Beiträge von Eugenia

    Lorz: „Wir müssen davon ausgehen, dass es aufgrund der Omikron-Variante einen hohen Krankenstand bei Lehrkräften geben wird“, sagte er. Geplant sei, bei Bedarf Personal zwischen den Schulen zu verschieben. Möglich seien auch stufenweise Einschränkungen bei den schulischen Angeboten. So könnten beispielsweise Arbeitsgemeinschaften entfallen. „Unser Ziel ist es, einen verlässlichen Unterrichtskern sicherzustellen“, so der Minister.


    https://www.fr.de/rhein-main/l…frastruktur-91219117.html


    Irgendwie zynisch. Verfügungsmasse Lehrer, Hauptsache Präsenz. Verluste werden in Kauf genommen als Kollateralschaden.

    Studie liefert Hinweise: So hoch ist das Infektionsrisiko in Supermarkt, Schule und Friseur - Wissen - Tagesspiegel


    Ich finde es bemerkenswert, dass es nach 2 Jahren Pandemie keine tragfähigen Statistiken zur Ansteckungsrate in Schulen gibt, dafür hätte man u.a. konsequent sequenzieren müssen. Stattdessen wird die Mähr "Schulen sind sicher / keine Pandemietreiber / Bremsen der Pandemie" weiterverbreitet, die ebenfalls durch nichts außer Wunschdenken der Verantwortlichen begründet ist. Langsam habe ich die Vermutung, dass man einfach nicht wissen will, welches Risiko besteht. Sonst müsste man ja vielleicht endlich mal aktiv werden, statt sich in sicheren Büros auf seinen Lorbeeren auszuruhen.

    Und das ist schlecht, weil?

    Das ist schlecht, weil in der Schule nicht nur quietschgesunde, widerstandsfähige Schüler und Mitarbeiter rumlaufen. Denen macht das Restrisiko, das trotz Impfung bleibt, durchaus erhebliche Bauchschmerzen. Und einige Schüler und Mitarbeiter haben zu Hause Angehörige, die das Durchseuchungsexperiment nicht auf die leichte Schulter nehmen können, weil sie vorerkrankt sind, die Impfung nur bedingt anschlägt, ihr Immunsystem schwach ist, sie zu denen gehören, die nicht geimpft werden können. Die werden dann zum Kollateralschaden und unterliegen derzeit teils erheblicher psychischer Belastung aufgrund genau der Strategie "Augen zu und durch". Die Aussicht "Für dich ist im Notfall noch Platz auf der ITS" wirkt da wenig tröstend.

    Komisch, dass gefühlt 95% der Familien finden, ihr Kind solle sich endlich infizieren, dass man Ruhe habe. Kaum einer behält sein Kind freiwillig zu Hause. (Ich würde die Schulen übrigens dicht machen, damit stehe ich aber allein auf weiter Flur).

    Wo finden denn Familien das? Ich kenne zumindest keine Eltern, die sagen "Hoffentlich kriegt er / sie es bald, damit Ruhe ist." Ja, auch bei uns behält so gut wie niemand freiwillig sein Kind zu Hause, aber das hat andere Gründe. Neben der "Die Schule wird schon sicher sein / das ist alles nicht so schlimm"-Fraktion z.T. Angst, dass das Kind zum Außenseiter wird, wenn es zu Hause bleibt. Angst vor Benachteiligung, Überforderung mit dem Homeschooling. Durchseuchung befürwortet zumindest offen niemand. Im Gegenteil - wenn in einer Klasse ein Corona-Fall auftritt, kann man inzwischen damit rechnen, dass mehrere Kinder einige Tage daheim gelassen werden, um vorsichtig abzuwarten, wie die Lage sich entwickelt.

    Hessen hat einfach verlängert (früher angefangen) ohne anderweitige Ferien zu streichen.


    So wie das aktuell läuft, bin ich mir nicht mal sicher, ob wir bis zum 17.12. kommen....

    Der hessische Elternbund hat sich gegen eine Verlängerung der nächsten Weihnachts-Ferien ausgesprochen, weil die Kinder ja auch privat miteinander Kontakt hätten. Allerdings ist das ein Totschlagargument für jede Maßnahme. Warum dann Clubs und Bars schließen und Weihnachtsmärkte absagen - die Leute treffen sich doch auch privat. Eigentliches Argument gegen die Verlängerung ist wieder mal die Betreuungssituation. Und täglich grüßt das Murmeltier....

    Abgesehen von dem Risiko für die Kinder selbst - muss man zur Zeit die öffentlichen Verkehrsmittel noch mit Schulklassen zusätzlich vollstopfen, ohne dass das unbedingt nötig wird, und so die Abstände für alle Fahrgäste weiter einschränken? Ich kann auch nicht mehr hören "Aber die Kinder haben sich doch so gefreut - das müssen wir jetzt durchziehen." Bei meinem Mann an der Schule wird auch auf Klassenfahrt gegangen - ich finde das einfach nur verantwortungslos, und zwar nicht nur Kollegen, Schülern und ihren Familien gegenüber. Das RKI fleht regelrecht, Kontakte zu verringern. Und da wird von Schulen aus munter mit größeren Gruppen durch die Gegend gefahren? Vielleicht wäre das auch ein Anlass, um nicht nur in theoretischen Diskussionen im Unterricht zu vermitteln, was Verantwortung heißt. Gott sei Dank ist mein Mann diesmal nicht mit Klassenfahrt an der Reihe...

    Bei uns an der Schule finden fast alle Veranstaltungen digital statt - hat sich auch letzten Winter bewährt. Mein Mann ist da schlechter dran - seine Schulleitung verfährt nach dem Motto: Was nicht direkt verboten ist, wird gemacht. D.h. Konferenzen, Elternabende, Informationsveranstaltungen alles in Präsenz vor Ort. Und nächste Woche startet ein Jahrgang auf Klassenfahrt. Kollegen, denen dabei mulmig wird, sind in der Minderheit und finden kein Verständnis. Wir halten die Luft an, dass nichts passiert.

    Hallo,


    ich wüsste gerne, welche Erfahrungen ihr mit der Zuverlässigkeit der Corona-Schnelltests an den Schulen gemacht habt. Mich wundert, dass fast alle positiven Ergebnisse, die wir in der Schule haben (Einzeltests, kein Pooltest) später nicht durch PCR-Tests bestätigt werden, das heißt die Schüler werden zum PCR-Test geschickt, der ergibt dann negativ. Wir fragen uns inzwischen, welche Relevanz diese Unmassen an Schnelltests überhaupt haben und ob wir im Umkehrschluss nicht ebenso viele positive Schüler eben nicht erfassen, weil die Tests nicht zuverlässig sind oder ungenau von den Schülern durchgeführt werden, was wenig vertrauenserweckend ist. Wie sehen denn eure Erfahrungen aus? Wir bekommen im Moment Siemens-Tests.

    Woher kommt eigentlich immer dieser Trugschluss: Die Schüler infizieren sich kaum, deshalb können wir jetzt die Masken weglassen und de facto muss auch keiner mehr in Quarantäne außer dem Infizierten. Die Schüler infizieren sich kaum, WEIL bisher Masken getragen wurden und WEIL direkte Kontakte in Quarantäne waren. Ich halte das intellektuell bald nicht mehr aus, das ist so eine Augenwischerei. Und statt eines Präventionskonzeptes werden jetzt einfach die Infizierten rausgefischt und der Rest spielt weiter Durchseuchungskarussell.

    Klar, es wird um die Schulen gehen. Und ich tippe, dass die Lockerungen bleiben, weil es ja so unfassbar gut läuft. Das war letzte Woche schon vorbeugend Propaganda des Kultusministeriums.

    Vor allem finde ich es deshalb verfrüht, weil überall sonst die Maßnahmen verschärft werden. Nur die Schule bildet die Ausnahme, während im Land die Infektionszahlen steigen??? Ich habe das Gefühl, die Verantwortlichen sitzen am Schreibtisch und haben irgendwie den Kontakt zur Realität in den Schulen komplett verloren. Bei uns nehmen die Infektionszahlen an der Schule auch zu - bei Lehrern wie Schülern.

    In Hessen wird jetzt gerade die Maskenpflicht am Platz wieder abgeschafft und die Quarantäne nur auf Infizierte begrenzt, trotz steigender Inzidenzen. Irgendwie muss jedes Bundesland erst einmal denselben Fehler machen, um dann zurückzurudern. Vorbereitet übrigens durch vollmundige Erklärungen altbekannter Floskeln ("Die Schulen sind keine Pandemietreiber. Die Schulen sind sicher.")

    Bei mir bleibt der ungute Eindruck, dass mein Arbeitgeber Maßnahmen ergreift, die die Gesundheit aller Beteiligten nur unzureichend schützen, dafür sich die Lage mit immer wiederkehrenden Floskeln schönredet und sich im Grunde nicht um uns und die Schüler schert. Sonst würden wir nicht unter diesen Umständen Unterricht machen müssen, sonst würde nicht auf Querdenker-Geschrei reagiert und die Vorsicht über Bord geworfen. Bei mir bleibt das Gefühl, dass Schule allein gelassen wird, dass unsere Arbeit nicht gesehen wird und dass sich stattdessen Politiker lächelnd vor der Kamera selbst beweihräuchern, während sie von den Schulen verlangen, permanent neue Maßnahmen über Nacht umzusetzen - in zugigen Klassenräumen, ohne Luftfilter, während die Politiker selbst jeden nur erdenklichen Schutz haben.

    Du gehst einfach mal davon aus, dass der Selbsttest falsch ist? Deine Kinder haben Corona, dein Test ist positiv und du ziehst diesen Schluss? Das klingt für mich total krude. Und du erklärst die Pandemie für beendet? Ist das hier ein schlechter Scherz?

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