Mutter von Einträgen genervt....

  • Gestern habe ich im Mitteilungsheft eines Kindes unter einem Eintrag meinerseits (Kind hatte wiederholt anderes Kind getreten, Arm umgedreht etc.) folgenden charmanten Kommentar der Mutter vorgefunden:" Achten Sie doch auch mal auf die anderen Kinder. Langsam nerven diese Einträge." Ich habe erfolgreich meinem ersten Impuls widerstanden, sofort eine entsprechende Antwort darunterzuschreiben (zumal ich es auch nicht richtig finde, wenn das Kind diese Einträge mitlesen kann) und grübele seitdem, wie ich darauf angemessen reagieren soll. Im Normalfall würde ich die Mutter nochmal zum Gespräch bitten, da das Kind aber nur noch 2 Wochen in meiner Klasse ist, sehe ich darin keinen rechten Sinn und möchte mir das auch selbst nicht antun. Trotzdem möchte ich sie (auch im Interesse der nachfolgenden Lehrer) damit nicht einfach durchkommen lassen. Immerhin fordert unsere Schulordnung von den Eltern einen respektvollen Umgang mit dem Schulpersonal .... Im Moment tendiere ich dazu, ihr einen Brief zu schreiben und diesen auch von der Schulleitung unterschreiben zu lassen. Oder wäre das übertrieben?
    Ach ja: natürlich "achte ich auch auf die anderen Kinder" (manchmal habe ich den Eindruck ich tue den ganzen Tag nichts anderes) und gemessen an dem, was das betreffende Kind sich in der Schule tatsächlich alles leistet, ist das, was als Eintrag bei der Mutter ankommt wirklich ein Witz!

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

  • Hmm, entweder einfach ignorieren..weils wirklich bald egal ist für dich oder
    ich würds eventuell doch nicht auf mir sitzen lassen und der Dame kurz mitteilen, eventuell durch einen förmlichen Brief von der Schule, dass du sie zu einem Gespräch (mgl. mit Vorgesetzer) einlädst, da du das Mitteilungsheft nicht zur ausführlichen Briefpflege benützen möchtest (und keine Sekretärin angestellt hast,die derlei für dich erledigen könnte)..
    oder wie gesagt ignorieren, weil es eigentlich nicht echt lohnt, die Dame ist die Aufregung vermutlich nach so einer Äußerung nicht wert und spitzzüngigen Humor versteht sie möglicherweise eh falsch...
    ich verstehe aber, dass du dich ärgerst, ich finds auch dreist.

  • Ich glaube ich würde einen höflichen aber bestimmten Brief schreiben und die Schulleitung ebenfalls unterschreiben lassen. Auch würde ich es auf die allgemeine Ebene heben d. h Umgangsformen in der Schule/Respekt etc. . Bisher habe ich mit dieser Form der Antwort nur positive Ergebnisse erzielt. Allerdings zieht man sich so einen Brief nicht schnell aus den Fingern; der muss wohl überlegt und formuliert sein und dauert demnach.
    Viel Erfolg!

  • Ich würde das an die Schulleitung weitergeben.
    An der Kommunikation mit Dir scheint dieser Mutter ja nicht viel zu liegen.

  • Du Arme! Sowas find ich unverschämt ohne Ende...auch ich hatte letztes Schuljahr mal so ne ähnliche Antwort :-(...
    Schlimm find´s ich vor allem deswegen, weil ja die anderen Kinder auch unter diesem einen leiden müssen/ in ihrer Freiheit eingeschränkt werden, in der Schule in Ruhe spielen und arbeiten wollen etc pp... leider hatte das Kind mit diesen "Angewohnheiten"auch nicht gerade viele Freunde. Und warum? Weil einige Eltern ihre Kinder nicht richtig erziehen können, wage ich einmal zu behaupten .... Mir tat damals dann auch das Kind sehr leid. (die Mutter war echt ne ganz ne arge Wichtigtuerin...)
    Ich würde diese Antwort auf jeden Fall der Schulleitung zeigen und dann auf eine Empfehlung warten, wie man weiter vorgehen kann/ sollte/...
    Oft habe ich auch schon zu schnell reagiert und pampig zurückgeschrieben, leider nur mit dem "Erfolg", dass ich mich dann über mich geärgert habe, darauf eingegangen zu sein.
    Und: Eigentlich -finde ich- ist das Tragische an der Geschichte das Kind, das schon solche Verhaltensweisen an den Tag legt...(woher wohl)...und wenn die Mutter so ignorant ist, wird sich da wohl wenig ändern in nächster Zeit...(bzw änderte sich ja wohl auch wenig, in der Zeit, in der du das Kind hattest...)


    (entschuldige bitte, hab jetzt viel aus meiner Sicht und meiner damaligen Erfahrung geschrieben, aber evtl trifft´s das ein bisschen)


    LG!

  • Ich würde einfach sein unmögliches Verhalten den Mitschülern gegenüber in die Sozialverhaltensnote miteinfließen lassen (kann sich die Mutter wohl kaum drüber beschweren, sie war ja jeweils zeitnah informiert und hätte gegensteuern können) und ansonsten am letzten Schultag nen Prosecco auf die Frau köpfen.

  • Zitat

    Original von hallonochmal
    Ich würde das an die Schulleitung weitergeben.
    An der Kommunikation mit Dir scheint dieser Mutter ja nicht viel zu liegen.


    Hatte kürzlich einen ähnlichen Fall, die SL hat den lieben Papa vorgeladen, der wollte sich glatt rausschummeln (-war nicht so gemeint etc.), aber morgen haben wir ein Gespräch.
    Was denken sich die Leute eigentlich?

  • Danke erstmal für die Antworten (ermutigt mich ja doch) aber es gibt jetzt auch schon eine Fortsetzung der Geschichte. Heute tauchte besagte Mutter in der Hofpause auf (auch so eine Unart von ihr....) und wollte mit uns sprechen. Meine Kollegin (wir teilen uns die Klassenleitung, ich war heute nicht da) hat ihr zwar gesagt, sie soll einen Termin vereinbaren (zumal sie Aufsicht hatte) aber sie hat sich nicht so recht abwimmeln lassen ... letztlich gabe es dann ein kurzes Gespräch auf dem Hof. Die Mutter ist der Ansicht nur Ihr Kind bekäme Einträge (liest sie die Mitteilungshefte der anderen Kinder????) und er würde sich "nur wehren". Sie sagt ihm natürlich auch immer, er solle sich wehren, wobei wir glaube ich alle wissen, wie Kinder "sich wehren" interpretieren ("Wieso trittst du sie?" "Sie hat mich gestern genervt!"...).
    Immerhin hat meine Kollegin ihr klar gesagt, dass ihre Sichtweise nicht der Realität entspricht und dass sie damit genau gegen unsere Bemühungen arbeitet, die Kinder zu gewaltfreiem Handeln zu erziehen. Zum Thema Einträge hat Sie ihr auch gesagt, dass wir davon ausgehen, dass Sie wissen will, was ihr Kind in der Schule tut und dass es traurig wäre, wenn das nicht der Fall ist. Das Wichtigste hat sie ihr also gesagt, obwohl es natürlich an ihrem Standpunkt (die Schule ist an allem Schuld.... ihr armes Kind ist das Opfer) null ändern wird. Wir haben deshalb beschlossen, es damit bewenden zu lassen.... es ist wirklich die Nerven nicht wert, die wir dabei lassen würden und es ändert nichts. Zeugnisnoten für Betragen gibt es in der zweiten Klasse noch nicht, aber ich werde es mit Sicherheit in die Bemerkungen mit einfließen lassen. Und die Kollegin vorwarnen, die das Kind übernimmt. Das Kind tut mir im übrigen auch leid. Nicht nur aus oben schon genannten Gründen (kaum Freunde, ständige Konflikte) sondern auch, weil er dank ihrer Anti-Lehrer-Haltung völlig zwischen den Stühlen sitzt. Auf der einen Seite wird er Mamas Haltung uns gegenüber voll mitbekommen, auf der anderen Seite will er natürlich auch mit uns klarkommen und von uns gemocht werden (ist ziemlich anhänglich, strahlt einen morgens an und kommt einen immer mal umarmen... Mama ist aber der Meinung er mag uns nicht und arbeitet nur deshalb nicht mit...). Und es ist vorprogrammiert, dass sich das in Zukunft nicht ändern wird.

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

  • Danke für´s Mitteilen der Fortsetzung!


    Ihr habt euer Bestes getan!


    Manche Mütter/ Eltern sind nun mal "beratungsresistent"


    (- da bringt es leider auch gar nichts, zu erklären, dass man so ja nur zum Wohl des Kindes bzw zum Wohl aller Kinder einer Klasse/ Schulgemeinschaft handelt...)


    LG!


    Schon mal: Schöne Ferein nach Berlin :) - wir hier haben noch mehr als 5 Wochen....und gerade beginnenden Zeugnisstress *schnief*

  • Einerseits schwierig, andererseits gebe ich der Kollegin recht mit "der Mühe nicht wert". Was ich damit meine ist: Die Mutter ist einer Mühe zur Förderung einer verbesserten Einsicht nicht wert. Ebenfalls kann ich mir nicht anmaßen, Dir einen Rat geben zu wollen, denn jeder diesbezügliche Fall ist einzigartig und nicht mit anderen Fällen vergleichbar. Ich selbst habe derartige Fälle mit absolut unkompetentem Elternhaus stets versucht so anzugehen, dass ich mich in verstärktem Maße dem Kind zuwendete (das war mir die Mühe wert), aber im Kontakt mit so einer Mutter keine weitere Zeit vergurkte.

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