Ich weiß nicht, aus welchem Bundesland du bist, aber zumindest für NRW kann ich mir das nicht vorstellen, da die Gymnasien nach der Erprobungsstufe alles aussortieren, was nicht ansatzweise in deren Schema passt und Schüler mit Förderbedarf (abseits von KM o.ä.) sind auch eher eine Seltenheit.
Wir als Gesamtschule haben übrigens aktuell soviel fest zugewiesene Förderschullehrer: 0
Ich unterrichte in Hessen. Und auch wenn man das sich nicht vorstellen kann - es ist immer mehr Realität. Natürlich nicht flächendeckend, aber mit zunehmender Tendenz. "Aussortieren", wie du es nennst, können wir entgegen der gängigen Vorurteile nicht ohne Weiteres. Abgesehen davon wächst auch die Zahl der beratungsresistenten Eltern, die ihre Kinder auf Biegen und Brechen auf dem Gymnasium halten wollen, selbst wenn es aufgrund der Leistungen oder der Schulbiographie keinen Sinn macht. In den letzten beiden Anfangsjahrgängen wurde von oben darauf bestanden, die Klassen bis zur äußersten Schmerzgrenze anzufüllen. Das heißt mehrere Klassen im Jahrgang mit über 30 Kindern, darunter, wie gesagt, Geflüchtete, die Analphabeten sind, Kinder mit deutlich auffälligem Sozialverhalten, Kinder mit individuellem Förderbedarf (in der Regel KM, Sehen / Hören, ES). Gut 1/3 der Kinder nicht für das Gymnasium empfohlen. Die abgebenden Grundschulen signalisieren, dass sie massiv überlastet sind und die Probleme nicht mehr stemmen können.