Antrag förderliche Zeiten

  • Weiß einer, wo man den Antrag für die Anerkennung von förderlichen Zeiten bei Neueinstellungen finden kann?


    Seit 2008 gibt es da wohl in NRW diese Änderung, die zu einer "großzügigeren" (oder besser gesagt: gerechteren) Einsortierung in die entsprechende Entgeltgruppe führen soll.
    Oder ist das ein formloser Antrag?
    Hat damit schon jemand Erfahrung gemacht?

  • Du findest so einen Antrag beispielsweise als PDF beim VBE, beispielsweise unter dem Stichwort


    "Besserstellung der tarifbeschäftigten Lehrkräfte"


    oder du bei google unter Anerkennung von förderlichen Zeiten in NRW suchst. Da sind auch Berechnungsbeispiele und Hilfen, was genau darunter zu verstehen ist.
    Ich weiß, dass es bei der Umstellung von BAT auf TV-L größere Probleme gegeben hat und einige Gehaltsstufen nachgebessert werden mussten. Ob das allerdings heute immer noch so ist, kann ich nicht sagen. Im Zweifelsfall kann man sich aber auch an den Personalrat wenden, die haben eigentlich immer einen dabei, der sich tarifrechtlich auskennen sollte.
    Viele Grüße

  • Vielen Dank, Tintenklecks! Schon gefunden und abgespeichert. :P


    Da steht allerdings etwas von rückwirkender Nachzahlung.
    So weit will ich es aber gar nicht erst kommen lassen.
    D.h. falls ich ein Angebot über die Liste bekomme, möchte ich direkt in die richtige Entgeltstufe einsortiert werden, d.h. mit Vertragsabschluss und Zusage von mir....
    Es geht immerhin um EUR 800,- brutto mehr oder weniger....


    Aber als Vorlage ist das prima !

  • Werden denn überhaupt Stellen im GS Bereich über die Liste vergeben?


    Ich habe noch von keiner Besetzung in unserem Kreis gehört, der über die Listenziehung in den Dienst gekommen ist. Es werden vielmehr Stellen über den Vertretungspool der verschiedenen Schulämter ausgeschrieben, und diese Kandidaten dann nach Bedarf hin und her geschickt.


    In welche Region möchtest du denn?

  • Ich habe noch von keiner Besetzung in unserem Kreis gehört, der über die Listenziehung in den Dienst gekommen ist.

    Ich gehe auch nicht davon aus, dass ich ein Angebot bekomme, auch wenn aus dem hübschen bunten Bildchen der EInstellungsprognose vom NRW-Ministerium für 2011 ja von akutem Grundschullehremangel ausgegangen werden kann.... ;)
    Aber:
    Falls doch eine Rückmeldung kommt, dann wäre ich gerne vorher umfassend darauf vorbereitet.
    Ich könnte mir nämlich - rein hypothetisch :whistling: - sehr gut vorstellen, dass die Rückmeldezeit für eine Zusage aus der Liste sehr kurz ist und dann erstmal automatisch eine Eingruppierung in die Stufe 1 ("Wir haben das Ref. gerade erst hinter uns!") erfolgen wird.

  • Anerkennung von förderlichen Zeiten bei Neueinstellungen


    Kann man hier eigentlich auch ehrenamtliche Tätigkeiten oder Nebentätigkeiten während des Studiums einbringen - bzw. es zumindest versuchen? Oder ist das absurd und nicht vorgesehen?

  • ... auch wenn aus dem hübschen bunten Bildchen der EInstellungsprognose vom NRW-Ministerium für 2011 ja von akutem Grundschullehremangel ausgegangen werden kann.... ;)

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    Ich höre immer genau das Gegenteil ... und das schon seit "Ewigkeiten" ... und habe mir nach dieser Aussage mal die Prognose vom MSW bis 2030 angesehen. Da sind jetzt gerade mal aktuell und dann nochmal in 3-5 Jahren einige wenige Jahre dabei, wo die Anzahl der Absolventen unter der Zahl der prognostizierten freien Stellen liegt. Diese Zeiträume sind aber so kurz, dass man da die Altbewerber nicht unter den Tisch fallen lassen kann ... folglich ist die Anzahl der Bewerber immer deutlich über der Zahl der Stellen ... und so steht es auch im Text über dem bunten Bildchen.


    Deshalb frage ich ... ich sehe da nirgendwo einen akuten Grundschullehrermangel ... ganz im Gegenteil (rote Kurve im bunten Bildchen). Nicht umsonst werden die Grundschullehrer permanent auf ihre Möglichkeiten in der Sek I hingewiesen - sie müssen halt nur das richtige Fach studiert haben - weil man da Lehrer braucht und den Grundschullehrern daher dort den "Seiteneinstieg" ermöglicht.


    Und in der Praxis ... da erlebe ich Grundschullehrer, die von Vertretung zu Vertretung eilen ... und sich jetzt zum Teil auf "abenteuerliche Beschäftigungsbedingungen" eingelassen, um dann nach 2 Jahren dafür mit einer festen Stelle "irgedwo in der Nähe" belohnt zu werden. Und die das tun, weil sie - wegen falscher Fächer - nicht in die Sek I ausweichen können ... oder nicht wollen ...oder eben wegen des schon seit "Ewigkeiten und in der Zukunft" vorhandenen Grundschullehrerüberschusses keine andere Möglichkeit sehen, endlich mal eine feste Stelle zu bekommen. Das sieht mir nach allem aus, aber nicht nach Grundschullehrermangel!


    Und wenn ein mir bekannter Grundschulrektor alle Jubeljahre überhaupt mal eine Stelle ausschreiben darf, dann kommen die Bewerbungen in 10er Packeten herein.


    Oder übersehe ich ... und vor allem die feststellenlosen Grundschullehrer in meiner Umgebung ... da irgendetwas Entscheidendes?

    "Der erste Schritt zum Lernen ist die Liebe zum Lehrer - weil man die Liebe zur Wissenschaft von Heranwachsenden noch nicht erwarten kann."


    Erasmus von Rotterdam




  • Oder übersehe ich ... und vor allem die feststellenlosen Grundschullehrer in meiner Umgebung ... da irgendetwas Entscheidendes?

    Ich sagte nicht, dass die Graphik mit der Realität d.h. Praxis übereinstimmt, aber wenn man sich die Zahlen für 2011 und 2012 ansieht (und 2014 nochmal), dann werden weniger Bewerber fertig als Stellen frei sind.
    Theoretisch.... ;)


    Im Vergleich zu Mitte/Ende der 90er Jahre hat sich die Lage auf jeden Fall etwas entspannt....
    Ich kann auch nicht glauben, dass jemand länger als 2 Jahre Vertretungsjobs gemacht hat, ohne irgendwie reinzurutschen (oder er hat OG 30 oder schlechter abgeschnitten).....
    2002 sind z.B. auch Bewerber mit Ordnungsgruppe 26 (Sachunterricht) fest eingestellt worden - eben nach 2 Jahren Jobhopping geklettert in OG 18.
    Daher gibt es mE. auch nicht sooooooo viele Altbewerber Jahre rückwirkend.


    Und ja, Vertretungslehrer werden händeringend gesucht, das höre ich von mehreren Seiten (Eltern wie Schulleiter ---> der Markt sei leer.....). :S

  • Ich möchte dir deinen Optimismus keinesfalls nehmen, allerdings muss ich Step uneingeschränkt zustimmen.


    Ich habe selbst weitaus mehr als zwei Jahre Vertretungsunterricht gegeben und war weit von einer Ordnungsgruppe 30 entfernt. Teilweise werden in Auswahlgesprächen Bewerber mit OGs von 15 oder 16 nicht mehr eingeladen, da es mittlerweile viele gibt, die eben besser sind. Auch mit Vertretungsstellen ist das so eine Sache, wenn man auf eine Vollzeitstelle angewiesen ist. Die werden häufig mit reduzierter Stundenzahl angeboten, schon allein deshalb, um möglichst viele mit einem Job zu versorgen. Es gibt auch mehr Altbewerber als man denkt, denn die sitzen teilweise schon jahrelang in den gleichen Lehrerzimmern, bekommen einen Anschlußvertrag nach dem nächsten und es fällt keinem mehr auf, dass es sich um Vertretungskräfte handelt. Ich kenne eine Kollegin, die sitzt schon acht Jahre an der gleichen Schule, wird behandelt, wie eine fest angestellte Kollegin, sie ist aber "nur" eine Vertretungskraft.


    Man hat m.E. nur wenige Möglichkeiten, besonders wenn man eine Fächerkombination mit SU hat: Man sucht gezielt nach Fortbildungen, die sehr speziell und noch nicht besonders verbreitet sind. Dazu sollte man alles vorweisen können, was so allgemein verbreitet ist (Übungsleiter-Schein, Rettungsfähigkeit, Englisch ...). Wichtiger ist aber in meinen Augen eine persönliche Komponente. Stellen werden gern an die vergeben, die man kennt. Also sollte man Kontakt suchen zu Leuten in den Schulleitungen, Personalräten oder Schulämtern, damit man nicht mehr nur eine Bewerbungsnummer ist.


    Das klingt zwar etwas verbittert, aber die Ochsentour war nicht immer einfach. Zudem glaube ich auch nicht an den Sinn dieser "Rund-um-Qualifizierung", die eigentlich beinhaltet, dass man Scheine macht, nur um halbherzig etwas vorweisen zu können.


    Mittlerweile rate ich jedem, sich genau zu überlegen, ob er etwas studieren möchte, mit dem nur dieser eine Weg beschritten werden kann und nur sehr wenig echte Alternativen möglich sind.

  • Tintenklecks, ich bin nicht optimistisch.
    Meine Nachfrage in diesem Forum entstand aufgrund der (ja wohl offensichtlich falschen) Einstellungsprognose von unserem Ministerium, die im Internet veröffentlicht ist und für den Lehrerberuf Werbung machen soll.


    Ich suche nach verbindlichen Zahlen (d.h. Anzahl Bewerber, Anzahl Einstellungen, entspricht bis OG= ....), und zwar rückblickend für die letzten Jahre, denn wenn die tatsächlich meinen, mit ihren Prognosen auch heute noch die Bewerber verschaukeln zu können, dann sollte man langsam mal anfangen, dagegen zu steuern und dem Ministerium Kontra zu geben.
    Vermutlich wird das Land diese Zahlen niemals veröffentlichen, denn damit entkräftigen sie ja ihre eigene Prognose..... ?(
    Somit fehlt m.E. für das gesamte Einstellungsverfahren die wirkliche Transparenz.


    Dass die Lage für Grundschullehrer schwierig ist, bestreite ich nicht.
    Nach wie vor sind die Perspektiven aber deutlich besser geworden durch die Pensionierungswelle und durch die OGS mit dem Pflichtstundenanteil Lehrerstelle/Gruppe.
    Und 60 Bewerber/Stelle ist nicht viel, sondern normal bis wenig (schau dir mal den Arbeitsmarkt der Diplom-Psychologen o.ä. an).


    Die Sache mit der "festen Vollzeitstelle" und "sofort" sollte doch realistisch gesehen werden.
    Vergleichen wir das mit dem sozialen Bereich oder anderen Branchen: Da werden Verträge oft nur über 1 Jahr vergeben, dann nochmal verlängert, danach ist Schluss (weil sonst eine Festanstellung erforderlich wäre!). Das ist für viele Sozialarbeiter völlige Normalität. Eine Nachbarin hat z.B. Magister/Germanistik, die hat noch nie unbefristet gearbeitet, sondern immer nur im Rahmen von Projektförderungen.
    Freiberufler hangeln sich von Auftrag zu Auftrag, immer unsicher. Zahlreiche Lehrer arbeiten bei der VHS für Dumpinglöhne von Schuljahr zu Schuljahr mit Honorarverträgen abgespeist.
    Im Vergleich dazu ist der Grundschullehrer im Schuldienst in E-11 und entsprechender Gruppe aber noch sehr gut bezahlt (und das auch als Vertretungslehrer!), und wenn jemand 8 Jahre befristet und immer nur dort gearbeitet hat, dann muss ihm wohl die Grundschule immens wichtig sein. Außerdem hat in der Zeit Rentenansprüche und reichlich Berufserfahrung dazu gewonnen, also hat er nicht umsonst gearbeitet!
    Dass solche Kandidaten mit Tunnelblick für den sonstigen Arbeitsmarkt und die Wirtschaft eher uninteressant sind und das Bild vieler Arbeitgeber bekräftigen ("Grundschullehrer können nichts anderes als Grundschullehrer"), versteht sich dann wohl von selbst - denn alles jenseits dieser Schulform scheint ja nur eine absolute Notlösung zu sein (und sobald die ersehnte Planstelle doch noch kommt, sind die Leute natürlich sofort weg).....


    Im Übrigen: Ich kenne einige Grundschullehrer, die mit mir fertig wurden.
    Die sind heute alle fest im Schuldienst.
    Zufrieden ist keiner wirklich, aber immerhin sind sie "fest" im Job. Viele sind krank geworden, eine hat sich ent-beamten lassen, oder sie bekommen ein Kind nach dem anderen .... :D


    Ich bin gespannt, was die Bezirksregierung mir antwortet..... ;)

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