Beiträge von Eugenia

    Hallo!

    Woran erkennt ihr, dass in dem Testheft vorgenommene Eintragungen von berechtigten Personen vorgenommen wurden?

    Habe 2 SuS, die sich in einem Testzentrum testen lassen und diese kriegen dort auch nur ein Handzeichen als Vermerk eingetragen.

    Das finde ich seltsam. Hier wird der Bürgertest gar nicht ins Testheft eingetragen, die Schüler bekommen einen elektronischen Nachweis (QR-Code) oder einen Ausdruck über den negativen Test mit. Ein einfaches Handzeichen, ohne das erkennbar ist, dass dieses eindeutig vom Testzentrum stammt, würde ich nicht akzeptieren. Da könnte ja jeder sein Kürzel hinmalen.

    Irgendeine seltsame Corona-Paranoia und gleich müssen wieder die anderen Kollegen ran. Die belastbaren kann man immer weiter belasten, während der Rest sich wegduckt. Willkommen im System Schule.

    "Die anderen Kollegen" müssen nur ran, weil das Kollegium oder die Schulleitung (?) in der Planung nicht inklusiv denkt. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es auch anderen Kolleginnen und Kollegen mulmig ist bei dem Gedanken, unter den momentanen Bedingungen auf eine Klassenfahrt zu gehen. Wurde das gemeinsam beschlossen? Wenn ja - hat man dabei berücksichtigt, wie es den Nicht-Befürwortern damit in der gegenwärtigen Situation geht - oder sag man einfach "Stellt euch nicht so an"? Letzteres kenne ich von meiner Referendariats-Schule leider auch. Man beschließt mehrheitlich etwas, von dem von vornherein klar ist, dass einzelne Kollegen damit große Probleme haben (z.B. gesundheitlich). Wenn diese dann nicht mitziehen können (was eigentlich bekannt war), wird keine Lösung gesucht, um z.B. Aktivitäten zu finden, an denen sie auch teilnehmen können, oder um mit ihnen Alternativen zu besprechen, sondern schlicht "draufgehauen", nach dem Motto "Der / die drückt sich doch wieder und ich habe die Mehrarbeit." Wer bestimmt denn bitte, wie belastbar man sein muss? Die Belastbarsten? Das halt ich für sehr zweifelhaft. Außerdem sind diese Kollegen vielleicht in anderen Bereichen wieder deutlich belastbarer als man selbst und können einen dort unterstützen. Mit etwas Nachdenken und Empathie im Vorfeld - und dazu gehört ausdrücklich NICHT die Behauptung, dass sich "nicht Belastbare wegducken" - hätte es wahrscheinlich eine für alle gute Lösung gegeben. Aber dafür muss man sich eben in andere hineinversetzen und über den eigenen Tellerrand hinausschauen, was leider in vielen Lehrerzimmern nicht der Fall ist.

    "Wenn es ein Elternteil verweigert, der mich sprechen will, könnte ich mir vorstellen, denjenigen auf den Schulhof zu bitten fürs Gespräch."


    Nö. Eltern, die den Test verweigern, würde ich gar nicht persönlich vor Ort treffen, sondern ihnen eine telefonische Beratung anbieten.

    Ich auch nicht. Gott sei Dank hat unsere Schulleitung von vornherein Fahrten erst einmal verschoben. Meine Schwägerin bekam von ihrer Schulleitung eine Dienstanweisung und muss fahren. "Eltern und Schüler erwarten das von der Schule."

    Hessen erlaubt Klassenfahrten im Inland unabhängig von der Inzidenz - dafür weiter Tests auf der Fahrt. Wenn ein Fall auftritt, soll der Schüler sofort vor Ort isoliert werden und abgeholt, die anderen werden weiter täglich getestet und tragen Mundschutz (Wo? Nachts im Gruppenzimmer?). Nach der Heimkehr wird bei jeder Fahrt empfohlen, für 14 Tage weiter 3x die Woche zu testen, wenn - unabhängig von Infektionen - einmal übernachtet wurde. Der Lehrer soll prophylaktisch so viele Tests mitnehmen, dass im Zweifelsfall täglich auf der Fahrt getestet wird. Was ist das für ein kompletter Irrsinn! Ich *freue* mich schon auf sowas hier: Corona-Infektionen: Essener Gymnasium bricht Klassenfahrt ab - waz.de

    Macht sich eigentlich irgendjemand im Kultusministerium und auf den Schulämtern mal Gedanken, was das in der Praxis für ein Wahnsinns-Stress und Aufwand ist, vom Infektionsrisiko ganz zu schweigen?

    Doch, kann man gut verstehen. Das Motto lautet: Alle in die Schule, ohne Rücksicht auf Verluste, und Politiker grinsen in die Kamera und verkünden vor der Wahl: "Es findet flächendeckend Unterricht statt. Unser Konzept ist toll." (Ironie aus)

    Mich ärgert gerade am meisten, dass diese massive zunehmende Verwässerung der Quarantäneregeln jetzt auch noch als "Erleichterung" und "Verbesserung" für die Schulen verkauft wird. Die meisten meiner Kollegen und Kolleginnen sehen das nicht so. Im Nachbarkreis gab es in den ersten beiden Tagen schon über 20 Fälle an Schulen. Die Vorstellung, vor über 100 Schülern in der Woche zu stehen, von denen einer nach dem anderen mit Corona rausgetestet wird, während die anderen warten, ob was passiert ist, und währenddessen im Zweifelsfall lustig weiter andere anstecken, ist nicht gerade erhebend.

    Das darf doch nicht wahr sein. Heute kam die Mail vom Schulamt:

    Sollte ein Kind positiv sein, muss dieses einen PCR-Test machen und bei Bestätigung anschließend in Quarantäne (maximal 14 Tage, nach Tag 7 darf man sich erneut testen lassen und ggf. wieder früher in die Schule). KEINE(R) aus der Klasse muss in Quarantäne. Ab dem Zeitpunkt des positiven Tests gilt eine 14-tägige TÄGLICHE Testpflicht für diese Lerngruppe. Bei erneutem positiven Test innerhalb dieses Zeitraums wird die Testpflicht um weitere 14 Tage erweitert.


    Heißt, wenn ich jetzt einen Test positive habe, geht die tägliche Testerei los UND wenn ich Pech habe, habe ich alle 1-2 Wochen einen neuen positiven Test und befinde mich dann in der Dauertestung über den Winter... WTF? :D

    Da sieht man, dass die Leute, die sich so etwas einfallen lassen, die Realität der Schule überhaupt nicht kapieren. Ich stelle mir das gerade in der Oberstufe am Gymnasium vor, wo es jahrgangsgemischte Kurse gibt und ein Schüler täglich mit Schülern aus zig anderen Kursen Kontakt hat. Dann testen wir im Prinzip für einen positiven Fall im Extremfall fast den ganzen Jahrgang täglich. Abgesehen davon wurden bisher Kontaktpersonen mit PCR-Test getestet, jetzt ersetzt man das mit den wesentlich ungenaueren do-it-yourself-Schnelltests, die bei symptomlosen Infizierten eine hohe Fehlerquote haben. Ich hatte ja schon erwartet, dass die Kombination Delta-Variante mit leichterer Ansteckung, steigende Inzidenzen und Propagieren von "Die Schulen bleiben auf jeden Fall offen" dazu führt, dass die Sicherheitsstandards gesenkt werden und einfach nicht mehr in Quarantäne geschickt wird. Corona wird ansteckender, viele Schüler sind nicht / noch nicht geimpft - dann schicken wir doch einfach keinen mehr in Quarantäne, sondern machen die Schule zum Testcenter. Mit Lehrern kann man es ja machen.

    Letzteres fürchte ich. Die Politik überbietet sich gerade mit Lockerungen und Aufhebung von Schutzmaßnahmen. Im Prinzip sind wir Spielball für Wahlkampfgetöse.

    2023 und 2024 gibt es dann 3 Wochen Osterferien. Grund für die Kürzung der Herbstferien sind wohl die spät beginnenden Sommerferien, wenn ich mich richtig erinnere.

    Warten wir erst mal den Herbst ab. Die Inzidenzen steigen, bei Kindern und Jugendlichen gerade überproportional stark, ich gehe mal davon aus, dass wir schneller als erwartet bei 100 sind. Übrigens geht es nicht primär darum, was ich oder Kollegen toll finden und ob wir lieber ohne Maske unterrichten würden oder nicht, es geht um die Vermeidung von Ansteckung, die bei den Schülern nach dem geplanten Modell fraglich ist.

    Maske ab 100 am Platz. Und vorher: Corona-Party..... Ich finde es ja einen besonderen Hohn, dass Herr Lorz wieder mal darauf hinweist, dass Luftfilter "nach neuesten Erkenntnissen" das Lüften nicht ersetzen. Das hat nie einer behauptet. Und die Erkenntnis ist auch nicht neu, sie dient nur dazu, die bisherige skandalöse Untätigkeit zu beschönigen. Unser Schulträger verweigert hartnäckig die breitere Anschaffung von Luftfiltern, pro Schule gibt es im Schnitt gerade mal 1-2. D.h. im Winter wieder frieren im Durchzug mit Scheinsicherheit dilettantisch durch die Schüler durchgeführte Schnelltests. Mich graust es ehrlich gesagt davor.

    Die Formulierung "Covid ist jetzt eine Krankheit wie jede andere auch" entbehrt für mich irgendwie der Logik. Was heißt denn "jede andere"? Von simpler Schnupfen über Windpocken und Meningitis bis Ebola wäre da alles dabei. Covid 19 ist eine Krankheit, die uns wohl nicht mehr verlassen wird. Aber wir wissen trotz über 1,5 Jahren mit Corona immer noch recht wenig, z.B. über Langzeitfolgen, Dauer der Immunität nach Impfung. Klar ist Null-Covid illusorisch, aber je höher die Infektionszahlen steigen, desto wahrscheinlicher sind auch weitere Mutationen des Virus, gegen die dann die Impfung vielleicht nicht mehr hilft. Und es gibt im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten, die uns seit Jahrzehnten begleiten, noch keine spezifisch wirksamen Medikamente. Dafür ist Covid 19 / Delta eine der am meisten infektiösen Viruserkrankungen, mit denen wir in Mitteleuropa derzeit konfrontiert sind. Ich finde auch die Parole "Wir müssen jetzt eben mit Covid 19 leben", mit der dann die Pandemie quasi für beendet erklärt und zur Normalität übergegangen wird, problematisch. Eher müssen wir immer noch lernen, wie man mit der neuen Krankheit so leben und umgehen kann, dass wir so weit wie möglich die Infektionen im Griff behalten. Und ich denke auch an die Menschen, die nicht so einfach "mit dem neuen Risiko leben" können, weil es "einfach nur eine Krankheit wie jede andere auch" ist, die nämlich durch Autoimmunerkrankungen keinen ausreichenden Impfschutz aufbauen, nicht geimpft werden können oder aus anderen Gründen immer noch stärker gefährdet sind. Für die ist "ein weiteres Lebensrisiko" keine Sache, die man einfach schulterzuckend hinnehmen kann.

    Erwartungshorizont für mich zum Korrigieren ja, allerdings teile ich keine ausführliche Musterlösung mehr an Schüler aus, seitdem wir festgestellt haben, dass die örtlichen kommerziellen Nachhilfeinstitute Klausuren und Musterlösungen von uns ohne Rücksprache speichern und an Schüler ausgeben. Damit ist die Arbeit für kommende Jahrgänge nicht mehr einsetzbar. Ich bespreche die Arbeiten ausführlich, bepunkte transparent in der Arbeit, wer Nachfragen hat, kann einzeln zu mir kommen (was nur äußerst selten passiert).

    Beim Wechselunterricht fand ich es besonders anstrengend und unbefriedigend, dass unser Kultusministerium den Übergang zum vollen Präsenzunterricht in kurzfristigen adhoc-Entscheidungen verkündet hat und dadurch es kaum möglich war, die beiden Teilgruppen sinnvoll auf einen Stand zu bringen. Das heißt eine Teilgruppe hatte z.B. 8 Stunden Präsenz, die andere nur 2 (durch Feiertage bedingt), dann kam Freitag die Entscheidung: ab Montag beide Gruppen zusammen vor Ort. Verständnis für reale Probleme der Basis: Null.

Werbung