Wer kann mir helfen?

  • Ich studiere im Moment noch Medizin, habe mir jetzt überlegt, ob ich vielleicht Lehramt studieren soll.
    Da ich nicht noch mal den gleichen Fehler machen möchte wie vor meinem Medizinstudium, dass ich mich anscheinend zu wenig informiert habe, würde ich gern ein paar Rückmeldungen von Euch bekommen.
    Ich würde gern Englisch und Bio(Gymasium) studieren. Meint ihr, dass ist die richtige Fächerkombination? Könnt ihr mir vielleicht über Euer Studium berichten? Ob es schwer war, ob ihr schon darüber nachgedacht habt, aufzuhören? Ich möchte nicht noch ein weiteres Studium abbrechen, weil ich auch noch zusätzlich eine dreijährige Ausbildung hinter mir habe. Langsam muss ich mich ja mal entscheiden.
    Wie viel Zeit muss man für das Lehramtsstudium aufbringen?
    welche Fächer hat man während des Studiums?


    Ich habe einfach so viele Fragen, aber ihr könnt mir vielleicht einfach mal berichten, wie euer Studium ist/war.


    Danke im Voraus :)

  • Hallo Sternchen,


    was deine Fächerkombi angeht, kommt es darauf an, in welchem Bundesland zu Lehramt studieren möchtest. In Bayern kann man nämlich nicht beliebig die Fächer kombinieren. Da musst du dich vorher erkundigen.
    Ich kann nur für Bayern sprechen. In Bayern hast du dann zusätzlich zu deinen Fächern noch Pädagogik und Psychologie. Wobei sich dieser erziehungswissenschaftl. Teil bei Gym auf ein Minimum beschränkt.
    Was ich gehört habe, ist der Zeitaufwand für Gym schon wesentlich größer als für Realschule od. Grundschule, da das Studium der Fächer schon fast einem Magisterstudium gleicht.
    Ich habe Realschule studiert und habe 9 Semester gebraucht + ein Semester für die Examensprüfungen. Aber ich muss zugeben, dass man es auch locker mit einem, vielleicht sogar zwei Semestern weniger hätte schaffen können. Aber wie gesagt, dass kann ich nur für Realschule sicher sagen. Für Gym wirst du wohl länger brauchen.
    Am besten gehst du einfach mal an die Uni und erkundigst dich dort direkt. Dort kannst du dir eigentlich alle wichtigen Informationen einholen und mit der Studentenverbindung reden. Vielleicht gehst du auch einfach mal an eine Schule und machst dort ein kleines Praktikum, damit du siehst, ob es dir wirklich Spaß machen würde, vor einer Klasse zu stehen.
    Mehr kann ich dir leider auch nicht raten. Viel Glück bei deiner Entscheidung!

  • Aber ist es nicht schwieriger in einer Hauptschul- oder Realschulklasse zu unterrichten als am Gymnasium?
    Sind die Schüler in der Hauptschule nicht meistens unruhiger und lernunwilliger und haben nicht so einen guten Draht zu den Lehrern?

  • Ich denke, es kommt immer auf die Zusammensetzung an. Liegt die Schule in einem Brennpunkt? Kann der Lehrer gut mit den Schülern umgehen? Kann er Spass vermitteln? Wie arbeitet das Kollegium zusammen? usw usw.


    Das Beste wird echt sein, an verschiedenen Schulen Hospitationen zu machen. Wenn du zum Beispiel zwischen Gymnasium und Realschule schwankst, dann hospitier doch bei zwei Schulen für ein paar Wochen und mach ein paar Unterrichtsstunden. Meine erste Stunde ist zwar komplett daneben gegangen, aber sowohl der Lk als auch ich (und der betreuende Lehrer) hatten alle Spass und ich wusste, dass das mit ein bisschen Übung schon klappt.


    Wir können leider keine Entscheidung für dein Leben treffen. Schnupper doch einfach mal rein.


    Vom fachlichen wird dir Bio sicherlich leicht fallen (mit deinen Med-Kenntnissen) -- in Bezug auf Englisch wirst du am Besten beurteilen können, inwiefern deine Vorkenntnisse für ein Studium reichen.


    Alles Gute wünscht dir


    Tina

  • Ich kann mich Tina nur anschließen. Was die Schüler angeht, kommt es wirklich auf die Schule an und wo die Schule liegt. Ich hoffe, das wird jetzt nicht falsch verstanden, aber der Ausländeranteil in den Klassen spielt natürlich auch eine Rolle. Denn gerade an Hauptschulen kann es natürlich passieren, dass es schon sprachliche Schwierigkeiten geben kann. Ich habe schon von Brennpunkt Schulen gehört, an denen die Schüler einfach der deutschen Sprache nicht so mächtig sind und dann fangen die Probleme für den Lehrer schon an. Es kommt echt darauf an, an welcher Schule man ist. Ich habe in meinen ganzen Praktikas keine Probleme mit den Schülern gehabt und da war es egal, ob ich auf dem Land oder in der Stadt war. Es kommt einfach auf die Umstände an.

  • Hallo Sternchen,


    Zitat

    Aber ist es nicht schwieriger in einer Hauptschul- oder Realschulklasse zu unterrichten als am Gymnasium?
    Sind die Schüler in der Hauptschule nicht meistens unruhiger und lernunwilliger und haben nicht so einen guten Draht zu den Lehrern?


    Die Länge des Studiums richtet sich danach, was man für den Unterricht für Fachkenntnisse braucht bzw. brauchen soll - deshalb ist es fürs Gymnasium länger. Ich habe in NW studiert, und da war es so, dass man für die Oberstufe (Sek II) ausgebildet wurde und Mittel- und Unterstufe (Sek I) quasi als "Geschenk" dazu bekam. Da davon ausgegangen wird, dass die inhaltlichen Anforderungen des Oberstufenunterrichts recht hoch sein können, ist die Ausbildungszeit entsprechend lang.


    "Schwierige Schüler" usw. sind wohl vor allem im Referendariat Thema, und das ist - soweit ich weiss - bei allen Schulformen gleich lang - 2 Jahre.


    Grüße
    Unter uns

  • Hallo, tatsächlich finde ich, dass die schwierigere, umfangreichere und sozial anspruchsvollere Tätigkeiten in den Grund- und Haupschulen geleistet wird. Mir persönlich ist es nicht ganz verständlich, warum es doch deutlich Besoldungsunterschiede gibt.
    Gruß, Forsch

  • Das hängt damit zusammen, daß im Öffentlichen Dienst nach Studienabschluß bezahlt wird - und nicht nach geleisteter Arbeit. BTW. Da steht der Lehrerberuf nicht allein da. Krankenschwestern z. B., deren Job mindestens ebenso verantwortungsvoll ist, werden noch deutlich mieser bezahlt.

  • Kann man denn wirklich einfach so an eine Schule gehen und Unterricht vor anderen Schülern geben? Ich bin doch dann noch gar nicht ausgebildet dafür und weiß gar nicht genau, wie ich das machen soll. Außerdem habe ich mir ja das ganze fachliche Wissen noch gar nicht angeeignet.


    Was sind denn die genauen Unterschiede im Studium bei Gymnasium und Hauptschule außer, dass es länger dauert und man weniger Pädagogik hat?

    • Offizieller Beitrag

    In der Regel darf man dort, wo man als Praktikant genommen wird, auch unter Aufsicht mal einen Unterrichtsversuch machen, besser gesagt Lehrer, die nichts dagegen haben, dass Du in ihrem Unterricht hospitierst sind normalerweise sogar sehr dafür. Einfach mal nachfragen.


    So pauschal kann man nicht sagen, was genau die Unterschiede sind. Es kommt normalerweise auf das Bundesland und auch auf die Uni an. Es ist gut möglich, dass man für Gym mehr fachwissenschaftliche Scheine braucht und mehr SWS hat. Ist aber auch nicht immer so! An meiner ersten Uni hatte ich im Hauptfach fast genau so viele SWS wie die SekII Leute, ich brauchte nur weniger Leistungsnachweise und die Prüfungsanforderungen - zumindest für die Zwischenprüfung- waren geringer. In Landau braucht man für die Hauptfächer bei GHS ohne Grundschulpädagogik 5 Scheine aus 38 SWS. Für Realschule braucht man 50 SWS und mehr Scheine.


    Am besten ist es, wenn Du in der Studienberatung der betroffenen Uni nachfragst bzw. in den Studienordnungen guckst.


    Gruß leppy

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