 10 Tickets für diverse Veranstaltungen am Kühlschrank hängen. Eine davon hat tatsächlich im Dezember mit 5000 Menschen stattgefunden. Hab fast geheult, so toll war das. Da merkt man, dass einem auch solche Veranstaltungen fehlen, wo einfach eine ganze Halle begeistert ist.

    Ansonsten gehen wir ohnehin wenig essen und Partys sind in unserem Alter auch nicht mehr so häufig. Was ich schlimm finde, dass es so einschränkend für meine Kinder ist. Mein Kleiner war noch nie über Nacht mit seiner Klasse unterwegs. Er ist in der 7. Alles ersatzlos gestrichen. Meine Große ist im Studium. Da fehlen Studentenpartys und sorgloses Leben. Sie isoliert sich selbstständig, bevor sie zu uns kommt, weil sie panische Angst hat, einen von uns anzustecken. Natürlich haben wir ihr 1000 Mal gesagt, dass wir uns durch Impfungen gut schützen, aber sie kann es nicht abstellen.

    Ich bin auch langsam aller Maßnahmen überdrüssig. Man sagte uns, mit der Impfung kehrt das Leben zurück. Ok, hab ich gemacht. Ich gehe auch gern alle drei Monate. Kein Thema. Aber hebt die Maßnahmen auf und steckt das "gesparte" Geld für Entschädigungen an Unternehmen ins Gesundheitssystem und stockt Betten und Personal auf. Steckt das Geld in anständige Bezahlung der Leute und Arbeitsbedingungen, dann wollen auch mehr da arbeiten und die sind hochmotiviert. Dann kommen wir auch mit mehr Krankheitsfällen klar.

    So stellen es meine Eltern mit meiner Schwester auch vor.
    aber manchmal bezahlt man lieber eine höhere Miete in einer kleineren Wohnung UND die Kinderbetreuung (auch wenn man es sich rechnerisch nicht leisten kann), als dass die Eltern sich so viel um die Enkel kümmern. Nicht jede*r kommt aus einer einigermaßen intakten Familie.
    Aus meiner Familie kommend hätte ich es mir nicht vorstellen können, (es ist immer noch schwer vorstellbar) aber heute weiß ich, dass meine Schwiegereltern im selben Haus (mit getrennten Wohnungen) kein Problem gewesen wären. Außer ab und zu eine reparierte Birne oder eine Einladung zum Kaffee hätte ich nichts gemerkt.
    und für eine Erziehung im Mehrgenerationshaus müssen die Erziehungskonzepte einigermaßen stimmen (bzw. Offenheit dafür sein)

    Ja, das ist richtig. Da muss man viel abklären und Kompromisse eingehen. Geht nicht bei jedem, ist mir auch klar. Bei uns wäre es mit seinen Eltern gegangen, aber nicht mit meiner Mutter. Die Konstellationen müssen schon stimmen und ein bißchen zurückstecken muss man auch. Also beide Seiten.

    Das stimmt. Ich persönlich könnte mir auch nicht vorstellen, bei den Schwiegereltern einzuziehen, aber mit erwachsen sein hat das nichts zu tun. Spricht ja sogar eher für eine effiziente Nutzung von Wohnraum und anderen Ressourcen (Waschmaschine, Küche usw.).

    Wenn Kinder da sind, sind Schwiegereltern im Haus Gold wert. Ich finde es schade, dass das Modell Mehrgenerationenhaus so unbeliebt geworden ist. Als ich jünger war, konnte ich mir das auch nicht vorstellen, aber später wäre das für mich völlig ok gewesen. Meine Schwiegereltern haben sich so viel um ihren Enkel gekümmert, während ich den Seiteneinstieg gemacht hab, da wäre es im gleichen Haus sehr viel einfacher gewesen.

    Also, mein 12-jähriger powert sich sogar beim Schulsport aus. Deswegen hat er eine Woche keinen Sport gemacht. Ab diesem Alter befolgen die das ja auch. Die kleineren sind da deutlich schlechter auf der Couch zu halten.

    Vor einer Herzmuskelentzündung hatte ich ein bisschen Angst.

    Ich wollte tatsächlich damit sagen, dass ich Masken und Tests und impfstatus nachweisen nicht direkt als einschränkend empfinde. Genauso wie @Antimon schildert, dass es in der Schweiz auch Masken und Tests gibt und sonst alles easy ist.

    Hier ist alles geöffnet, ich kann Sauna, Fitness, Schwimmen, Restaurant besuchen. Ich kann in die Trampolinhalle und in jedes Geschäft gehen. Natürlich muss ich meinen Impfstatus nachweisen, aber das schränkt mich jetzt nicht grad ein.

    Heißt also, dass @karuna vieles davon nicht kann, weil in Sachsen andere Einschränkungen gelten. Trotzdem bekommt ganz Deutschland mit Geschäftsschließungen und Schulschließungen hohe Punktzahlen, obwohl es viele Gebiete ohne jeglichen Schließungen gibt. Die Nachbarn in den Niederlanden hatten einen kompletten Lockdown und stehen „besser“ da.

    Hier werden für mich Äpfel mit Birnen verglichen.

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