Abitur aus dem Internet abgeschrieben....

  • ... kann das Konsequenzen haben?


    Wir haben festgestellt, dass ein Teil des Abiturs unserer Schule direkt aus dem Internet gezogen ist.


    Was passiert wenn das rauskommt... oder "darf" man das?


    Kann man das irgendwo nachlesen?


    Ich will weder einen Lehrer anschwärzen noch erpressen... aber nach so einem Fund wär es nur einmal interessant zu wissen wie da überhaupt die Rechtslage ist....


    Also, eine neugierige cassi hofft auf Antwort :)


    Ich hoffe, das kommt jetzt nicht falsch rüber... :)



    lg cassi

  • Zur Klärung: Geht es um die Aufgabenstellung, also das durch die Schule/Lehrer gestellte Abitur? (Weil ich doch in Bayern bin und das da anders läuft.)

    Seit 2004 unter dem gleichen Namen im Forum, weitgehend ohne ad hominem.

  • Ja, es geht um die Aufgabestellung. Diese wurde TEILWEISE heute Mittag im Internet wiedergefunden, angeblich identischer Wortlaut, zusätzlich aber noch mehr Informationen. Ich selbst habe das Abi nicht geschrieben, war ein anderes Fach.


    Ich bin aus Rheinland Pfalz

  • Hallo,


    ich würde mir das dann mal sichern. Ist aber gar nicht so einfach zu vergleichen, da man die Arbeiten nicht wiederbekommt. Wenn das tatsächlich so wäre, würde ich das an die Schulaufsicht geben.


    Grüße Enja

  • Ja, aber wenn das Abitur nicht gewertet wird, wäre das ja für die Schüler ein Nachteil.... angenommen, das Abi jetzt ist gut gelaufen, und dann muss es nachgeschrieben werden und es läuft schlecht...!?


    Und was passiert überhaupt, wenn das ganze ans Schulamt geht?


    lg

  • Abituraufgaben sind recht standardisiert. Es ist durchaus möglich, dass die Aufgabe nicht dort abgeschrieben wurde, sondern von einer dritten Quelle stammt, von der auch die Internetaufgabe abgeschrieben wurde. Sofern die Fundstelle im Aufgabenentwurf angegeben wurde, wäre das kein Problem. Auch so ist es kein direktes Problem, sofern sich die Aufgabe erst nach dem Abitur finden ließ. Es existieren abertausende Abituraufgaben. Es wäre ja purer Zufall, vorher schon auf die richtige zu treffen.


    Gruß,
    Remus

    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen - HEnRy vAn dyKe

  • Vor der Prüfung wär's ja auch schwer gewesen danach zu suchen, oder!?


    Gruß
    Super-Lion

  • Zitat

    Remus Lupin schrieb am 18.01.2006 18:14:
    Abituraufgaben sind recht standardisiert. Es ist durchaus möglich, dass die Aufgabe nicht dort abgeschrieben wurde, sondern von einer dritten Quelle stammt, von der auch die Internetaufgabe abgeschrieben wurde. Sofern die Fundstelle im Aufgabenentwurf angegeben wurde, wäre das kein Problem. Auch so ist es kein direktes Problem, sofern sich die Aufgabe erst nach dem Abitur finden ließ. Es existieren abertausende Abituraufgaben. Es wäre ja purer Zufall, vorher schon auf die richtige zu treffen.


    Gruß,
    Remus


    Natürlich wird kein schlauer Schüler herumerzählen, er habe die Arbeiten vor der Prüfung gefunden! Zufälle ereignen sich (und die Wahrscheinlichkeit nimmt zu, dass Schüler im Internet suchen, wenn die Schule ungeahndet so weiter verfährt) und kein Schüler darf einen Vorteil haben, weil er die identische Aufgabe bereits einmal bearbeitet hat...
    Eine 1:1 Übernahme halte ich also für einen Anfechtungsgrund. Bei den zentralen Reifeprüfungen sind die Prüfungsaufgaben des schriftlichen Teils versiegelt im Schulsafe verschlossen und werden am Morgen der Prüfung unter Zeugen geöffnet, damit niemand vorher die Aufgaben hat.
    Natürlich kontrolliert auch die Kommission des KuMis bei der Aufgabenauswahl, ob die gleichen Aufgaben schon einmal gestellt worden sind...

    Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.

    Einmal editiert, zuletzt von Timm ()

  • Steht im Internet:
    Abituraufgaben 2005/2006....?
    Oder habt Ihr diese Seite nur mit Googeln des Aufgabentextes gefunden?


    Ansonsten kann man ja nicht wissen, dass diese Aufgabe im Abi drankommt.


    Gruß
    Super-Lion

  • also abi 2006 stand da net drüber sondern hamburg 2003 drunter....


    wie gesagt, es ist ja nur so...


    was passiert, wenn es rauskommt? die betroffenen schüler wollen ihr abitur ja auf gar keinen fall noch einmal schreiben oder ähnliches... das ist eigentlich die frage ?(


    ich weiß ja nicht mal, ob das sozusagen "illegal" war!!

  • Wenn das jemand Offizielles erfährt, muss neu geschrieben werden.


    Bablin

    Wer hohe Türme bauen will,
    muss lange beim Fundament verweilen.
    Anton Bruckner

  • Wie schon gesagt, wenn die Fundstelle im Entwurf steht, dann ist sie genehmigt worden und die Sache hat seine Richtigkeit. Wenn sie dort nicht steht, dann hat die Schulaufsicht gepennt, denn man kann den Text ja wiederfinden. Und die Kontrolleure sollten zumindest die Vorschläge der Bundesländer kennen.


    Ein Schüler, der 100 Abivorschläge durcharbeitet, hat so oder so gute Karten...

    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen - HEnRy vAn dyKe

  • Noch zum Thema Zufall:


    Wenn die Annahme eintrifft, ein Schüler sucht zur Vorbereitung Abiaufgaben (oder auch nur passende Klausuren), wird die Wahrscheinlichkeit groß sein, dass er mit der gleichen Suchmaschine und den gleichen Suchbegriffen zu den selben Ergebnissen kommt.


    Habe das mal mit dem Sternchenthema für die FH-Reife in B-W "Nathan der Weise" probiert: Es gab nur eine (Suche unter "Abituraufgabe") bzw. zwei (Suche unter "Klausur") verwertbare Seiten, so man kein Geld ausgeben will...

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  • Als ich Abi machte - noch ganz ohne Internet - machte ich eine Mitschülerin auf einen "Vierer-Text" aufmerksam und riet ihr, den übungshalber zu bearbeiten. Tat sie nicht. Der Text wurde ihr Abi-Prüfungstest. Sie fiel durch. Das kostete sie ein Jahr.


    Bablin

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    Anton Bruckner

  • Das ist ein Text, von dem ich annahm, dass er geeignet wäre, eine Kandidatin zu prüfen, bei dem es um eine Vier oder eine Fünf ging.


    Bablin

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    Anton Bruckner

  • Viele Lehrer geben vor der Arbeit Blätter mit Übungsaufgaben aus. Häufig entsprechen die sehr stark der Arbeit. Mit anderen Zahlen vielleicht. Man ist immer gut beraten, die intensiv durchzuarbeiten.


    Mein Physiklehrer war darauf spezialisiert. Deshalb schrieben wir alle gute Arbeiten und fürchteten uns sehr vor der Abi-Arbeit ohne so eine Unterstützung. Wäre nicht nötig gewesen......


    Grüße Enja

  • also mal ganz hypothetisch: wenn ich im englisch lk ne abiturprüfung zum thema shakespeare macbeth einreiche, dann ist die wahrscheinlichkeit verdammt hoch, das meine ausgewählt textstelle schon einmal irgendwo in deutschland in einem abitur vorkam. und typischerweise steht in der ersten aufgabe vermutlich irgendwas von wegen stelle in den textzusammenhang einordnen, was vermutlich in jedem anderen entwurf auch steht. und dann würd ich tendenziell eine frage zur stilistik stellen, was dann auch doppelt wäre und prompt hat man eine prüfung, die einer anderen ziemlich ähnlich sein kann. ich finde das weder eine große ausnahme noch besonders verwunderlich. mal ganz davon abgesehen war meine prüfung an der uni zum großen latinum ebenfalls eine, die es wenige jahre vorher in einem anderen bundesland gab (und ich hab mich ganz ungeniert heimlich gefreut wie blöde und relativ früh abgegeben, weil ich wenige tage vorher genau diesen text bearbeitet hatte und mir die musterlösung noch im kopf war).

  • namenlose: Ich habe es so verstanden, dass es um eine 1:1 Übernahme ging. Das ist etwas anderes, weil dann jemand nur eine Lösung reproduzieren muss, ohne die variierte Aufgabenstellung zu durchschauen. Wenn du mal schaust, wieviel Schüler schon beim richtigen Anwenden der Operatoren scheitern, ist das Verändern einer Aufgabenstellung durchaus nicht banal.


    Außerdem wechseln zumindest für die zentrale Reifeprüfung der FH in BW, die in mein Aufgabengebiet fällt, die Sternchenthemen, um den von dir erwähnten Effekt zu vermeiden.

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