Eine Kommunikation vom Typ "Prinzipiell bin ich für Ihre Lösung offen, aber ich habe hier und da gelesen, dass der Ansatz A wegen des Problems P nicht so gut funktioniert, wie der Ansatz B. Warum verwenden wir den Ansatz A und wie haben Sie den Ansatz A dahingehend optimiert, dass das Problem P keine große Rolle mehr spielt?" kommt bei mir deutlich besser an.
Das ist gut, dass Dir das so bewusst ist. Ich habe so viele beratungsresistente Quereinsteigende erlebt, dass ich Dir diesen Ratschlag gern mitgeben wollte. Damit möchte ich nicht suggerieren, dass man einfach alle Ratschläge hinnehmen sollte, aber man sollte eben auch anerkennen, dass Erfahrung in diesem Beruf anders ist, als Fachwissen, dass man durch Berufserfahrung erlangt hat. Man arbeitet mit Menschen und das sind täglich so viele Variablen, auf die man reagieren muss. Und die Variable, die heute x heißt und mit y Eigenschaften in die Schule kommt, heißt vielleicht morgen q und hat die Eigenschaften h. Das kann man sich nicht anlesen, das muss man erfahren. Vergleichbar mit einer Fertigkeit im Handwerk.
Es geht mir zu keiner Zeit darum, alle Ideen der Prüfpersonen zu ignorieren. Auch zunächst unlogisch klingende Vorschläge lassen sich umsetzen. Es ist mir aber schon wichtig, solchen Unterricht zu minimieren, der dem Lernfortschritt der SuS schaden kann. Deshalb bin ich offen dafür, im Unterricht neue Ideen zu testen, gleichzeitig sehe ich aber auch Bedarf an einer Auswertung, wie sich der Lernfortschritt der Klassen vor und nach der Einführung neuer Methoden ändert.
Ich befürchte, für eine "Auswertung" (wie soll die aussehen? Du hast ja die Rückmeldung durch Klassenarbeiten bzw. Proben oder Exen) hast Du keine Zeit. Zu Beginn versucht man eigentlich eher irgendwie die Stunden zu überstehen, da man zB eine Stunde geplant hat, die aber entweder nach 5 Minuten fertig ist, gesprengt wird durch Dinge, die man vergessen hat zu planen, aus dem Ruder läuft, weil überfordernd und leider keine didaktische Reserve hat, weil einem der Fundus und das Erfahrungswissen fehlt. Das bairische Schulsystem ist auch ein sehr stark auf Leistungsmessung ausgelegtes System. Und auch diese müssen ordentlich vorbereitet werden. Das kostet Zeit.
Welche Schulbücher eignen sich dafür besonders gut? Eher die klassischen oder die modernen?
Was sind klassische und was sind moderne?
Nimm Dir eins, das für Deine Schulform und zu Deinem Bundesland passt und arbeite es durch. Weißt Du denn schon, wo Du eingesetzt wirst? Dann kann man auch da mal fragen, welches Lehrwerk die haben. Für Physik wird es ja nicht unendlich viele geben. Mittlerweile gibts auch nur noch wenige große Verlage, wie Westermann, Klett, Cornelsen.