Frage zum Kurzvortrag für das Kolloquium; "Unterrichtsstörungen"

    • Frage zum Kurzvortrag für das Kolloquium; "Unterrichtsstörungen"

      Hallo,

      ich möchte meinen Kurzvortrag im Kolloquium zu "Unterrichtsstörungen" halten. Ich würde dann den Bogen zum Classroom-Management, Leistungsbewertung und Elternberatung schlagen. Hat jemand schon einmal Erfahrungen mit dem Thema gesammelt, von denen er/sie berichten oder Tipps geben kann?

      Ich würde mich über jede Hilfe freuen :)

      Liebe Grüße
      Elle Andi
    • Ja! Zuerst ein kurzer Überblick, dann die Handlungssituation "Fachlehrerin für Religion in Lerngruppen, die sich nur 2x die Woche sehen und aus unterschiedlichen Klassen, mit unterschiedlichen Regeln und Strukturen kommen." Leitfragen: Wie kann ich Störungen so verhindern, dass die echte Lernzeit möglichst hoch ist? Wie kann ich mit Störungen im Akutfall umgehen?
      Ich würde dann auf die rechtlichen Grundlagen eingehen. Da fällt mir vor allem Par. 53 Schulgesetz eingehen. Gibt es noch mehr??
      Dann würde ich die Prävention durch v.a. Classroom-Management und gute Lernaufgaben sowie Diff., Förderpläne erläutern, die Akuthandlungen und mögliche Extrembeispiele aufzeigen, eigene Beispiele anbringen. Hier würde ich auch den Bezug zu meinen Prüfungsstunden herstellen- warum oder warum eben möglicherweise keine Störungen aufgetreten sind.
      Anschließend würde ich noch Spuren zur Leistungsbewertung (wie sieht es mit "schwierigen" Kindern aus, die aber Leistungen zeigen?) und Elternberatung legen (Wie können Eltern bei der Prävention mithelfen? Wie berate ich im Extremfall?).
      Ich würde alle Themen natürlich in den einzelnen HF verorten.

      Ist das erstmal konkret genug? Mir ging es auch mehr um Erfahrungen oder Tipps, will natürlich nicht, dass mir jemand meinen Vortrag schreibt oder sowas :)

      Sorry, wenn das so rüberkam...
    • Bei Unterrichtsstörungen würde ich noch unterscheiden in Störungen von Seiten der Schüler und von Seiten der Lehrer.
      Ernsthaft.
      Wir stören auch, indem wir z.B. Zwischenfragen stellen, wenn die Schüler schon an einer Aufgabe arbeiten (wo ist denn der Michi?), nicht präsent genug wirken oder zu viel plaudern. Auch auf Schülerstörungen reagieren manche Lehrer sehr wortreich und nehmen sich selbst Unterrichtszeit, dann langweilen sich die Schüler, der Lehrer mahnt wieder wortreich usw.

      Ich würde zu den jeweiligen Störungen die jeweiligen Lösungsmöglichkeiten dazunehmen.

      Hier wären das -
      - sich gut organisieren
      - feste Rituale (am Anfang der Stunde werden die Fehlenden eingetragen, alles Organisatorische auf einmal erledigt)
      - immer wieder Blickkontakt zu den Schülern aufnehmen (zu allen!)
      - Körperhaltung und Stimme kontrollieren, evtl. Kollegen zur Beobachtung einladen oder Videoaufnahmen des eigenen Unterrichts machen
      - kleine Schülerverfehlungen mit Gesten/Blicken/Ritualen (rote/gelbe Karte etc) ahnden - gar keine Worte verlieren.
    • Danke für deine ausführliche Antwort!
      Ich wollte eigentlich hauptsächlich auf die Störungen von Lehrerseite aus eingehen, vor allem bei der Prävention durch Organisation, stumme Signale, Präsenz etc.
      Akute Störungen durch LuL hatte ich noch nicht drin (a la wo ist denn der Michi?). Das ist schonmal gut!

      Hast du sonst noch gute Spuren zu anderen Themen außer den genannten oder rechtlich Aspekte?
      Oder noch generelle Tipps zum Kolloquium?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Elle Andi ()

    • Ich hab noch nie ne Prüfung abgenommen. Ich würde fragen was du machst, wenn ein Schüler im Schrank sitzt und nicht rauskommen will/ wenn einer dem anderen plötzlich seinen Zirkel in den Arm rammt/ einer mit Nasenbluten aus einer Prügelei vom Pausenhof kommt/ aus dem Klassenzimmer läuft/ viele Schüler permanent provozieren. Also eine extremere Situation, in der man sich trotzdem ans Schulgesetz halten muss ;)

      Und bei Leistungsbewertung: ich weiß nicht, an was du gedacht hast. Disziplinierung über Noten geht nicht.
    • @Hamilkar
      Der Kurzvortrag soll 7 Minuten dauern :D

      Ich werde nicht alle Themen und Aspekte ausführen, mich aber darauf vorbereiten. Das sind die sog. Spuren, die man legt, um den Verlauf der Prüfung ein wenig mitbestimmen zu können.

      @Schantalle
      Also wir sollen immer auf die rechtlichen Grundlagen eingehen. Genau Disziplinierung über Noten geht nicht. Ich würde dann anbringen, dass das Regelverhalten nicht in die Fachnote eingeht.

      Rechtliche Grundlagen in Extremsituationen ist noch ein guter Hinweis!


      Vielen Dank an alle für die Tipps und Einwände :)
    • Du musst dich wirklich stärker fokussieren, das sind viel zu viele Aspekte als dass du sie im Vortrag alle behandeln könntest. Denk daran, dass du immer konkret sein musst, also möglichst mit Beispielen aus deiner Unterrichtspraxis arbeiten solltest. Ich würde mich schon entscheiden, ob du nun zu Intervention oder Prävention referierst. Eines davon reicht schon locker, und selbst dann kannst du nochmal Fokussierungen vornehmen. Du schreibst z.B. du würdest

      Elle Andi schrieb:

      die Prävention durch v.a. Classroom-Management und gute Lernaufgaben sowie Diff., Förderpläne erläutern, die Akuthandlungen und mögliche Extrembeispiele aufzeigen, eigene Beispiele anbringen.
      Das alleine würde die 7 Minuten sprengen, wenn du es wirklich konkret ausführst. Ich würde an deiner Stelle also den "Oberpunkt" Classroom Management nennen, der laut Autor xyz von besonderer Bedeutung in der Störungsprävention ist. Dann kannst du verschiedene Maßnahmen eines präventiv wirkenden Classroom Managements aufzählen (Angelhaken: Danach könnten dich die Prüfer dann später nochmal genauer fragen!), und dann eines davon herauspicken und an einem konkreten Beispiel zeigen, inwiefern es das Störungsrisiko minimiert und wie du das um(ge)setzt (hast) - nicht: wie du das umsetzen würdest!

      Wichtig fände ich zudem, die Grenzen der von dir erläuterten Maßnahmen aufzuzeigen, du sollst ja kritisch sein und keine Patentrezepte verkaufen. Das führt dann übrigens auch schnell zu der Frage, weshalb Unterrichtsstörungen eigentlich entstehen (von Langeweile wegen Unter-/Überforderung über Ermüdungserscheinungen am Nachmittag bis hin zur Wespe im Klassenzimmer ist da ja seeehr vieles denkbar, und nur bei manchen dieser Gründe ist Prävention möglich).

      Auch die Regel "Unterrichtsstörungen haben immer Vorrang!" könntest du erklären und evtl. kritisch hinterfragen.
    • Danke für den Hinweis, das ist sehr hilfreich!

      Also wäre es besser einen kurzen! Überblick zu geben und dann zum Beispiel im Rahmen der Prävention Regeln und Rituale sowie gute Organisation der Lernumgebung zu nennen und dies konkret an beiden gezeigten Stunden festzumachen und an Beispielen aus meiner Unterrichtspraxis zu erläutern.
      Kritisch hinterfragen sodann auch mit Beispielen, die konkret die Grenzen aufzeigen?
      Die von dir genannte Regel würde ich in mein Fazit einbauen, vielleicht noch dass es störungsfreien Unterricht nicht gibt!

      Würdest du, wenn mein Kurzvortrag steht und verschriftlicht ist, dich bereit erklären, einmal gegenzulesen?

      Viele Grüße
    • Wenn du mich meinst: Klar, würde ich. Ich habe keine Zeit noch Literatur zu wälzen, aber ein Feedback geben kann ich gern.

      Idee: Mit "Es gibt keinen störungsfreien Unterricht" könntest du eventuell einsteigen - dies als "Binsenweisheit" darstellen, die du von den Lehrern deiner Schule und deinen Seminarleitern zu hören bekommen und in jeder Stunde bestätigt gefunden hast, aber du hast es im Laufe des Refs als Herausforderung angesehen, dennoch einen möglichst störungsarmen Unterricht zu gestalten um eine hohe echte Lernzeit, konzentriertes Arbeiten etc.pp. zu ermöglichen. Das bedeutet, bei Störungen richtig zu intervenieren (kleiner Angelhaken), aber insbesondere schon präventiv (oder anderes nettes Schlagwort: proaktiv) zu handeln.
      [oder eben genau andersherum, falls du dich für Interventionsmaßnahmen entscheiden solltest, ich will dir ja nichts vorschreiben, sondern nur Denkanstöße liefern]
    • Wichtig ist halt, dass du dich nicht zu sehr auf einen Vortrag verlässt und aus dem Konzept bringen lässt, wenn Rückfragen kommen. Die kamen bei mir sehr früh und wir haben dann wirklich diskutiert, was total interessant war und die Zeit ist total verflogen. Auch die Fragen waren gar nicht in die von mir erwartete Richtung.
      Ich glaub der Schulleiter merkte, dass ich das kann und hat dann einfach ins Blaue was anderes gefragt: wenn sie bei mir eingestellt werden würden - wir haben das Lehrerraumprinzip - wie würden sie ihren Klassenraum gestalten?
      Da muss man einfach ruhig bleiben, und egal was vorbereitet ist nicht daran festhalten, sonder umswitchen. Und als ich für mein eines Fach keinen Bezug herstellen konnte, hab ich die Fachleiterin gefragt was sie machen würde.
      Von daher: nicht zu viel Planen, spontan reagieren, deine Anker werfen und immer schön Beispiele anbringen. Wenn man dann flexibel ist, sollte das kein Problem sein. Nur nicht am Vortrag festklammern.
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.