Mecker- statt Freude, weil Meckern doch überwiegt.
Anruf bei der Beihilfe (ja, ich weiß, man soll es unterlassen, sie haben etwas zu tun, aber es dauerte mir doch wieder viel zu lange).
Sehr nette Person am Telefon. Mein Antrag ist eingegangen (vor über 8 Wochen), ja, es ist bearbeitet worden (5 Tage später).
Nein, es war ein anderer Antrag.
Ups. Dann haben wir es verwechselt und dachten, es sei dasselbe.
Also Leute: keinen Antrag auf Genehmigung von Logopädie gleichzeitig wie einen Antrag auf Orthopädie stellen. Weil "pädie"*** zu verwirrend ist und nicht bearbeitet wurde.
Es ist übrigens ein Verlängerungsantrag und beim ersten Mal hatten sie schon den Antrag verbaselt, weil sie die Fachrichtung nicht kannten
(Aber: zwei Stunden später hatte ich einen Anruf und die Genehmigung. Also Freude. Aber hätte ich nicht angerufen, hätte ich noch länger warten können.)
*** Fachrichtungen pseudonymisiert
Beiträge von chilipaprika
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Es gibt solche und solche Schüler*innen.
Und jetzt die Klischeekiste: Ich freue mich total: sowohl die syrische als auch ukrainische Schülerin haben in der Klausur die 2 geknackt. Deutsch, Oberstufe ohne Zeitverlängerung und erst nach ein paar Jahren in Deutschland (und ich bin nicht die Punkteverschwenderin) richtig gut. Sie haben aber wirklich alle Anmerkungen zu Herzen genommen. -
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Ich könnte das noch steigern: Den Korrekturaufwand der Grundschule zusammen mit dem Erziehungsaufwand der Fachschule (langläufig auch Techniker-Schule genannt), die Stufe müsste mal jemand erfinden.
Dieses ständige "parallele" Korrigieren und auf Fehler Hinweisen reicht mir in der Sek1, ich stelle es mir in der Grundschule - wenn man seinen Job gut macht, wovon ich erstmal immer ausgehe - sehr ermüdend.
Ich möchte ja nicht meinen SuS Fehler lassen, oft wird viel abgetippt, wenn ich richtig lese.
Ich erlebe es in der Light-Version im DaZ-Unterricht. Die produzieren mehr Korrektur als mein GK der Oberstufe. -
Also ich HASSE weiterhin korrigieren (man kann es nie genug, dick und laut sagen), aber ernsthaft: Das Korrigieren der Sek1 finde ich noch schlimmer. Ja, es geht schneller. Ja, es geht sogar (für einzelne Teile) vorm Fernseher. Ja, ich könnte oft würfeln. aber es ist an Stumpfheit und (in meinem Fall / Fach) Blödsinn nicht zu überbieten und ich bin dann nur am Weinen.
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ich weiß nicht, wie Quittengelee es meinte, aber ich habe es so kennengelernt: Paare / Nicht-Paare kommen auf Partys (Hochzeit, Geburtstag, Party, usw.. ) an und es gibt einen Frauentisch und einen Männertisch. Nicht, weil sich die Frauen kennen und mögen, sondern, weil es so ist

Zugegeben: nicht mehr so krass, wie es wohl vor 20-30 Jahren gewesen sein muss (absolut keine Ausnahme geduldet), aber vor 10-15 Jahren habe ich sehr wohl Blicke bekommen, weil ich - unwissend und dann doch wissend
- mich da hingesetzt oder gestanden habe, wo jemand anders hätte sein sollen. -
Interessant, dass du das sagst! Ich kenne auch eine, die "Mädelsabend" mit Aperol feiert und ich bin immer froh, wenn ihr Mann samt seinen Freunden auch da ist. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber ist das son Wessi-Ding?
Ein Land-Ding, würde ich sagen. Im "Osten" habe ich nie gewohnt, kann also wenig verallgemeinern.
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Wenn ich dir eine Landkarte gebe,
wie viele solcher Ecken möchtest du farbig markieren?
Auf jeden Fall mindestens zwei, weil du mich nicht ganz richtig verortet hast und ich auch ähnliche, wenn auch aber andere Erfahrungen in der Region meines Mannes gemacht habe (ländlich, Schützenverein, Landjugend, Kegelclub und freiwillige Feuerwehr sind die Sozialisationsorte. "Geschlechtertrennung" auf Partys
) -
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ach, und das beste "du willst zu uns, aber wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft und haben kein Interesse daran, dass du dich bei uns integrierst"-Beispiel kam übrigens auch vom Hundeverein.
Zum Toilettenputzdienst oder Rasenmähen war ich gut genug, aber alles mit Interaktion nö. (und ich behaupte jetzt hier selbstbewusst, dass meine Sprache NICHT das Problem ist). -
Du sprichst in Extremen.
Wie realistisch ist es, dass alle migrierten / fliehenden Menschen diese Kraft haben, und sich nicht von Hürden abschrecken lassen?
Ernsthaft: Ich bin womöglich ein Musterbeispiel für nicht gelingende Integration aber ich habe echt Pechsträhnen hinter mir, zum Glück spreche ich die Sprache UND habe einen Job.
- Ich bin im selben Monat meines Zuzugs in meiner aktuellen Stadt zum Sportverein gegangen. Das hat mehr als zwei Jahre gedauert, bis ich in die WhatsApp-Gruppe der Frauen aufgenommen wurde. Nicht böswillig. Mehrmals drüber gesprochen, jedes Mal vergessen, dann hörte ich regelmäßig, was sie am Wochenende unternommen haben..
- In meiner vorherigen Stadt sind im selben Kalenderjahr 4 VHS- und ähnliche Kurse mangels Teilnehmer*innen ausgefallen, wo ich Leute kennenlernen wollte. Selbiges passiert mir jetzt auch, aber es sind andere Kurssorten, die eh nicht so geeignet sind.
- Ich versuche, seit 2 Jahren in meiner Stadt mich ehrenamtlich zu engagieren. Bei dem Flüchtlingshilfeverein stehe ich auf der Liste, ganz offensichtlich sind wohl keine neuen Leute angekommen, keine Ahnung, kein Bedarf. Trotz mehrmals Nachfragen und zum Teil Gespräche/Einladungen auf dem Sommerfest. Jetzt habe ich endlich woanders angefragt, das Gespräch findet mit Glück nach den Osterferien, zwischen Anfrage von mir und Gespräch müssten ca. 10 Wochen vorliegen, weil immer wieder was dazwischen kam (zu 90% von deren Seite) und die Ansprechperson nur morgens an zwei Tagen die Woche arbeitet.
Also ja, ich habe super Respekt vor dem Vater, der vor Jahren mit seiner Familie hierher kam und sofort alles tat, um nicht im selben Viertel wie alle Türken zu wohnen (selbst kein Türke, aber turkmenische Sprache sprechend), und in meiner Sprechstunde fragte, wie seine Tochter eine bessere Note in Deutsch haben könnte (sie stand 2+ in der Mittelstufe, nach nicht mal 5 Jahren in Deutschland). Der gute Herr war in seiner Heimat Professor geworden, seine Frau Lehrerin und sie machten beide in Deutschland Putzjobs. Wer aber nicht das entsprechende Kapital und Wissen um gesellschaftliche Ausschlussmechanismen hat, gibt viel schneller auf. Das hat nicht mit mangelnder Integrationsfähigkeit und -wille zu tun. Irgendwann ist auch die Luft raus und warum sollen es dann Grundschulkinder ausbaden. -
natürlich ist die mangelnde Mitarbeit von Eltern auch mal ein Problem.
Aber: eyh, es werden gerade die Integrationskurse groß gestrichen, oft haben die Menschen keine Möglichkeit zu arbeiten und wir sollten nicht vergessen, dass die absolute Mehrheit (quasi Alle?) der Menschen, die ohne Übersetzer keine Gespräche führen können, nicht unbedingt freiwillig hier sind.
(Aissatou ist ein weiblicher Vorname, aus Westafrika) -
WIRTSCHAFTLICH gesehen, weil es für Einige eher der Maßstab ist, ist alles, was man in das Bildungssystem steckt, deutlich besser und eine Zukunftsinvestition.
Oder ist es unser gesellschaftliches Ziel, am Ende sagen zu können "Siehste, Aissatou, schade, dass deine Eltern vor 15 Jahren keine KI zum Übersetzen des Elternbriefs benutzt haben / dass deine Eltern keine eigene Dolmetschunterstützung hatten, tja, dann bleibst du jetzt im Harz IV / Bürgergeld / was auch immer - Bezug bis zum Rentenalter mit Minijobs daneben und vermutlich gilt dasselbe für deine Kinder" ?
In der idealen Welt wäre alles so einfach. -
Man kann in einem öffentlichen Forum nicht anderen Leuten verbieten, sich auf einen zu beziehen.
Man kann aber selbst aufhören, diese Leute zu zitieren und anzusprechen. Vielleicht selbst die ignore-List benutzen. Vielleicht führt es zum selben Ziel, vielleicht nicht, aber zumindest zur eigenen inneren Ruhe. -
OK, verstehe. So eindeutig kann ich das nicht beantworten. Es gibt amts- und branchenübergreifend immer einzelne Mitarbeiter (m/w/d), die effizienter arbeiten könnten, es jedoch an festgefahrenen Strukturen, fehlender/falscher Führung oder auch involvierten Egos scheitert.
Ich will wirklich nicht den Eindruck geben, dass alle deine Äußerungen kommentierwürdig sind und dass ich den Eindruck hätte, du hättest von nichts eine Ahnung, aber es ist doch voll der Allgemeinplatz, zu behaupten, "einzelne Mitarbeiter" nicht so effizient arbeiten.
Bei dem, was Tom ansprach, bezog ich mich eher auf strukturelle Probleme - es ging u.a. um Mitarbeiter (m/w/d) des Gesundheitsamtes, lässt sich aber auch auf soziale Dienste wie das Jugendamt o.ä. ausdienen.
Just vor ein paar Tagen hatte ich ein Gespräch mit jemandem aus den sozialen Diensten und Achtung, meine Kenntnis des Bereichs ist zu oberflächlich für ganz konkrete Begriffe. Da wo vorher ein Mitarbeiter 8 Familien betreut hat (Familien, wo das Kind in der Familie ist, damit es eben NICHT aus der Familie rausgenommen wird, sondern Unterstützung anbieten, usw..), hat er heute 16.
Wir sind nicht die einzige Berufsgruppe im öffentlichen Dienst / para-öffentlichen Dienst, die immer mehr Aufgaben für dieselbe Arbeitszeit aufbekommt.weil bürokratische Prüf- und Dokumentationspflichten verhindern, dass Mitarbeiter (m/w/d) niedrigschwellig und vor allem zeitnah helfen können, wo sie benötigt werden.
FALSCH!
weil das Nicht-zur-Verfügung-Stellen von genug Mitarbeiter*innen verhindert, dass die notwendigen Dokumentationspflichten erledigt werden können UND geholfen werden kann.
Nehmen wir eben den sozialen Dienst mit Familienbetreuung:
Soll etwa nicht mehr / weniger dokumentiert werden? Also keine Aktennotizen, um zu entscheiden, ob die Schulprobleme (WANN sind sie denn entstanden? WELCHER Natur? Absentismus? Gewalt? Schlechte Noten?) einen Zusammenhang mit der Erziehung (Wie läuft es? wer ist beteiligt?) haben? Ob es Gewalt in der Familie gibt? Ob es Stress- und Finanzprobleme gibt?
Die ganze Dokumentation ist Teil der pädagogischen, sozialarbeiterischen Arbeit, aber auch Grundlage von juristischen Entscheidungen..
[Fun fact - Exkurs: Aufgrund der fehlenden Dokumentation (und vermutlich auch fehlenden, stattgefundenen Elterngespräche - hat die BR letztes Jahr bei uns eine Nicht-Versetzung kassiert. Die Eltern, deren Kind maximal 20% der Zeit im Unterricht war, (KEIN nachvollziehbarer Grund), haben Widerspruch eingereicht.]
Wenn ich mal zum Amtsarzt gehe (egal ob jetzt real oder damals zur Verbeamtung), will ich, dass er Zeit hat und sich auch die Zeit nimmt, ohne dass dafür Schulkinder darunter leiden, aber er soll aufgrund von dokumentierten Gedanken entscheiden, ob ich Beamtin werde oder nicht. Nicht nach Bauchgefühl und das nicht nachvollziehbar.
Wir Lehrkräfte sollen aufhören, Dokumentation als eine Last zu sehen, es ist Teil unseres Jobs. Das Problem ist, dass sie on top kommt. -
Was mich vielleicht irritiert: Hast du einen "richtigen" Informatik-Master? Wie kamst du in einen Info-Master nach einem Physik-Bachelor? Und warum wurde nicht umgekehrt anerkannt? Informatik und dann Physik über die Eignungsprüfung?
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Das Schwierige könnte sein - in meinem BL -, dass wir aus dem Mangel gelernt haben, und viele KuK sich in Zertifikatskursen nachqualifiziert haben. Wie bitten, auch in Kooperation, Informatik im Wahlpflichtbereich (1-2 Parallelkurse) und in der Oberstufe (GK und LK), aber wir haben keinen offiziell ausgebildeten Kollegen (Seiteneinsteiger wäre mit abgeschlossenem Staatsexamen/Ref) offiziell ausgebildet. Wir haben "nur" ZK-Leute und es dürfte an sehr sehr sehr vielen Schulen der Fall sein.
Mit Physik in Kombi (selbst mit Deutsch) würdest du sicher mehrere Angebote von quasi allen Schulen der Umgebung innerhalb kürzester Zeit erhalten. -
Ich schon, Leute die jetzt in Uruguay leben, weil es in Deutschland nicht auszuhalten ist.
Oh mein Gott, mir ist gerade eingefallen, dass ein ehemaliger Studienkollege auch irgendwann total abgedriftet ist.
Er war auch in Urugay/Paragay (während der Corona-Pandemie?), mittlerweile ist er wohl in der Schweiz und hat wieder neue verschwörungstheoretische Bücher geschrieben / herausgebracht.
Ob die Schweiz wegen "nicht Deutschland" oder beruflich oder zb. Liebe das Ziel wurde, weiß ich nicht, unsere Wege haben sich beim Abdriften getrennt.
Irgendwie ist die Welt doch klein. -
im Median / Durchschnitt vielleicht nicht, aber die Schere würde noch mehr auseinandergehen ...
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Als junger, gut gebildeter, gesunder Mensch kann man aus heutiger Sicht aber auch eine verbeamtete Lehrkraft werden und von Steuergeldern finanziert werden.
natürlich werden wir von Steuergeldern finanziert! Und es ist gut so!
Wollen wir etwa, dass Bildung ein (noch mehr) verkäufliches Gut wird und die Eltern das Schulgeld bezahlen, das uns entlohnen würde?!
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