Die Macht über die Versetzung

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Leute!


    Manchmal hasse ich meinen Beruf!


    Gerade hat mich eine Mutter angerufen und mich quasi angefleht, ihrem Sohn (Klasse 11) noch eine 4- in Englisch zu geben, weil er in Mathe eventuell auch eine 5 bekommen würde und damit nicht versetzt würde.


    Das Problem ist, dass ich eigentlich aufgrund des Notenbildes (die beiden SoMi-Noten und eine Klausur sind glatt 5, eine Klausur 4+) keine Möglichkeit sehe, dem Jungen noch eine 4- zu geben.


    Die Mutter (auch Lehrerin) berichtete mir daraufhin von den Anstrengungen ihres Sohnes in den letzten Wochen und wie sehr er sich über die 4+ und meinen positiven Kommentar gefreut habe. Sie erzählte, wie er sich reingehängt habe und wie er sich noch reinhängen werde.


    Jetzt findet sie es eben schade, wenn der Junge trotz all der Anstrengungen nicht versetzt würde. Eine 5 in M und eine in E würde eine Nachprüfung bedeuten.


    Gäbe ich dem Schüler aufgrund des Anrufs der Mutter jetzt noch eine 4- wäre das irgendwie aus meiner Sicht unprofessionell - abgesehen davon wäre es eine deutlichst pädagogische 4-.


    Ich habe ihr daraufhin gesagt, ich werde mit dem Mathekollegen reden und sehen, ob und ggf. was sich machen lässt. Eine Entscheidung habe ich noch nicht getroffen.


    OK, es ist das erste Mal, dass von meiner Notengebung das Weiterkommen eines Schülers abhängt - und es wird nicht bei diesem einen Mal bleiben. Soviel ist klar. Aber ich weiß gerade so überhaupt nicht, was ich tun soll.
    Ehrlich gesagt tendiere ich zur 5.


    Gruß
    Bolzbold

  • Ja, das ist halt da schwere Los der Notengebung am Ende eines Schuljahres. Mit Englisch ist man aber eigentlich immer mit an der Versetzung bzw. Nichtversetzung beteiligt. Jedenfalls geht es mir immer so und da es in D und M meistens noch klappt, bin ich dann immer "die Böse". Das k..... mich auch an, aber was soll ich machen. Wenn ein Schüler das ganze Jahr recht wenig für das Fach tut und die dementsprechenden Noten im Schriftlichen (Klassenarbeiten, Tests) bekommt, auf Elternsprechtagen auch immer hoch und heilig Besserung gelobt wird, aber nix passiert (d.h., die Vokabeln werden nicht gelernt, die HA werden häufig vergessen) und zum Schluss die Mutter vorschicken... jaja. Ehrlich gesagt,... das mag vielleicht hart klingen, aber er hat doch die Möglichkeit der Nachprüfung... da kann er doch zeigen, was er kann, oder??
    LG
    X.

  • Wie viel Zeit hast du denn noch zur Notenkonferenz? Kann der Schüler evtl. noch ein Referat halten?
    Ich sehe darin halt das Problem, dass der nächste Schüler dann auch kommen wird und die Note ähnlich "verbessert" bekommen will.


    Was wäre an einer Nachprüfung so schlimm? Wenn er die schafft, ist doch die Versetzung geritzt, oder?


    LG!

    Vermeintliche Rechtschreibfehler sind ein Vorgriff auf kommende Rechtschreibreformen und deren Widerruf.

    • Offizieller Beitrag

    MrsX


    Die Konferenz ist am 19. Juni. Bis dahin habe ich aber keine Englischstunden mehr - aufgrund von einem Feiertag sowie einer Exkursion durch einen anderen Kurs.


    Was die Nachprüfung angeht:
    Die Mutter fürchtet, wenn der Junge in den Ferien sich dann nur auf ein Fach vorbereitet, die anderen Fächer vernachlässigt werden. Klingt für mich überzogen und unrealistisch - aber ich wollte dann darüber nicht auch noch diskutieren.


    Es geht ihr eben darum, dass wenn der Junge sich jetzt (nach zig Schüssen vor den Bug aufgrund mangelhafter Leistung) beständig reingehängt hat, es "schade wäre", wenn er die Versetzung nicht packen würde.


    Ganz ehrlich: Ich mag solche Argumente mit stark emotionalem Hintergrund nicht.
    Ich fühle mich irgendwie jetzt unter Druck gesetzt - immerhin das hat die Mutter geschafft.


    Gruß
    Bolzbold

  • Ja, aber bei DEN Noten hat er sich doch eigentlich nicht beständig reingehängt, sondern gerade mal vor der letzten Arbeit (also vielleicht in den letzten 3 Monaten).
    Das Schuljahr geht aber schon 9 Monate (wenn nicht schon länger bei eucht).


    Du könntest dich höchstens mal mit dem Mathe- Lehrer absprechen, wenns bei euch beiden knapp ist, dass vielleicht einer ein Auge zudrückt.


    Aber eigentlich finde ich das denen gegenüber unfair, die ein ganzes Jahr lang für ihre Noten arbeiten und lernen und die vielleicht keine so engagierte Mami haben. Ich würde immer noch zur 5 tendieren, allerdings mit ein bisschen Bauchweh.


    Wie schätzt du denn den Schüler ein? Hat er denn nächste Jahr die Möglichkeit, das Jahr erfolgreich abzuschließen oder täte es ihm gut, den Stoff zu wiederholen?

    Vermeintliche Rechtschreibfehler sind ein Vorgriff auf kommende Rechtschreibreformen und deren Widerruf.

    • Offizieller Beitrag

    MrsX


    Das ist bei ihm eine "Typ"-frage.


    Er ist sehr schüchtern und still in der Schule. An sich ein lieber und netter Kerl, aber er kriegt keinen Ton raus und braucht eine halbe Ewigkeit, bis er mal einen Satz auf Englisch formuliert hat.


    Die ersten Klasusuren hatte er mit maximal 250 Wörtern abgegeben (im Vergleich schreiben die meisten 11er mindestens 500 und mehr / teilweise schreiben meine 8er 600 Wörter in EINER Stunde).


    Ich stehe im Grunde auf demselben Standpunkt wie Du, aber das wollte ich der Mutter nicht so knallhart am Telefon erwiedern.


    Das Jahr zu wiederholen brächte ihm nichts - weil das bei ihm keine "Stofffrage" ist.


    Gruß
    Bolzbold

  • Ich habe immer leichte Bauchschmerzen in solch einer Situation, da ich meine Notengebung (und Notengebung überhaupt) für nicht ganz unangreifbar halte.


    Eine pädagogische Note ist meiner Meinung nach dann berechtigt, wenn:
    1) es Aussicht auf eine weitere Steigerung gibt
    2) es zu erwarten ist, dass du mit einer "4" dem Schüler Mut machst, an sich zu arbeiten
    3) du klarmachen kannst, dass er mit einem dicken "Minus" in das nächste Halbjahr geht und er dein Vertrauen bestätigen muss (Voraussetzung: du hast den Kurs weiter)
    4) es einen leisen Zweifel an der Stichhaltigkeit Deiner Aufzeichnungen (Noten) gibt


    ich wünsche Dir ein glückliches Händchen bei Deiner Entscheidung und beneide Dich nicht ...


    Gruß, Forsch

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Bolzbold,
    an deiner Stelle würde ich wirklich als erstes den Mathekollegen ansprechen.
    Wenn es da auch so knapp ist, könnte man ja in einem Fach eine pädagogische Note erteilen.
    Sonst würde ich da schon hart bleiben, verstehe aber auch deine Bauchschmerzen.
    Aber ehrlich gesagt, in Klasse 11 muss ein Schüler selbst für seine Noten einstehen und die gute Mutter hätte sich ja, wenn sie schon für ihren Jungen die Kohlen aus dem Feuer holen will, auch früher rühren können um nach Unterstützungsmaßnahmen zu fragen. Und, sofern es bei euch nicht anders organisatorisch geregelt ist, gerade in solchen Fällen, finde ich es unmöglich, am Telefon Auskunft zu erteilen und Entscheidungen fällen zu müssen. Es gibt schließlich Sprechstunden und notfalls kann man bei mir auch noch auf andere Termine ausweichen. Aber so ein Gespräch will ich Auge in Auge führen können, am besten noch mit dem anwesenden Schüler.

    Zitat

    Das Jahr zu wiederholen brächte ihm nichts - weil das bei ihm keine "Stofffrage" ist.


    Woran liegt es denn dann? Mangelnde Zeit, mangelnde Grundlagen?
    Wenn du wirklich der Meinung bist, dass Wiederholen nichts bringt, was gibt es denn dann noch für Möglichkeiten? Dann hast du deine Frage doch eigentlich schon selbst beantwortet?
    Liebe Grüße
    Hermine

  • "Pädagogische Note"?! Also in B-W steht sogar ausdrücklich in der Notenverordnung, dass die Zeugnisnoten eine pädagogische Gesamtwürdigung seien.
    Aber ich kenne dein Problem. Wenn der Fall so steht, lasse ich die Note bis zur Zeugniskonferenz offen und erkundige mich bei den Kollegen. Wenn z.B. viele sagen, bei mir ist er gerade auch im letzten Moment auf die bessere Note gerutscht und wenn er nicht wirklich viel tut, hat er nächstes Jahr im Fach X eh keine Chance, dann gebe ich "pädagogisch" die schlechtere Note. Wenn alle einen Aufwärtstrend sehen, läuft es eben umgekehrt.

    Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.

    Einmal editiert, zuletzt von Timm ()

  • Bin in einer ähnlichen, wenn auch etwas "verschärften" Situation - ein Zwölftklässler, der im ersten Halbjahr ganz anständig gearbeitet hat, im zweiten Halbjahr wegen privater Schwierigkeiten fast nichts getan hat - Defizit ja oder nein? Den Klausur- und Sominoten nach ja. Der Leistungsfähigkeit nach nein. Verdient der Junge ein Abi? Ja. Muss er dazu noch was lernen, was er aber auch in der Dreizehn lernen kann? Ja. Hat er sich dieses Jahr wegen seiner Schwierigkeiten mehrere Defizite eingefangen? Ja. Arrrggghhhh...


    Was mich auf jeder Stufe in den Wahnsinn treibt, sind die fehlenden Alternativen. Es gibt eine kleine Anzahl von Schülern, denen eine Wiederholung wirklich gut tut, weil sie von der Entwicklung her noch nicht so weit sind bzw. wirklich Stoff verpasst haben etc. Bei den allermeisten Fünferkandidaten geht es um völlig andere Dinge: Fehlende Arbeitstechniken. Pubertätsbedingte Konzentrationsschwäche. Faulheit. Prüfungsschwierigkeiten. Private Erdbeben (Scheidung der Eltern etc.). Desinteresse/ Langeweile in der Schule. Alles Dinge, die durch eine Wiederholung (und damit verbundener Demotivation, Abbruch sozialer Kontakte, Bekanntheit des Stoffes etc) eher verschlimmert als verbessert werden.


    In NRW sind die Versetzungsregeln so erweitert worden, dass eine Wiederholung deutlich seltener werden soll, bzw dass eine Versetzung eher die Regel ist. Find ich grundsätzlich prima. Gleichzeitig sind keinerlei flankierende Maßnahmen (vor allem kein Geld) zur Verfügung gestellt worden, die das Brachialinstrument Wiederholung ersetzen könnten (Individualförderung, soziale Betreuung, Lerntrainings bzw. betreute Hausaufgaben usw.) Da packse dich doch ann Kopp... so soll's denn herkommen?


    Bei uns an der Schule formiert sich gerade ein Trüppchen, die ein übergreifendes Förderkonzept zusammenstellen wollen, bin gespannt, was daraus wird. Ich will mitspielen - um die Zeit dazu zu haben, habe ich meine Stunden reduziert und werde 500 ¤ im Monat weniger verdienen, um bessere Arbeit zu leisten, ebenso wie die meisten der anderen jungen Kolleginnen und Kollegen, die in dieser Runde mitarbeiten wollen. Alltag an deutschen Schulen. Manchmal könnt ich...


    w.

    Frölich zärtlich lieplich und klärlich lustlich stille leysejn senffter süsser keuscher sainer weysewach du minnikliches schönes weib

    • Offizieller Beitrag

    Danke für das Feedback!


    Ist eine Wiederholung sinnvoll?


    Das kann man so oder so sehen.


    In der 12 steigen die Anforderungen - ein Junge, der den Mund nicht aufbekommen hat bis jetzt, woher soll er das plötzlich hinbekommen?


    Ich denke, er muss im Wesentlichen an sich selbst arbeiten - da wäre eine Wiederholung vielleicht (!) sinnvoll, weil er mit bekanntem Stoff arbeiten kann und somit einen leichten Vorteil hat. Vielleicht traut er sich dann mehr und schafft es dann, dies in die 12 mitzunehmen.


    Wenn er jetzt versetzt würde und in die 12 käme, weiß ich zwar, dass er viel arbeiten würde, aber das bringt ihm meines Erachtens nicht wirklich viel, weil er sich selbst zu sehr im Weg steht. Seine Leistungsfähigkeit und sein Einsatz zweifle ich ja noch nicht einmal an - aber wenn ein Schüler innerhalb eines Jahres nicht kapiert hat, dass die SoMi-Note 50% zählt...


    Gruß
    Bolzbold

  • Hallo Bolzbold,


    beim Lesen deines Threads stoße ich mich an deinen Angaben zu den Wortzahlen in seinen Klausuren am Anfang der 11. 250 Wörter in einer Klausur über eine Doppelstunde finde ich sehr wenig. Es mag dafür unterschiedliche Ursachen geben, jedoch drängt sich mir der Eindruck auf, dass die Probleme in Englisch sich möglicherweise eben nicht nur auf das Mündliche beschränken.


    LG
    Maria Leticia

    Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr. Marie Curie

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Maria Leticia schrieb am 11.06.2006 12:27:
    Hallo Bolzbold,


    beim Lesen deines Threads stoße ich mich an deinen Angaben zu den Wortzahlen in seinen Klausuren am Anfang der 11. 250 Wörter in einer Klausur über eine Doppelstunde finde ich sehr wenig. Es mag dafür unterschiedliche Ursachen geben, jedoch drängt sich mir der Eindruck auf, dass die Probleme in Englisch sich möglicherweise eben nicht nur auf das Mündliche beschränken.


    LG
    Maria Leticia


    Völlig richtig. Die beiden Klausuren des ersten Halbjahres waren 4- bzw. 5. Mündliche Mitarbeit gleich null. Was die Klausuren angeht, so ist das Dilemma, dass es ein Extremfall zwischen einem guten Fehlerquotienten aber grottigem Stil (nur Basisvokabular und aneinandergereihte Hauptsätze) ist.


    Tatsache ist aber, dass er sich von der dritten Klausur (auch 5) zur vierten Klausur (4+) gesteigert hat. Mündlich hat er sich glaube ich ganze zweimal im Quartal beteiligt - keine HA vorgelesen, keine HA abgegeben (abgesehen davon waren die HA bei ihm auch immer sehr kurz, was m.E. nicht an Faulheit sondern an mangelndem Ausdrucksvermögen liegt bzw. dass er zu den Punkten einfach nichts sagen kann).


    Insofern hat er schon gravierende Defizite.


    Gruß
    Bolzbold

  • Also, wenn ich das mit den Defiziten so lese...


    Aber mal was anderes: Hat der Schüler in der 12 denn noch Englisch? Vielleicht nimmt er ja Latein (oder seine andere Sprache).


    Bei uns hatten damals etliche Schüler Englisch nach der 11 abgewählt (weiß aber nicht, wie das bei euch ist). Wenn es so wäre - gib ihm die 4.
    Wenn er Englisch weiternimmt, würde ich ihm jetzt nach dem was du geschrieben hast, die 4 nicht geben, dann bekommt er in der 12 wirklich große Probleme.

    Vermeintliche Rechtschreibfehler sind ein Vorgriff auf kommende Rechtschreibreformen und deren Widerruf.

    • Offizieller Beitrag

    Er hat Englisch GK gewählt - möglicherweise habe ich ihn dann im nächsten Schuljahr wieder, weil ich einen GK 12 bekomme.


    Würde er die 11 wiederholen, wäre die Chance auch groß, dass ich ihn habe, weil ich sowohl einen GK11 Englisch als auch einen GK11 Geschichte bekomme...


    Die Frage ist halt, ob er es mit seinem bisherigen Engagement in der 12 packt - und das wage ich zu bezweifeln.


    Gruß
    Bolzbold

    • Offizieller Beitrag

    meike


    Hört sich gut an.


    Die Sache ist nur, dass ich mit dem Deal ja sozusagen in Vorkasse gehe und der Schüler ja auf der Basis seines Gewissens dann sehen muss, ob er sich daran hält oder nicht.


    Die Idee ist im Grunde nicht verkehrt, denn wenn er nicht daran arbeitet, kriegt er natürlich erhebliche Probleme in der 12.


    Ich lass mir das mal durch den Kopf gehen.


    Gruß
    Bolzbold

  • Hallo Meike,


    dein Plan klingt richtig gut, klingt aber auch so, als würde dem Lehrer und dem Schüler sehr viel Engagement abverlangt, so als wären regemläßige Absprachen notwendig. Da muss man auch aufpassen, dass der Schüler nicht überfordert wird.


    Ich hatte in der Oberstufe in Englisch auch Probleme und hatte mit meinem Lehrer vereinbart, dass ich ab und zu freiwillig eine Aufgabe im Englischbuch bearbeiten darf, die er dann korrigierte. Ich gebe zu, dass ich nachgelassen habe, weil es im Lauf der Zeit einfach zu viel wurde, aber es war sehr hilfreich, eben weil es freiwillig war, der Lehrer sah, dass ich ernsthfat interessiert war, mich zu verbessern und wiel es nicht benotet wurde. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass Nachhilfe für MICH persönlich besser gewesen wäre. Ich war allerdings nie versetzungsgefährdet und in Englisch habe ich in den letzten Jahren enorm aufgeholt, nachdem ich gezwungen war, eine Reihe wissenschaftlicher Texte auf Englisch zu lesen.


    Hallo Bozbold, ich würde das mit der Vorkasse nicht so sehen, denn der 12. muss er ja dann quasi bezahlen. Ich möchte dir hier aber lieber nichts ab- oder zuraten.


    Powerflower

  • Bolzbold,


    mal was anderes: Wenn der Schüler Englisch im GK nimmt, heißt das im Umkehrschluss, dass er in Französisch oder Latein (oder was er auch immer für eine Fremdsprache noch hat) auch schlecht ist?
    Weil... normalerweise nehmen die Schüler doch das, worin sie gut sind und was ihnen Spaß macht. Bei Englisch scheint es bei dem Schüler ja beides nicht zu geben. Er ist ziemlich schlecht und scheint wenig Lust zu haben.
    Frag ihn doch mal, ob die andere Fremdsprache für ihn nicht besser wäre?

    Vermeintliche Rechtschreibfehler sind ein Vorgriff auf kommende Rechtschreibreformen und deren Widerruf.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo,
    MrsX, ich fürchte, dass der Junge sich vermutlich eh schon "für das kleinste Übel" entschieden hat. Im Allgemeinen sitzen Schüler nämlich der falschen Annahme auf, dass Englisch ja sowieso leicht ist, weil man es schon so lange macht. Deshalb wird auch oft LK Englisch gewählt und die Schüler sind dann über die Maßen entsetzt, wenn sie feststellen, wie die Anforderungen steigen. Latein oder Französisch werden oft nicht gewählt, weil da von Anfang an die Grundlagen vernachlässigt werden- dabei ist der Sprung in die Oberstufe längst nicht so weit.
    Meikes Erfahrungen mit Wiederholern muss ich widersprechen (vielleicht liegt es aber auch nur am Fach)- viele Wiederholer haben sich nochmal richtig ins Zeug gelegt.
    In den Fällen des "persönlichen Erdbebens" gibt es bei uns die Möglichkeit, den Schüler auf Probe vorrücken zu lassen. Das wird auch recht gerne genutzt.
    Schüler, die "pokern", haben Pech gehabt. Mal ganz ehrlich, was macht Bolzbold denn, wenn er dem Schüler jetzt die bessere Note gibt und nächstes Jahr spielt sich das gleiche Theater oder gar noch schlimmer wieder ab (und das scheint ja fast abzusehen zu sein)? Gab es denn vor dem Telefonat mit der Mutter schon persönliche Beratungsgespräche?
    Was gäbe es denn sonst für Möglichkeiten- Wiederholen ist nach eurer Meinung nicht sinnvoll- den Sprung in die 12 scheint er aber wohl auch nicht so richtig schaffen zu können- bei 250 Wörtern mit grottigem Stil seh ich im GK auf Schüler und Lehrer nur Frust zukommen.
    Lg
    Hermine

Werbung