Beiträge von chilipaprika

    Wie sieht es mit der Möglichkeit aus, dein Medizinstudium in drei, vier oder fünf Jahren zu Ende zu bringen, falls sich das Lehramtsstudium als der falsche Weg erwiesen hat?

    Da wäre ich sehr sehr sehr vorsichtig und mich seeeeeeeeeeeeeeehr ausführlich (und rechtssicher) beraten lassen...

    1. Wenn man N Semester eines NC-Studiengangs studiert hat, kommt man nur in N+1 (oder durch umfangreiches Anerkennen höher, aber normalerweise geht nicht nach unten). Wenn man sich fürs N+1. Semester bewirbt, muss eine Kapazität frei sein (durch Abbrüche von Studierenden, die nicht schon durch Hochschulwechsler*innen gefüllt wurden).
    -> Kann man sich überhaupt in dem Stadium des Medizinsstudiums "bewerben"? (also kann man rein theoretisch von woanders kommen)
    -> Wie gut sind die Chancen, dass es noch freie Plätze gibt? (so einfach wie "es brechen eh 10% ab" ist es nicht, weil vorher überbucht worden ist und die Kapazitäten in höheren Semestern strenger kalkuliert werden...)


    2. Änderungen von Studien- und Prüfungsordnungen können in 3-4 Jahren echt einiges kaputt machen.


    3. Wenn man nicht mehr im Lernrhythmus ist, ist (meine Vorstellung) der Medizinstoff sicher eine andere Nummer, als die Wiederaufnahme eines Literaturstudiums...

    Punkte 1 und 2 würde ich vor einem solchen Schritt aber wirklich abklären (und dann ggf., wenn man es durch Uni und PH zugelassen wird, wovon ich aber NICHT ausgehe, eine Doppelimmatrikulation haben, um den Medizinplatz nicht zu verlieren und die Studienordnung nicht wechseln zu müssen)

    einen Kurs vielleicht ? ;-)
    und das, wenn man großzügig ist, denn: oft werden die Grundschulveranstaltungen (und sicher erst recht an PHs) mit fachdidaktischen Anteilen vermischt und dann kann keine Anrechnung gemacht werden..

    Davon würde ich es nicht abhängig machen. Aber das finanzielle (ein Semester mehr oder weniger) schien nicht das Problem zu sein.
    Ich sage es mal so (in Unkenntnis der Studienorganisation an PHs): wer ein Medizinstudium geschafft hat, wird wohl gut genug organisiert sein, um - wenn es möglich ist - das Studium straff durchzuziehen.
    WENN man aber sowas kann (und keinen Stress im Nacken, wo die Eltern sagen "du hast nur 4 Semester von 8 Semester Studium eine Förderung") - und eigentlich sogar auch wenn man Stress hat, würde ich trotzdem empfehlen, die Studienzeit auch zum Kennenlernen des Berufsfeldes zu nutzen: Ganztagsangebote, "Aufholangebote" nach Corona (mir schon klar, dass sie in 3 Jahren anders heißen), "Sprachbegleitung für Neu-Ankömmlinge".
    Erfahrung, Schnuppern und eigenes Profil schärfen sind 10 mal mehr wert als das eine Semester.

    Jetzt bin ich irritert. "Biologie" gibt es doch gar nicht als Fach an der Grundschule!?

    Es gibt Bundesländer, in denen man sich im Fach Sachunterricht auf eins der Fächer spezialisiert, also doch: Biologie / biologische Sachthemen gibt es in der Grundschule, wenn eher innerhalb von Sachunterricht. (Andere Fächer: Geschichte, Erdkunde, Physik...)

    Doppelstudium ist (in der Regel?) nur möglich, wenn die betroffenen Studiengänge in den jeweiligen Semestern keinen NC haben.
    Da Medizin bis zum letzten Fachsemester einen NC hat und Grundschullehramt überall im ersten Semester einen NC haben müsste, wird es schwer fallen.
    WENN der TE freie Kapazitäten hat (um Kurse in einem Doppelstudium zu machen, muss man welche haben), empfehle ich Langzeithospitationen oder Arbeit in der OGS. Vielleicht merkt man auch, dass es nicht DER Traumjob ist.

    (Ich lese aus dem Beitrag nicht unbedingt heraus, dass es eine rein spontane Idee ist, aber auch nicht die typische Geschichte "eigentlich wollte ich immer Lehrer werden, aber mein Umfeld wollte nicht, jetzt bin ich fertig und will doch immer noch"...
    Auch wenn es am Ende so ist, dass der TE tatsächlich Grundschullehrer ist, halte ich es jetzt nach ein paar Wochen für verfrüht, alles hinzuschmeißen und vermute, dass die Sinnkrise in einem so langen Studium quasi unausweichlich ist. Ich oute mich, ich hatte mehr als eine und wo ich mit 60 sein werde und worauf ich zurückblicken werde, weiß ich immer noch nicht. Aber ich glaube, dass alles, was man mal gemacht hat, für etwas gut ist und in unserer Gesellschaft, in der man nicht mehr sein Leben lang einen bestimmten Beruf ausüben muss, lassen sich Kompetenzen sehr gut vernetzen, kombinieren und aufeinander aufbauen.)

    Mach dein Studium zu Ende.

    - Du bist da (erst recht, wenn man die zwei Jahre Ausbildung nimmt) viel zu lange drin, dass du sagen kannst "ist ein Fehler gewesen", wenn du irgendwann gefragt werden solltest (weil du nicht Lehrer wirst und dich irgendwo bewirbst),

    - du hast einen Abschluss, mit dem du dich jedes weitere Studium finanzieren kannst

    - Kleine Kinder sind nett, aber wenn ältere Schüler*innen dich auch begeistern sollten, kannst du ja auch in die Pflegeausbildung, in die Medizinpädagogik gehen.

    - man weiß nie, wofür es gut ist und wir reden nicht bei dir von 2 Jahren von 3, sondern 2 von 6. Mit 29 ein Zweitstudium anzufangen ist hart, aber nicht härter als mit 27, und mit 27 komplett ohne Abschluss zu sein, ist ein sehr hoher Druck, wenn du nach 1-2 Semestern anfangen solltest zu zweifeln, ob Lehramt wirklich das ist...

    Kein Studium führt NUR zu EINEM Ziel. Mach deinen Medizinabschluss, informier dich über alle Möglichkeiten, die es geben könnte (es gibt garantiert mehr als Kinderärzte und Kinderpsychiatrie) und vielleicht kombinierst du es mit Lehramt, vielleicht machst du dann einen Pädaabschluss in irgendwas und leitest einen Kinderkurort, wirst der Arzt an einer Krankenhausschule, machst dich in einem bestimmten Bereich teilselbstständig, ..

    (Fast) Jeder Punkt, und das sieht man an deinen Markierungen, ist eine Kompetenz, die sich spiralartig bis zum Ende einer Bildungslaufbahn durchzieht. Die Geschichte in der richtigen Reihenfolge und in ganzen Sätzen, die Sinn ergeben, erzählen, ist etwas, was noch zigmal in allen Fächern vorkommt.
    Wie sollen die Eltern einschätzen können, was das Niveau der frühkindlichen Bildung ist? Dafür hat man eben eine Ausbildung oder ein Studium, damit man das weiß.
    "Ich beende, was ich beginne" hat soviele Ebenen. Sind diejenigen, die eine Doktorarbeit abbrechen, nicht in der Lage, in die 1. Klasse zu kommen? :-D

    Ach... da sieht man, wie unser Bildungssystem krankt. Wenn man Bildungspläne für die "Vorschule" hat (was supi wäre, wenn man sie durchführen könnte), dann braucht man auch die Kapazitäten.
    Wenn man aber die Sätze als "Leitlinien" nimmt und davon ausgeht, dass nicht jede*r eine 1 braucht, sondern überall eine 4 reicht, dann nimmt es doch sicher den Druck weg.

    Bei einem Dienstwegeunfall wusste ich von 6 Monaten.
    (und jetzt überlege ich, meine Juni-Coronainfektion als Dienstunfall aufschreiben zu lassen, ich kämpfe nämlich immer wieder mit Leistungskurven, keine Ahnung, ob es damit zusammenhängt).

    aber ist es nicht auch eine Orientierung, wenn man noch ein Jahr hat? (ich mache mal Advokatus Diaboli)

    20 Minuten konzentriert arbeiten und Tasche perfekt packen sind sicher zu hoch gegriffen, aber sowas wie "ich kann auch ruhig an einem Tisch sitzen und eine Weile nicht stören" muss auch geübt werden und es ist doch für die Eltern wichtig, dass sie wissen, dass es notwendig sein wird?

    Ich bin natürlich total fach- und altersgruppenfremd. Ich war vor ein paar Wochen 3 Tage bei einem fast-Schulkind (also letztes Kitajahr) und mein Kopf brummt noch davor. Das Kind ist lieb und aufgeweckt, ziemlich schlau und in vielen Punkten gut voraus (kann viel schreiben und lesen), kann aber nicht alleine auf die Toilette gehen, und - mein Kopf :-( - kann sich NICHT alleine beschäftigen. Keine 3 Minuten. Zumindest nicht, wenn es beschlossen hat, ins Zentrum der Aufmerksamkeit, miault als kleine Katze, zeigt ständig ihr Spielzeug und Zeichnungen...
    Mir ist klar, dass es auf sehr viele 5-jährige zutrifft, aber ich kann mir vorstellen, dass einige Eltern da kein Problem in der Sache sehen (beide Eltern sind Lehrkräfte, der Papa ist Grundschullehrer, ich hoffe, sie tun was in den nächsten 8 Monaten).

    tja, die Mathe-Physiker müssen nicht irgendwelche Schulflyer falten und AGs anbieten.

    (Ich finde die Praxis zwiespältig. Ist doof, aber ich finde es - sorry - auch doof, wenn Kolleg*innen sich in der Schule nicht beteiligen. Und da meine ich nicht etwas zum Glänzen lassen der Augen, aber auch den Teil der Dienstpflichten, die auf alle entfallen, und wo so viele es als "Spassveranstaltung" wahrnehmen und auslassen.)
    Aber als Mathe-Physiker stehst du drüber und du hast jetzt das "Glück", dass du es an deiner Schulform anders sehen und ausleben kannst, an vielen Schulen ist aber wichtig.

    Mir fallen da nicht so krasse Unterschiede auf. Als ich mein 2. Staatsexamen gemacht habe, gab es sowohl Mit-Refis mit 1,x-Schnitt, als auch welche mit 2,x und 3 vor dem Komma. Ähnliches sehe ich bei den Refis an meiner Schule, wo ich ja nun auch schon 18 Jahre tätig bin. Von 1,x bis 3,9 war da in diesen Jahren alles dabei. Der letzte Refi aus meiner Abtelung, der gerade erst seine Prüfungsunterrichtet und mündliche Prüfung hatte, hat als Gesamtnote eine 3,0.

    Ich weiß, du bist nicht da, wo ich war (schon alleine wegen des Lehramts), aber wir waren Nachbar*innen: es gibt auch "konservative" Seminare, die diesen "Anspruch" haben.
    O-Ton meiner Studienseminarleitung: "wir haben den Anspruch, dass eine 2,0 aus 2012 (Start meines Refs) sich mit der 2,0 aus 1992 vergleichen lässt.
    2,0 heißt gut und dass es den Anforderungen voll entspricht. Die Note solle man nicht verschenken.
    "Im Allgemeinen den Anforderungen entsprechen" (3) oder "im Ganzen noch" (4) sei nunmal der "Normalzustand".
    Über die 1 hat man nicht wirklich gesprochen :-D (die 5 und 6 wurden häufiger verteilt als die 1).

    Wenn man in der Region bleibt, ist es okay, die Schulen wissen, was eine 2,X vom Seminar bedeutet und NDS erlaubt in einer gewissen Grenze "leistungsschwächere" Bewerber*innen einzuladen. Wenn man das BL wechselt, doof.
    Aber wenn es nach der Seminarleitung gegangen wären, wären wir alle geblieben...

    Ich habe eine hohe Zahl hinter der 1 und bin damit nicht ‚sehr gut‘, das wurde bei der Zulassung zum Ref sogar von der Landesschulbehörde belächelt, wie ich auf die Idee käme, dass ich ohne Wartezeit reinkäme (ich kam zwar beim ersten Antrag aber tatsächlich Nachrückverfahren rein).

    Und ich habe genug Referendar*innen dann gesehen (NRW), die NUR mit 1,x abschliessen und deren Welt zusammenbricht, wenn es nicht über 1,3 ist.

    Je nach Fach reicht 1,0 nicht mehr, es wird bis OG 2 geguckt (1,0 in beiden Examen und soviel Vertretung, dass man sich um 8 Ordnungsgruppen verbessert hat.

    Ja, mit deinem Vorschlag und dem von Friesin habe ich kein Problem. Da wissen die SuS, dass sie dran sind. Ausgewürfelt und vorm Test /vor der Abfrage gewusst, dass man dran ist. (Und können sogar selbst uusätzlich steuern, bei Friesin)


    Bei LaProf liegen ihr alle Tests vor, bevor sie auswählt (und selbst, wenn sie es vorher auswürfeln würde, wobach es nicht klingt, ist es nicht transparent, sie würde nämlich alles durchgucken und ggf gute Tests zusätzlich nehmen, um einen schlechten auszugleichen. Bei JEDEM Schüler?). DIE Intransparenz sehe ich als großes Problem.

    Angenommen, du wärst Mutter, und angenommen, die Lehrkraft deines Kindes würde es so handhaben.
    Wie würdest du es denn finden, wenn dein Kind die letzten Wochen immer einen super Test geschrieben hat, unbewertet zurückbekommen hat, ein bisschen demotiviert ist, und heute hat es ihn erwischt: nicht gut gelernt, und pam, da kommt die 5.
    und er erzählt sowieso immer, dass die Lehrkraft ihn disst und er das Gefühl hat, sie mag ihn nicht, aber den Sitznachbar viel lieber hat, der gerade eine 3 bekommen hat, obwohl seine Tests der letzten Wochen nur leere weiße Seiten waren?

    Ob das in Bawü zulässig ist (ich wüsste auf Anhieb nicht, ob es in NRW zulässig ist), weiß ich nicht, aber ich finde das Verfahren sehr fragwürdig.

    Und erst recht, wenn du sagst, dass die SuS zwar kein System durchschauen sollen, es fair von der Anzahl ist, aber du nach einem schlechten Test den guten bewerten würdest, wenn es einen gibt.

    Ich schreibe bei den Kleinen auch jede Woche einen Test. Dann aber eben stumpf 10 Wörter, 10 ausfüllen. Keine große Kompetenzsache, ich will erstmal, dass sie LERNEN.
    Von der Korrektur geht es relativ schnell (klar: noch schneller wäre es wie meine Kollegin: ein Test alle 6-8 Wochen...)

    Man darf aber bei aller Unlust auf Korrigieren nicht vergessen, dass ein Test für viele SuS Stress bedeutet. Man kann es auch in positiven Stress umwandeln, wenn das Kind jede Woche eine gute Note einfährt, für alle kleinen gelernten Päckchen.
    Wenn es einmal daneben geht, ist es abgesichert durch die anderen Noten.
    Bei einem solchen Lottospiel haben sie Bauchschmerzen, geben einen Test ab und warten die nächste Stunde ab, um herauszufinden, dass die Lehrkraft ihn nicht bewertet hat (auch nicht korrigiert?)

    und:
    Wie bitte willst du nachweisen / glaubhaft machen, dass du Maximilians Test heute NICHT bewertet hast, obwohl er so gut war und vor zwei Wochen aber, nur weil er schlecht war. Darauf würde ich mich nicht mal eine Sekunde einlassen wollen. Anders als bei der mündlichen Abfrage, die vielleicht fair sein kann (du kannst nicht in die Köpfe der verunsicherten SuS schauen), hast du jetzt alles auf deinem Schreibtisch vorliegen, wenn du dich entscheidest, welche Tests du korrigierst.

    Ich hatte einen nahtlosen Übergang ohne Traumnoten (aber trotzdem 1,x) und ohne sogenannte Mangelfächer.

    Was bringt dir die Info? Wenig.
    Wäre ich nicht flexibel gewesen (ich bin 100km zu meiner Stelle gependelt / gezogen (bewusst und glücklich, aber es gab auch keine andere Stelle) ), dann hätte ich nichts gehabt.
    Wäre ich noch flexibler gewesen, hätte ich 10 oder 30km von mir je eine Stelle gehabt. Als Gym-Lehrkraft wollte ich aber nicht an eine Hauptschule oder Gesamtschule ohne Oberstufe. Meine Flexibilität hätte ich vermutlich 6 Monate später erweitert.
    Oder nicht.
    Mir war die PLANstelle nicht wichtig und ich war (bin es immer noch) relativ zuversichtlich, dass ich immer irgendwas gefunden hätte und Vertretungsverträge fand ich auch okay.
    Aber du willst sicher auf die Planstelle mit deinen Fächern an deiner Schulform hinaus...

    Wenn die Statistik sagt, dass es wenige arbeitslose Lehrkräfte gibt (ist so), dann heißt das:

    - einige Lehrer*innen haben keine Lust auf Schule und arbeiten woanders nach dem Ref

    - einige, die keine Stelle finden, greifen auf andere Kompetenzen zurück und sind entweder übergangsweise oder langfristig woanders glücklich

    - viele arbeiten erstmals in befristeten Verträgen...


    Wie Alterra sagt: Prognosen, Schweinezyklus, ... alles Glaskugelleserei... erst recht ohne die Fächer, das Lehramt und das Bundesland (und das Datum des "fertigwerdens"

Werbung