Klarinette - Oberes Register

    • Offizieller Beitrag

    Huhu!
    Spielt jemand hier Klarinette? Der Unterricht an der Musikschule findet erst in 10 Tagen wieder statt und heute/morgen ist der traditionelle Tag der Jahresziele. Ich spiele seit 1-1,5 Jahren, aber in etwa auf dem Niveau von ca. 6-8 Monaten Unterricht. Ich kann im unteren Register das b (unter den Linien und in den Linien), das es, das des und das fis.
    Ist es realistisch (mittelmäßiges Engagement, es ist ein Hobby, aber es gibt auch ein paar andere Sachen, die davorkommen, wenn zb in der Schule viel Stress ist), ein "Stück" (muss kein bekanntes sein) auch mit Noten des oberen Registers zu spielen?
    Ziele sind ein guter Anreiz, aber nicht, wenn ich in 10 Monaten merke, das, was ich mir vorgenommen habe, erreiche ich in 3 Jahren nicht.
    was meinen vielleicht hier ein paar Experten?
    Danke!
    Chili

    • Offizieller Beitrag

    Danke für die Einschätzung.
    Die Griffe werde für mein Gehirn tatsächlich ein Problem sein (WARUM habe ich mir nicht VORHER informiert und ein Instrument mit Oktavklappe oder so genommen?), aber ich vertraue darauf, dass mein Lehrer sie alle nacheinander / schrittweise einführen wird. Ich habe halt tatsächlich gar keine Ahnung, ob man "normalerweise" 3-4 Jahre nur im unteren Register bleibt und erst dann wechselt oder ob es "normalerweise" schnell geht und der arme Lehrer mit mir fuchtbar verzweifelt ist (wir haben erstmals 6 Monate um die deutsche/französische Klarinette gerungen und entsprechend viel Zeit verloren...)

  • Grifftabelle...


    Der Registerwechsel kann ein deutliches Problem darstellen. Nicht umsonst bleiben einige Anfängerschulen im ersten Band komplett im Chalumeau-Register. Wie lange man im unteren Register bleibt, ist sehr von der persönlichen Konstitution abhängig (bei meinen SuS waren es meist sechs bis neun Monate, bei Erwachsenen aber oft deutlich mehr). Wichtig ist, dass Du das Überblasen wirklich durch die Oktavklappe „erzeugst“ und nicht den Ansatz oder die Luftführung änderst. Oder: Wenn die überblasenen Töne nur mit Mühe kommen, machst Du auch „unten“ etwas falsch.
    Problematisch ist, dass der Wechsel vom b' zum c'' ein komplettes Umgreifen nahezu aller Finger bedeutet und man da schon mal mit einem Finger verrutscht, so dass nichts mehr geht. Deshalb ist es wichtig, dass man die überblasenen Töne vorbereitet (dass man „abdeckt“) und diesen Wechsel langsam und stetig übt. Dazu gehört auch eine Mundstück-Blatt-Kombination, die Halt bietet (die also nicht sofort „zumacht“, wenn man von den Fingern her mehr Kraft aufwenden muss) und dass Du vom Ansatz her etwas „weiter fasst“, damit auch genügend Luft fließen kann. (Das lässt sich per Ferndiagnose nur schwer beurteilen.)


    Um sich schon einmal an diese Töne heranzutasten, sind reine Überblasübungen sehr sinnvoll. Also z. B. das tiefe f spielen und dann (ohne sonst etwas zu verändern), die „Oktav“- bzw. Überblasklappe dazuzudrücken. Dann sollte das c'' erklingen. (Das geht auch gut mit e, g und a.) Herunterbinden, also Überblasklappe loslassen, funktioniert nicht so gut, übe also nur die Bindung nach oben. Dann kämen Übungen, dass man kleine Melodien im unteren Register (f e f g a a g f g e f) „einfach“ mit Überblasklappe spielt (c h c d e e d c d h c).
    Solltest Du große Probleme mit dem überblasenen Register haben, kannst Du mal jemanden in Deiner Umgebung bitten, für Dich die Überblasklappe zu drücken und Du weiterhin denkst, dass Du unten spielst. Das macht oft den Kopf davon frei, dass die überblasenen Töne etwas „besonderes“ sind.


    Melodien mit Registerwechsel (a' b' c'' d'' c'' b' a') sind eine Hürde und müssen auch von sehr talentierten jungen SuS gut geübt werden (aber kein Grund, zu verzweifeln...).


    Viele Grüße


    PS: Meinst Du mit „ein Instrument mit Oktavklappe“, dass Dich das Überblasen in die Duodezime stört? Das hat sich bei meinen SuS nie als Problem herausgestellt. Wichtig ist, dass Du vom Notenbild ausgehst und nicht im Kopf immer daran denkst, dass ein c'' ein überblasenes f ist.

    • Offizieller Beitrag

    Danke für die ausführlichen Tipps. Ich werde morgen ein paar Sachen versuchen, schon alleine, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Aber ich merke, der Weg wird nicht nächsten Monat beginnen, ich werde wohl noch ein bisschen an den verschiedenen Griffen für die selbe Note basteln, ich hoffe, der arme Musiklehrer verzweifelt nicht zu sehr an mir.. Lehrer sind da sicher die schlechteren SchülerInnen ;)


    PS: Meinst Du mit „ein Instrument mit Oktavklappe“, dass Dich das Überblasen in die Duodezime stört? Das hat sich bei meinen SuS nie als Problem herausgestellt. Wichtig ist, dass Du vom Notenbild ausgehst und nicht im Kopf immer daran denkst, dass ein c'' ein überblasenes f ist.

    Jup. Ein C spielen, eine Klappe öffnen und ein C' haben. Wäre das nicht genial? ;)
    Ein zweites meiner Probleme ist, dass das Notenbild schon eine Verknüpfung im Kopf hat: einen Namen. und dieser Name ist auch nicht mal der "richtige" :D


    Ich sage meinen (Fremdsprachen-)SchülerInnen seit Jahren "die Zahlen sind die Krönung des Spracherwerbs. Wenn ihr in der Fremdsprache intuitiv zählt, seid ihr angekommen".
    Ich könnte den Spruch ergänzen: wenn ich die Noten "auf Deutsch" lesen kann, bin ich "angekommen" :D Aber langsam weiß ich es auch, wenn ich gefragt werde, wie "unser Gs heute klingeln".


    Es wird ambitioniert, aber ich schreibe es mir auf: ein kleines Stück mit Noten des hohen Registers spielen können. (Zweites Teilziel: Noten in Buchstaben umwandeln :-D) Ich berichte in einem Jahr ;)

    • Offizieller Beitrag

    ICH DARF!!
    Endlich habe ich hoch offiziell Noten fürs Erlernen des hohen Registers bekommen.
    Ja, mein Lehrer nimmt sich Zeit, ist aber begeistert, wie die Noten so schön klingeln, es sei das Ergebnis der gründlichen Arbeit im tiefen Register.
    Sehr gut, ich konnte gerade einen erhellenden Punkt am Horizonten sehr gut gebrauchen :) Jetzt wird es halt sehr hell und schrill klingen, im Paprikahaus.

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