Beiträge von chilipaprika

    Ich meine nicht unbedingt, es sei völlig okay.
    Und sowieso bin ich kein Fan von absichtlichen Parallelgesellschaften ohne Zugang zur örtlichen Kultur.
    Ich versuche, eine andere Perspektive einzunehmen, vielleicht sogar Teufels Anwältin zu spielen? (sorry, dafür bin ich zu sehr SoWi-Lehrerin). Natürlich ist es scheiße, mit seiner niedrigen Rente in Thailand zu leben und als alter deutscher Mann eine junge Thailänderin als Freundin zu haben, die vielleicht Hoffnung auf ein besseres Leben hat, und kein einziges Wort Thai zu lernen... Und ja, die Spanier mögen von den deutschen Opas und Omas genervt sein. Aber wir leben in der globalisierten Welt, es fördert auch die spanische und thailändische Wirtschaft.

    Ich finde es allerdings schon unproduktiv, die Rentner*innen, die das vermutlich eher aus finanziellen Gründen machen, und die Populist*innen, die jetzt wegen der nicht mehr auszuhaltenden Linksgrünversifftheit auswandern, zusammenzupacken.
    Als Rentner*in schulde ich dem Land keine Kaufkraft. Und wenn ich woanders viel besser lebe, darf ich die erarbeitete Sozialleistung woandershin mitnehme.
    Eyh, mit meiner deutschen Rente in der Bretagne leben, fände ich nicht nur nicht schlecht, aber am Meer würde es mir schlagartig besser gehen.

    und?
    Sorry, aber wo ist das Problem?
    Wenn "wie geplant" / befürchtet 2029 Russland bei uns einmarschiert, ziehe ich vielleicht auch weg? Bin ich dann auf einmal blöd?
    Meine "Gründe", was "auszuhalten" ist, sind vielleicht nicht dieselben, aber wo ist der Punkt? Dann sollen sie woanders leben.

    (Das einzige, was ich noch als "diskussionswürdig" finde, ist tatsächlich das Wahlrecht, aber andererseits: wenn ich weggehe, weil etwas mir nicht gefällt, will ich vielleicht aus der Ferne dazu beitragen, dass es anders wird.
    Und es ist kein abgeschlossenes Statement, ich habe hier schon mehrfach zu dem Punkt geschrieben und dargelegt, dass ich selbst sehr mit mir ringe, schon sehr lange nicht mehr in Frankreich wähle, aber eben überlege. Wenn ich mir zugestehe, gegen den Faschismus in meinem Heimatland wählen zu dürfen, warum nicht den ausgewanderten, deutschen Populisten, auch wenn deren Meinung mir nicht gefällt?)

    Ist alles eine Geldfrage. Eine glutenfreie Alternative kann bei öffentlichen Einrichtungen gerne zusätzlich angeboten werden, aber dann steigen, bedingt durch Kostenumlage, die Preise für alle Gerichte - und gerade bei Speiseangeboten in öffentlichen Einrichtungen reagieren Menschen in Deutschland leider sehr preissensibel.

    Ist es aber nicht ausgerechnet Aufgabe des öffentlichen Sektors, Vorbild zu sein?
    Und sorry, aber gerade ging es um Krankenhäusern.
    1) Wenn ich im Krankenhaus bin, habe ich keine Wahl (ja, ich kann mir Essen bringen lassen, aber es ist kein Wellness, das Krankenhaus soll dafür sorgen, dass ich nicht verhungere und dass ich vielleicht nebenbei auch nicht sterbe, wenn ich gerade nur für eine Bein-OP drei Tage da war.)
    2) im Krankenhaus reagieren nicht die "Menschen" preissensibel, sondern vielleicht die Krankenkassen und die Politik.

    Selber Gedanke... Deutsche Rente in der spanischen Sonne und im Zweifel dann der Rückflug für die OP.

    DAS hängt aber nicht an der Staatsbürgerschaft.
    Diese Menschen haben sich eine Rente und Krankenversicherung nicht nur erarbeitet sondern bezahlen sie weiter (sonst können sie eben nicht für eine OP zurück.
    Wenn sie durch irgendwelche Regeln und Abkommen (ich kenne mich mit Spanien nicht aus) keine KV in Deutschland mehr haben, dann können sie auch unabhängig der Staatsbürgerschaft nicht zurückkommen.
    Da ist eine Menge Populismus (und Neid?) in der Diskusiion-

    Ist mir auch klar. Die "einfachen" Leute höhren eher auf Stammtischparolen. Externe Ratingargenturen sehen es zum Glück objektiver. Aber wie das so bei Stammtischparolen ist: Man schimpft nur laut, aber auswandern tun dann doch leider nur die wenigsten. Und noch schlimmer: Komplett auswandern wollen sie dann doch nie, die deutsche Staatsangehörigkeit wollen dann doch die meisten im Ausland behalten.

    ich kenne keine Menschen, die aus Stammtischgründen ausgewandert sind (egal irgendwoher oder irgendwohin), aber ich finde schon, dass an der Staatsbürgerschaft / Nationalität / Kultur mehr hängt als "ich möchte gerade woanders leben"

    Ich frage mich da tatsächlich, ob wir hier in einer Blase leben. Ich wohne eher ländlich. Wir haben hier 7 Krankenhäuser vor Ort und in den Nachbarorten. Alle eher klein. Ich habe alle einmal gegoogelt und alle bieten laut Homepage glutenfreie Ernährung an.

    Ich war letztes Jahr im Krankenhaus und es gab tatsächlich zeitweise eine Patientin mit glutenfreier Versorgung.
    Allerdings vermute ich, dass es keine Zöliakie-Patientin war, da alle gesammelten Mahlzeiten auf dem selben Wagen von der selben Küche kamen, sie hatte auch kein separates Besteck und das glutenhaltige Brot lag offen in der Küche rum.
    Parallele glutenfreie Essensangebote gab es aber nur aus medizinischen Gründen. (Parallel dazu gab es auch vegan, einzeln, und sonst vegetarisch, schweinefleischfrei und "normal" - wobei es manchmal Übereinstimmungen gab, zum Beispiel bei Fisch..)

    Kathie : Es gibt aber auch nicht DIE Juden oder DIE Jesiden. Auch hierbei gibt es unterschiedliche Strömungen; moderate und konservative Vertreter (m/w/d). Zusätzlich ist es gerade im Grundschulbereich wichtig, dass Kindern noch ihre Persönlichkeit entwickeln und die Rahmenbedingungen dies auch ermöglichen sollten.

    Sag mal, kennst du denn alle Ausnahmen aller religiöser Strömungen?

    Es gibt auch nicht DIE Deutschen, es ist wichtig, dass Kinder erfahren, dass man sich auch ohne Fleisch und Aufschnitt ernähren kann, auch wenn es zur Kultur ihrer Eltern gehört.

    Von daher ist es schön, wenn Jugendherbergen glutenfreies Brot anbieten. Ich hoffe für betroffene Kinder, dass auch auf alles andere geachtet wird. Laut den Erfahrungen in diversen Facebookgruppen ist das auf Klassenfahrten leider eher nicht der Fall. Auch in Krankenhäusern ist es immer noch schwierig. Ich lese oft Hilferufe "Bin Im Krankenhaus, kann mir jemand glutenfreies Essen vorbeibringen, die haben hier nichts für mich und meine Familie ist weit weg", das ist schon richtig Mist.

    Tatsächlich immer das abgepackte Brot in Einzelportionen.
    Schmeckt (mir) nicht, aber da es das gibt, kann ich nicht immer (selbst mitgebrachte) Maiswaffel essen.
    Aber ich gehöre zu denjenigen, wo "nur" Bauchschmerzen kommen.

    Tom123 : Es gibt auch moderate Muslime, die Schweinefleisch verzehren. Ich habe selbst eine Kollegin, die sich dem muslimischen Glauben zugehörig fühlt, sich westlich kleidet und Schweinefleisch konsumiert. Gerade in einem Szenario wie von dir beschrieben müssen vor allem Entscheidungsträger (m/w/d) von Bildungseinrichtungen darauf achten, dass sie nicht vorschnell verallgemeinern und dadurch unterbewusst falsche Signale senden.

    Ach bitte, wie viele Prozente mag es betreffen? Muslima oder Alevitin?
    "westlich kleiden", ich weiß ehrlich nicht, ob mein Kopf vom Schütteln am Ende des Threads noch da ist.


    Es gibt bei uns vor Ort auch eine Grundschule, die aufgrund des hohen Anteils an Moslems kein Schweinefleisch anbietet. Da gibt es dann die Currywurst nur als Geflügelvariante. Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halte. Irgendwo gehören bestimmte Gerichte auch zu unserer Kultur und jetzt einfach zu sagen: "Wir bieten kein Schweinefleisch mehr an." kommt auch komisch an. Immerhin gibt es da auch noch einen Anteil deutscher nicht muslimischer Schüler. Meines Wissens machen die auch keine Weihnachtsfeiern. Ist dann schon schwierig.

    fixed it.

    Wir haben 2026!! ZWEITAUSENDSECHSUNDZWANZIG !!!!

    Ich weiß nicht, ob es mir besonders aufgefallen wäre, da ich kaum Fleisch esse, aber sich einfach auf Pute / Hähnchen / Rind "einzuschränken" ist sicher einfacher, als getrennte Sachen zu haben.
    Für Menschen, die Schweinefleisch essen, ist auch die Zeit in der JuHe "ertragbar".
    Ich fände es persönlich gut, wenn es überall vegetarisches Essen gäbe. Weniger Stress für Alle

    Edit: Ich kann aber bestätigen, dass ich in den letzten Jahren, mindestens 5 JuHe in 3 BL, nie ein Problem mit vegetarischem Angebot, auch selten mit eingeschränkt vegan und glutenfreies Brot gab es auch an jedem Frühstücksbuffet im Angebot, ohne Nachfrage.

    passend dazu: ich habe zum Abschluss des Tages wieder ganz viele Hunde-Leckerlis gebacken und bin von Kurkuma begeistert. Jetzt werde ich Rote-Beete-Pulver und Spinat-Pulver kaufen "müssen".
    Wenn das Experimentieren mit Zutaten und Formen nicht ausreicht, dann Farbe.
    (Als ob es die Hunde interessiert, ob das Knöchelchen grün oder weiß ist oder gar ein Herzchen ist :-D)

    Heinz: Ich hoffe, du wirst auch viele Kekse bekommen.

    Ich vermute es auch. Der Wandel ist zudem "parallel".
    Mein Gym (ist ja nicht anders als BBS für das Beispiel) hat das Projekt lange geschoben, weil "falls es nicht klappt" (Bei weitem nicht alle Muslime wollen IR in der Schule..), was mache man mit der Lehrkraft und gleichzeitig, falls es klappt, wo kriegen wir die 2. Lehrkraft her). Ein genialer Glücksgriff: eine Kollegin mit Mangelfach und IR als Drittfach. EIn paar Jahre später und wir haben fast durchgängig 2 Lerngruppen und mehrere KuK (gut, nicht alle mit perfekter Fächerkombi, aber so ist das Leben).
    Von anderen Schulen weiß ich, dass es auch ähnlich diesen Eiertanz gibt "Sich trauen oder nicht" (weil: wenn man anfängt, muss man - am Gym (wegen der vielen Jahrgänge) - auch eine zweite Lehrkraft haben ...


    Mir ist klar, dass das idealisierte Vorstellungen sind und die Realität differenzierter aussieht. Trotzdem prägt genau dieses Bild von Altphilologen für mich die Wahrnehmung, dass sich die Fächer im Alltag eben doch unterscheiden. Ich würde es deshalb eher so formulieren: Die Unterschiede zwischen den Fächern werden oft überschätzt – aber sie verschwinden auch nicht vollständig.

    Danke. Sehr gutes Fazit.
    und leider hast du tatsächlich - in der Breite - ein idealisiertes Bild vom Können der Kolleg*innen, aber das habe ich auch und falle ab und zu auch auf die Nase. Ist aber garantiert in den Naturwissenschaften / Mathe auch nicht viel anders.

    Aus Neugier: Würdest du sagen, das geringe Angebot von Französischunterricht an berufsbildenden Schulen in Niedersachsen hängt an einer geringen Anzahl an vorhandenen Lehrkräften oder eher an geringem (curricularem/schülerseitigen) Bedarf?

    Ich bin nicht an der BBS, aber ich habe es oben schon mal erklärt (weil ich WEIß, dass es so ist, auch weil ich den Wechsel immer wieder im Blick habe).
    1. die meisten SuS haben gar keine 2. Fremdsprache
    2. WENN eine Fremdsprache: fortgeführt oder neu? da werden 90% der SuS neu anfangen (natürlich gibt es an der BBS total sprachaffine SuS, die die 2. FS von der Sek 1 als Lieblingsfach mitnehmen, aber ehrlich: das sind die absolutesten Ausnahmen)
    3. Selbst wenn es darum geht, dass man nur eine NEUE FS als neu anfangen darf (also nicht die FS, die es schon in der Sek1 gab), ist Französisch nirgendwo mehr die erste Wahl. Da ist sprachlich / ökonomisch (WiWi...) / kulturell Spanisch oder (weil NDS) Niederländisch viel gefragter.

    Also in meinem sehr groß ausgelegten Umkreis ist es, wie Humblebee schreibt: entweder nur eine Lehrkraft mit starkem beruflichem Fach oder Honorarkräfte. Mir wurde IMMER rückgemeldet, dass man mich nicht wegen Französisch, sondern TROTZ Französisch nehmen würde (und ich bin ja Muttersprachlerin). Das Fach würde ich bei einem Schulformwechsel vermutlich nie unterrichten.

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