Beiträge von chilipaprika

    chilipaprika : Die Aussage war nicht, dass man als Lehrkraft (oder analoge Tätigkeit) in Deutschland einen höheren Lebensstandard hat als als Lehrkraft (oder analoge Tätigkeit) im Herkunftsland, sondern dass man beschäftigungslos in Deutschland einen höheren Lebensstandard hat als als Lehrkraft (oder analoge Tätigkeit) im Herkunftsland.

    Das war auch eher auf Entwicklungsländer bezogen statt auf Frankreich, aber ich würde mal behaupten, dass man sich als Lehrkraft in Frankreich durchaus einen höheren Lebensstandard leisten kann als beschäftigungslos in Deutschland.

    1. sorry, zu schnell bzw. am Hand gelesen, sollte ich grundsätzlich vermeiden...
    2. Da wäre ich mir nicht mal sicher, aber es ging mir nicht um Frankreich, sondern um ein Beispiel zu meinem Argument (das allerdings vom falschen Verständnis kam..)

    Zu der anderen Nachricht: Es hat durchaus auch Vorteile, dass jedes Jahr Wahlen stattfinden und nicht alle auf einmal und dann mehrere Jahre nichts. So kann zielgenauer auf Ereignisse, die das politische Handeln entscheidend beeinflussen, passgenauer reagiert werden, und die Verwaltung zur Organisation der Wahlen wird entlastet.

    Wie bitte ist Brandenburg belastet, dass in NRW Wahlen stattfindet? Wie ist der Bund belastet?
    Sind sie nicht, bremsen sich aber aus, aus "Angst", Wähler zu verlieren. Guck dir mal die aktuelle bundespolitische Lage und die Starre, in welcher sie ist. Das hat nicht (nur) mit dem Sommerloch zu tun, sondern mit den anstehenden Wahlen zu tun.

    Letzter Punkt: In einer Zeit, in der einzelne Akteure (m/w/d) die vom Außenministerium separate Existenz des Entwicklungsministeriums offen infragestellen, braucht es eine Neuausrichtung der Afrika- und Nahostpolitik. Die zuständige Ministerin sollte in diesem Zusammenhang die Initiative ergreifen, Verbündete suchen und gemeinsam den Austausch mit den betroffenen Entwicklungsländern suchen, dabei konkret aufzeigen, wie es in Zukunft weitergehen soll. Die Möglichkeiten wären, so meine Einschätzung, entweder, dass die betroffenen Länder Hilfe ablehnen und weiter ihr eigenes Ding machen, aber dann zieht sich Europa komplett zurück - keine Zahlung von Hilfsgeldern mehr, keine Unterstützung bei Umweltkatastrophen, Aufnahme von Geflüchteten o.ä. Oder es wird ein gestufter Plan aufgestellt, bei dessen Gestaltung und Umsetzung Europa ein Mitspracherecht erhält und der vorsieht, wie es den jeweiligen Länder zukünftig wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch besser gehen kann - zuerst wird Stufe I durchgeführt, wenn das gewünschte Ergebnis bis dann-und-dann nicht eintritt, folgt Stufe II usw. Es kann auch sein, dass ein Staatsoberhaupt zur Erkenntnis kommt, dass die Probleme des eigenen Landes zu groß sind, dass selbst grundlegende Reformen diese nicht lösen können, und dann muss, wie zuvor beschrieben ergebnisoffen, über mitunter unkonventionelle Wege nachgedacht werden, z.B. eine (freiwillige und NICHT gewaltsam erzogene) Übergangsregierung, ggf. unter Unterstützung Europas, oder auch die Neuordnung vorhandener Staatsgrenzen.


    Ich gehe nicht im Einzelnen auf deine Ideen ein, aber dein Denken ist so unglaublich krass europazentriert und kolonialisitisch geprägt, dass ich sicher bin, du merkst es selbst nicht und meinst es auch vielleicht (?) nicht so.
    Warum sollten Länder aus Afrika "Unterstützung" brauchen? (Ja, tun sie, WEIL die Länder Europas doch Scherben hinterlassen haben. Und zwar nicht in den 60ern mit der Unabhängigkeitswelle, sondern immer noch. Weil Macht- und Dependenzverhältnisse weiterhin herrschen. Weil "Entwicklungshilfe" (by the way: Zusammenarbeit) eben WIRTSCHAFTLICHE Zusammenarbeit ist, nur so lange, Deutschland davon profitiert oder sich Profit erhofft.
    Es ist keine Nächstenliebe.
    und die Rufe gegen China ("Achtung, China beutet euch aus") sind mehr davon geprägt, die eigene Einflusssphäre zu verlieren...

    (und ja, meine Sicht ist klar von Frankreich und England geprägt, aber auch Deutschland ist im postkolonialen Game sehr gut vertreten.)

    chilipaprika : Ja, das könnte wie von dir dargestellt so sein. Leider erfolgen die wenigsten staatlichen Neuordnungen friedlich. Bei der Vereinigung von West- und Ostdeutschland wird ja oft betont, dass es außergewöhnlich war, dass es zu dieser nicht-blutigen Revolution kam.

    Ich möchte auf keinen Fall sagen, dass eine staatliche Neuordnung im Falle afrikanischer Staaten einfach zu organisieren wäre. Wie schon zuvor erwähnt, aus der Entfernung kann ich gar nicht wissen, welche Fallstricke hierbei vorkommen können. Und wie bei allen möglichen Veränderungen gibt es auch Menschen, die den Status Quo vorziehen, diesen bisweilen mit allen Mitteln verteidigen würden.

    Ich würde mir wünschen, dass die afrikanischen Staatschefs ergebnisoffen einfach mal alle Ideen auf den Tisch legen und sagen "Wir wollen Veränderungen mit Ziel einer besseren Zukunft für unseren Kontinent und unsere Bevölkerung!". Vielleicht macht es Sinn, staatliche Grenzen im Falle Afrikas noch einmal neu zu definieren. Die Afrikaner (m/w/d) müssen die Möglichkeiten einfach mal für sich durchdeklinieren.

    Ach, ernsthaft. Man braucht nicht selbst in Afrika zu sein oder gewesen zu sein, um die menschliche (männliche) Eigenschaft übertragen zu können "Macht! Macht! Alles nur für mich". Selbst in Demokratien.

    (Die meisten Politiker*innen wären sich sicher einig, dass es ein Segen für (die Regierbarkeit und Entwicklung von) Deutschland wäre, wenn alle Landtagswahlen zusammen wären. Oder nur zwei Termine. So kann man kaum regieren.
    Aber: Wer ist bereit, eine (deutlich) kürzere Amtszeit in Kauf zu nehmen...)

    Hängen beide von dir gemachten Punkte nicht unmittelbar miteinander zusammen? Ich kann argumentativ gerade nicht überschauen, warum du den ersten von mir zitierten Punkt mit einem "definitiv nicht" vom zweiten von mir zitierten Punkt abgrenzt.

    Dein Beitrag war darauf bezogen, dass man als Lehrkraft (oder eine andere, aber benannte Berufstätigkeit) in Deutschland einen höheren Lebensstandard hat als mit besagter Tätigkeit im Herkunftsland.
    Übertragen: das ist mein Fall. Ich habe in Deutschland einen Lebensstandard, von dem ich in Frankreich nicht mal träumen könnte.

    Was aber Armut ist, ist kein Lebensstandard. Sondern Hunger. Angst, für die Familie nichts zu Essen kaum zu können. Am Wohnort eh gar keinen Job zu bekommen, 250km weit weg wohnen und das ganze Geld zur Familie schicken und selbst 12 Stunden am Tag unter Tage arbeiten. Kein Geld für die Schulbildung haben und sehen, dass seine Tochter mit 8 in die Nähfabrik muss...
    us.w.

    Gesellschaftspolitisch ist aus meiner Sicht ein Hauptproblem, dass die Bevölkerung vieler afrikanische Länder keine nationale Identität hat, sondern sich eher innerhalb der einzelnen Völker oder ihrer Familien orientiert. Es kommt immer wieder zu Unruhen aufgrund unterschiedlicher moralischer Vorstellungen oder Verteilungsstreitigkeiten. Aus europäischer Sicht lässt sich nur schwer eine Alternative aufzeigen, da wir aus der Entfernung heraus nur wenig Einblicke haben.

    Let me have a guess ....

    _KÖNNTE_ es eventuell damit zu tun haben, dass Kolonialmächte sich die Landkarte wie ein Kuchen aufgeteilt haben, ohne Rücksicht auf Kulturen und sich schon seit Jahrtausenden entwickelnden Entitäten?!

    Wieso sind die Leute dann hier?

    Weil es in ihrem Land so schlimm war.
    Weil die Armut so groß ist oder die Lebensgefahr..

    Definitiv nicht, um als Lehrkraft einen höheren Lebensstandard als in Syrien zu haben.

    Tobbe : Um dein Beispiel mit Syrien aufzugreifen, wenn Syrer (m/w/d) erfahren, dass selbst ein anspruchsvoller Job und ein gehobener Bildungsstand (z.B. Lehrkraft oder medizinische Fachkraft) in Syrien nicht mal zu dem Lebensstandard führt, der in Deutschland dem des grundsicherungsfinanzierten Existenzminimums entspricht, entsteht schnell die Frage, ob sie sich überhaupt anstrengen sollen, in Syrien gesellschaftlich aufzusteigen, wenn es am Ende monetär gar nicht wertgeschätzt wird.

    Deswegen bin ich nach Deutschland gekommen.in meinem Herkunftsland lohnte sich der Job als Lehrkraft nicht.


    Schon mal auf die Idee gekommen, dass bei den allerallermeisten Menschen der Lebensstandard und der ausgeführte Job NACH dem Leben in der Nähe von Familie, Freunden und in seinem Kulturkreis (und seiner Muttersprachd) kommen?

    Ich hatte zwei (zwei zweidrittel) wunderschöne Tage am Meer. Die Überraschung für meinen Mann ist gelungen, er hat erst in Leer kapiert, wo es hingeht.
    Wir hatten leckeren Fisch, tolle, lange Kilometer Spaziergang am Deich, ein leckeres Fischbrötchen und das eindeutig beeeeeeste (Friesen-)Eis, das ich seit sehr sehr langem gegessen habe, einen zwar bevölkten aber schönen Sonnenuntergang, einen Morgenlauf beim Sonnenaufgang, weitere Spaziergänge… Wir haben Möwen gehört, die Sonne genossen, den Regen ignoriert, Deichschafe (Scharschafe?) gesehen… und noch dazu eine schöne Zuganreise (und jetzt Vorfreude auf die Rückreise!)

    Akku aufgeladen und Versprechen an mich selbst, das nächste Meerwochenende bald zu planen.
    Nur die (Ost?)Friesentorte gab es für uns nicht, dann müssen wir wohl wieder hin, oder?!

    Ich fühle mich beruhigt, dass jetzt KuK schreiben, dass sie bei 3 Minuten auch Anwesenheiten nicht akzeptieren.
    Ich glaube, Untis zählt bei uns nicht nur die Fehlminuten zusammen, so dass es aufs Halbjahr durchaus 1-2 Stunden mehr sein können, als einige SuS glauben, wenn sie immer 10 Minuten zu spät kommen, aber auch ab einem bestimmten Cut die Stunde gar nicht mehr berücksichtigt (da ich immer Doppelstunden habe, lasse ich jeden auch nach 35 Minuten rein, aber die erste Stunde ist in der Regel raus).
    Und ausgerechnet in der Oberstufe /bei Volljährigen ohne vollständige Aufsichtspflicht würde ich die Person gar nicht reinlassen. Störung des Unterrichtsablaufs.

    Was hat plattyplus denn gemacht? Er berichtet doch nur?

    Oder denkst, er persönlich hat die Unterrichtszeit am letzten Schultag bewusst gekürzt? Das hatte ich so nicht verstanden, sondern denke, das wird eine schulweite Regelung sein?

    Sich so daran zu erfreuen, ist für mich schon eine Handlung.
    Und dass man die Zahl auf zwei Nachkommastellen noch festhält, naja,

    Die Wahrnemung, was Einzelfall ist und was nicht, hängt möglicherweise sehr von der Schulform ab und was man dort so erlebt. Viele meiner letztjährigen Schüler hatten hochseltsame Fehlstundenmuster, die sich mit "einmal am Tag vorbeischauen reicht der Behörde" zumindest erklären ließen. Von woanders kannte ich das so nicht.

    Und ja, mich ärgert das Verhalten auch, zumal man dieses ganz offen gelebte Ausreizen des Systems als Steuerzahler ja auch noch mitfianzieren darf. Wenn solche Schüler aufgrund ihres selbst zu verantwortenden Fehlverhaltens gehen müssen, halte ich das für eine Entlastung des Systems und nicht für einen Arschloch-Move.

    Dass es an der BK-Schulform aber Schultourismus gibt, hört man doch ständig. Betrifft es Neuankömmlinge statistisch höher? Oder ärgert man sich allgemein und wenn das einer im Duldungsstatus macht (warum auch immer man es weiß), fühlt man sich komplett betrogen?
    Ich meine: Bis ich eine Klassenfahrt organisiere (was ihr am BK kaum macht), weiß ich gar nicht, ob meine SuS deutsche Staatsbürger, Ausländer oder geduldet sind. Ich weiß höchstens, ob sie in den letzten Jahren angekommen sind.

    Wir sind doch die Berufsgruppe, die in der Wahrnehmung vieler in der Gesellschaft ständig krank und voll bezahlt bleibt, weil einige Einzelfälle in der Öffentlichkeit bekannt wurden und jede*r von uns Kinder im Umfeld hat, wo "gefühlt" "ständig" jemand ausfällt. Also sind alle verbeamtete Lehrkräfte Betrüger, die die Regeln ausreizen und denen gekündigt werden muss?

    Ich will damit an dieser Stelle aufzeigen, dass wir nicht vom 8jährigen Zweitklässler reden, genauso wie in den Medien beim Thema Inklusion immer die Schülerin im Rollstuhl gezeigt wird und eben nicht ESE.

    eine überwältigende Mehrheit der Gewalttäter sind Männer und trotzdem brauche ich nicht männliche Einzelfälle, um dann alle Männer einsperren zu wollen.
    Also: WAS willst du uns mit deinen Einzelfällen mitteilen?
    und: WAS willst du denn über DICH mitteilen, wenn du sowas machst? Dass du ein A... bist? (Wo wir wieder bei der Verallgemeinerung auf Männer wären?!)

    Ich spreche mal von Jugendlichen und nicht von Grundschulkindern: Da hätte ich kein Problem damit sie aus der Schule abzuholen, mit den Eltern zusammenzuführen und direkt in den Flieger zu setzen. Das würde wenigstens auf die Klassenkameraden den Eindruck machen, dass der Staat handlungsfähig ist und sich nicht auf der Nase rumtanzen lässt.


    Seitdem mir vor gut 2 Jahren einer meiner Schüler vor der ganzen Klasse haarscharf vorgerechnet hat was er sich alles in Deutschland erlauben kann ohne abgeschoben zu werden und Sozialhilfe zu kassieren, bin ich da auf der „Null Toleranz“-Linie. Sein Auffenthaltsrecht hing am Schulbesuch, er durfte maximal 30% der Zeit fehlen. Zudem hat er mir erklärt, dass das Ausländerant nur ganze Tage zählt. Wenn er also um 14:27 Uhr kommt und der Unterricht um 14:30 Uhr endet, dann war er an dem Tag da. Der hat das mir mit Excel vorgerechnet. Womit er nicht gerechnet hatte: Am letzten Tag vor den Sommerferien endete der Unterricht nach der 4. Stunde anstatt nach Stundenplan nach der 8. Stunde. Damit war die Grundgesamtheit der Unterrichtsstunden im Schuljahr kleiner und seine Fehlzeiten beliefen sich nicht auf 29,98% sondern auf 30,01%.

    —> Zurück in den Irak

    es ist nicht das erste Mal, dass du die Geschichte (oder eine ähnliche) erzählst, aber es gibt Sachen, sie widern mich beim 2. (3., etc..) Mal weiterhin an...

    Fast jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit, bedeutet, in vielen Familien ist die Mutter nachmittags zuhause.

    Stimmt, "Teilzeit" bedeutet nur vormittags...

    Laut Deutschem Jugendinstitut wohnen in einem Drittel der Fälle die Großeltern in unmittelbarer Nähe. Es sind also nur wenige Fälle, bei denen nachmittags wirklich gar kein Erwachsener zumindest mal ab und zu nach den Kindern schauen könnte.

    Rechne mal nach und überlege, ob
    - die "jungen" Großeltern ihren Job aufgeben müssen, um sich um die 6jährigen zu kümmern? oder
    - die "alten" Großeltern mit 70 sich um die 6jährigen kümmern sollen?

    In der Nähe bedeutet, dass man - bei guter Beziehung - vielleicht einspringt und unterstützt. Doch nicht, dass man 5 Tage die Woche kein eigenes Leben mehr hat.

    Zudem sollten wir nicht vergessen, dass es nicht nur das klassische 9-to-5 gibt. Wenn Eltern früh morgens oder spät abends arbeiten (Stichwort Schichtarbeit), bringt eine Gantagsbetreuung, die effektiv auch "nur" bis zum Nachmittag geht, nur bedingt etwas.

    Ist es jetzt ein Argument für noch längere Pflichtbetreuungszeiten?
    Für Regulierung von Arbeitszeiten (zum Beispiel Einschränkung von Ladensöffnungszeiten?)
    Für komplettes Aufgeben, weil man nie alle erreichen kann?

    Die Frage ist, was ist das optimale für dich und was ist das optimale für die Gesellschaft als ganzes. Am Ende trifft es dich dann auch wieder. Die Eltern, die ihre Kinder auf dem Gymnasium haben, brauchen sich erstmal keine Gedanken machen über Kinder an Brennpunktschulen.

    Du meinst, die Eltern in "guten Gegenden" brauchen sich erstmal keine Gedanken machen über Kinder an Brennpunktschulen.
    Es gibt Gyms in Brennpunktstadtteilen, die auch kämpfen, und es gibt Sek1-Schulen in sehr guten Gegenden, die überhaupt keine / kaum Probleme haben.

    Aber wenn die später von Sozialleistungen leben, müssen das ihre Kinder wieder verdienen.

    Wer ist "die", wer ist "ihre Kinder" ?

    Das wäre schön, ist aber halt nicht realistisch. Akzent hat neurologische und physiologische Gründe, den bekommt man auch durch Studium nicht in den Griff.

    Warum nicht?!
    Ich bin wirklich die letzte, die akzentfreie Sprache erwartet, aber es geht jetzt um "minimal".
    Ich mache gerne den Vergleich: Dass ich erst mit 25 erfuhr, dass es auf Englisch ein "H" gibt (und mit 19 auch auf Deutsch), ist keine Glanzleistung meines Schulsystems (obwohl meine Deutschlehrerin nach Aussage meiner Austauschschülerin akzentfrei sprach. Ich vermute, es bedeutet: nahezu).
    Aber als Sprachvorbild sollte man eben so nah wie möglich an der Realität sein. Und die meisten Sprachen haben eben viele Varietäten (und das sage ich als Französin gegen all meine universitäre Ausbildung, die meine Pariser Aussprache gerade noch duldete, die Aussprache aus Südfrankreich und "Afrika" aber hart bestrafte).

    mir fällt auf: mein Lehramtsstudium begann unter der Prämisse einer möglichen 6 Tage-Woche und Stundenpläne von 8-18 Uhr.
    Mmmm... lasst mich überlegen, wieviele von den ca. 30 Leuten noch Lehrer*innen sind.
    Meines Wissens drei. Und es sind die drei, die es in Deutschland geworden sind (und zwei davon sind Mütter im richtig traditionellen Familienmodell mit der möglichst kleinen Stundenzahl, die andere.. naja, bin ich). Zugegeben, einige haben die Prüfungen nicht geschafft, aber sowohl diejenigen, die an der Mittelstufe, als auch Oberstufe und Grundschule gelandet sind, haben gekündigt. Eine aus dem Jahrgang unter mir ist noch im System.
    Es liegt aber ganz sicher nicht NUR an den Arbeitstagen, zumal ich nicht weiß, ob sie tatsächlich samstags gearbeitet haben, das sind mittlerweile doch die wenigsten Schulen.

    ach, mit 18 sind die heutigen Jugendlichen genauso.
    Aber mit Mitte 20 haben sie einiges gemerkt. Die Abbruch- und Umstiegsquoten sind oft dem geschuldet. Vielleicht habe ich ein Ohr dafür, vielleicht bin ich in einem besonderen Umfeld, aber ich treffe ständig Leute, die nach dem Master of Education erstmal viel anderes ausprobieren (meine Nichte hat ZWEI Freundinnen, die ins Ref gegangen sind. Von der Lehramtsclique (über 10) sind alle (erstmal?) sonst woanders unterwegs), trotz MEd-Abschluss (zum Teil Doppelabschluss aus dem Grund).
    Von unseren Reffis berichten viele, dass sie erstmal keine Planstelle anstreben, weil sie doch unsicher sind und DIE Schule finden wollen.
    Natürlich gibt es auch die Anderen, das sage ich nicht!
    Aber mir kommt es so vor, als würden sich das viele gut überlegen. AUCH diejenigen, für die Lehramt der soziale Aufstieg mit Sicherheit war. und das finde ich bemerkenswert. (und für das System bedenkenswert)

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