Verhältnis zwischen Refis und KLs

  • Hallo,


    nachdem wir uns zwischen Weihnachtsstempeln und Motiv-Stanzern off-topic über die schwierigen Verhältnisse zwischen Klassenlehrern und Referendaren unterhalten haben, eröffne ich dazu mal einen neuen Thread.
    Die Klassenlehrerin meiner MeNuK-Kinder kann mich leider auf den Tod nicht ausstehen und lässt mich das auch täglich spüren (sie sieht mich vermutlich als Konkurentin in ihrem Klassenzimmer). Zum Glück ist sie nicht meine Mentorin und zum noch größeren Glück habe ich ein wunderbares Kollegium, das voll und ganz hinter mir steht.
    Einzig und allein die Kinder tun mir leid, weil die mit ihr auch nicht klarzukommen scheinen.


    Venti, mich würde deine Geschichte, die du angedeutet hast sehr interessieren. Schreib doch mal! :)


    Grüßle,
    Salati

    Man kann im Leben auf vieles verzichten, aber nicht auf Katzen und Literatur! <img src="http://www.lehrerforen.de/smilies/smile5.gif" border="0">

  • Hallo Salati,


    ich finde das Thema sehr interessant.


    Es tut mir leid, dass du mit der Klassleiterin Probleme hast.


    Was heißt MeNuK?


    Ich habe nach meiner Mentorin die zweitmeisten Stunden in ihrer Klasse und an einem Tag hospitiere ich in dieser Klasse, so dass ein enger Kontakt zu den Schülern besteht. Ich merke, dass die Schüler mich schon als eine Art stellvertretende Klassleiterin betrachten, und ich muss sie immer zurückpfeifen, wenn sie etwas durchsetzen wollen, z.B. in Kunst ein Plakat aufhängen wollen. Ich muss da immer sagen, da müssen wir erst die Frau XY fragen.


    Manchmal ertappe ich mich aber auch dabei, dass ich eine tolle Idee habe und sie in der Klasse umsetzen möchte, bis mir einfällt, dass ich zuerst die Klassleiterin fragen muss, z.B. wenn ich im Klasszimmer etwas verändern möchte. Genauso mit Regeln, ich kann nicht einfach meine eigenen aufstellen, sie hat da bestimmte Regeln, die ich zum Teil auch so übernehmen muss. Ich muss da manchmal wirlich aufpassen, dass ich ihr nicht vorgreife...


    Die Gefahr, dass meine Schüler mich lieber mögen als die KL, besteht in meinen Augen nicht, denn die KL ist super, ich glaube auch, dass die Schüler lieber bei ihr Unterricht haben als bei mir. Ich komme mit ihr auch sehr gut aus, ich kenne sie sogar noch als ehemalige Kommilitonin. :D


    Allerdings, als ich einmal sagte, dass ich am nächsten Tag anstelle der KL unterrichten werde und die KL uns zuschauen wird, haben die Schüler applaudiert.


    Ich finde es sehr schade, wenn KL und Refis zueinander Konkurrenten sind.


    Powerflower

  • Bei mir ist es nicht die KL, sondern "Nur" Fachlehrerin.


    Es ist aber ähnlich wie Powerflower geschildert hat.
    Die Kinder haben applaudiert, als sie hörten, dass ich dort unterrichten werde, und haben mich sofort gefragt, ob ich mit auf den Wandertag fahre!
    (Selbst die Eltern haben der KL beim Elternabend gedankt, dass ich in der Klasse bin, damit die Kinder eine Verschnaufpause bekommen...)


    ich freu mich darüber nur. Denn die Lehrerin ist einfach nur schrecklich, und von daher kann ich die Kinder voll verstehen. Selbst das Kollegium steht ihr nicht unbedingt positiv gegenüber...
    Naja, ich hoffe auf ein gutes Gutachten, und bis dahin versuche ich mein Bestes (und hoffe, dass die Kinder sich nicht zu auffällig benehmen, wenn die Lehrerin dabei ist).


    LG
    Tina


    PS Dafür hatte ich eine Ausbildungslehrerin, die ich jetzt quasi zu meiner persönlichen Mentorin umfunktioniert habe -- göttlich diese Zusammenarbeit ;)

  • Hallo ihr Lieben,
    ich habe ja nun schon einige Refs hinter mir, und bei und mit jedem/jeder hab auch ich eine Menge gelernt, ohne Zweifel! Ich habe mich auch jedesmal bewusst dafür entschieden, und es gibt keinen Grund für mich, groß rumzujammern.
    Es ist jetzt nicht "die große" fürchterliche Geschichte. Es ist aber schon so, als ob jemand zu dir in deine Wohnung einzieht. Er belegt Platz auf "deinen" Regalen und in "deinem" Klassenschrank sowie natürlich auf "deinem" Schreibtisch. Er hat vielleicht eine andere Vorstellung von Ordnung.
    Manchmal wird man vor vollendete Tatsachen gestellt: Er führt Rituale ein, ohne sie vorher mit dir abzusprechen. Er schafft Dinge an (bzw. lässt sie die Eltern anschaffen), die ich hinterher weiterführen lasse, ohne voll dahinter zu stehen (Beispiel: ein dickes ABC-Heft mit Register. Ich hätte lieber kleine Karteikästchen angeschafft. Weil die Hefte aber sehr teuer waren, nehme ich sie natürlich weiter.) Und am Ende kommt das, was ich beim erstenmal noch persönlich nahm: Warum können SIE nicht weggehen und die Frau XY bleibt hier?
    Das bedeutet, dass der /die Reffi gute Arbeit geleistet hat, aber es ist dann auch erstaunlich, wie schnell die Kids wieder zur Tagesordnung übergehen, wenn die Prüfung um ist.


    Dass es für die Kinder eine große Bereicherung darstellt, mit verschiedenen Personen und Unterrichtsstilen konfrontiert zu werden, steht außer Zweifel!
    Viele Grüße
    venti :)

  • Hallo venti,


    die von mir erwähnte KL hat von Anfang an einen Hass gegen mich gehabt. Leider. Sie hängt sich nun an jeder kleinsten Sache auf.
    Leider ist sie ein ziemlicher Ordnungsfanatiker. Ich bin jedoch der Ansicht, dass auch mal Dinge rumliegen dürfen.
    Gut, da muss ich halt sehen, dass ich Ordnung halte. Habe leider soo viel Material, das halt auch irgendwo verstaut werden will. Mir wurde ein Fach im Schrank zugeteilt (sie hat die anderen drei), was leider nicht ganz ausreicht. Als ich in ein leeres Fach von ihr 5 Farbfläschchen gestellt habe, ist sie fast ausgetickt.
    Unsere Unterischtsstile sind glaube ich komplett verschieden, sie unterrichtet noch wie vor 30 Jahren, macht alles selber (die Kinder können ja wohl Austeildienst übernehmen etc.) und von offenen Unterrichtsformen hat sie noch nie was gehört. Dementsprechend werde ich halt schief angeguckt, wenn die Kinder nicht 45 min still an ihrem Platz sitzen müssen und auch in Gruppen arbeiten dürfen...


    Sie behandelt mich, als wäre ich der unumgänglichste Mensch der Welt (nur komisch, dass ich mich mit ALLEN anderen Kollegen bestens verstehe...).


    Das was du von den Anschaffungen erzählt hast, finde ich auch nicht in Ordnung. Man muss sich da schon absprechen.
    Nur, was macht man wenn sich jemand nur noch in schriftlicher Form mit dir unterhalten will??? Stell dir das mal vor! 8o Als ob man nicht andere Probleme hätte, im Ref.


    Naja, mehr muss ich dazu wohl nicht sagen...
    So schlimm wird es ja mit deinen Refis nicht unbedingt sein, nehme ich an?


    Dir nen schönen Abend,
    Grüßle,
    Salati

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  • Nee salati, das ist alles in Ordnung. Die Sachen, die mir nicht passten habe ich angesprochen, aber akzeptiert. Ich signalisiere den Refs auch, dass er bei mir so gut wie alle Freiheiten haben (Methoden, Sitzordnung, Themen) - weil ich es früher auch nicht hatte, ähnlich wie du.
    Warum ist denn diese Frau Mentorin, wenn sie sich so verhält? Wurde sie gezwungen, dich zu nehmen? Und könntest du nicht noch die Mentorin wechseln?
    Mit der Ordnung ist es bei uns umgekehrt: Ich lasse ziemlich viel rumliegen, aber ich finde es dann meistens wieder, und die Reffi stapelt dann alles - und dann finde ich nix mehr
    Aber der Kontakt läuft durchaus in freundschaftlichem Ton ab.
    Ich helfe meinen "Gewesenen" auch später immer noch, leihe Sachen aus und tröste und was so anfällt und sich aus der Ferne machen lässt.
    Viele Grüße
    venti :)

  • Hilfe! nein - diese Frau ist glücklicherwiese nicht meine Mentorin! Meine Mentorin ist eine total nette und verständnisvolle Frau, mit der ich ganz gut zusammenarbeiten könnte, wäre ich in ihrer Klasse.
    Die KL ist einfach nur KL... Meine Mentorin hat momentan eine andere Referendarin in ihrer Klasse und ich bin für den eigenverantwortlichen Unterricht in meine Wunschklasse gekommen (vor den Ferien stand noch nicht fest, wer KL wird).


    Viele Grüße!
    Salati (die sich schüttelt bei dem Gedanken, so jemanden auch noch als Mentorin zu bekommen)

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  • Hallo Tina_Ne,


    ganz so ist es bei mir nicht, die Kinder mögen ihre KL auch sehr gern und ich glaube auch, dass sie die bessere Lehrerin ist.


    Hallo venti, ich finde die Sichtweise einer Mentorin sehr interessant. Vielen Dank! Das bestätigt mir, dass ich recht habe, dass ich meine Mentorin so oft frage, ob ich dieses und jenes darf. Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich etwas Neues einführen möchte und dann fast vergesse, meine Mentorin vorher zu fragen. Wenn man mit dem Referendariat beginnt, ist man so stolz darauf, verantwortlich für Schüler zu sein, und die Klasse, in der man die meiste Zeit verbringt, empfindet man die eigene Klasse, dass man sich fast schon als Klasslehrerin fühlt. Ich muss immer aufpassen, das meiner Mentorin gegenüber nicht zu sehr zu vermitteln. Aber zum Glück verstehen wir uns bisher hervorragend.


    Powerflower

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