Abiturprüfung Deutsch - Bachelorarbeit

  • Hallo liebe Deutschlehrer,


    ich studiere im Moment Deutsch und Englisch auf Lehramt für Gymnasien an der Universität Potsdam. Ich bin im 6. Semester und befinde mich gerade mitten in meinen Recherchen für die Bachelorarbeit. Um einige Anregungen und Ideen zu bekommen, wollte ich mir ein paar fachkompetente Meinungen und Einstellungen zum Thema einzuholen.


    Es soll in meiner Arbeit um die typische Abitur-Aufgabenstellung "Analysieren und interpretieren Sie den folgenden Text/ Textauszug/ Dramenausschnitt/ das folgende Gedicht!" gehen. Ich finde diese Art von Aufgabenstellung etwas bedenklich, da sie doch sehr viel von den Schülern auf einmal verlangt und vor allem schwächere Schüler enorme Probleme damit haben (können). Zwar werden manchmal Teilaufgaben angegeben, die die Erarbeitung erleichtern sollen, doch kann ich mich trotzdem nicht damit anfreunden, dass die Aufgabenstellung immer wieder dieselbe ist. Zumal ich während meiner Recherchen herausfand, dass der Begriff "Interpretation" noch nicht mal geklärt ist und eine Abgrenzung von der "Analyse" ebenso unklar ist. Wie soll dann ein Schüler damit zurechtkommen?


    Ich weiß noch nicht genau, in welche Richtung meine Arbeit gehen soll, doch beschäftige ich mich momentan vor allem mit 2 Teilaspekten.


    Einerseits frage ich mich, wie objektiv eine Bewertung von solchen Aufsätzen ausfallen kann. Wie geht ein Lehrer bei der Bewertung vor? Wie entscheidet man, welche Teile wie gewichtet werden? Wo liegen die feinen Unterschiede zwischen z.B. 14 und 15 Punkten und wie kann man diese vor allem den Schülern einsichtig und nachvollziehbar machen? Inwiefern ist die Angabe von Teilaufgaben sinnvoll und hilfreich?


    Andererseits interessiert mich, ob auch Sie, als erfahrene Lehrer, ein Problem in der Aufgabenstellung sehen und wie Sie versuchen, ihre Schüler bestmöglichst darauf vorzubereiten? Haben Sie bestimmte Strategien oder Methoden, mit denen ein Erfolg garantiert ist? Und wie unterstützen Sie ihre Schüler in der Zeiteinteilung und den Arbeitsschritten, die getätigt werden müssen? Helfen Schulbücher bei der Vermittlung dieser komplexen Fähigkeiten? Und wenn ja, welche und wie erreichen Sie das?


    Wie Sie merken, schwirren noch viele Fragen in meinem Kopf herum und ich verlange auch nicht, dass Sie jede einzelne Frage beantworten, doch ein paar Meinungen von erfahrenen und fachkompetenten Lehrern wären doch sehr interessant, um das Thema einzuengen und eigene Ideen entwickeln zu können.


    Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich etwas Zeit für die Beantwortung der Frage(n) nehmen würden.
    Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Mühe!


    Marry

  • Zitat

    Original von Marry
    Ich finde diese Art von Aufgabenstellung etwas bedenklich, da sie doch sehr viel von den Schülern auf einmal verlangt und vor allem schwächere Schüler enorme Probleme damit haben (können).


    (Staatliche) Schule hat halt auch den gesellschaftlichen Auftrag zur leistungsbezogenen Differenzierung und "Selektion". Wenn man das nicht akzeptieren kann, sollte man sich ernsthaft fragen, ob man in einer staatlichen Schule arbeiten möchte.


    Ich halte es für selbstverständlich, dass Abituraufgaben auf ein hohes Anforderungsniveau abzielen (=komplexe Aufgabenstellungen) und schwächere Schüler damit eben Probleme bekommen.


    Fachwissenschaftlich kann man vielleicht darüber diskutieren, was unter einer Interpretation zu verstehen ist. Was eine Prüfungsaufgabe von den Schülern erfordert, ergibt sich aber auch immer aus der vorausgegangenen Unterrichtssituation. Man kann das nicht trennen und losgelöst voneinander betrachten.


    Ich habe schon den Eindruck, dass die Deutschkollegen in meinem Umfeld die Schüler durch ihren Unterricht so weit auf das Abi vorbereiten, dass diese (außer sie gehören im Fach Deutsch eben zu den weniger leistungsfähigen Schülern) sehr genau wissen, was im Rahmen einer Interpretation zu tun ist.

  • Ich "mache" kein Abi, bereite aber auf die Zentrale Prüfung in Klasse 10 vor. Selbst da gibt es genaue Erwartungshorizonte, die den Schülern vermittelt werden. Sie werden geübt, finden Anwendung in vergleichbaren Aufgaben.
    Wenn ein Schüler dann solche Formulierungen in der Prüfung liest, weiß er sehr wohl (es sei denn, er hat vorher verweigert oder ist sehr leistungsschwach), was er zu tun hat.
    Übrigens sind solche Formulierungen (eventuell noch mit einem kleinen Zusatz - "unter besonderer Berücksichtigung des Freiheitsbegriffs" - so war es bei mir) auch an der Uni üblich. Dort hat man zwar viel studiert, sich mit der entsprechenden Literatur beschäftigt, aber die Erwartungen und die To-do-Liste bei bestimmten Formulierungen müssen einfach bekannt sein. (Waren bei mir zum Teil eben aus der Schule bekannnt!)


    Ich habe noch keine Abi-Klausuren bewertet. Bei den zentralen Prüfungen in Klasse 10 entsprechen die Erwartungen im Grunde genau den geübten Anwendungen. Jeder einzelne Aspekt, der bearbeitet/erkannt werden musste, bekommt Punkte. Natürlich gibt es da immer einen kleinen Spielraum, der aber durch die Zweitkorrektur sehr gut "ausgeglichen" wird.

  • Zitat

    (Staatliche) Schule hat halt auch den gesellschaftlichen Auftrag zur leistungsbezogenen Differenzierung und "Selektion". Wenn man das nicht akzeptieren kann, sollte man sich ernsthaft fragen, ob man in einer staatlichen Schule arbeiten möchte.


    Ja, genau daran habe ich auch schon gedacht, aber vielleicht denke ich da auch zu "lieb". Mir geht es nicht um die wirklich leistungsschwachen Schüler, sondern eher um diejenigen, die im Grunde genommen wissen, was sie zu tun haben, da im Unterricht und in vorherigen Arbeiten auch genau das schon geübt wurde, aber dann plötzlich vor Aufregung oder was auch immer ein Blackout haben. Das würde mir echt leid tun und deswegen bin ich auch eher dafür, dass Teilaufgaben bzw. Einschränkungen wie Boeing sie nannte, gegeben werden. Zumindest kann ich mir vorstellen, dass das etwas über ein Blackout hinweghelfen kann. Ansonsten stimme ich vollkommen zu, dass das Abitur nicht von jedem erreicht können werden sollte.



    Zitat

    Fachwissenschaftlich kann man vielleicht darüber diskutieren, was unter einer Interpretation zu verstehen ist. Was eine Prüfungsaufgabe von den Schülern erfordert, ergibt sich aber auch immer aus der vorausgegangenen Unterrichtssituation. Man kann das nicht trennen und losgelöst voneinander betrachten.


    Ich habe schon den Eindruck, dass die Deutschkollegen in meinem Umfeld die Schüler durch ihren Unterricht so weit auf das Abi vorbereiten, dass diese (außer sie gehören im Fach Deutsch eben zu den weniger leistungsfähigen Schülern) sehr genau wissen, was im Rahmen einer Interpretation zu tun ist.


    Bekommt man als Lehrer also auch eine Handreichung, auf welche Aspekte zu achten ist bzw. wird das fach- und schulintern geregelt? Die wenigen Vorgaben in den Bildungsstandards etc. finde ich nämlich nicht konkret genug, um eine objektive Bewertung vorzunehmen und meine Schüler genügend darauf vorzubereiten.
    Haben Sie denn irgendwelche besonderen Methoden oder Tipps, wie man seine Schüler am besten darauf vorbereitet? Oder gibt es gute Materialien im Internet bzw. zu kaufen, auf die ich mal einen Blick werfen könnte? (Ich bin gerade im Ausland und kann deswegen nicht in Schulbücher gucken, werde das aber sofort nach meiner Rückkehr in Angriff nehmen.)


    Vielen Dank schonmal für die Antworten, für weitere Antworten, gern auch kritische Bemerkungen, bin ich dankbar, da ich in dem Bereich wirklich unerfahren bin und nur die Sicht des Schülers genaustens kenne.

  • Ich gestehe, dass mir deine Fragen nicht ganz klar sind bzw. wo das Problem sein soll.
    Die Operatoren "analysieren" sind definiert, was darunter verstanden wird kann man z.B. anhand der Erwartungshorizonte respektive Bewertungsbögen der letzten Abiturprüfungen nachvollziehen, sofern man es vorher nicht weiß. Jeder Oberstufenlehrer bereitet seine Kurse gezielt darauf vor, was diese Aufgabenstellungen bedeuten, welche Schritte (z.B. Einleitungssatz, kurze Inhaltsangabe, Kontexteinordnung usw.) dazu gehören.


    Die Lehrer bewerten die Abiturprüfungen nicht nach eigenem Gutdünken, sondern bekommen besagte Erwartungshorizonte, nach denen sie die Klausuren bepunkten und dann am Ende eben alle Punkte zusammenrechnen (dazu gehört übrigens dann auch die Darstellungsleistung) und daran die Note ablesen können, womit dann die Frage nach dem Unterschied zwischen 14 und 15 Punkten eigentlich nicht mehr zu stellen ist. Der Schüler kann nachvollziehen, in welchen Bereichen er die Punkte "verloren" hat (Inhaltsangabe vergessen, bestimmte Analyseebenen nicht erreicht, bestimmte Querverbindungen nicht gesehen und und und).
    Diese Klausuren gehen dann übrigens an einen Zweitkorrektor (teilweise extern, teilweise intern - wird zentral entschieden) und ggf. an einen Drittkorrektor.


    Im übrigen sind die meisten Abituraufgaben inzwischen aspektgeleitet, also es gibt eigentlich keine "Analysieren Sie diese Szene." Aufgaben, sondern meistens zielgerichtete Aspekte ("unter Einbezug der Argumentationsstruktur" oder oder oder).


    Von daher bin ich mir nicht so sicher, ob du da wirklich ein Thema hast...?

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

  • Zitat

    Ja, genau daran habe ich auch schon gedacht, aber vielleicht denke ich da auch zu "lieb". Mir geht es nicht um die wirklich leistungsschwachen Schüler, sondern eher um diejenigen, die im Grunde genommen wissen, was sie zu tun haben, da im Unterricht und in vorherigen Arbeiten auch genau das schon geübt wurde, aber dann plötzlich vor Aufregung oder was auch immer ein Blackout haben. Das würde mir echt leid tun

    "


    Mir tut es auch immer leid, wenn ein Schüler im Abitur ein Blackout hat. Allerdings meistens nicht, weil er die Aufgabe nicht versteht. In Hessen liegen sogar die Operatoren (normierte Arbeitsanweisungen) während der Prüfung einsehbar aus! Außerdem dürfen vor Beginn Fragen zum Verständnis der Aufgabenstellung beantwortet werden. Abiturprüfungen scheitern meiner Erfahrung nach nicht daran, dass ein Schüler nicht mehr weiß, was die über 3 Jahre hinweg geübten Aufgabenformulierungen heißen! Prüfungen haben immer das Risiko des Scheiterns, das Abitur bereitet auf die Universität vor, wo in der Regel überhaupt keine Rücksicht mehr auf individuelle Leistungsschwäche genommen wird. Die Schule bereitet sorgfältig auf das Abitur vor, Schüler werden gefördert, aber im Abi müssen sie dann eben zeigen, was sie gelernt haben. Dass einige scheitern, damit muss man auch als Lehrer fertig werden!

  • Hm, ok, danke für Ihre Antworten. Es ist echt interessant zu sehen, dass eine Fachwissenschaft Probleme an Stellen sieht, an denen laut Lehrern keine sind und man dann doch wieder merkt, wie weit das Universitätsleben vom Unterrichtsalltag entfernt sein kann. *seufz* Schade, aber trotzdem vielen lieben Dank für alle, die sich die Mühe gemacht haben. Ich werd nochmal in Ruhe darüber nachdenken und werde am Ende vielleicht Schulbücher untersuchen, also inwiefern sie den Begriff definieren und die Schüler auf das Abitur vorbereiten, wo Unterschiede liegen etc. Eventuell werde ich auch einen kleinen Unterrichtsentwurf einfügen, aber ich muss erstmal alle Gedanken ordnen.

  • Ich prüfe in diesem Jahr das 1. Mal selber Abiturienten, vorher war ich immer nur FPL oder Zweitleser. Ich übe im Unterricht sehr genau, was unter dem Operatoren zu verstehen ist, und bin auch gerne bereit, in der Abi-Prüfung allgemeine (!!) Hinweise zu geben, falls jemand wirlich mal einen Blackout hat. Die Korrektur ist durch den SEHR detaillierten Erwartungshorizont relativ einfach, obwohl natürlich noch ein gewisser pädagogischer Spielraum bleibt.


    Das Problem ist in der Tat die inhaltliche Vorbereitung. Wir bekommen die Aufgabenstellungen ja exakt in derselben Minute vorgelegt wie die Schüler auch (den Erwartungshorizont übrigens später, klar!), d.h. wir Lehrer wissen vorher nicht, was uns erwartet, und können von daher auch nur einen Weg gehen, nämlich den, möglichst viel möglichst genau und methodenreich im Unterricht zu behandeln. Und dann bleibt die Hoffnung, dass wir damit "Erfolg" haben. Das sage ich auch meinen Schülern so, damit keine falsche Erwartung und Sicherheit aufkommt. In diesem Jahr habe ich mit meiner Vorbereitung richtig gelegen, Gott sei Dank. (Meine Vorabi-Klausur war sogar thematisch sehr ähnlich dem einen Abi-Vorschlag *jubel*)


    Ob du mit deiner Untersuchung der Schulbücher weiterkommst, wage ich zu bezweifeln. Denn die Schulbuchautoren wissen ja auch nur, welche Themen vorgegeben werden (wird immer 1,5 Jahr im Voraus im I-net veröffentlicht), aber nicht, welche Aufgaben dann im Endeffekt dabei herauskommen werden.

  • Zitat

    Original von Nuffi
    Ob du mit deiner Untersuchung der Schulbücher weiterkommst, wage ich zu bezweifeln. Denn die Schulbuchautoren wissen ja auch nur, welche Themen vorgegeben werden (wird immer 1,5 Jahr im Voraus im I-net veröffentlicht), aber nicht, welche Aufgaben dann im Endeffekt dabei herauskommen werden.


    Schon, aber das allgemeine Vorgehen bei einer Interpretation bleibt doch dasselbe!?

  • Zitat

    Original von Marry


    Schon, aber das allgemeine Vorgehen bei einer Interpretation bleibt doch dasselbe!?


    Ja klar, aber was willst du denn genau untersuchen?

  • Naja, erstmal, ob das Thema der Interpretation überhaupt direkt angesprochen wird. Und dann würde ich gucken, wie der Begriff Interpretation definiert wird (was sicherlich unterschiedlich ausfallen kann), welche Vorgehensweisen und Methoden vorgeschlagen werden (hier gibt es sicher unterschiedliche Schwerpunktsetzungen, zumal eine Interpretation unter 4 Aspekten erfolgen kann: Autor, Realität, Text, Leser) und inwiefern den Schülern einfach das Handwerkszeug für eine Interpretation zur Verfügung gestellt wird. Man könnte dann auch auf einige Aufgabenstellungen zu Texten gucken und untersuchen, inwiefern das schritthafte Vorgehen der Beantwortung der Fragen auf eine völlig selbstständige Interpretation hinausläuft und den Schülern bei der Abi-Vorbereitung hilft. Quasi welche Teilaufgaben welchen methodischen Schritt repräsentieren sollen, welche Teilaufgaben hilfreich und welche eher unnütz sind. Natürlich muss das alles begründet werden. Und dann könnte man auch noch schauen, an welcher Stelle im Buch das Thema das erste Mal erklärt wird, ob es einen abgegrenzten Methodenteil gibt etc. Hier könnte man dann jeweils Vor- und Nachteile des Vorgehens aufzeigen.

  • Ich glaube, eIn Blick in den Lehrplan für Deutsch Sek II (nach wie vor gültig!) könnte Dir helfen:
    http://www.schul-welt.de/lp_on…5-1068881-814875&rubrik=6
    Du kannst das Heft bestellen, es kostet nicht die Welt.
    Gruß,


    putzi

    "I think it would be a great idea." (Mohandas Karamchand Gandhi when asked what he thought of western civilization)

    Einmal editiert, zuletzt von putzmunter ()

  • Hallo,


    du solltest aber auch berücksichtigen, dass im sprachlichen und geisteswissenschaftlichen Unterricht Aufgabenstellungen im Buch in der Regel nicht das Hauptmedium zur Kompetenzvermittlung sind. Zumindest bei uns gibt es in der Oberstufe "Das Buch" in Deutsch gar nicht.


    Grüße Eugenia

  • Zitat

    Original von Eugenia
    Hallo,


    du solltest aber auch berücksichtigen, dass im sprachlichen und geisteswissenschaftlichen Unterricht Aufgabenstellungen im Buch in der Regel nicht das Hauptmedium zur Kompetenzvermittlung sind. Zumindest bei uns gibt es in der Oberstufe "Das Buch" in Deutsch gar nicht.


    Grüße Eugenia


    Wir haben schon ein eingeführtes Schulbuch, aber dazu kommen natürlich noch die diversen Lektüren, die alle extra angeschafft werden müssen.

  • Zitat

    Original von Nuffi


    Wir haben schon ein eingeführtes Schulbuch, aber dazu kommen natürlich noch die diversen Lektüren, die alle extra angeschafft werden müssen.


    Ja danke, das ist mir durchaus bewusst. Deswegen werde ich mir ein bis drei Repräsentative heraussuchen, die in Brandenburg/ Berlin genutzt werden (z.B. "Texte, Themen und Strukturen") und diese dann so weit wie möglich vergleichen. Vielleicht werde ich auch noch den ein oder anderen Abiturtrainer (wie z.B. vom Duden-Verlag oder Stark) zu Rate ziehen. Da muss ich mich dann einfach mal durch die Staatsbibliothek in Berlin kämpfen und sehen, was sich machen lässt. SO pauschal kann ich da nichts zu sagen und hier im Ausland habe ich leider keine Deutschbücher zur Verfügung.


    Ich weiß auch, dass die meisten Lehrer gar nicht strikt nach den Aufgabenstellungen im Buch vorgehen. Das habe ich bisher in meinen Stunden auch nie gemacht - aus dem einfachen Grund, dass diese meist schlecht strukturiert und nicht hinreichend für eine gelungene Interpretation sind (jedenfalls meiner Meinung nach). Deswegen wäre es aus meiner Sicht auch gut, das mal zu untersuchen und Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten (im Rahmen meiner spärlichen Unterrichtserfahrungen).


    Und danke an putzmunter für den Link, ich werde mir das Heft gleich mal bestellen und einen Blick hereinwerfen.

  • Bist du denn schon auf den Gedanken gekommen, für die Frage, wie Abituraufgaben gestellt und bewertet werden, die einschlägigen Rechtsgrundlagen zu Rate zu ziehen? Da steht das nämlich alles genau drin, was du sonst mühsam aus den Schulbüchern extrapolieren müsstest.


    Nele

  • Für NRW zum Beispiel hier:
    http://www.standardsicherung.s…itur-gost/fach.php?fach=1


    Ganz unten: Konstruktionsvorgaben für Abiturprüfungsaufgaben


    Und natürlich, wie weiter oben schon erwähnt, absolut unerlässlich: Richtlinien und Lehrpläne für die Sek II.

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

    Einmal editiert, zuletzt von katta ()

  • Ja, die habe ich bereits durchforstet. In Berlin/ Brandenburg gibt es leider gar nicht diese schönen Vorgaben wie für NRW, bei denen genau beschrieben wird, was analysieren und interpretieren bedeutet etc. Deswegen bildete sich letztes Semester auch eine Arbeitsgruppe, die u.A. eine Operatorenliste aufgestellt hat (von Studenten für Studenten/ Referendare). Ich habe mich mit den oben genannten Operatoren beschäftigt und bin dann eben genau auf das Problem gestoßen, dass die Begriffe mehr oder weniger synonym benutzt werden und schwer voneinander zu trennen sind. Vielen Dank für den Link, katta, ich finde die Informationen dort sehr hilfreich. Brandenburg sollte sowas auch zugänglich machen!

  • Für NRW ist diese Problematik bereits an einer einer Uni (weiß nicht mehr welche, ich glaube, es war eine im Osten) von einer Professorin untersucht worden, weil es hieß, die Ergebnisse seien zu schlecht und man wolle mehr gute und exzellente Abiturklausuren. Die Folge davon waren die detaillierteren Anweisungen in der Aufgabenstellung, die ab diesem Jahr helfen sollten.

  • Zitat

    Original von Marry
    Ja, die habe ich bereits durchforstet. In Berlin/ Brandenburg gibt es leider gar nicht diese schönen Vorgaben wie für NRW, bei denen genau beschrieben wird, was analysieren und interpretieren bedeutet etc. Deswegen bildete sich letztes Semester auch eine Arbeitsgruppe, die u.A. eine Operatorenliste aufgestellt hat (von Studenten für Studenten/ Referendare). Ich habe mich mit den oben genannten Operatoren beschäftigt und bin dann eben genau auf das Problem gestoßen, dass die Begriffe mehr oder weniger synonym benutzt werden und schwer voneinander zu trennen sind. Vielen Dank für den Link, katta, ich finde die Informationen dort sehr hilfreich. Brandenburg sollte sowas auch zugänglich machen!


    Hast du auch in die Lehrpläne für die Sek II gesehen - die Korrekturvorschriften für Oberstufenklausuren sind in der Regel die gleichen wie für Abiturklausuren, schlicht und einfach aus dem Grund, weil die Lehrer, die Abiturklausuren korrigieren dies genau so tun, wie sie es von Oberstufenklausuren gewöhnt sind.


    Dass Studenten Operatoren für Studenten aufstellen, halte ich für wenig sinnvoll. Ihr wisst nicht aus eigener Erfahrung, welche Probleme und Schwierigkeiten bei der Formulierung von Klausuraufgaben lauern können; diese Erfahrung gewinnt man erst, wenn man selber etliche Klausuren formuliert und die Resultate unmittelbar, und zwar in Echtzeit *bei* den Klausuren zur Kenntnis nehmen konnte. Aus dem gleichen Grund bin ich übrigens skeptisch, was den Sinn von Operatorenformulierungen von Hochschullehrern ohne Lehr- und Prüfungserfahrung mit jugendlichen Schülern angeht.


    Nele

    Einmal editiert, zuletzt von neleabels ()

Werbung