Mathematikabitur 2020

  • Wir haben ja nun erst nächste Woche Matheabi, ich habe aber heute die Rückmeldung aus Sachsen bekommen, die heute geschrieben haben.

    Nachdem in den letzten Jahren die Aufgaben immer niveauloser (das nennt man anwendungsorientiert) und einfacher wurden, hat man den Sachsen dieses Jahr ein, nach dem ersten Eindruck, extrem schweres Abitur verpasst.

    An einer Schule mit vertieft mathematischem Unterricht haben von 60 LK-Abiturienten alle, bis auf einen, die vollen 5 Stunden gesessen und sind zum Großteil nicht fertig geworden. Wenn es dort so war, wie soll es dann bei "normalen" Abiturienten gelaufen sein? Ich habe die Aufgaben vorliegen und muss bestätigen, dass überdurchschnittlich viele, kleine Gemeinheiten in den Aufgaben sind. In der jetzigen Zeit ein politisches Unding.

    Über den GK kann ich nichts sagen.


    Da wird wohl wieder eine Schüler-Petition folgen. Während ich in den letzten Jahren dies nicht befürworten konnte, sehe ich das bei diesen Aufgaben anders.

    Nun mache ich mir schon Gedanken um meine Lieblinge, da ja (angeblich?, sicher?) die Aufgaben aus einem gemeinsamen Aufgabenpool der Länger kommen. Wir werden zwar andere Aufgaben haben, aber die Tendenz wird wohl gleich sein.


    Meine Frage: Es haben doch einige Bundesländer schon Matheabi geschrieben, oder täusche ich mich.

    Wenn ja, wie waren bei euch das Anspruchsniveau und die Menge der Aufgaben?

    Für Conni: שמי מרים

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    Töten im Krieg ist nach meiner Auffassung um nichts besser als gewöhnlicher Mord. (Einstein)

  • In der jetzigen Zeit ein politisches Unding.

    Wurden die Prüfungsaufgaben nicht aber vor der Zeit festgesetzt?

    Und ist die externe Korrektur nicht ausgesetzt?
    Dann gibt es ja durchaus Mittel und Wege.


    So habe ich zumindest den Tenor in NRW wahrgenommen.

  • Wurden die Prüfungsaufgaben nicht aber vor der Zeit festgesetzt?

    Und ist die externe Korrektur nicht ausgesetzt?
    Dann gibt es ja durchaus Mittel und Wege.


    So habe ich zumindest den Tenor in NRW wahrgenommen.

    Das ist alles richtig. Die Aufgaben sind schon lange fertig.

    Aber bei diesen Aufgaben hätte es auch ohne Corona (berechtigten) Ärger gegeben. Das Problem ist, dass die übergroße Menge an Teilaufgaben auch für sehr gute Schüler nicht zu bewältigen ist. Da nützt auch eine Zweitkorrektur im gleichen Haus nichts. Nicht geschafft ist nun mal 0 BE. Leider.

    Für Conni: שמי מרים

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    Töten im Krieg ist nach meiner Auffassung um nichts besser als gewöhnlicher Mord. (Einstein)

  • Wurden die Prüfungsaufgaben nicht aber vor der Zeit festgesetzt?

    Und ist die externe Korrektur nicht ausgesetzt?
    Dann gibt es ja durchaus Mittel und Wege.


    So habe ich zumindest den Tenor in NRW wahrgenommen.

    Von wegen, meine ersten beiden Abiture waren letztes Jahr und wurden somit extern zweitkorrigiert. Da hatte ich Glück, "normale Zweitkorrekturen" korrigieren nämlich so, wie ich es auch tue und es gab keinerlei nennenswerte Unterschiede in der Bewertung.


    Diesmal ist für mich das erste Abitur mit Zweitkorrektur IM Haus, und bei dem (älteren) Kollegen, der zweitkorrigieren wird mache ich mir große Sorgen, dass es genau deshalb Unterschiede geben wird. :staun:

  • Meine Nichte mit GK Mathe in Sachsen, sagte mir gerade am Telefon:

    "Ich habe als Vorbereitung 32 Prüfungen der letzten Jahre, auch aus anderen Bundesländern, gerechnet. So etwas war da nicht dabei."


    Ich habe jetzt auch die GK Matheaufgaben (noch schlimmer) und fasse zusammen: In Sachsen haben sie eine Vollmeise.

    Für Conni: שמי מרים

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    Töten im Krieg ist nach meiner Auffassung um nichts besser als gewöhnlicher Mord. (Einstein)

  • Meine Nichte mit GK Mathe in Sachsen, sagte mir gerade am Telefon:

    "Ich habe als Vorbereitung 32 Prüfungen der letzten Jahre, auch aus anderen Bundesländern, gerechnet. So etwas war da nicht dabei."


    Ich habe jetzt auch die GK Matheaufgaben (noch schlimmer) und fasse zusammen: In Sachsen haben sie eine Vollmeise.

    So extrem schwer und viel?

  • Mein Kollege, der den Mathe GK abgenommen hat, fand die Aufgaben zwar knackig aber machbar. In Hessen gab es wohl bis dato noch keinen Aufschrei.

  • Zur reinen Information:

    Der sächsische Kultusminister hat heute entschieden, dass in Sachsen alle schriftlichen und mündlichen Prüfungsergebnisse im Fach Mathematik um einen Notenpunkt (die 15er natürlich nicht) angehoben werden.


    Wenn das bekannt wird, wird es vielleicht auch in anderen Bundesländern wieder "Proteste" gegen das Abiturergebnis geben.

    In MV dürfte es keinen Ärger geben, hoffe ich.

    Für Conni: שמי מרים

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    Töten im Krieg ist nach meiner Auffassung um nichts besser als gewöhnlicher Mord. (Einstein)

  • Mmmm.... Wenn das Niveau so unverhältnismäßig hoch war, kann man die Maßnahme schon fast verstehen. Da Bildung Ländersache ist und in manch einem Bundesland die Matheprüfung vlt. eher leicht ausfiel, denke ich oder hoffe ich zumindest, dass möglichen Protesten nicht nachgegeben wird.


    An meiner früheren Schule erhielten übrigens knapp 4% der Schüler ein 1,0er-Abitur. Das lässt mich schon hinsichtlich des Anforderungsniveaus grübeln...

  • Hab ich auch eben gelesen und mich gewundert. Was ist denn das für eine Rechnung, jedem einen Punkt zu schenken? Und warum nicht zwei Punkte?


    SMK schrieb:

    Die Überprüfung der gestellten Aufgaben hat ergeben, dass sie zwar grundsätzlich dem sächsischen Lehrplan und den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz entsprochen haben. Allerdings enthielten die Aufgaben einen hohen Anteil kompetenzorientierter Elemente im Sinne der Bildungsstandards. Hier ging es insbesondere darum, das erworbene Wissen auf neue und unbekannte Sachverhalte anzuwenden. Dies stellte insofern eine Neuerung dar, weil Sachsen in diesem Jahr mehr Aufgaben unverändert aus dem gemeinsamen Aufgabenpool der Länder entnommen hat und hier einige Aufgabenstellungen in ungewohnten Kontexten formuliert wurden.


    Verstehe ich nicht. Zum einen sind Aufgaben doch immer kompetenzorientiert im Sinne der Bildungsstandards, meinen die vielleicht Anforderungsbereiche? Und wenn ja, wissen das die Prüfungsaufgabenerfinder*innen nicht vorher? Und zum anderen würden mich die "ungewohnten Kontexte" anderer Bundesländer interessieren...

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