Verbeamtung / Anstellung Berlin/Brandenburg

  • Hallo...
    Wie ihr in meiner Signatur seht studiere ich noch auf Lehramt.


    Momentan sieht es ja wohl so aus, jedenfalls sind das meine Infos, daß Berlin nur Neueinstellungen auf Angestelltenbasis mit 2/3 Verträgen macht...
    Was Brandenburg anbetrifft, weiß ich es leider nicht.


    Wer hat ein bißchen mehr Einblick in die Brandenburger Einstellungssituation?
    Planstellen zur Verbeamtung oder zur Anstellung?


    Und wie ist das eiglt in Berlin, wenn man dann nen BAT Vertrag hat, wird man dann nach Haushaltslage irgendwann mal verbeamtet ohne Garantie...oder vielleicht sogar niemals?


    Aufgrund der Pensionierungswelle, die nun langsam einsetzt, ist mir zu Ohren gekommen, daß zumindest Berlin irgendwann wieder mit "Beamtenstellen" locken muß...weil sonst die ganzen Junglehrer in andere Bundesländer gehen, insbesondere bei Mangelfächern...
    Hat jemand was darüber gehört? Oder haltet ihr das für wahrscheinlich / unwahrscheinlich...


    Ich hab mir letztens mit sonem BAT-Rechner ausgerechnet, daß ich Netto mit dem 2/3 angestelltenvertrag etwa 1300¤ rausbekomme...
    Das ist ja wohl ein Witz, dafür 5 Jahre studieren, 2 Jahre Ref...
    Mit nem vollen Beamtenstatus wärens netto anfangs etwa 2300¤. Das find ich schon ganz okay...
    Bitte keine Diskussionen über Geld und was ausreicht und was nicht....


    Also wäre toll etwas zu hören, von Leuten, die vielleicht grad Ref in Berlin/BRB machen oder vor kurzem angefangen haben, hier im Schuldienst zu arbeiten.
    Bin dankbar für jede Info.


    Mfg

  • Hallo Marius,


    die Bedingungen für die Einstellungen in Berlin sind katastrophal. Selbst bei Mangelfächern - in meinem Fall Latein - "bietet" Berlin gerade mal eine 2/3-Stelle im Angestelltenverhältnis an, garantiert allerdings im Arbeitsvertrag - welch attraktives Lockmittel :( - nach 3 Jahren eine volle Stelle, gleichfalls im Angestelltenverhältnis. Meine Liebe zu der Stadt ist sehr groß und es war ein absoluter Traum, in Berlin als Lehrerin zu arbeiten, aber unter diesen Bedingungen - unter keinen Umständen. Die Stadt wird sich, wie du richtig schreibst, schon in Kürze umgucken, weil der Markt mit qualifizierten Lehrern in Mangelfächern dann gänzlich - in Ansätzen schon jetzt - leergefegt ist. Dann hat man wohl nur noch Zugriff auf Seiteneinsteiger, ob das im Interesse der Schulen liegt, muss stark bezweifelt werden. Diese Kurzsichtigkeit dürfte sich böse rächen. Für Brandenburg sieht es nach meinen Informationen ähnlich aus. Durch den Überhang aus DDR-Zeiten sind sie dort eher interessiert, dass die Lehrer gehen als kommen. Meine Freundin, die - allerdings als Grundschullehrerin - für Musik in Brandenburg gearbeitet hat, dann aus privaten Gründen nach Hessen ist, nun gern nach Berlin/Brandenburg zurück möchte, hat - trotz Mangelfach - keine guten Karten.


    Tut mir leid, dich noch im Studium, wo man doch eigentlich noch motiviert ist, mit solch nüchternen Erkenntnissen schocken zu müssen.
    Wenn du unbedingt nach Berlin möchtest, bleibt dir vielleicht die Möglichkeit, vorerst in einem anderen Bundesland anzufangen und später, wenn Berlin die Türen öffnen sollte, einen Versetzungsantrag zu stellen.


    LG Ornella

  • Erstmal vielen Dank Ornella für deinen Beitrag...
    Leider kannst du mir momentan auch nicht mehr Mut machen...


    Vielleicht sieht es bis zum Ende meines Ref (Grob geschätzt..2009/10) schon etwas anders aus mit der Einstellungssituation.


    Andererseits du sprichst davon einen Versetzungsantrag zu stellen...
    Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, daß das so einfach geht...Sondern daß man dort ggf sehr lange warten muss, (weil evtl. viele Lehrer nach Berlin wechseln wollen?)...
    Vielleicht hast du dazu noch Infos..


    Wie ist das eigtl, wenn ich z.B. in S-H anfange, mit Beamtenstatus und West-A13 und mich z.b. nach Berlin-(Ost) versetzen lasse, wonach richten sich dann meine Bezüge? Gibt es sozusagen einen Bestandsschutz?


    Viele Fragen...
    Gruß

  • hi gosford,
    ich glaube, es ist etwas verfrüht und uneinschätzbar, wie die situation aussehen wird, wenn du bzw. wir mit unserem studium und ref fertig sind.
    im jahr 2000 ist in berlin eingestellt worden - mit recht schnell anschließender verbeamtung - ab dem jahr 2004 sah es dann so aus wie jetzt.
    wie es 2009/10 aussehen wird, ist ,so glaube ich, schwer vorhersehbar, zumal in berlin in den nächsten jahren dezentralisiert eingestellt wird.


    und zwecks verbeamtung in berlin: eine freundin einer freundin wurde letztes jahr in berlin verbeamtet ...


    so viel erst mal,
    gruß afrinzel

    • Offizieller Beitrag

    Hi gosford,


    wie es aussieht, wenn du fertig bist, kann vermutlich keiner sagen. Viele Stellen wurden nur als 2/3-Stelle vergeben, das ist wahr. Allerdings gab es auch schulscharfe Stellenausschreibungen und die waren zumindest zum Teil für Vollzeit. In diesem Jahr wurde mit Musik fürs Gymnasium wohl nur mit einem Notendurchschnitt von 1 genommen über das zentrale Einstellungsverfahren.


    In Brandenburg ist die Situation noch schlechter und v.a. noch undurchsichtiger. Es werden immer noch Stellen abgebaut, es gibt vereinzelt Stellenausschreibungen, aber wie die vergeben werden, ist nicht immer ganz transparent. Die Stelle, die ich damals hatte, war auch eine 2/3-Stelle und ich hätte verbeamtet werden können.


    Grüße,
    Conni

  • Conni, vielen Dank für deine Antwort.


    Sag bitte, kann man irgendwo nachlesen, bis zu welchen Notenschnitt beim letzten Einstellungstermin über Liste eingestellt wurde, bezüglich der Fächerkombi und Schulart? (du erwähntest sowas in der Richtung, vielleicht wird das ja auch veröffentlicht, und man kann es irgendwo nachlesen)


    Grüße
    gosford

    • Offizieller Beitrag

    Hallo gosford,


    ich kenne so eine Liste nicht, dieser erwähnte Notendurchschnitt ist mir nur "zu Ohren gekommen" von welchen, die mit schlechter als 1,3 nicht eingestellt wurden.


    Ansonsten weiß ich nicht, ob du auf der Seite:
    http://www.senbjs.berlin.de/schule/ueberblick_schule.asp


    oder www.gew-berlin.de


    vielleicht weiter kommst. Die GEW veröffentlicht manchmal Einstellungszahlen.


    Manchmal kann die Hürde übrigens auch das Referendariat sein. Ich bekam damals keinen Referendariatsplatz, weil nur 2 Referendare mit Musik als Schwerpunktfach und Grundschullehramt aufgenommen wurden, da hatten die mit 1 und Verheiratetenzuschlag Vorrang.


    Grüße,
    Conni

  • Hallo gosford und ornella,
    die Lage in Berlin ist mehr als schlimm, gute Möglichkeiten bestehen nur, wenn Ihr knallhart verhandelt!!!!!!!!!! :)


    Und das klappt, Berlin braucht Euch! :)

    • Offizieller Beitrag

    Nein, wie ich schon im andern Thread schrieb: Auch Leute mit 2 Mangelfächern werden nicht genommen.
    Oder sie schreiben Ablehnungen, die Leute suchen sich woanders was, ziehen schon um und 3 Tage vor Beginn des Schuljahres will Berlin sie doch.


    Beim Unterschreiben des Arbeitsvertrages wird dieser vorgelegt, dort muss man bereits unterschreiben, dass es kein Weihnachts- und Urlaubsgeld gibt und dass man auf Reisekostenerstattungen für Klassenfahrten verzichtet. Wenn man das nicht tut, bekommt man keine Stelle in Berlin. Ebenso bei den 2/3-Verträgen. Wer das nicht unterschreibt, kann alle Mangelfächer gleichzeitig haben und bekommt auch keinen Vertrag... Der öffentliche Dienst ist kein Arbeitgeber, mit dem man über irgendwas großartig verhandeln kann, zumindest nicht wenn man nach BAT bezahlt wird.
    Im Übrigen ist das mit den Mangelfächern schulartspezifisch: Für Haupt-/Realschule sicher nochmal was anderes als für Grundschule oder Gymnasium. Aber auch Leute mit Haupt-/Realschullehramt haben schon Ablehnungen erhalten, gab mal nen erheiternden Bericht in der Berliner Lehrerzeitung dazu...


    Grüße,
    Conni

  • Conni...was du schreibst, läßt einem ja wirklcih ein bißchen die Haare zu Berge stehen...


    Bezgl. Weihnachts- und Urlaubsgeld war meine Info, daß es halt nur son Pauschalbetrag von schlagmichtot 600¤? einmal im Jahr gibt...
    Oder gibt es wirklich GAR NICHTS mehr, wenn man neu in Berlin angestellt wird?



    Übrigens, hier ist ein Artikel, den ich heute (9.05.) in der Berliner Morgenpost gefunden habe. Ich stelle ihn mal hier rein.


    "Kein Platz für Nachwuchs-Pädagogen


    Der Lehrermangel ist zu großen Teilen hausgemacht, sagen Kritiker - Bildungssenator


    Die Personalpolitik der Bildungsverwaltung sorgt weiter für Empörung bei Bildungsexperten, Politikern und Nachwuchslehrern. Für sie ist der Lehrermangel zu guten Teilen hausgemacht. Allein die Kürzung der Referendariatsplätze von 1900 auf 1500 in den vergangenen drei Jahren habe fatale Folgen gehabt, sagt Matthias Jähne von der Lehrergewerkschaft GEW. "Acht Lehramtsstudierende mit dem Fach Mathematik und 30 mit dem Fach Englisch haben im Februar dieses Jahres keinen Referendariatsplatz bekommen."


    In genau diesen beiden Fächern und acht weiteren will der Senat nun Seiteneinsteiger ohne Lehramtsstudium einstellen, falls nicht genügend ausgebildete Lehrer zur Verfügung stehen. Eine entsprechende Stellenausschreibung ist derzeit in Vorbereitung. Neben Englisch und Mathe sollen sich Hochschulabsolventen ohne Lehramtsstudium noch für Physik, Chemie, Informatik, Latein, Spanisch, Musik, Ethik und Französisch bewerben können.


    Wie Hohn klingt die Ankündigung in den Ohren vieler Nachwuchslehrer, die bisher leer ausgingen. Auch Andrea Zottmann hat sich drei Mal vergeblich für den Berliner Schuldienst beworben. Die 29jährige ist Grundschullehrerin im Fach Deutsch mit der Zusatzqualifikation für Mathematik und Sachkunde. Gegenwärtig arbeitet sie als Ethiklehrerin beim Humanistischen Verband. Sie will es noch ein viertes Mal probieren. Ebenso wie Michaela Meier. Die 31jährige lehrt seit drei Jahren Deutsch an einer türkischen Privatschule. Die Bildungsverwaltung in Berlin winkt allerdings ab: Ihr Fach Erdkunde werde nicht benötigt. Dabei würde sie an der Rixdorfer Grundschule in Neukölln dringend gebraucht. "Ich möchte Michaela Meier unbedingt einstellen", sagt Leiterin Marion Berning. "Mit ihrer Qualifikation ist sie genau die Richtige für unseren Schulversuch zweisprachige Alphabetisierung."


    Viele andere Nachwuchslehrer kehren Berlin dagegen den Rücken. "Hier müßte ich mit 1300 Euro netto auskommen und hätte nur einen Zwei-Drittel-Angestelltenvertrag", sagt ein frisch examinierter Gymnasiallehrer mit den Fächern Mathematik/Physik. "In Hamburg werde ich gleich verbeamtet und bekomme fast 1000 Euro mehr im Monat."


    Die CDU forderte deshalb gestern bessere Einstellungsbedingungen für Lehrer. "Der Bildungssenator greift zur Notbremse, nur daß diese Notbremse den Zug zum Entgleisen bringen wird", kritisierte CDU-Bildungsexpertin Katrin Schultze-Berndt. "Hochschulabsolventen ohne pädagogische Ausbildung können die schwierigen Zustände an Berlins Schulen nicht mindern."


    Bildungssenator Klaus Böger (SPD) nannte die Kritik an seinen Plänen "viel Lärm um nichts". Es sei noch gar nicht klar, ob überhaupt ein Seiteneinsteiger eingestellt werde müsse. Das Ganze sei eine Vorsorgemaßnahme. "Reguläre Laufbahnbewerber haben immer Priorität". Die Quereinsteiger in den Lehrerberuf erhielten zudem berufsbegleitend eine Ausbildung wie Referendare. Aufgrund der Haushaltssituation könne das Land keine Lehrer "auf Vorrat" einstellen. Berlin sei ein attraktiver Standort, sagte Böger. Das Überangebot an Bewerbern habe zur Folge gehabt, "daß wir leider auch fertige Referendare, die in Berlin ausgebildet wurden, nicht übernehmen konnten.""

    • Offizieller Beitrag

    Hallo gosford,



    Zitat

    gosford schrieb am 09.05.2006 20:51:
    Bezgl. Weihnachts- und Urlaubsgeld war meine Info, daß es halt nur son Pauschalbetrag von schlagmichtot 600¤? einmal im Jahr gibt...
    Oder gibt es wirklich GAR NICHTS mehr, wenn man neu in Berlin angestellt wird?


    Den Pauschalbetrag bekommen die Kolleg/innen, die schon länger in Berlin arbeiten. Bei neuen Verträgen musst du unterschreiben, dass du keins bekommst und keine Zuschüsse zu Klassenfahrten mehr.


    Vielen Dank für den Artikel! Denen im Senat geht es irgendwie wirklich zu gut. Die sollen sich mal nach dem Referendariat ohne Einkommen mit maximal Hartz IV und selbst zu zahlender privater Krankenversicherung (die GKV nimmt einen nicht unbedingt zurück) durchschlagen. Aus meinem ehemaligen Seminar arbeiten jetzt einige im Callcenter oder Copyshop.


    Berlin hat ja sogar noch verkündet, dass ja in Brandenburg genügend Referendare ausgebildet würden, die dann auch nach Berlin gehen könnten. Tja...


    Grüße,
    Conni

  • Zum Bundeslandwechsel:


    Hier tauschen die Länder ihre Landesbeamten; es werden also so viel Plätze frei, wie Kollegen in dein Bundesland wechseln. Da meines Wissens früher in Berlin verbeamtet wurde, besteht also die prinzipielle Chance, über diesen Umweg als Beamter in Berlin arbeiten zu können.
    Wie der Wanderungssaldo aussieht, müsstest du aber selbst herausfinden. Ich kann mir aber bei den gegebenen Bedingungen eher vorstellen, dass mehr aus Berlin weg- als hinwollen.

    Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.

Werbung