Prüfungsstunde Englisch Klasse 3: London/giving directions

  • Ich habe in einem Monat meine UPP und bin mir bei einigen Aspekten der Prüfungsstunde noch sehr unsicher.

    Das Thema der Unterrichtsreihe, welche ich bereits begonnen habe, ist "Let's visit London". Die SuS lernen die verschiedenen Sehenswürdigkeiten kennen und ich führe außerdem die Chunks zu Wegbeschreibungen ein.

    In der Prüfungsstunde möchte ich den Fokus auf das Leseverstehen legen, da sich eine Einzelarbeit wegen der aktuellen Hygienebestimmungen durch Covid-19 anbietet.

    Die Klasse bekommt die Aufgabe den Dieb der gestohlenen Krone der Queen zu finden. Dazu gibt es (dreifach differenzierte) Wegbeschreibungskarten. Die Kinder sollen den dort beschriebenen Weg mit Folienstift auf ihren (stark vereinfachten) Stadtplänen einzeichnen.

    Da zwei Kinder der Klasse im Bereich Lesen eher schwach sind, hatte ich überlegt für diese als Differenzierung die Wegbeschreibungen mit dem AnybookReader aufzunehmen, so dass sie sich diese mit Kopfhörern anhören können. Alle Kinder haben zudem den Zugriff zu Hilfskarten auf denen sie sich Visualisierungen zu den einzelnen Anweisungen anschauen können.

    Meine Frage ist nun: Diese Kinder arbeiten dann ja nicht an dem gleichen Lernziel (Erweiterung der Lesekompetenzen), kann ich das überhaupt machen? Oder formuliere ich mein Lernziel besser anders? Führe ich in meiner schriftlichen Arbeit dann mehrere Kompetenzen aus dem Lehrplan auf?

    Ganz Allgemein noch: Würdet ihr von Einzelarbeitsphasen mit Fokus auf das Lesen in der Prüfungsstunde eher abraten?


    Hier noch zum besseren Verständnis der grobe Ablauf der geplanten Stunde:

    1. Einstieg mit dem English Assistant (Wochentag, Wetter, Verlaufs- und Zieltransparenz)

    2. Warm-Up in Partner-Interviews mit Interview-Fächern

    3. Treffen im Kinokreis und gemeinsame Betrachtung der London-Map (wie Betrachtung eines Wimmelbildes)

    4. Erklärung der Problemstellung

    5. Wiederholung des Vokabulars zur Wegbeschreibung

    6. gemeinsame Probehandlung mit einer schriftlichen Beispiel Wegbeschreibung und Hinweis auf Hilfsangebote

    7. Bearbeitung der Leseaufgabe zum Finden des Detektivs + Zusatzaufgabe

    8. Treffen im Kinokreis zur Reflexion ("What helped you the most today?")


    Ich freue mich sehr über eure Erfahrungen und Ideen.

    Liebe Grüße, Tamara

  • Ich habe ja immer die leistungsschwächeren Kinder vor Augen und sehe für diese das Problem, sich überhaupt auf einem Plan zu orientieren und finde es für diese auf Deutsch schon anspruchsvoll, solche Anweisungen (besonders links und rechts) richtig umzusetzen.


    Wer fit ist, wird an der Aufgabe sicher Spaß haben. Meine Förderschüler mit FÖS Lernen Klasse 9 wären mit dieser Aufgabe auf Englisch komplett überfordert. Karten lesen können die meisten sogar, sind ja schon groß ;-), doch auch gesprochene Richtungsanweisungen auf Englisch verstehen sie nicht.


    Vielleicht sehe ich das aber geprägt durch die Förderschullehreraugen an einer Brennpunktschule und du hast eine fitte Grundschulklasse.


    Wäre es nicht möglich, die Kinder verschiedene Dinge suchen zu lassen (z.B. Juwelen, einen Ring...)? So könnte man die Aufgabe für Schwächere ganz leicht halten (z.B. die geübte Aufgabe wiederholen) und könnte nachher zusammentragen, was alles an Diebesgut wo gefunden wurde. Da stelle ich mir den Abschluss aus Schülersicht interessanter vor. Und wer schnell ist, könnte mehrere Sachen suchen.


    Meine Förderschüler können auf Englisch hauptsächlich Nomen mit denen konkrete Dinge bezeichnet werden und für sie müsste der Anweisungssatz immer derselbe sein, z.B. Go to the bus stop. Go to... Ich würde für sie so etwas wie „Turn left“ nicht verwenden, da es zu schwierig wäre.


    Liebe Grüße

  • Vielen Dank für deine Antwort!

    Die Lernaufgabe ist tatsächlich sehr anspruchsvoll, nicht nur im Bezug auf die Sprache. Ich gehe auch fest davon aus, dass wir das Zurechtfinden auf einem Stadtplan in den vorherigen Stunden, nach der Einführung des Wegbeschreibungsvokabulars, wirklich sehr ausführlich einüben müssen. Da mache ich mir auf jeden Fall noch weitere Gedanken zu...

    Die Klasse ist insgesamt aber wirklich sehr fit und ich denke, die meisten Kinder werden die Beschreibungen, unter Zuhilfenahme der Hilfskarten mit Visualisierungen, bewältigen können.

    Deine Idee mit der stark differenzierten Aufgabenstellung und das Finden verschiedener Gegenstände finde ich super und das werde ich auf jeden Fall auch so umsetzen, also wirklich vielen Dank!


    Liebe Grüße

  • Huhu und willkommen hier. Ich finde die Schatzsuche eine schöne Idee, klingt spannend:)

    Ich werf mal ein paar Gedanken ein, kein Anspruch auf Richtigkeit!

    Sehe es auch wie cat, Orientierung am Plan ist in HSU eigenes Thema, das ganze auf Englisch- hm... evtl. schwierig. Und dann Leseverstehen? Ich bin kein Englischlehrer, dies dazu gesagt, aber normalerweise ist doch in Klasse 3 eher reden angesagt? Schwierig auch, daraus ein "abrechenbares" Lernziel zu schmieden finde ich. "Die SuS vertiefen irgendwie vermutlich hoffentlich ihre Lesekompetenzen...".


    Und ich sehe es wie du, wenn Lesen das Hauptthema ist, ist "Anhören" eine denkbar schlechte Diff.


    Ich würde spontan eher die Begriffe in den Vordergrund stellen, ausgedruckt auf Karten, im Sitzkreis am Stadtplan mit beweglichen "Schätzen" und mit Begriffs-/Bildkarten Sätze einüben. Gehe links, gehe rechts...


    (Punkt 2 sagt mir nix, kann der weg? Scheint mir auch nichts mit dem Stundenziel zu tun zu haben.)


    Zum Ziel: Was sollen die Kinder nach diesen 45 min. können und wissen, was sie vorher nicht konnten oder wussten? Wie willst du da hin?


    Zur Reflexion: "Was half dir am meisten", da wüsste ich nicht, was ich hätte sagen sollen (wenn ich die Frage auf Englisch überhaupt verstanden hätte). Was erwartest du denn für Antworten?


    Die Reflexion sollte m.M.n. zum Stundenziel passen. Die Kinder müssen wissen, was sie lernen in dieser Stunde, darüber können sie dann auch reflektieren.


    Sollen sie "rechts", "links", "geradeaus" auf Englisch richtig anwenden können, frag sie das. Könnt ihr das und woran habt ihr das gemerkt? Vielleicht noch eine Strategie zum Vokabelmerken besprechen und anwenden. (Du musst es übrigens auch merken. Du musst wissen, ob deine Kinder das Stundenziel erreicht haben und erklären können, woran du das beobachtet/erkannt hast.)


    Gibt's ggf. noch eine Sicherung, müssen Vokabeln auf Karteikarten oder so?


    Wie gesagt, nur fachfremde Einwurf nach vielen Jahren mit Schülern ;)

  • Zu deiner Frage:

    Zu normalen Zeiten würde ich in der Grundschule nie das Leseverstehen in den Mittelpunkt rücken (höchstens einbauen als Hilfe, Übung oder Kontrolle), weil es in der Grundschule eher um das Hörverstehen und Sprechen geht.Ich kenne allerdings die Corona- Auflagen in deinem Bundesland nicht. in meinem Bundesland liest man den Text erst dann, wenn er eingeführt ist.


    1. Möglichkeit:

    Wenn du einen Sitzkreis machen darfst, dann kann du dort Sprechübungen machen.

    Letztendlich würde ich eine andere Stelle des Themas als Prüfungsstunde auswählen, nämlich dort, wo du die Wegbeschreibung einführst und damit mündliche und evtl. schriftliche Übungen machst.


    2. Möglichkeit

    Wenn du die Prüfungsstunde als Hörverstehensstunde umwandeln könntest mit unterschiedlichen Texten und danach evtl. selbst eine kleine Wegbeschreibung erstellen lässt, das wäre für mich auch noch eine Möglichkeit.


    Hier noch ein paar Erfahrungen:

    In dem Buch, das ich benutze (Sally, in Bayern 2 Englischjahre) haben sie im Viertklässlerbuch die Wegbeschreibung im Vergleich zum Vorgängerbuch sehr vereinfacht. Dort geht es um den Londoner Stadtplan. Jetzt geht es nur noch um die Frage (How can I get to....) und dann, welche(s) Verkehrsmittel man nehmen soll. (Take the....) mit entsprechenden Hörbeispielen. Vom Sprechen her haben das alle hingekriegt.

    Schwierig war die Vorgängerversion, wo man nach Plan irgendwo hinlaufen sollte und dann rechts, links, geradeaus, über die Kreuzung, bis zum Kreisverkehr gehen sollte. Vor allem mussten die Schüler immer verbalisieren, bis zu welcher Straße man gehen sollte. Rechts, links, geradeaus hat noch gut geklappt, aber wenn man noch den Satz mit der Straße sagen musste, wurde es für einige schwierig. Mühsam war für einige Schüler, dass sie noch in der Umkehrung denken mussten, je nachdem, auf welcher Position man sich auf dem Plan befand. Das gelingt auch im Deutschen nicht allen auf Anhieb.

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