Beiträge von Stille Mitleserin
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Ich bin nicht so sattelfest...
Aber es ist zwar Thema aber eben NICHT so ausführlich... da sehe ICH einen Unterschied.
Aber vielleicht bin ich gerade zu "sensibel" und es ist ein Unterschied, ob ich die Marquise von O. als Studentin lese oder Heimsuchung selbst vorbereite.Ich habe die Marquise schon mit einer Klasse gelesen - die Vergewaltigung passiert während eines Gedankenstrichs. Da muss man sogar sehr viel zum Thema machen, damit die Schüler das verstehen.
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Mir fällt aber sehr wenig hochwertige Literatur ohne Probleme/Gewalt ein:
Homo Faber: Inzest, Krebs
Woyzeck: Schizophrenie, Femizid
Danton: Hinrichtung
Faust: Verführung Mädchen, Infantizid
Werther: Suizid
Jugend ohne Gott: Mord, Gewalt allgegenwärtig
Die Verwandlung: häusliche Gewalt
Der Vorleser: Weibliche Pädophilie
Die Blechtrommel: sexuelle Gewalt, NS- Greuel
Michael Kohlhaas: brutale Selbstjustiz
Marquise von o: Vergewaltigung
Der Untertan: Machtmissbrauch, häusliche Gewalt
Frühlingserwachen: sadistische Erziehungsmethoden
Berlin Alexanderplatz: Totschlag und Verstümmelung
...
Ich kann ja schlecht den Räuber Hotzenplotz lesen. ( Entführung, Bedrohung, Diebstahl).
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Hallo Quittengelee,
ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass ich oft Themen anspreche, die den einen oder anderen triggern.
Ich wüsste auch nicht, wie ich das komplett vermeiden könnte oder ob das überhaupt sinnvoll ist.
Im Schnitt befinden sich 25 Prozent meiner SuS in psychiatrischer Behandlung oder suchen nach einem Therapeuten.
Ich habe einfach festgestellt, dass ich extrem eingeschränkt bin in der Auswahl, wenn ich bestimmte Themen nicht behandeln kann: keinen Krieg, keine sexuelle Gewalt, Depressionen nicht, keine religiösen Minderheiten, auf keinen Fall Nahost-Konflikt oder Juden, keine psychischen Erkrankungen, keine physischen Erkrankungen, keine Adoleszenz Probleme.
Ich denke, du siehst es selbst: dann mache ich gar keinen Unterricht mehr in meinen Fächern.
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Hallo Maylin,
das kann einem aber immer passieren. In Geschichte bin ich mit einem Ausschnitt aus dem Film " Im Westen nichts Neues" in das Thema WK1 eingestiegen und am am Ende der Stunde kam ein ( neuer) Schüler auf mich zu und hat mir von seinen Erfahrungen im Syrien-Krieg berichtet.
Ich bin ja froh, dass er mich angesprochen hat, aber ich kann nie ganz ausschließen, dass ein Schüler mit den Themen hadert oder gar retraumatisiert wird.
Ich weiß etwa, dass im kommenden Jahr ein Schüler mit einer schwierigen Mutter Vorgeschichte mit mir Mutter Courage und 22 Bahnen lesen muss. Ich kann das Thema Familie/ Mutterbild bei den Lektüren gar nicht umschiffen. Ich kann ihm nur anbieten, dass ich immer ein offenes Ohr für ihn habe und er den Raum verlassen darf, wenn es ihm zu viel wird.
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Ich halte es durchaus für interessant, dass ein so großes Forum wie n4T publizistisch so unsauber handelt.
Hier sieht man sehr gut, was passiert, wenn man keine Ahnung von Journalismus hat bzw. die Rollen nicht auseinander halten kann. Ich beobachte das mittlerweile auch bei großen Häusern und wünsche mir eine bessere Ausbildung für Journalisten oder zumindest, dass man redaktionelle Arbeit nicht nur Praktikanten überlässt.
Für mich mit den Fächern Deutsch und GGK sind das wichtige Beobachtungen, denn die Medien haben meiner Meinung nach eine wichtige Rolle im demokratischen Prozess.
Ich nutze besonders auffällige redaktionelle Irrläufer auch im Unterricht, insofern halte ich das Thema durchaus auch von Belang für die Lehrerforen.
Hier im Forum habe ich den Eindruck, dass die Moderation sehr klar unterscheidet zwischen eigener Meinungsäußerung und redaktionellem Eingreifen, insofern möchte ich den Moderatoren hier ein Kompliment für ihre Arbeit machen.
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Ich werde den Krug zuerst behandeln, dann steht das Thema schon mal im Raum.
Bei der Vergewaltigung durch den Soldaten würde ich gerne Kriegsgewalt thematisieren, mit Daten, Zahlen, zunächst die Besatzungszeit in Deutschland, danach moderne Kriege. Da greife ich auf Münklers Definition von neuen Kriegen zurück. Also sexuelle Gewalt, um den männlichen Gegner zu treffen.
Die Vergewaltigung des Mädchens kann man anders behandeln: die zwei Beteiligten sind ja insofern wichtig, als dass der Junge als Zeuge davon für sein Leben traumatisiert wird. Der Kinderfreund wird beziehungsunfähig, klebt in der Vergangenheit. Vielleicht legst du den Fokus auf ihn, dann ist die Vergewaltigung nicht im Zentrum. Du könntest über Traumata sprechen und wie man diese loswerden kann.
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Ich sehe das komplett anders: in einem Land, in dem jede dritte Frau sexualisierte Gewalt erfahren hat und die Plätze in Frauenhäusern überbelegt sind, ist Vergewaltigung ein Thema, das behandelt werden muss.
Mein LK hat im Frühjahr Heimsuchung gelesen und fand das Buch zwar kompliziert und konstruiert, die Gewaltszenen haben aber alle bewegt.
Vor ein paar Jahren hatte ich eine Schülerin, die mir kurz vor dem Abitur mitteilte, dass ihr erst durch eine Lektüre vor Augen geführt wurde, dass das, was ihr Opa mit ihr gemacht hat, nicht normal war. Sie hatte die Kraft gefunden, mit ihren Eltern zu sprechen.
Insofern finde ich es wichtig, dass auch die Abgründe thematisiert werden.
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Hallo Bolzbold,
zum einen müssen in der Schule nicht ausschließlich Lehrkräfte arbeiten. Ich rede auch von Erziehern, Trainern, Sozialarbeitern.
In anderen Ländern ist die Ganztagsschule ganz normal, gerade in Einwanderungsländern macht man damit gute Erfahrungen.
Klar ist das eine Frage des Geldes und der Prioritäten, sicher würden sich auch viele Eltern aus dem Bildungsbürgertum wehren. Andererseits wären Integration und Inklusion in so einer Schule viel leichter umzusetzen.
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Die Genfer Konventionen regeln das in Artikel 33, 2: wenn Schutzsuchende zur Gefahr für die Menschen im Aufnahmeland werden oder bei einer rechtskräftigen Verurteilung wegen einer schweren Straftat verliert der Schutzsuchende den Schutz vor Ausweisung. Das hat mit Artikel 3 GG also gar nichts zu tun. Und mir ist immer noch nicht klar, wo der Zusammenhang mit unseren Schülern besteht.
Eine Benachteiligung ergibt sich manchmal aus den Umständen, jemand hat eine Behinderung oder kann die Sprache nicht. Daran ist per se ja niemand schuld, auch der Staat nicht.
Es geht darum, Maßnahmen zu ergreifen, die den Nachteil ausgleichen.
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Und wenn wir es ernst meinen mit der Gleichheit, warum nicht eine Ganztagsschule für alle? Nicht nur mit Unterricht, sondern mit viel Sport, Instrumenten, sozialen Projekten, Hausaufgabenbetreuung, Sprachen lernen ( oder Muttersprache vertiefen), einem gesunden gemeinsamen Mittagessen?
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Hier ging es nicht um Ausweisung, sondern um Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im Schulsystem.
Und da gilt: Nicht jeder Migrationshintergrund verschafft einen Nachteil.
Um wieder in die Diskussion einzusteigen: wenn wir Migration sinnvoll gestalten würden, dann könnten wir auch die Nachteile lindern, zum Beispiel durch genügend zusätzliche Sprachkurse, bessere Betreuung, kleinere Klassen.
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Dann bitte mal die offizielle Definition anschauen: als Migrationshintergrund zählt, wenn der Mensch in Deutschland geboren ist und ein Elternteil zugewandert ist.
Tochter in Deutschland geboren, Vater Deutsch, Mutter aus USA oder F eingewandert: Migrationshintergrund. Wo ist da eine Benachteiligung?
Da müssen wir schon a bissle genauer sein: wer Deutsch als Zweitsprache lernt, wer sozioökonomische Probleme hat etc.
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Hallo Tom,
mir wäre es absolut neu, dass alle Schüler mit Migrationshintergrund in der Schule benachteiligt werden.
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Hallo kleiner grüner Frosch,
bedeutet das dann auch, das Touristen Anspruch auf staatliche Unterstützung haben? Zum Beispiel Zahnsanierungen durchführen lassen kann?
Ernsthaft, wer keine Perspektive für einen Aufenthaltsstatus hat hat nicht die vollen Rechte eines Staatsbürgers. Wir sind uns wohl alle einig, dass niemand verhungern darf. Aber als Sozialstaat müssen wir definieren, wer welche Leistungen erhalten kann. Das ist kein Rassismus sondern Realitätssinn.
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