Beiträge von chilipaprika

    Leider derzeit mit einem Fach die einzige Lehrerin an usnerer Schule. Hat man da überhaupt eine Chance, so etwas in Angriff zu nehmen?

    Ich nehme erstmal nur darauf Bezug. Vielleicht antworte ich auf den Rest später, aber ich finde, dass Bozbold es auf den Punkt gebracht hat.
    Es kann sein, dass es Schulleiter*innen mit seeeehr guten Verbindungen zum Amt haben (und dann eine Lösung finden), aber:
    - bei einer Beförderung (an eine andere Schule) muss dein Schulleiter nicht zustimmen und bekommt für dich Ersatz (Selbst, wenn der Stellenplan es nicht sooo vorsieht, kriegt er (einfacher) Hilfe für das wegfallende Fach, weil er "nichts dafür kann")
    - bei einer Abordnung muss die Schulleitung zustimmen. Genauso wie bei einem grundlosen Teilzeitantrag. Er unterschreibt damit, dass er ohne dich zurechtkommt. Es hat auch einen guten Grund: deine Stelle ist erstmal ein komplettes Jahr "gesperrt" und wird erst danach neu ausgeschrieben. (Allgemeines Verfahren wie bei der Elternzeit: ein Jahr lang bleibt deine Stelle der Schule erhalten, danach nur, wenn es geht, aber grundsätzlich hat man keinen Anspruch mehr. Anders als bei der Elternzeit hat aber die Schule keine Vertretungsstunden für deinen Weggang aufgrund einer Abordnung).
    Solange du die einzige Lehrkraft bist, sieht es also schlecht aus (unabhängig davon, dass ich einen Großteil deiner Beweggründe nicht für sinnvoll halte)

    Ich kann dir keinen einzigen meiner ehemaligen Schüler nennen, der einfach so ohne Aufnahmetest an einer Uni oder FH studieren konnte. Selbst ich musste 2004 schon für Englisch einen Aufnahmetest machen. Meine Schwester (Abi 2008) hat zig solcher Aufnahmetests gemacht bis sie einen Studienplatz hatte. Vielleicht meinen wir unterschiedliche Dinge?

    Nein, diese Tests sind nicht (mehr) bindend. und das schon eine Weile. Eins der ersten Urteile kam für die Filmwissenschaft, da habe ich noch selbst studiert (über 15 Jahre).
    und für die Sprachvoraussetzungen kenne ich mich gut aus, glaub mir, sie sind nicht erlaubt. Man kann natürlich den Studis das Gefühl geben, dass sie den Test bestehen müssen, sonst nicht mit dem regulären Angebot anfangen dürfen, sprich hoffen, dass sie woanders hin (ohne Test) gehen, aber nein: diese Tests dienen nur der Selbsteinschätzung.

    Es gibt dazu Gerichtsurteile, dass 1) mindestens so und soviel Prozent der Plätze rein nach Abiturnote vergeben werden müssen, 2) dann gibt es natürlich die Warteplätze und 3) dann könnte man für den kleinen übrig gebliebenen Teil (20%?) einen wasserdichten Prozedere entwickeln. Es ist für die allermeisten Unis zuviel Aufwand.

    AUsnahmen bilden nur ganz wenige bestimmte Studiengänge mit fachpraktischen Aufnahmeprüfungen ((Kunst, Sport, Musik und verwandte...)

    Lindbergh, könntest du bitte andere Worte nutzen, um deine scheinbar negative Beziehung zu einem Fach auszudrucken. SoWi ist kompetenzorientiert, es gibt Wissenspunkte/ harte Fakten, die in einem Erwartungshorizont abgehakt werden können, genauso wie die methodischen Fähigkeiten, die Urteilskriterien, usw. Man kriegt keine gute Note für "hat ein bisschen darüber gequatscht, wie Menschen zusammenleben"...

    Kalle29 hat es schon beschrieben. Das Land schneidet sich die Ressourcen ab, wenn jemand etwas nicht mehr unterrichten darf. Das werden sie schnell merken und entsprechend großzügige Ausnahmen regeln. Bis dahin macht ihr das half fachfremd. D. h. in der Praxis ändert sich nix.

    Wenn ich nicht wüsste, dass sie das Spielchen (in einer leicht anderen Form) bei Praktischer Philosophie gespielt haben, würde ich auch an die Vernunft glauben.
    Die Sek1 zu verlieren, würde mir nicht soviel ausmachen (zumal ich die eh fachfremd unterrichten könnte), aber die Sek2, DAS würde wehtun.

    ich habe es auch gestern "zur Kenntnis genommen" und es war das I-Tüpfelchen meiner Woche. SoWi war einer der Gründe, zurück nach NRW zu kommen (in NDS hat man keinen Soziologie-Anteil).
    Mein Kenntnisstand ist, dass das Ganze noch im Anhörungsverfahren gibt und dass es nicht feststeht. Die Unis könnten ja noch aufzeigen, warum es Schwachsinn ist (darauf setze ich allerdings wenig, weil an Unis auch Leute stehen, die natürlich ihre Chance wittern, jetzt einen Schwerpunkt zu setzen, den es vorher nicht gab).
    PK/Wirtschaft/SoWi ist DAS Fach per Exzellenz, die in jedem Bundesland leicht anders ist, ich bin auf die Begründung und die Anerkennungsverfahren der Zukunft gespannt (ich habe in RLP studiert, in NDS das Ref, in NRW die Einstellung, mein Fach hat also drei verschiedene Bezeichnungen auf allen Zeugnissen).

    Was machen sie denn mit den ganzen KuK, die keine Oberstufe mehr unterrichten können? Keine Schule kann sich es leisten, 3-4 SoWi-Lehrer*innen zu Zertifikatskursen zu schicken, um ein Fach zu erwerben, das sie schon unterrichten. Neue KuK einstellen, die heutzutage alle nur ein zweites Fach haben (und es wird selten Physik oder Chemie sein), während die anderen dann in ihr erstes / ihre anderen Fächer zurückgedrängt werden, herzlichen GLückwunsch!
    Ich bin leider in keinem Fachverband, die Überlegung ist es jetzt aber wert (es hat sich einfach bisher nicht ergeben, oft tritt man in Zusammenhang mit einer FoBi, einer Tagung oder einer Zeitschrift bei und ich schon in zwei anderen Fachverbänden neben Berufsverband, an die wichtigen Infos kam ich durch Kolleg:innen...). ALlerdings will ich sicher sein, dass der Verband MEINE Interessen vertritt und die Schwerpunktsetzung auf Wirtschaft nicht bejubelt (ohne an die Konsequenzen zu denken).

    Das ist nicht korrekt. Ich verweise auf einen alten Thread ("Darf die Schulleitung in die Notengebung eingreifen?") vom Juni 2019 und zitiere mich selbst beim Zitieren:

    In der VV zu § 21 APO-S I NRW heißt es unter Absatz 2: "Die Fachlehrerin oder der Fachlehrer entscheidet über die Note in ihrem oder seinem Fach und begründet diese auf Verlangen in der Versetzungskonferenz. [...] Die Note kann durch Konferenzbeschluss nicht abgeändert werden; die schulaufsichtliche Überprüfung bleibt unberührt."

    WAS ist an meiner Aussage bitte falsch? Ich habe nicht gesagt, dass jemand meine Note verändert oder dass abgestimmt wird. Aber die Note wird auf der Konferenz festgesetzt, könnte vorher noch geändert werden.
    Anders als in der Oberstufe, wo die SuS vorab zu informieren sind, erfahren die SuS kurz vor den Zeugnissen keine Informationen zu ihrem aktuellen Leistungsstand.

    Nee. Eltern und Schüler*innen sind bei den Fachkonferenzen dabei (ohne Stimmrecht), bei der Schulkonferenz (Drittelparität! im höchsten Gremium), aber nicht bei der Lehrerkonferenz oder Notenkonferenz.
    Ich weiß nicht mehr, ob sie bei einigen Teilkonferenzen dabei sind, wenn, dann nur sehr seltene Fälle.

    Humblebee: willkommen im Föderalismus, ich glaube, zur Zeit ist es deine Schockphase (ich hatte sie umgekehrt, als ich nach Arbeit in NRW zum Ref nach NDS wechselte).

    In der Sek 1 werden ja die Noten (in NRW) auf der Klassenkonferenz festgesetzt.
    und Achtung: da sitzen keine Eltern dabei und manchmal wird durchaus auch mal "verhandelt" (Natürlich sind es Ausnahmen, aber auch nicht im Promill-Bereich...), weil es ja auch um eine pädagogische Entscheidung geht.

    Es gibt drei Grundkonstellationen, meist findet man sich als Frau in einer der drei wieder.
    a) Die Vollzeitbeschäftigte (nicht notwendigerweise Karrierefrau)
    b) Die "Hausfrau" und Mutter
    c) Die teilzeitbeschäftigte Mutter

    und die Grundkonstellationen a und c auch mit oder ohne Kind.
    Je nach Alter ist die Kinderlosigkeit stärker ein Thema. von "Wenn du selbst Kinder hast, profitierst du davon / merkst du es" bis "tja, du kannst es nicht verstehen" (was ja auch stimmt, aber das muss man nicht immer sagen / hören).

    Yestoerty spricht sicher von den SuS, die gleichzeitig Abitur und Erzieher:inausbildung machen. Zumindest ist es bei den BKs bei mir in der Nähe so wie geschildert.

    keine Eliteschule und sicher überspitzt gesagt, aber mehr als die Hälfte der SuS wusste VOR dem Unterricht mehr als ein Kurs an meiner aktuellen Schule nach dem Unterricht.
    Ich spreche ja ausdrücklich vom Stoff der 7./8. Politik. Da macht man auch Themen wie "Kinderrechte", "Umweltschutz", "Wirtschaftseinführung, Kreislauf", "Grundrechte", "politisches System", "Wahlrecht"

    Also vielleicht kann das Kind das Wort "Opportunitätskosten" nicht sagen, kommt aber von alleine auf die meisten Kriterien einer guten Wahl (waren schon mit den Eltern zum Wahlbüro), wussten lange vor FFF viele Positionen des Umweltschutzes, Vor- und Nachteile von Entscheidungen, kannten viele Hauptpolitiker:innen und konnten Parteien vielen Merkmalen zuordnen.
    Also das Wissen, was man hat, wenn man regelmäßig mit Papa und Mama die Kinderzeitung oder die Nachrichten geguckt hat, und Themen, die beim Abendbrot Thema sind, wenn ein Plakat über ein verhungerndes Kind gesehen wurde.
    und ich mache den Unterschied zwischen "alle Kinder würden neugierig sein und Fragen stellen" und "nicht alle bekommen gute/differenzierte Antworten" (und fragen also noch mal).

    Ich bin aber gespannt, ob andere Lehrkräfte ein solches Bild bestätigen können (wobei der Punkt ist: sowas fällt eher auf, wenn man eben unterschiedliche Schulen kennt)

    da drehen wir uns im Kreis, ob die Schule überhaupt dazu geeignet ist, etwas nachhaltig zu vermitteln.

    Die Bekannte, die dich fragt, wie denn das alles so ist, hat ja offenbar jetzt gerade Interesse daran gefunden. Wäre interessant zu wissen, was genau dieses Interesse ausgelöst hat. Denn jetzt fängt sie an zu recherchieren und wird sich m.M.n. auch etwas davon merken.

    Der Impuls ist das Zusammenleben/-treffen mit Menschen, für die solche Gesprächsthemen eine Selbstverständlichkeit sind und vermutlich dadurch das Gefühl, dass es nicht schlecht wäre, auch zu wissen, aber eben: "woher weiß man das?" und genau diese Frage lässt mich nicht los.
    Ich habe schon an einem bildungsbürgerlichen Gym unterrichtet, da brauchte die Hälfte der 8. Klasse meinen Politikunterricht kaum: sie guckten schon regelmäßig Nachrichten, und nicht mal die auf Kika, sie waren mit den Eltern wählen, konnten die meisten Parteien grob zuordnen, kannten viele Politiker:innen, usw... Sie wussten, was die Börse ist, wie Aktien funktionieren, usw.. mit denen konnte ich über Basisdemokratie und deren Nachteile sprechen... über DIE SuS mache ich mir keine Sorgen.
    An meiner jetzigen Schule und sehr vielen anderen Schulen sitzen die SuS im GK Sowi, die noch nie eine Zeitung geöffnet haben, außer in der 8 in Deutsch im Zeitungsprojekt, die Politik für unnahbar halten und Wirtschaft naja. Selbst die guten sind nicht die allerbesten. Weil sie "nur das" wissen, wenn überhaupt, was die Schule vermittelt hat. Aber eben nicht, was sonst dazu gehört, was man nebenbei mitbekommt...
    ... und so sitze ich seit drei Tagen noch desillusionierter als sonst, was alles schief läuft....

    Aber keine Angst, es geht vorbei. Es sind die Sachen, die man / ich weiß, aber es tut immer wieder weh, wenn man es ganz konkret an einem nahen Fall sieht und sich so machtlos fühlt.

    Mit 15 interessieren sich viele Säue für wenig, was in der Schule läuft...

    Wo würdest du die Kompetenzorientierung hier im Spiel sehen? Mein lebendes Beispiel weiß (zumindest nachweislich an schulischen Überprüfungen...), WIE man an die Informationen kommt. Es interessiert sie schlicht nicht genug, als sie selbst die Tagesschau einschaltet, eine Zeitung öffnet und sich das merkt. Allgemeinbildung muss man schon auch ein bisschen aktiv erwerben, sonst wird es ja auch nichts.

    und Kompetenzorientierung hin oder her, wenn man nur die Kompetenz hat, (ich bleibe bei meinem sozialwissen./gesellschaftlichen Beispiel, es könnte aber sicher auf Naturwissenschaften und co übertragen werden), nachzugucken, wie jemand gewählt wird (Schaubilder, Grundgesetz, Internet, usw..), was er/sie entscheiden kann (ebd) und was seine Ziele (Parteiprogramm, Wahlkampfplakate, Reden...) sind, ist man trotzdem super überfordert, wenn man alles auf einmal machen soll, nur weil man nicht kapiert, dass die 3 Hanseln auf irgendeinem Parteitag NICHT die zukünftigen Bundeskanzler sind und warum einige den einen mehr mögen oder doof finden.

    Beim großen Planspielvorschlag oder Ähnliches bin ich dabei. Oder gar: ein halbes Jahr Segeln oder Summerhill...

    Ich kann für das Gymnasium sprechen, ich glaube für die Sek1 ist es ähnlich.
    In der Sek1 schreiben die SuS Klausuren nur in den 4 Hauptfächern (M, D, E/1.FS, 2. FS) (Realschule müsste dann M, D, E, WP sein). Die Noten in allen anderen Fächern werden rein mündlich gebildet, wobei Kurzteste bis 20 Minuten geschrieben werden können. zählen aber natürlich maximal im Wert einer Unterrichtsstunde.

    Oberstufe: es hängt vom gewählten Schwerpunkt ab, aber grundsätzlich werden die allermeisten SuS nur 5 Fächer haben, in denen sie Klausuren schreiben. Sie müssen in ihren 4 Abifächern Klausuren schreiben (2 LKs, 1 schriftliches, 1 mündliches Abiturfach), sowie (wenn nicht schon Abiturfach) in Deutsch, Mathe und einer Fremdsprache.
    Der Rest ist rein mündlich. Tests sind aber auch da erlaubt.

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