Prüfungsstunden - wie anlegen? Erfahrungswerte?

  • Hallo an alle,


    auch mein "großer" Examenstag naht. Meine Stunden stehen zwar (noch) nicht ganz, für eine Stunde hab ich aber zumindest schon mal ein "Grundgerüst". Bei En überlege ich jedoch...und zwar konkret: da die andere Stunde (Ge, Oberstufe) relativ schülerzentriert ist, bin ich gerade unschlüssig, ob ich in der Englisch-Stunde etwas zeigen soll (z.B. Grammatikeinführung nach Ziegesar mit Realia & Co.) , das "mehr" von mir als Lehrer zeigt, oder ob ich etwas auch eher schülerzentriertes (wie z.B. Erstellen und Darstellen eines Kurzdialoges) zeigen soll...
    habe mal gehört, dass es ganz gut wäre, am Examenstag dahin gehend beide Möglichkeiten bzw. Facetten zu zeigen, d.h. eine Stunde, in der eher sehr schülerzentriert gearbeitet wird und der L sich zurückzieht, in der anderen Stunde jedoch sollte der Lehrer auch "mehr von seinen Fähigkeiten als Lehrer" zeigen (Himmel, ich hoffe, ihr versteht, was ich meine).


    Ist wahrscheinlich eh Geschmackssache der Prüfungskommission, aber: gibt es in der Hinsicht irgendwelche Tipps und/oder Erfahrungswerte?


    Viele Grüße,


    euer noch überlegendes Perlchen ?(

  • Ich bin zwar kein Experte, da nur bescheidener Seiteneinsteiger - aber ich denke schon, dass das Sinn macht. Allerdings würde ich eher in GE lehrerzentriert und in EN schülerzentriert arbeiten, da du in der FS den SUS ja viel Gelegenheit zum Sprechen geben sollst - also zumindest wurde mir bei meinen UBs immer gesagt, dass ich die SUS noch mehr hätte sprechen lassen können - das Problem ist natürlich in der Praxis, dass die meisten es nicht wirklich hinkriegen, und man sich und ihnen die Pein ersparen möchte, und deshalb als Lehrer wieder eingreift - in der Oberstufe aber nicht angesagt - ich würde da nur grobe Fehler fragend in den Raum stellen.


    Oh Mann, Besserwisser, jetzt meldet euch doch mal, JETZT könnt ihr glänzen und Tipps geben

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.

  • Da eile ich als Besserwisserin doch gleich mal zur Stelle ;):
    Da du ja eine möglicherweise recht gemischte Kommission hast, würde ich in den Stunden relativ unterschiedlich arbeiten, damit sich jeder entsprechend seiner Präferenzen irgendwo wiederfinden kann. Komplett an die Schüler würde ich insgesamt (das heißt in beiden Prüfungsstunden nicht), da man ja auch dich als Lehrperson sehen will. Bei einer langen Gruppenphase besteht ja auch tendenziell die Gefahr, dass die Ergebnisse in eine andere Richtung laufen als gewünscht oder deutlich unter dem Erwarteten zurückbleiben; da solltest du also schauen, wie du entweder bei der Präsentation reagierst bzw. wie du das Arrangement so hinbekommst, dass die Schüler sich nicht verrennen können. In meiner einen Prüfung habe ich die Erfahrung gemacht, dass Schüler eher nicht so kritisch am Material arbeiten, weil sie Angst haben, "dass die Prüfung nicht klappt" und sie mit einem "Ja, aber" Probleme machen.

  • Ich gebe Aktenklammer größtenteils Recht, möchte aber noch kurz anmerken, dass es gerade in Englisch besonders wichtig ist, eine möglichst hohe Schüleraktivierung zu erzielen / zu zeigen, d.h. es sollte nach Möglichkeit ein großer Redeanteil jedes einzelnen SuS (in Englisch) vorhanden sein. Natürlich möchte die Prüfungskomission auch dich als Lehrerperson sehen, aber das kannst du ja z.B. gut im Stundeneinstieg zeigen (je nachdem, welchen du wählst), beim Erklären der Arbeitsanweisungen und nachher in der Sicherungsphase bzw. im Stundenausstieg.


    Ich würde also für die Englischstunde schon eine kooperative Methode wählen (siehe Method Guides), die vorher gut eintrainiert wird mit der entsprechenden Lerngruppe. Wenn die Übungsphase dann z.B. 20 Min lang sein sollte, bleibt immer noch genug Zeit, auch dich als Lehrerperson zu sehen.


    Ich drück dir ganz fest die Daumen!!

  • Uns wurde immer gesagt, dass eine Lehrprobenstunde beide Facetten zeigen soll - also keine Entweder-oder-Frage, sondern es soll innerhalb von jeder Stunde eine lehrerorientierte und eine schülerorientierte Phase geben.

  • Ich denke, man will beide Seiten sehen, aber in BEIDEN Stunden. Und da ich in letzter Zeit oft Referendare betreut hab, würde ich sagen, man will - und muss - auch so viel von Dir sehen, dass man DICH in der Lehrpobe beurteilen kann (habe letzte Woche einen Lehrversuch gesehen, in dem der Ref den Oberstufenkurs in den letzten 20 Minuten einen Aufsatz schreiben ließ - 22 SChüler schreiben, der "unterrichtende" Ref versucht durch die Reihen zu gehen ... und 11 Lehrer/Refs schauen zu ... das kam gar nicht gut).

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