Kurzgeschichte für Standbild (UB, Klasse 9)

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    • Kurzgeschichte für Standbild (UB, Klasse 9)

      Hallo :),

      ich habe schon am Mittwoch meinen ersten UB im Fach Deutsch und möchte gern ein Standbild zu einer Kurzgeschichte bauen lassen. Das Problem: Mir fehlt noch eine gute Kurzgeschichte. Ich hatte mir eigentlich "Känsterle" von Rainer Brambach ausgesucht, dann jedoch bemerkt, dass es problematisch ist, wenn es (im Wesentlichen) nur zwei handelnde Personen gibt. Ich habe die Möglichkeit, fünf Gruppen an verschiedenen Orten das Standbild vorbereiten zu lassen, sodass niemand die Proben der anderen Gruppen beobachten kann. Bei 26 SuS im Kurs habe ich dementsprechend vier 5er und eine 6er Gruppe(n). Da fände ich es suboptimal, wenn dann nur zwei SuS aus einer Gruppe das Standbild präsentieren.
      Ich habe mich - dem Deutschbuch folgend - bisher dafür entschieden, dem Reihenthema "Familienbande" zu folgen und dementsprechend nur Kurzgeschichten, die von Familien handeln, behandelt. Es wäre super, könnte ich das beibehalten. Mir geht es in der Stunde darum, dass anhand des Standbildes die Kurzgeschichte und dabei insbesondere die Beziehung der Figuren zueinander genauer erschlossen wird. Eine Kurzgeschichte, in der es nicht um eine Familie geht, könnte das natürlich auch leisten, deshalb wäre das notfalls durchaus möglich (aber eben nicht optimal).
      Um auf den Punkt zu kommen: Kennt jemand eine schöne (für eine neunte Klasse geeigntete) Kurzgeschichte mit mindestens 3, besser 4 Figuren, in der es optimalerweise um eine Familie geht?
      Da ich nur 45 Minuten Zeit habe, sind mir z.B. einige der Kurzgeschichten im Deutschbuch schon zu lang. Am besten wäre es wohl, wäre die Geschichte nicht länger als 1-1,5 DIN-A-4-Seite(n).

      Bereits behandelt haben wir in dieser Reihe folgende Kurzgeschichten:
      - Familienbande (Cortazar)
      - Klas sieht seinen Vater (Koeppen)
      - Die Tochter (Beichsel)
      - Ein netter Kerl (Wohmann)

      Folgende Kurzgeschichten wurden im letzten Schuljahr behandelt:
      – Das Brot (Borchert)
      – Die Küchenuhr (Borchert)
      – Mein erster Achttausender (Schwerdtfeger)
      – Schlittenfahren (Novak)
      - Die Probe (Malecha)
      - Das Fenstertheater (Aichinger)
      - San Salvador (Bichsel)
      – Die Kegelbahn (Borchert)
      – Streuselschnecke (Frank)


      Vielen lieben Dank im Voraus! :)
    • was ist denn dein Lernziel?

      Standbild ist eine Methode, aber die Methode dient ja einem bestimmten Zweck (=dem Lernziel) und ist kein Stundenziel.

      Erst solltest du dir überlegen, was die Schüler konkret lernen sollen.
      Dann überlegst du dir, wie du das erreichen willst.
      pingo, ergo sum
    • Erst einmal vielen Dank für deine Antwort :).


      Es geht mir insgesamt und Beziehungsprobleme/-konflikte. Die kamen auch in den bisherigen Kurzgeschichten schon vor.

      Mit dem Standbild soll also eine Szene dargestellt werden, die wichtig für die Beziehung zwischen den Figuren in der Kurzgeschichte ist und diese anschaulich darstellt - in der Kurzgeschichte, die ich ausgesucht habe, ist das wahrscheinlich der Wendepunkt, wo sich die Beziehung zwischen Ehemann und Ehefrau grundlegend verändert.
      Zunächst wollte ich "Känsterle" nehmen und ging davon aus, dass die meisten Gruppen sich für die Szene entscheiden, in der Känsterle seine Frau ohrfeigt. Mittlerweile tendiere ich zu "Pörträt Nr. 5 Ehepaar Dortwang" und gehe davon aus, dass sie meisten SuS sich für die Szene beim Tanzen entscheiden, wo der (geflüchtete) Ehemann mit einer jungen Unbekannten tanzt und sich Mann und Frau das erste Mal seit seinem Weggang wieder sehen - und die Frau klein bei gibt.

      Was ich in der einen Stunde wahrscheinlich nicht mehr schaffe, was dann aber anschließt, ist das Herausarbeiten der Figurenkonstellation in Form einer Grafik (in der also die Figuren benannt, soweit wie möglich "charakterisiert" und ihre ihre Beziehung zueinander (durch Pfeile etc.) dargestellt werden). Im Anschluss daran (also in den Folgestunden) soll eine schriftliche Interpretation der Kurzgeschichte verfasst werden, in der der Fokus dann eben auf der sich verändernden Beziehung zwischen den (Haupt-)Figuren liegt.
      Dieses Verfassen einer schriftlichen Interpretation ist also das Fernziel, das Schwerpunktziel der Stunde ist, dass die SuS die Beziehung der beiden Hauptfiguren zueinander (und deren Veränderung) beschreiben kann.
    • Nichtsdestotrotz: Niemals, niemals, niemals für einen UB von der Methode her planen! Das kannst du für den Ausbildungsunterricht mal machen, weil du da Übung gewinnen willst, aber du brauchst zuerst ein geeignetes Lernziel, sonst wird die Stunde nix.
      "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle
    • Auch dir danke für deine Antwort :).

      Das habe ich aber eigentlich auch gar nicht gemacht. Ich hatte mir schon vorher überlegt, den Fokus auf die Beziehung zwischen den Figuren legen zu wollen und dann eine geeignete Kurzgeschichte rausgesucht und mir überlegt, das mit einem Standbild zu machen. Das Problem ist, dass ich dann leider nich weit genug gedacht habe, dass eine Kurzgeschichte mit nur zwei Figuren im Standbild insofern problematisch ist, als dass die 5er- und 6er-Gruppen dann ja zum überwiegenden Teil aus Regisseuren bestehen :D. Da ich jetzt aber nicht alles umschmeißen wollte, habe ich halt einfach eine Kurzgeschichte gesucht, die inhaltlich auch passt, aber mit mindestens drei Figuren in der potenziellen Standbildszene aufwartet.
      Das heißt aber natürlich (und leider!) noch lange nicht, dass ich mir sicher wäre, dass mein Schwerpunktlernziel in Ordnung ist :D.
    • Hm, ich bin mir sicht sicher, ob ich dich richtig verstanden habe. Dein Ziel ist es, dass die SuS die Beziehungen der Personen zueinander herausarbeiten können? Und das willst du mit Hilfe eines (oder mehreren?) Standbildes machen. Ist das nicht ein bisschen zu wenig für eine Stunde? Ich würde das Soziogramm (+ Infos zum Aussehen und die Charaktereigenschaften der Personen) eher in den Mittelpunkt stellen und das Standbild vllt. als Puffer verwenden.
      Ich muss ehrlicherweise aber auch sagen, dass ich noch nie mit der Methode Standbild gearbeitet habe, da es mir eben meist nicht effektiv genug erschien.
    • Also ein Standbild ist relativ aufwendig, dementsprechend ist es tendenziell eher zu viel für eine (45-Minuten-)Stunde. Da es eine ziemlich starke neunte Klasse an einem Gymnasium ist, war das aber machbar - auch wenn die Stunde trotzdem relativ voll und eng getaktet war. Zu wenig war es also auf keinen Fall.
      Ein Soziogramm wäre der Plan für die Folgestunde gewesen, anschließend an die Erkenntnisse aus dem Standbild.
      Die Kurzgeschichte kannten die SuS noch nicht, ich hatte sie auch nicht als Hausaufgabe lesen lassen, sondern erst in der Stunde. Das Lesen als Hausaufgabe wäre vielleicht besser gewesen, da es so schon nicht wenig verlangt war, dass sie dann (nach einmaligen Lesen) mal eben in nur 15 Minuten (so der Plan, am Ende brauchten sie ca. 18/19) ein Standbild bauen (für das sie sich ja erst einmal die Szene aussuchen und diskutieren müssen, wie sie es bauen wollen).
      Mein Stundenziel, dass die SuS erkennen, dass/wie sich die Beziehung zwischen den Eheleuten verändert, habe ich mit dem Standbild auf jeden Fall erreicht, was sich vor allem darin äußerte, dass alle Gruppen tatsächlich die Schlüsselszene für die Veränderung in der Beziehung zwischen den beiden Hauptpersonen ausgewählt haben und die Diskussion im Anschluss an die Vorführung zweier Standbilder definitiv gezeigt hat, dass es eine deutliche Veränderung gab. Hier kann man aber durchaus weiter in die Tiefe gehen, weil von den SuS auch durchaus gegensätzliche Vorschläge kamen - da könnte 1. ein Soziogramm helfen, weshalb ich das hier eben nicht als "entweder...oder"-Entscheidung sehe, sondern beides als sich ergänzende Methoden ansehe; 2. wäre es sinnvoll, dass die SuS (spätestens in der schriftlichen Interpretation, aber besser natürlich schon im Soziogramm) auch anhand ausgewählter Textstelle argumentieren, wieso die eine oder die andere Vermutung wahrscheinlicher ist (wobei ich tatsächlich glaube, dass die verschiedenen Sichtweisen legitim sind, auch wenn eine vielleicht wahrscheinlicher ist).

      Ich habe natürlich auch überlegt, ob ich ein Standbild bauen lasse oder direkt die Figurenkonstellation/ein Soziogramm erarbeiten lasse (oder sonst was). Auf Letzteres würde ich nicht verzichten, weil die SuS sonst auch einfach nichts in der Hand haben. Wie gut es funktioniert, das sofort auf dieser relativ abstrakten Ebene erstellen zu lassen, weiß ich allerdings auch nicht - muss ich mal ausprobieren.^^ Ich mag Standbilder einfach, weil ich sie sehr motivierend finde (die Klasse macht produktionsorientierte Methoden sowieso gerne, daher bot sich sowas dann an), auch weil es abwechslungsreicher ist als nur die schriftliche Ausarbeitung eines Soziogramms. Also ich würde es durchaus wieder so machen, wenn ich die Zeit hätte. Im UB hatte ich ja nur 45 Minuten, obwohl wir eigentlich ein Doppelstundenmodell haben. In 90 Minuten hätte ich wohl super Standbild + Soziogramm hinbekommen und damit eine schön runde Stunde gehabt, in der die Beziehung zwischen den Hauptfiguren umfangreich hätte herausgearbeitet werden können.