Sicht des Lehrers

  • Hallo,


    unlängst führte ich ein super tolles Gespräch mit dem Lehrer meiner Tochter.
    Irgendwie kamen wir auch auf Schüler, Eltern und Lehrer...vorab sei erwähnt, dass es zu massiven Mobbing in der Klasse durch einige Schüler kam...nun, wie dem auch sei...


    Der Lehrer ließ einen Satz ab, der mich doch sehr beschäftigte...er meinte, dass es Lehrer gibt, die einfach vergessen oder es auch nicht so empfinden, dass sie die Konsequenzen ihren Handels nicht sofort und direkt spüren...dass eben Schüler und Eltern viel schneller die Handlungen von Lehrern spüren...und dadurch auch Mißstimmingen auftreten können...


    Ich fand das sehr beeindruckend...und nach einigem Überlegen, auch nicht ganz von der Hand zu weisen...


    Wie wird es hier gesehen?

    wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gerne behalten.

  • Hallo, Flexi,


    meinst du vielleicht das Gegenteil von dem, was du schreibst? Doppelte Verneinung ist Bejahung.


    Bablin

    Wer hohe Türme bauen will,
    muss lange beim Fundament verweilen.
    Anton Bruckner

  • öhm...nö...*amKopfkratz*...


    Der Lehrer spürt die Konsequenz seines Handels erst nach den Schülern oder Eltern....so die innhaltliche Aussage... :)

    wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gerne behalten.

  • ich kratz auch grad am Kopf ;)


    Ich denke schon, dass deine Aussage stimmt, aber mir fällt grad nichts Praxisbezogenes dazu ein - - kannst du mal ein Beispiel nennen?
    Meinst du, es wie bei einem Bumerang - was man rauswirft, kommt irgendwann irgendwie auch wieder zurück?

  • öhm...nö...*amKopfkratz*... Oben steht, (wenn ich die beiden sich aufhebenden Nichtse wegnehme):


    dass es Lehrer gibt, die ... es auch ... so empfinden, dass sie die Konsequenzen ihren Handels ... sofort und direkt spüren ...


    Bablin

    Wer hohe Türme bauen will,
    muss lange beim Fundament verweilen.
    Anton Bruckner

  • Zitat

    Bablin schrieb am 30.03.2006 17:22:
    öhm...nö...*amKopfkratz*... Oben steht, (wenn ich die beiden sich aufhebenden Nichtse wegnehme):


    dass es Lehrer gibt, die ... es auch ... so empfinden, dass sie die Konsequenzen ihren Handels ... sofort und direkt spüren ...


    Bablin


    Verstehe es auch so wie du, Bablin...

    Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.

    Einmal editiert, zuletzt von Timm ()

  • Ich denke Flexi meint, dass es Lehrer gibt, denen eben nicht bewusst ist, dass sie die Auswirkungen ihres Handelns nur mit Verzögerung, also mittelbar, empfinden.


    Will heißen: Eltern und Schüler leiden sofort unter falschem Handeln des Lehrers, während der Lehrer erst aus den Reaktionen, also verspätet, feedback bekommt.


    Manchmal sind zwei Negationen in einem Satz durchaus gerechtfertigt...

  • Danke, Eliah, genau so habe ich es gemeint. :)


    Da dieses nun geklärt wäre, würde es mich interessieren, wie es hier gesehen wird oder ob sich darüber Gedanken gemacht werden.


    Ist die Aussage oftmals zutreffend?

    wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gerne behalten.

    Einmal editiert, zuletzt von Flexi ()

  • Zitat

    Eliah schrieb am 30.03.2006 19:02:
    Ich denke Flexi meint, dass es Lehrer gibt, denen eben nicht bewusst ist, dass sie die Auswirkungen ihres Handelns nur mit Verzögerung, also mittelbar, empfinden.


    Will heißen: Eltern und Schüler leiden sofort unter falschem Handeln des Lehrers, während der Lehrer erst aus den Reaktionen, also verspätet, feedback bekommt.


    Manchmal sind zwei Negationen in einem Satz durchaus gerechtfertigt...


    Zur Beantwortung der Frage sollten wir uns aber darüber unterhalten, in welcher Form das falsche Handeln des Lehrers erfolgt.
    Je nachdem, um was es sich handelt, bekommen wir doch manches an unmittelbarer Reaktion viel besser mit als die Eltern... Und gerade bei den Pubertierenden und jungen Erwachsenen haben wir bei einem guten Stand in der Klasse manchmal sogar mehr Einsicht als die Eltern.

    Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.

  • Ich kann nicht behaupten, dass ich mir darüber schon ernsthaft Gedanken gemacht habe. Allerdings merke ich manchmal, dass ich manche Dinge aus einer professionellen (?) Distanz betrachte und dabei vergesse, wie die Schüler damit umgehen.
    Das soll heißen, wenn ich eine Schulaufgabe schreibe, bei der nur 3er und 4er rauskommen, dann frage ich mich, ob die Aufgaben zu wenig differenziert waren. Wenn ich aber das ganze Notenspektrum bekomme, dann bin ich erstmal zufrieden mit der Aufgabenstellung ( - ist jetzt natürlich sehr pauschal formuliert) und neige dazu, zu vergessen, dass 5er und 6er für den einzelnen Schüler eventuell eine Katrastophe sind.
    Meinst du etwa das damit?

  • Zitat

    Timm schrieb am 30.03.2006 21:46:
    Zur Beantwortung der Frage sollten wir uns aber darüber unterhalten, in welcher Form das falsche Handeln des Lehrers erfolgt.


    Tim, als Erstes ist für mich zu klären, dass wir nicht pauschal falsches Handeln eines Lehrers zu Grunde legen sollten, sondern vielmehr das Gesamtbild.
    Auch positives Handeln wird eine Konsequenz oder Reaktion mit bringen. :)


    Zitat

    Eliah schrieb:
    und neige dazu, zu vergessen, dass 5er und 6er für den einzelnen Schüler eventuell eine Katastrophe sind.


    auch, Eliah, kaum ein Schüler wird vor der ganzen Klasse und dem Lehrer seine wahren Gefühle preisgeben, aber im heimischen Gefilde wahrscheinlich schon eher.
    Natürlich KANN der Lehrer nichts für die schlechte Note, dem Schüler und den Eltern liegt sie aber noch ein wenig länger quer im Magen, da diese wieder ausgeglichen werden muss.
    Soll heißen: bei der nächsten Arbeit ist dem Lehrer vielleicht gar nicht mehr bewusst, WARUM ein Schüler derart angespannt oder verkrampft ist. Dass die Eltern, Geschwister oder wer auch immer vielleicht viel mit dem Kind geübt haben und natürlich alle unter einem Erwartungsdruck stehen.
    Genau dann reicht eine kleine Bemerkung seitens des Lehrers, gar nicht böse gemeint, und eine Missstimmung KANN entstehen.


    *erklärmodusan* jui, ist das schwer, das zu formulieren*erklärmodusaus* 8):rolleyes:

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    Einmal editiert, zuletzt von Flexi ()

  • Zitat

    Flexi schrieb am 30.03.2006 22:05:


    Tim, als Erstes ist für mich zu klären, dass wir nicht pauschal falsches Handeln eines Lehrers zu Grunde legen sollten, sondern vielmehr das Gesamtbild.
    Auch positives Handeln wird eine Konsequenz oder Reaktion mit bringen. :)


    O.k., du hast Recht. Deformation profesionell: Wir bekommen doch deutlich mehr Rückmeldung, was schief läuft, als was gelingt.

    Zitat


    auch, Eliah, kaum ein Schüler wird vor der ganzen Klasse und dem Lehrer seine wahren Gefühle preisgeben, aber im heimischen Gefilde wahrscheinlich schon eher.
    Natürlich KANN der Lehrer nichts für die schlechte Note, dem Schüler und den Eltern liegt sie aber noch ein wenig länger quer im Magen, da diese wieder ausgeglichen werden muss.
    Soll heißen: bei der nächsten Arbeit ist dem Lehrer vielleicht gar nicht mehr bewusst, WARUM ein Schüler derart angespannt oder verkrampft ist. Dass die Eltern, Geschwister oder wer auch immer vielleicht viel mit dem Kind geübt haben und natürlich alle unter einem Erwartungsdruck stehen.
    Genau dann reicht eine kleine Bemerkung seitens des Lehrers, gar nicht böse gemeint, und eine Missstimmung KANN entstehen.


    Naja, aber es gibt ja auch noch Empathie. Oft bemerkt man doch an kleinen Verhaltensänderungen des Schülers, dass etwas nicht stimmt (oder auch mal richtig gut gelaufen ist ;) ). Bei einem vetrauensvollen Verhältnis hakt man dann auch nach.

    Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.

    Einmal editiert, zuletzt von Timm ()

  • Was die Sicht auf das Lernverhalten der Kinder angeht, will ich ja gerne glauben, dass Lehrer mit vielen Eltern gleichauf liegen.


    Nur wenn - wie in der Grundschule - irgendwann Lehrer auf Eltern "prallen", dann haben sie von den jeweils anderen Standpunkten erstmal sehr wenig Ahnung.
    Und meist eine monatelange "Totzeit" für irgendwelches Feedback, wenn denn.



    - Martin

    Acht Semester mitlesen ersetzt das Lehramtsstudium. ;)

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