Englisch und kath. Religion, gute Kombi?

  • Hallo zusammen.


    ich habe vor am dem WS 11/12 Englisch und kath. Theologie für die Sek II in Bonn zu studieren.


    Englisch ist mein absolutes Wunschfach! Und Religion interessiert mich sehr. An meiner alten Schule gab es diese Kombi allerdings nicht. Alle Relilehrer hatten entweder Latein oder Geschichte als 1. Fach. Deshalb meine Frage: ist diese Kombi sinnvoll?
    Ich hab auch gehört, dass Reli ziemlich trocken sein soll und dass viele deshalb in ein anderes Fach wechseln. Stimmt das? die Themen die ich bisher in den Studienordnungen gefunden hab find ich aber eigtl, soweit ich das beurteilen kann ziemlich interessant.


    Meine zweite Frage: Voraussetzung für kath. Religion sind Griechisch oder Hebräisch Kenntnisse (Kein Graecum oder Hebraeicum). Ich kann die Sprachkenntnisse natürlich an der Uni erwerben, aber was wär am sinnvollsten? griechisch oder hebräisch? Ich denk mal beides ist nicht sonderlich leicht, es geht mir auch nicht darum das leichteste zu nehmen, aber welche Sprache bringt mir im Studium und später beim unterrichten mehr?


    Das Lehramtsstudium wird ja jetzt auf Bachelor/Master umgestellt. Ich würde auch sehr gern noch ein drittes Fach studieren. Ich weiß von Freunden, dass das auch kein Problem ist. allerdings haben die noch Staatsexamen. Weiß jemand, ob das auch beim Bachelor geht?


    Liebe Grüße

  • Also, ich studiere ev. Religion und würde nicht sagen, dass das trocken ist. Kommt aber wahrscheinlich auch darauf an, was man unter "trocken" versteht. Wenn du Religion studieren willst, weil es dich wirklich interessiert und du glaubst, dass es dir Spaß macht, dann wird dir aber auch wahrscheinlich nichts ausmachen, wenn die eine oder andere Veranstaltung etwas trocken ist. :) Die Kombi mit Englisch finde ich jetzt nicht ungewöhnlich. Gibt es an der Uni und an meiner alten Schule öfter. Es muss nicht Latein oder Geschichte sein, wobei sich das schon ganz gut ergänzt.
    Bei Hebräisch und Griechisch kann ich dir nur sagen, dass Griechisch dem Lateinischen sehr ähnlich ist. Man hat es also leichter, wenn man Latein schon kann. Hebräisch ist ein völlig anderes Sprachsystem, aber eigentlich ganz einfach. Vielleicht guckst du dir beides einmal an und entscheidest dann? Fürs Studium bringt natürlich beides was - je nachdem ob du deinen Schwerpunkt eher aufs AT oder aufs NT legen willst. Wie es später im Beruf ist, kann ich (noch) nicht sagen.
    Liebe Grüße
    Maren

  • Hallo Mella!
    Englisch und Kath. Religion ist eine gern gesehene Kombination, zumindest wird mir das von diversen Schulleitern immer wieder erzählt. Besonders, falls du irgendwann in deinem Studium den Drang verspürst auf Berufsschule umzusteigen. (Ich studiere zwar LaG, aber mein Referendariat werde ich an einer Berufsschule machen.) Dadurch, dass du ein "altes" Fachgebiet mit einem "neuen" mischst, kannst du deinen Schülern einen ganz neuen Blickwinkel eröffnen. Ich hab drei Semester lang diese Kombination studiert (Religion aber nur als Drittfach) und wurde vom Berufsschulseminarleiter für Kath. Religion bekniet, die auch zu Ende zu führen. Von daher - Glück auf!
    Ein Drittfach ist mit Bachelor immer noch möglich. An meiner Uni darf man das ab dem dritten Semester dazu wählen, gar kein Problem. Wird wohl in Bonn ähnlich sein, denke ich.


    Viel Glück beim Studium!

  • Ich finde, dass das eine gute Kombination ist. Gesucht sind Lehrer mit dieser Kombi auf jeden Fall immer wieder! :) Ein Hauptfach ist nie verkehrt und Religionslehrer gibt es auch nicht mehr soooo häufig, da man als katholischer Religionslehrer später zum Unterrichten die kirchliche Lehrerlaubnis (missio canonica) braucht, die mit einigen Auflagen verbunden ist, die bis ins intimste Privatleben hineinreichen (du darfst z.B. später als Frau nicht mit einem Mann zusammenleben, mit dem du nicht verheiratet bist). Es gibt viele, die dazu dann nicht bereit sind. Ich mag Religion als Unterrichtsfach und nehme diese Auflagen gerne in Kauf, bzw. erachte manches davon ohnehin als selbsverständlich für mein Leben (z.B. dass ich spätere Kinder einmal katholisch taufen lasse und entsprechend erziehe).


    Das Studium fand ich alles andere alt Trocken (das war eher das Mathestudium), im Gegenteil, ich fand es äußerst interessant! Besonders Kirchengeschichte fand ich faszinierend, aber auch viele Seminare in biblischer Theologie oder in Systematik waren wirklich spannend.


    Hebräisch musste ich nicht lernen, aber griechisch. Das war jetzt nicht so extrem schwer, zumal ich auch kein Graecum brauchte, sondern auch "nur" Grundkenntnisse, die ich in zwei Semestern (bzw. einem Semester und einem zweiwöchigen Ferienseminar) erwerben konnte. Was von beidem sinnvoller ist für das Studium oder das Unterrichten, kann ich so nicht beantworten. Es kommt vielleicht darauf an, ob du dich mehr auf das Alte oder das Neue Testament konzentrieren magst, denn das AT ist im Originaltext hebräisch, das NT griechisch. Im Unterrichtsalltag brauchst du in der Regel beides nicht. Es ist nur manchmal ganz nett, um (vor allem jüngere) Schüler zu faszinieren, indem man ein paar griechische Buchstaben an die Tafel kritzelt und behauptet, dass man das lesen kann. :thumbup:


    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß und Erfolg im Studium! Ich kenne einige Dozenten aus Bonn, da Köln und Bonn im Bereich katholische Theologie eng zusammenarbeiten, und denke, dass man da sehr gut aufgehoben ist. :)

    "I propose we leave math to the machines and go play outside."
    (Calvin and Hobbes, Bill Waterson)

  • Zu den Fächern kann ich dir nichts sagen, aber ich würde davon abraten nur auf Sek. II zu studieren. Wenn du nicht ausschließt, dass du an eine Sek.I+II-Schule willst, engst du m.E. deine Einstellungschancen deutlich ein, da eine Schulleitung nach meiner Erfahrung Leute einstellt, die sie möglichst 'breit' einsetzen kann - und das heißt auch Sek. I

  • Vielen Dank, ihr habt mir sehr weitergeholfen und ich bin jetzt mehr denn je von meiner Fächerwahl überzeugt :)


    Allerdings hat es mich schon sehr eingeschüchtert (ich glaub das ist das richtige Wort), dass die Kirche später soviel Mitspracherecht hat. Ich mein, klar, wenn man sich für katholische Theologie entscheidet, muss man auch dahinter stehen. Aber das man wirklich soviel beachten muss später ist schon sehr erschreckend. Schließlich kann doch niemand vorhersehen, ob man sich vielleicht nicht doch irgendwann mal scheiden lassen will/muss. Und dann direkt die Lehrerlaubnis entzogen bekommen find ich nicht so toll.


    Aus diesem Grund werd ich echt alles dafür tun, noch ein 3. Fach studieren zu können, damit ich später nicht so sehr auf Religion angewiesen bin.

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