Beiträge von Sissymaus

    Hallo Krabappel,

    also bei uns interessiert niemanden, ob die SuS am Ende der Stunde oder Unterrichtseinheit wirklich was gelernt haben, das wird sowieso nicht überprüft. Dafür wissen die Ausbilder natürlich immer ganz genau, ob die SuS was gelernt haben. Die können das sozusagen "riechen".

    Ich formuliere es mal so: Hat Schüler X 3x in der Stunde ohne zu melden gequatscht und Ausbilder Y mag dich nicht, dann ist deine pädagogisch-erzieherische Kompetenz ganz schnell als mangelhaft protokolliert. Dass Schüler X bei anderen Lehrern 20x den Unterricht stört und regelmäßig die Mitarbeit verweigert, ist selbstverständlich gänzlich uninteressant. Eher noch wird dir ganz dreist vorgeworfen, dass man Schüler X eben vom Unterricht hätte ausschließen müssen.

    Also, wenn Du eine ordentliche Analyse der Schüler vorlegst, weiss im Grunde jeder FS-Leiter, mit was für Schülern Du es zu tun hat. Da sollte natürlich nicht erwähnt werden, dass der Schüler X bei Kollegen Y noch mehr den Unterricht stört. Denn das interessiert keinen. Es ist wichtig, dass DU erkennst, was Du für Schüler da sitzen hast und dass DU Deine Methodik und Didaktik auf genau DIESE Schülergruppe anpasst und damit den maximalen Lernerfolg erzielst.
    Hast Du einen Störer dabei und weisst das, dann musst Du angemessen reagieren und deine bisherigen Bemühungen darstellen. Wenn die dann noch nicht gefruchtet haben, sollte da zumindest stehen, was DU noch für Maßnahmen ergreifen willst, um den Störer zur Mitarbeit zu bewegen.

    1. Sei dir über das Unterrichtsziel klar. Was sollen die Schüler hinterher wissen/ können?2. finde eine sinnvolle Methode, mit der du 1. erreichst.

    Mehr isses im Grunde nich ;)

    Das kann man natürlich noch endlos aufdröseln. Zieltransparenz, Lernstrategien, Aufbereitung von Unterrichtsmaterial, Lernstandsanalyse, Lehrersprache, Übungszeit, Ergebnissicherung, Schülerorientierung, Vernetzung, Führungsqualitäten, individuelles Fördern...... und all das hat wiederum Kriterien, woran man erkennt, dass es schon/ noch nicht gelungen ist. Letztlich geht es immer um Punkt 1.

    Ob Arbeitsblätter bunt und laminiert sind interessiert, entgegen der Meinung vieler Referendare, niemanden.

    Hinzufügen möchte ich noch:
    3. Transparente und kriteriengeleitete Bewertung der SuS

    Das sind 3 Punkte, die nach dem Ref beherrscht werden sollen, jedenfalls nach meiner Meinung. Alles andere (und da kommen noch viele viele Punkte dazu) folgen in den folgenden Berufsjahren, die hoffentlich jeder in Vollzeit verbringt. Denn da lernt man am meisten.

    Leider interessierte bei uns auch das bunt und laminiert usw. aber, z.B. in Nawi war der Seminarleiterin sehr wichtig, ob die Schüler alleine eine Stundenfrage gefunden haben und ob du sie dazu animiert hast. Blöd nur, wenn die Frage der Schüler eine andere ist als deine, mit der du geplant hast. ;)

    Da lobe ich mir meine Fachsmeinarleiterin, die es gehasst hat, wenn man Schüler raten lässt, was sie denn nun konkret machen sollen. Sie war der Meinung, dass man bestimmte Sachen auch einfach SAGEN darf. Stichwort "stummer Impuls". Selten sowas aufgesetztes und bescheuertes gesehen, wenn einem jemand einfach nur ein Bild oder einen Text vorsetzt, ohne was dazu zu sagen.

    @Buntflieger vielleicht solltest Du Deine Erfahrungen nicht immer generalisieren. Natürlich gibt es Probleme zwischen Mentoren/Fachleitern/Reffis und sicher läuft es da oft ungerecht ab. Es fehlt in einigen Punkten auch an Transparenz. Aber ich kann mich da nicht beklagen. meine Fachleiterin war/ist einfach super. Ich schätze sie sehr und habe heute noch Kontakt. Sie hat mir das ganze Rüstzeug für den Alltag mitgegeben und ich einfach froh, dass ich sie gehabt habe.

    Trotzdem ist es nun mal so, dass es in der Ausbildung nicht immer rund läuft. Da ich in der dualen Ausbildung arbeite und selbst eine gemacht habe, weiß ich, dass es auch da manchmal ziemlich abgeht. Das ist eher ein grundsätzliches Problem in Ausbildungen. Jeder von uns hatte auch ungerechte Lehrer und welche, von denen man nichts gelernt hat. Wichtig ist doch: Was macht man daraus?

    Dann kann ich dir sagen, warum die in Berlin alle nicht dabei waren oder nur bedingt.Es gibt keine Ausbildungsbeauftragten in der Schule, so wie es meist keine Mentoren gibt
    Ja, der Schulleiter ist ab und an dabei, wenn er Lust hat
    andere Referendare gibt es nicht so viele an der Schule und die haben meist keine Zeit
    das ein anderer Kollege in dem Fach die Klasse unterrichtet gibt es bei uns auch nicht (gibt ja eigentlich kaum Ausbildungsunterricht).

    Und das nennt man dann noch Ausbildung? Unglaublich! Und unverantwortlich.

    Siehe NRW Schulgesetz §48

    Zitat von Schulgesetz NRW

    (3) Bei der Bewertung der Leistungen werden folgende Notenstufen zu Grunde gelegt:

    • sehr gut (1)Die Note „sehr gut“ soll erteilt werden, wenn die Leistung den Anfor-derungen im besonderen Maße entspricht.
    • gut (2)Die Note „gut“ soll erteilt werden, wenn die Leistung den Anforderun-gen voll entspricht.
    • befriedigend (3)Die Note „befriedigend“ soll erteilt werden, wenn die Leistung im All-gemeinen den Anforderungen entspricht.
    • ausreichend (4)Die Note „ausreichend“ soll erteilt werden, wenn die Leistung zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch ent- spricht.
    • mangelhaft (5)
      Die Note „mangelhaft“ soll erteilt werden, wenn die Leistung den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass die not- wendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in abseh- barer Zeit behoben werden können.
    • ungenügend (6)
      Die Note „ungenügend“ soll erteilt werden, wenn die Leistung den Anforderungen nicht entspricht und selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können.

    Die IHK-Benotung gilt für IHK-Prüfungen (bundesweit) und ist nicht für die Benotung an den Schulen vorgesehen, wobei viele Lehrer an den Berufskollegs das übernommen haben. Aber: der IHK-Schlüssel ist nicht linear.

    In so einem Kollegium würde ich nicht arbeiten wollen.
    Krankmeldungen aus Trotz finde ich völlig daneben, zumal das ausschließlich auf Kosten der KollegInnen und der SchülerInnen erfolgt.

    Ob solche KollegInnen dann die nötige Nachsicht mit ähnlich veranlagten Schülern an den Tag legen? Oder dann doch eher "quod licet Iovi, non licet bovi"?

    Ist leider so und ist zT auch verständlich: Es gab eine (von oben diktierte) Zusammenlegung 2er großer BKs und zudem einen dicken Streit in der größten Abteilung, der bis zur Bezirksregierung getragen wurde. In diesen werden heute noch (10 Jahre her) alte Kamellen aufgewärmt.
    Die Zusammenlegung war gerade einigermaßen verkraftet, da wird das nächste BK geschlossen und uns angegliedert. Das alles muss ein Kollegium verkraften und einige reagieren eben so darauf. Ich habe neulich noch Kollegen auf einer FoBi getroffen, die sich haben versetzen lassen. Nach nun 5 Jahren sind sie immer noch verbittert und reden so, als hätte meine Schule die Zusammenlegung "angeordnet", obwohl jedem im Schuldienst klar sein muss, dass wir dazu genausowenig können.
    Ich arbeite trotzdem gern da. Im Moment gibt es einen großen Führungswechsel und irgendwie bewegt sich gerade ganz viel. Sehr spannend. Meine direkten Kollegen sind (fast) alle sehr engagiert. Faule Säcke gibts überall, aber ich habe meinen Weg gefunden, damit umzugehen.

    Ich habe es mir auch angeschaut. Es hat mich stark an meine eigene erste Zeit erinnert. Insgesamt hat der Film mich wirklich mitgenommen und ich hatte Pipi in den Augen aus Erleichterung, dass Anna es dann doch geschafft hat. Katja tat mir am Ende echt leid. Man sah ihr so an, wie fertig sie war und was die Zeit an Substanz gekostet hat.

    Es ist wirklich hart zu Beginn. Im Seiteneinstieg war ich vom Tag 1 Klassenlehrerin. Hospitationsstunden hatte ich nur, weil ich freiwillig mit bei anderen in den Unterricht gegangen bin. Da habe ich viel gelernt. Mentor: hatte ich nicht. Nachher gab einen auf dem Papier, der sass immer hinten drin und hat selbst gearbeitet. Im UB ist er einmal eingeschlafen.

    Wenn ich im Nachhinein daran denke, könnte ich jetzt noch ausflippen. Aber ich habe an unserer Schule all diese Punkte angesprochen und es hat sich viel verbessert. Schade, dass bei den grundständigen Referendaren in Brandenburg/Berlin nicht mehr Wert auf diesen Teil der Ausbildung gelegt wird.

    Oft wird an den pädagogischen Tagen gearbeitet, zB für die didaktische Jahresplanung. Ist wer nicht da, muss seine Arbeit miterledigt werden. Fehlen ist übrigens dann vorprogrammiert, wenn der pädagogische Tag einem Tag mit wenig Unterricht in den Plänen der betreffenden Kollegen liegt.
    Konferenz am Nachmittag? Dann fehlen die Kollegen vorsichtshalber den ganzen Tag. Streit mit Kollegen? Nächster Tag um 7:45 Uhr: Krankmeldung. Unterrichtsbeginn ist um 7:50.

    Kann sein, dass ich allen Unrecht tue, aber so ist mein Empfinden. Und nicht nur meins.

    Hier haben nun schon viele dagegen geredet. Aber so ist es nun mal an meiner Schule und das trägt nicht grad zur positiven Stimmung bei. Und nun ists auch gut damit.

    Und was ist, wenn die "normalen" Kopfschmerzen schon seit 5 Tagen bestehen und man sofort nach der Schule ins Bett fällt und nichts mehr geschafft kriegt? Auf dem Schreibtisch stapelt es sich, Unterricht ist nicht vorbereitet und vom Haushalt mal ganz zu schweigen.Irgendwann kann man dann nicht mehr und braucht auch mal eine Auszeit.
    Also kann man auch wegen "normaler" Kopfschmerzen krank sein.

    Ja, gibt es alles und ist auch legitim, wenn man dann zuhause bleibt.
    Ich meinte eher die Fälle, die ich oben geschildert habe. Seid froh, wenn ihr solche Kollegen nicht habt! Da vertritt man sehr ungern, vor allem, weil man es oft schon vorhersagen kann, wer wann fehlt.

    Du solltest Schleifer beim Bund werden! Und bitte definiere mal normalen Kopfschmerz, so als Hobby-Doktor.

    Natürlich sieht man keinem an, was er nun hat und ich maße mir das auch nicht an, das zu beurteilen. Wir haben aber übermäßig viele Kollegen, die immer dann krank feiern, wenn
    - eine lange Konferenz ansteht
    - wenn der Stundenplan einfach blöd ist (Freitags bis zur 8. Stunde, dann gehen sie einfach nach der 6. wegen Kopfschmerzen)
    - es zu Konflikten im Kollegium kam
    - wenn ein pädagogischer Tag ansteht
    - eine Teilkonferenz anberaumt wurde

    und und und. Zufällig immer an solchen Tagen krank und an den restlichen nicht? Ja sicha!

    Wir haben einen Wettpott eingerichtet, wer an den Besuchstagen der QA krank sein wird.

    Einspringen für vermeintliche Blaumacher? Oft! Dafür einen Ausgleich bekommen? Nie.
    Kranken Kollegen und fehlenden Kollegen wegen kranker Frau vertreten? Oft und gerne! Da weiß ich auch, dass es dann absolut notwendig ist. Ausgleich bekomme ich dafür auch nicht, aber dann muss ich mich nicht noch über miese Unkollegialität ärgern, sondern vertrete gerne!

    Sehr unkollegiales Verhalten, wenn Kollegen wegen morgens schlecht geschissen daheim bleiben. Jeder, der krank ist, möge der Schule fernbleiben, aber wie schnell sich manche nicht arbeitsfähig fühlen, erstaunt mich doch oft. Insbesondere meine Kollegen (Single, ohne Kinder) fehlen oft krank. Da sieht man wieder, wie man an Mehrfach-Belastung wächst. Wegen einer schlechten Nacht würde ich nie zuhause bleiben. Dann könnte man gar nicht arbeiten, wenn man kleine Kinder hat.

    Andere schleppen sich halbtot hin: Auch nicht gut! Vor allem nicht, wenn es ansteckend ist.

    Ich appelliere also an die Vernunft: Wegen normaler Kopfschmerzen muss keiner Zuhause bleiben. Mit einer Grippe dagegen schon!

    Ich hab eher die Fälle, dass insbesondere die jüngeren Schüler die Maus am PC nicht bedienen können. Wenn ich sage „rechte Maustaste“ ernte ich verständnislose Blicke. :)

    Oft gibt’s zuhause nur noch ein Tablet.

    Aber die Arzt-Story: sicher, dass der Kollege nicht vernatzt wurde?

    Ohne mich jetzt zu weit aus dem Fenster zu lehnen, ob jetzt bei den Lehrern alle Topabsolventen sind .... :P Und mehr sag ich zu dem Thema nicht, hat schließlich nichts mit der Ursprungsfrage zu tun.

    Auch bei den Absolventen des Maschinenbaus von der Uni sind nicht alle Topabsolventen. Aber man darf hier Vergleiche natürlich nicht mit der breiten Masse ziehen, sondern nur mit den Ausnahmen. Ich gebe zu, dann schneidet man gehaltstechnisch schlechter ab. Aber mit erheblich schlechteren Rahmenbedingungen. Muss eben jeder für sich selber wissen, was er will.

    Ich bin froh, dass ich beide Seiten kennenlernen durfte. Und mit meinem Diplom auch wieder zurück könnte. Aber nicht will :)

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