Beiträge von chilipaprika

    Fachkräftemangel 2026: Arbeitgebermarkt oder Arbeitnehmermarkt? | Sandra Lochmann

    Wir haben nicht dieselben Branchen im Umfeld.
    Ich wüsste nicht, wo die Auswahl in den sozialen Berufen so groß ist.
    Auch bei Technikern findet mein Mann keine Leute und das größte Problem ist: das Reisen. Deswegen ist er auch ständig auf der Suche, denn: Selbst wenn er welche gefunden hat, weiß er, dass es nur für 1-2 Jahre ist, bevor sie Leute "ins Werk" wollen (und/oder kündigen)
    und ich habe nicht gesagt, dass sie es auch durchsetzen, sondern dass es zu deren Erwartungen gehört. Dann fangen sie eben nicht die Ausbildung in dem Job / der Branche an, die es gar nicht mal in Aussicht stellt.

    Wieso wäre das überhaupt eine 6-Tage-Woche? Ich arbeite immer auch am Wochenende. Wenn ich samstags Unterricht hätte und dafür Dienstag frei oder jeden Tag nur 4 Stunden, würde ich die Unterrichtsvorbereitung halt zu einem anderen Zeitpunkt machen.

    Vom Studium hätte mich das jedenfalls nicht abgehalten, ich hab mit 19 sowieso andere Zielvorstellungen gehabt.

    Nicht beleidigt sein, aber ich glaube, du bist (so wie ich) echt ein Stück weit von 19.
    Die heutigen 19-25jährigen haben sehr gute Vorstellungen von einer 4-Tage-Woche oder 70% Home-Office.
    Da ist eine 6-Tage-Woche mit je wenig-Stunden noch kein Konzept, das sich nach "Umverteilung der Arbeitszeit" anhört, sondern "freitags abends habe ich die und die Veranstaltung, nee, auf keinen Fall".
    und das meine ich nicht altklug und despektierlich, sondern voller Zustimmung.

    Der obere Teil ist für mich und die Kolleginnen, die ich kenne (sind wie erwähnt im Grundschulbereich nicht so viele mit dem Fach) eigentlich selbstverständlich. Kennst du da tatsächlich Gegenbeispiele?

    Leider aus meiner Zeit an der Uni ja.
    Ich schließe nicht aus, dass Menschen eine Entwicklung durchmachen und es dann anders sehen.
    (Allerdings ist es mit der Planstelle schwieriger, mal schnell für ein paar Monate ins Ausland zu hüpfen)

    Und zur Klarstellung: diese "Haltung" (ich brauche keine Uni, ich habe Abitur und kann es schon alles) ist in meinem Gefühl auf alle Lehrämter verteilt. Die anekdotische Evidenz, dass es bei den Grundschulleuten häufiger war, resultiert vermutlich davon, dass sie mehr Fächer haben und die Koordination dann schwieriger wird, bzw. viele (am Anfang) nicht verstehen, dass es bei Sprachen überhaupt nicht darum geht, "genug Vorsprung" zu haben, sondern ein (sehr hohes!) Mindestniveau zu haben und mehr als nur die Sprache zu beherrschen.
    Mein Gefühl ist, dass es zwar bei allen Sprachen so ist (ich habe schon sehr problematische Fälle unter meinen Referendar*innen gehabt), aber in Englisch am höchsten diese "Scheinsicherheit" immer weiter wächst. Ein bisschen wie dieser "Digital natives"-Narrativ. Ja, die Generation kann Tiktok und Handy, aber nicht automatisch Textverarbeitung, Programmierung und Reflexion des Umgangs, genauso: ja, diese Generation kann Pop auf Englisch singen, Netflix auf Englisch rauf und runter, kann "relaten", "by the way", "didn't see that coming", usw.. aber ein Abizeugnis (und manchmal ein Hochschulabschluss) ist bei weitem nicht ausreichend, um Kultur und Sprache beizubringen, sowie Spracherwerb zu steuern.

    Für Leute mit großem Haus ändert es sich vielleicht zum Negativen, das kann ich nicht beurteilen.

    umgekehrt, würde ich sagen.
    Ich profitiere - wenn ich keine massiven Krankheitsausfälle geltend mache - sehr stark von der neuen Regelung, weil mein Arbeitszimmer, im Vergleich zur Wohnfläche des Hauses, und das obwohl es ein normal großer Arbeitsraum ist, zu klein ist (weswegen meine Sammlung auch zusätzlich im Nachbarraum und im Keller ist ..)
    Irgendwie komme ich mit der bisherigen Berechnungsmöglichkeit auf 900 Euro, jetzt auf eben 1260 Euro.
    Ich weiß allerdings nicht, ob ich neue Möbel irgendwann kaufen und absetzen darf. Aber zur Zeit habe ich eh schon alles und ich versuche, für jeden Buch-Kauf einen Medimops-Verkauf zu machen. (Klappt mäßig)

    und die Aussprache der Lehrkraft ist mit deutschem Akzent,

    Vielleicht ist das auch ein Teil des Problems..

    Tukan schrieb auch

    Gäbe es so viele studierte Englischlehrer/innen wie Sachunterrichts- oder Religionslehrerinnen, würden sich die Effekte endlich auch noch mehr flächendeckend einstellen, denke ich...

    ich ergänze: ... und diese auch ihren Auftrag gut verstehen (also diejenigen, die dann denken "ich hatte es im Abi, es reicht, die Uniseminare und der Auslandsaufenthalt nerven", aussortiert werden), dann wäre es tatsächlich sehr gut.

    Wenn das Land sich damit begnügt, Menschen, die 30 Jahre nach dem Abitur gezwungen worden sind, schnell einen 2-Wochen-Kurs zu machen, einzusetzen (also noch: teilweise, aber an einigen kleinen Grundschulen ist es womöglich flächendeckend der Fall), dann wird es nicht besser.

    Ja, gibt es, aber warum sollten sich das die SuS "antun" (Kosten und spezifische Vorbereitung), wenn das (angebliche) Niveau eh auf dem Abizeugnis steht?
    Bei uns wird die AG nicht jedes Jahr angeboten (machen nur übermotivierte Reffis) und die Anzahl an Teilnehmer*innen ist sehr klein. Kann ich beim Preis echt verstehen, ich bin echt schockiert, dass DELF die Preise auch so stark angehoben hat.
    Wann braucht man denn sonst ein (Cambridge-)Zertifikat?

    Das kann sein.
    Aber ich bin definitiv nicht im schlimmsten Gebiet der Republik und zwischen passiv und aktiv (aktiv richtig) liegen doch oft Welten.
    (und meinetwegen wäre es MIR total egal, wenn es transparent und klar wäre, dass es zu einer sprachlichen Begegnung geht, usw. Dafür ist aber natürlich das Fachstudium der Lehrkräfte zu schade. Nur haben die meisten eben dieses Sprachstudium nicht bzw. können nicht all die schlauen Sachen anwenden, weil die Kinder in Klasse 3 noch stark damit beschäftigt sind, Deutsch in einem Tempo zu schreiben, das angemessen ist, und das auch noch richtig. Es ist auch okay, den Kids nicht sofort mit der Notenkeule zu kommen und 5er zu verteilen. Erst recht nicht, wenn die Lehrkraft kein th aussprechen kann.

    Wie gesagt, Lügen kommt wirklich nicht in Frage. Ich ärgere mich gerne über die Situation, optimiere vielleicht gerne etwas, halte mich aber wirklich immer brav an Regeln. Gewisse Leute mögen sogar das als Problem ansehen, aber eyh. Ich wurde in der Krankheitszeit nicht nur weiterbezahlt, sondern hatte auch keine laufenden zusätzlichen Kosten für ein Arbeitszimmer, das ich jetzt auch nicht absetzen könnte.
    Betrug liegt mir ferne, und noch weniger an staatlichen Einnahmen.
    Karma.

    Ist jedenfalls so generalisiert nicht richtig und der Lehrplan spricht auch von A1.

    Joa, mein Lehrplan spricht auch von B1.
    Ich behaupte, weit über die Hälfte hat nicht mal A2+.
    (Aber damit sage ich nicht, dass ihr nicht A1 hättet. Ja, es kann stark an meinem Umfeld liegen, ich weiß es zwar nicht genau, wie die Leute da ausgebildet sind, aber wir werden wohl nicht aus Spass angefragt, ob wir abordnen können. Ironie des Schicksals: Englisch ist auch bei uns eins der größten Mangelfächer)

    (Ach: NIE NIE NIEMALS führe ich diese Lücken auf die Lehrkräfte!!
    Anfangsunterricht bei den so heterogenen Gruppen und bei so vielen Schüler*innen, die gerade mal auf Deutsch alphabetisiert sind, finde ich schon eine super krasse Leistung und ich kann mir gut vorstellen, dass sehr viele SuS grundsätzlich ihr Hirn zurückschalten, wenn sie sehen, dass es wieder von Anfang geht ...

    Wie kommst du zu der Aussage? Selbstverständlich haben die Kinder A1 am Ende der Grundschule (außer die 4er/5er, die nicht in allen Bereichen, gibt es aber selten).

    Ich spreche mit Kolleg*innen der Englisch-Fachschaft und habe ab und zu schon Vertretungsstunden bzw. Stunden in der 5. Klasse, in denen sie Hausaufgaben machen.
    da sind 80% der SuS SEHR WEIT davon entfernt, "kurze Texte" zu schreiben (die grammatikalisch richtig wären), wenn ich unter "kurz" auch eine Drittel Seite zählen darf und gerne eine Verbkonjugation bzw. Artikel voraussetzen darf.
    Darf natürlich gerne an unserer Schüler*innenschaft liegen, wir bekommen sie aus 10 Grundschulen "geliefert", mit großem Schwerpunkt auf ca. 5-6 Schulen, deren Schulsozialindex nicht so hoch ist.

    Man muss doch das Lernen auch erst mal lernen.

    Genau das.
    Und ausgerechnet in NRW (sorry fürs Betonen) ist es besonders wichtig, da die Kids wirklich viel weniger regelmäßig und systematisch lernen (Arbeiten nur in den 3 Hauptfächern in der Orientierungsstufe, Französisch ist das 4. Fach ab Klasse 7, es bricht den meisten das Genick ... oder auch nicht, weil wir alle Mitleid haben).
    Da Englisch in den ersten Jahren vergleichsweise super einfach ist, kaum Grammatik hat, kein Genus UND allgegenwärtig ist, wird die Hürde zur zweiten Fremdsprache umso größer (und unüberwindbar) wahrgenommen.
    (ich habe mich umgekehrt in der 9. Klasse gefragt, was die anderen denn seit der 6. Klasse gemacht haben ... Ich hatte erst ab der 8. Klasse Englisch und wir hatten die Grammatik aufgeholt. Den Wortschatz natürlich nicht.)

    Lernen lernen ist für die allermeisten Kids das Schwierigste.
    Erst recht diejenigen, bei denen bis Klasse 6 / 7 alles flutschte.

    Aber wie kann das sein? Wann hat das angefangen? Die Eltern müssen doch als SuS selbst Vokabeltests geschrieben haben und das wissen.

    Wobei verrückterweise meine Kinder keinen einzigen klassischen Vokabeltest in Englisch geschrieben haben. Ich dachte bislang es liegt daran, dass die Lehrkräfte keine Lust auf die Korrigiererei haben.

    Kann mir vorstellen. Ich war jahrelang mit einer Kollegin parallel, die 2-3 Tests pro Halbjahr schrieb. Ich schreibe in den ersten 2 Lernjahren 1-2 Tests pro Woche (fester Tag, immer Vokabel, oft Grammatik dazu. Also beides klein und sehr viele Noten für stumpfes, regelmäßiges Lernen.
    Die Korrigierei ist mir das wert, das Fach muss von Anfang an als Fleiss-/Lernfach begriffen werden.

    Da unterscheiden sich bisher die Fächer noch:

    Ich ziehe gerade in der Unterstufe für jeden Rechenfehler etwas ab und niemand beschwert sich. Beim Französischlehrer laufen dagegen in Klasse 6 einige Eltern Sturm, wenn im Vokabeltest ein Wort wegen falscher Schreibweise oder fehlenden Accent nicht die volle Punktzahl ergibt.

    Ich habe schon sehr viele meiner Maßstäbe aufgegeben, aber in Vokabeltests, nee.

    Wobei ich ehrlicherweise überrascht bin, dass es bei dir, chilipaprika , Schüler (m/w/d) gibt, die auch noch von sich behaupten, "schlecht und [zu] faul zu[m] Lernen" zu sein. Die sind dann wirklich in der falschen Schulform zugeordnet.

    Gymshark ich weiß nicht, wer ‚die‘ ist, und ich glaube nicht, dass sie in der falschen Schulform zugeordnet seien.
    Aber was weiß ich, vielleicht bin ich an der falschen Schulform, mit meinem schlechten Deutsch…

    und dann noch zusätzlich? also jemand bekommt zb. 7 / 20 Punkte (von 100?) und dann noch Absenken?
    Oder hast du es gemacht, weil die Rechtschreibung soooo schlimm war? Ich hatte dieses Jahr einen Schüler, wo ich es echt hätte machen können (gar keine Groß- und Kleinschreibung, Wortendungen auf gut Glück.. (und KEINE LRS! Ich habe gefragt "nee, ich bin einfach nur schlecht und faul zu lernen").

    Da ich den Schüler nächstes Jahr in einem anderen Fach glaube ich wieder haben werde, vielleicht eine Überlegung wert. (Da er aber auch zusätzlich zur miserablen Rechtschreibung auch sehr schwach war, kam er so oder so nicht über die 5+ hinaus, ...)

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