mangelnde Konzentration

  • Hallo,


    heute wurde ich zum wiederholten Male von der Lehrerin meines 6-jährigen Sohnes darauf angesprochen, dass er im Unterricht nicht richtig zuhört. Er träumt vor sich hin und sie muss ihn meistens persönlich ansprechen, manchmal fühlt er sich auch erst dann angesprochen, wenn sie ihn anfasst (er sitzt bereits vor ihrem Pult in der ersten Reihe).


    Zuhause vermittelt er mir allerdings überhaupt nicht diesen Eindruck. Er versucht gerne Wörter zu lesen, schreibt gerne, lässt sich Rechenaufgaben stellen und macht auch ohne Probleme seine Hausaufgaben.


    Er berichtet auch jeden Tag, dass es schön in der Schule war und geht auch gerne hin.


    Mein Sohn ist im Juli 6 Jahre alt geworden und durch die neue Regelung, die den Stichtag zur Einschulung auf den 31. Juli verlegt hat wurde er regulär eingeschult. Allerdings hatte ich ihn zuvor testen lassen, er hatte bei einem Intelligenztest einen IQ von 113 und die Kinderärztin hatte dringend dazu geraten, ihn einschulen zu lassen, da er sich sonst im Kindergarten langweilen würde. Auch mein Sohn wollte definitiv nicht mehr in den Kindergarten gehen (dort ist er immer ungern hingegangen) sonder unbedingt in die Schule.


    Morgen habe ich nun ein Gespräch mit der Lehrerin, wir wollen uns gemeinsam überlegen, was man unternehmen könnte, hat vielleicht irgendjemand einen Tipp?


    Ich habe mir schon überlegt, ob es nicht sinnvoll wäre, einmal gemeinsam mit der Lehrerin und meinem Sohn zu sprechen, vielleicht könnte das etwas bringen.


    Bitte um viele Ratschläge!!!


    Gruß Kim

  • Zitat

    Er träumt vor sich hin und sie muss ihn meistens persönlich ansprechen, manchmal fühlt er sich auch erst dann angesprochen, wenn sie ihn anfasst


    Das ist normal für ein so junges Kind. Dann muss die lehrerin ihn eben an der Schulter berühren, wenn sie etwas für ihn Wichtiges sagt - na und ?


    Für die, die meinen, ich habe gut reden mit meinen 12 Förderschülern: hab ich auch gemacht, als ich noch 43 Grundschüler hatte, und nicht nur mit einem Kind.


    bablin

    Wer hohe Türme bauen will,
    muss lange beim Fundament verweilen.
    Anton Bruckner

  • Das klingt gut, allerdings glaube ich nicht, dass sie davon begeistert wäre wenn ich ihr das sage.


    Andererseits ist es aber unheimlich schwer, ihn zu Hause zu motivieren, in der Schule besser aufzupassen.

  • Zitat

    Feli99 schrieb am 09.11.2005 09:47:
    Zuhause vermittelt er mir allerdings überhaupt nicht diesen Eindruck. Er versucht gerne Wörter zu lesen, schreibt gerne, lässt sich Rechenaufgaben stellen und macht auch ohne Probleme seine Hausaufgaben.


    Er berichtet auch jeden Tag, dass es schön in der Schule war und geht auch gerne hin.


    Ist doch toll. Wenn er dem Unterricht trotzdem folgen kann, würde ich persönlich mir wenig Sorgen machen. Aber der Lehrerin immer und gerne "aktiv zuhören". Vielleicht mittelfristig etwas auf Unterforderung achten.


    Schlag der Lehrerin doch vor, dass Du mal im Unterricht "hospitierst". Wenn sie das nicht für nötig hält ("da verhalten sich die Kinder sowieso anders"), dann ist es wahrscheinlich auch nicht so wichtig - dann möchte sie vielleicht nur pflegeleichtere Kinder.



    Zitat


    Allerdings hatte ich ihn zuvor testen lassen, er hatte bei einem Intelligenztest einen IQ von 113 und die Kinderärztin hatte dringend dazu geraten, ihn einschulen zu lassen, da er sich sonst im Kindergarten langweilen würde.


    Allerdings haben wir vor der Kann-Einschulung einfach mit der Kindergärtnerin und der Schulleiterin gesprochen. Was führte euch zu Ärztin und Psychologin?



    Zitat


    Ich habe mir schon überlegt, ob es nicht sinnvoll wäre, einmal gemeinsam mit der Lehrerin und meinem Sohn zu sprechen, vielleicht könnte das etwas bringen.


    Wenn die Lehrerin das gut findet, zur Klärung der Sachlage und solange niemand erwartet, dass er sich dadurch "bessert", warum nicht? Vorher miteinander kurz telefonieren wäre vielleicht nicht schlecht.
    Unser Töchterchen war allen (vier) Elternsprechtagen dabei, und nur einmal hätte ich lieber mit einer übereifrigen
    Fachlehrerin "Klartext" geredet.



    Grüße,
    Martin

    Acht Semester mitlesen ersetzt das Lehramtsstudium. ;)

    Einmal editiert, zuletzt von oh-ein-papa ()

  • Der IQ-Wert wurde bei der U9 festgestellt, dort bekamen wir auch den Rat der Kinderärztin.


    Das mit dem Hospitieren habe ich mir auch schon überlegt, mal sehen ob sie darauf eingeht. Wenigstens eine Schulstunde müsste doch mal möglich sein. Vielleicht würde es meinen Sohn auch eher motivieren, besser aufzupassen.


    Ich befürchte auch fast, dass es sich die Lehrerin gerne einfacher machen möchte, ich hoffe nur, dass sie ihn nicht gleich als ADS-Kind einstuft, wird ja heute gerne schnell gemacht.


    Gruß Kim

  • Zitat

    Feli99 schrieb am 09.11.2005 11:36:
    Der IQ-Wert wurde bei der U9 festgestellt, dort bekamen wir auch den Rat der Kinderärztin.


    Ein IQ-Test so quasi nebenbei von einer Kinderärztin?! Halleluja.


    Also ich hab mich mal mit der Schulpsychologin unterhalten, sie veranschlagt nur für die schriftlichen Tests einen halben Tag - plus Auswertung. HB-Eltern sagten mir, ein halber Tag wäre viel zu wenig. Der kongnitive Kurztest, der dann durchgeführt wurde, dauerte schon eine Stunde mit Auswertung.


    Wenn Du etwas Zeit über hast such mal nach IQ-Test, z.B. in
    http://www.lehrerforen.de/oldf…2078826379&search=IQ-Test
    ging es so richtig rund...


    Und wer zuhause nicht ADS-hypoaktiv ist, der ist es auch in der Schule nicht. Punkt. Da würde ich aber auch mal ganz offen abwarten, was die Lehrerin denn wirklich möchte.



    Grüße,
    Martin

    Acht Semester mitlesen ersetzt das Lehramtsstudium. ;)

    Einmal editiert, zuletzt von oh-ein-papa ()

  • Gut, ich will auch nicht behaupten, dass der IQ-Test gehobenen Ansprüchen entspricht, aber er wurde bei der Kinderärztin von einer Psychologin gemacht und kann doch wohl zumindest als Richtwert gelten, oder? Auf jeden Fall zeigt er mir, dass mein Sohn durchaus den Anforderungen der Schule gewachsen sein müsste.

  • Hallo, es gibt nicht nur ADHS (ADS mit Hyperakitvität) sondern auch ADS, das ist das Träumerchen Syndrom, d.h. Konzentrationsschwäche, die SCh. sind verträumt...
    Gruß Nof.

    Wir helfen einem Menschen mehr, wenn wir ihm ein günstiges Bild seiner selbst vorhalten, als wenn wir ihn unablässig mit seinen Fehlern konfrontieren.
    A. Camus

    • Offizieller Beitrag

    Nu mal langsam,
    ich geb ja zu, dass ich mich im Grundschulbereich nicht so ganz auskenne, aber ich bin auch Tante eines fünfjährigen Erstklässlers und gebe Bablin durchaus recht:
    Manchmal träumen die Kleinen halt einfach gerne, warum soll das was dahinter stecken?
    (Das machen übrigens die Großen auch noch- nur sind die schneller wieder wach bzw. es fällt vielleicht nicht so auf)
    Wenn dein Kind zuhause "normal" ist, dann hat er in der Schule auch kein ADS.
    Nicht jedes Kind, das mal träumt, muss gleich ADS haben!
    (Halleluja, was müssten wir Kinder dann alles für Krankheiten gehabt haben.... ;) )
    Vielleicht ist der Platz in der ersten Reihe auch nicht ganz glücklich? Ich habe Schüler, die dort das Gefühl haben, ich würde über sie hinwegschauen....
    Aber es ist wirklich schwierig zu mutmaßen,was da los ist, ohne mit der Lehrerin gesprochen zu haben.
    Frag sie doch einfach nach ihren Erwartungen und ihren Vorschlägen.
    Liebe Grüße,
    Hermine

    "Ein Mann, der noch keinen Fehler begangen hat, hat noch nie etwas getan."
    Sir Robert Baden-Powell, Earl of Gilwell

  • Hallo Feli,


    mich würd noch interessieren, was er zuhause schon alles kann. Gerade in der 1. Klasse ist für viele Kinder nicht wirklich neues zu lernen. Wenn dann noch etwas x-mal wiederholt wird bis es auch der letzte kapiert hat, ... . Da kann man nicht wirklich immer aufpassen. Hat er den Schulstoff "kapiert", kann die Hausis allein machen und hat auch sonst keine Probleme, dann lass ihn träumen. Wenn die Themen dann anspruchsvoller werden und man das Gefühl hat, dass Lücken entstehen sollte man reagieren.

  • Ich habe in der 8. Klasse einen Schüler, der im letzten Jahr auch ständig vor sich hingeträumt hat, z.T. nur verzögert reagiert hat, manchmal dann plötzlich "aufwachte" und das wiederholt hat, was gerade gesagt worden ist. Seit diesem Schuljahr trägt er eine Brille - plötzlich "fluppt" es bei ihm!

  • Das was Aktenklammer zur Brille geschrieben hat, hat es bei uns auch schon gegeben. Grundschule. Kind blieb sitzen und nach dem xten Augenarzt war klar, neue Brille. Nu ist das Kind so gut, dass es in die ursprüngliche Regelklasse zurückkam.


    Grüße vom Schulkind

  • Zitat

    mich würd noch interessieren, was er zuhause schon alles kann.


    Also alleine kann er seine Hausis noch nicht machen, da er gerade beim schreiben noch zu krakelig schreibt und die Lehrerin in dieser Hinsicht sehr pingelig ist. Ansonsten ist er aber fit.


    Heute hatte ich den Termin mit der Lehrerin, sie wollte von mir wissen, wie er zuhause so ist und meinte dann, sie könne sich eigentlich nicht erklären, warum er nicht aufpasst. Er reagiert meistens nur, wenn er persönlich angesprochen wird. Eine Lösung für das Problem hatte sie allerdings leider auch nicht parat, sie meinte ich solle zuhause nochmal mit ihm sprechen und wenn es nicht besser wird vielleicht darüber nachdenken, ob er nicht in Gruppen-Ergotherapie gehen sollte.


    Gleichzeitig sagte sie aber, dass er im Lesen ganz gut sei und sich auch häufig melde - also kann es doch ganz soo schlimm auch nicht sein, oder?


    Dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig als nochmals ernst mit ihm zu reden, ob das was bringt weiss ich allerdings auch nicht. Von Hospitation hält sie übrigens - wie erwartet - nichts, wenn dann nur im äuß0ersten Notfall wenn sich wirklich nichts ändert.


    Zum Thema Brille
    Als ich mit ihm zuhause seinen Hausaufgaben besprochen habe (sie schreiben die Hausis nicht auf sondern müssen sich alles merken) hat er mir erzählt, was genau auf der Tafel geschireben stand, also gehe ich davon aus, dass er es gut lesen kann, trotzdem werde ich natürlich ein bißchen darauf achten.


    Hat von euch schon mal jemand was davon gehört, dass mehrere Kinder zusammen zur Ergo gehen? Ich kenne das nur als Einzeltherapie!?

  • Hallo,


    bei uns auf der Arbeit heißt es (scherzhaft) immer:
    "Und wenn Du mal nicht weiter weißt ..., dann bilde einen Arbeitskreis".
    Übertragen auf GrundschullehrerInnen heißt das für mich eigentlich nur: "Und wenn ich mal nicht weiter weiß, dann überleg ich mir eine Therapie o. Diagnose für meine/n SchülerIn ..."


    Paß bitte auf, das Deinem Kind nicht irgendeine Therapie o. (Wahrnehmungs-) Störung angedichtet werden soll, ADS, Ergo, etc. (ich kann´s nicht mehr hören). Ich hoffe Du hast der Lehrerin nichts von dem gemessenen IQ erzählt (es reicht, wenn DU weißt das Dein Kind schlau ist).


    Bitte warte weiter ab (mind. bis Ostern), Dein Kind brauch noch etwas Zeit und bleib am Ball wegen der Hospitation (wieso haben GrundschullehrerInnen damit eigentlich immer SO ein Problem - haben sie etwas zu verbergen) - leider hast Du darauf keinen Rechtsanspruch, eine Hospitation kann vom LehrerIn abgelehnt werden.


    Wenn es nicht besser wird, versuch vielleicht mal ein Gespräch mit der BeratungslehrerIn.


    Liebe Grüße
    djsk2

  • sorry djsk2,


    Zitat

    Übertragen auf GrundschullehrerInnen heißt das für mich eigentlich nur: "Und wenn ich mal nicht weiter weiß, dann überleg ich mir eine Therapie o. Diagnose für meine/n SchülerIn ..."


    Paß bitte auf, das Deinem Kind nicht irgendeine Therapie o. (Wahrnehmungs-) Störung angedichtet werden soll, ADS, Ergo, etc. (ich kann´s nicht mehr hören).


    bislang hatte ich immer das gefühl, dass diese betitelungswut von elternseite _mindestens_ genauso ausgeht. ich habe in meiner klasse 20% kinder mit irgendeiner "buchstabenkrankheit" und dafür kann weder ich, noch meine vorgängerin etwas. was sollen wir lehrer denn nun? diese krankheiten ernst nehmen oder doch nur alles unsinn?!? etwas ratlos ...



    Zitat

    Bitte warte weiter ab (mind. bis Ostern), Dein Kind brauch noch etwas Zeit und bleib am Ball wegen der Hospitation (wieso haben GrundschullehrerInnen damit eigentlich immer SO ein Problem - haben sie etwas zu verbergen) -


    die allgemeine grundschullehrerIn gibt es nicht, wenn dann gibt es erfahrungen mit einzelnen lehrerInnen, die du gesammelt hast.


    ich hätte dann ein problem mit hospitationen, wenn das gefühl überwiegt, man wolle mich kontrollieren bzw. mich vorführen. geht es allerdings um eine ehrliche zusammenarbeit (zum wohle des kindes), kenne ich keine kollegin, die sich sträuben würde - im gegenteil.


    je nach situation kann eine hospitation sinn machen oder das bild verzerren (schließlich benimmt sich ein schüler sicher anders, wenn seine mami hinten im raum sitzt). dies sollte zumindest bedacht werden.


    Zitat

    leider hast Du darauf keinen Rechtsanspruch, eine Hospitation kann vom LehrerIn abgelehnt werden.


    naja, die lehrerin hat sich ja nicht grundsätzlich gesträubt. da lässt sich sicher noch was machen (wenn man die richtigen worte findet). in nds gibt es laut grundschulerlass zwar auch keinen anspruch auf hospitation, wohl aber einen aufruf, zu einer guten zusammenarbeit (z.b. auch in form von hospitation bzw. mitarbeit im unterricht der eltern).

  • Hallo Feli,


    das Kind wurde regulär eingeschult und beherrscht den Stoff, wenn ich dich richtig verstanden habe. In der Schule meldet er sich, arbeitet also mit.


    Das finde ich recht unauffällig. Trotzdem hat das Kind schon einen IQ-Test hinter sich und Mutter und Lehrerin haben mehrfach über ihn gesprochen. Vielleicht solltet ihr wirklich mal ein bißchen entspannter werden.


    Gibt es denn konkrete Probleme?


    Grüße Enja

Werbung