Erzählen am roten Faden

  • Hallo alle :)


    In meinem Unterrichtsbesuch würde mit meinen Schülern (sechs Kinder) gern das Erzählen am roten Faden üben. (1./2. Klasse)


    Das Ziel der Stunde soll lauten: Die Schüler üben das kriteriengeleitete Erzählen einer Geschichte mithilfe von Bildmaterial und einem roten Faden.


    Das soll so aussehen: Die Schüler erarbeiten sich in den Stunden zuvor Kriterien eines guten Erzählers und eines guten Zuhörers. Auch die Geschichte, um die es geht, lernen die Kinder vorher kennen.


    In der "Vorzeigestunde" plane ich, dass sich die Schüler in Partner- oder Gruppenarbeit anhand eines roten Fadens und Bildkarten die Geschichte erzählen. Zunächst bringen sie die Bilder in die richtige Reihenfolge. Schwache Kinder ohne Lesefertigkeit sortieren nur Bilder, die Leistungsstarken sollen zusätzlich ein paar Stichworte unter das Bild notieren, als Gedankenstütze für das Erzählen.


    Die Kinder, die zuhören, bewerten das Erzählerkind anschließend anhand eines kleinen Reflexionsbogens. Dort sind Kriterien wie "Reihenfolge einhalten" oder "Laut und deutlich sprechen" notiert.


    In der Sicherung kommen alle Kinder im Halbkreis zusammen und berichten gemeinsam die Geschichte am roten Faden, der in der Klasse aufgehängt ist und an dem Bilder der Story angespannt sind. Dazu nutzen sie einen "Erzählstein", der weitergereicht wird. (z.B. jeder erzählt ein Bild)


    Ich bin gerade etwas ratlos, was die Kinder in der Arbeitsphase tun können, nachdem sie sich die Geschichte einmal erzählt haben. Denn: ich habe nur sechs Kinder. Das nimmt mir die Möglichkeit zu sagen, erzähle die Geschichte noch anderen Kindern. Da fehlen mir einfach die Kinder dazu :D


    Es gäbe die Möglichkeit, die Geschichte weiterzuerzählen... aber da sind meine Kids auch schnell fertig... ich habe einfach Angst, dass die Schüler in zwei Minuten vor mir stehen und sagen "FERTIIIG, und jetzt??"


    Ich bin für alle Ideen dankbar. LG :)

  • Meine Ideen dazu:

    - Partnerarbeit und dann Partnerwechsel, dann könnte jeder 3mal erzählen

    - Bilder zum Weitererzählen zur Verfügung stellen, z.B. 5 verschiedene Enden auslegen (ich würde mit gleichfarbigen Rahmen kennzeichnen, also gelbes Ende, grünes Ende...) und jedes Pärchen darf sich eins auswählen und zusammen ausdenken, wie es weitergehen soll.


    Darfst du denn derzeit Partnerarbeit machen und einen nicht-desinfizierten Erzählstein weitergeben lassen?

    Chemtrailpilotin in Ausbildung und Fachkraft für Prokrastination

  • Meine Ideen dazu:

    - Partnerarbeit und dann Partnerwechsel, dann könnte jeder 3mal erzählen

    - Bilder zum Weitererzählen zur Verfügung stellen, z.B. 5 verschiedene Enden auslegen (ich würde mit gleichfarbigen Rahmen kennzeichnen, also gelbes Ende, grünes Ende...) und jedes Pärchen darf sich eins auswählen und zusammen ausdenken, wie es weitergehen soll.


    Darfst du denn derzeit Partnerarbeit machen und einen nicht-desinfizierten Erzählstein weitergeben lassen?

    Vielen lieben Dank für deine Ideen!:)


    Wir dürfen Partnerarbeit machen, ja. Mit Maske ist auch das Unterschreiten des Mindestabstands erlaubt.


    Zum Erzählstein: Ich würde den Stein vorher desinfizieren und die Kinder waschen sich immer vor und nach der Stunde die Hände. Im Alltag leihen sich die Kinder auch untereinander Stifte oder Radiergummis aus, ohne dass wir Lehrpersonen immer ein Auge darauf haben. Daher wäre das meiner Meinung nach auch vertretbar mit einem desinfizierten Stein. Natürlich kann man das auch anders sehen. Da gehen Meinungen ja weit auseinander. Aber verboten ist es - bis zum jetzigen Zeitpunkt - nicht. Warten wir mal den neuen Hygieneplan nächste Woche ab ;)

  • Das sind deine bisherigen Schritte:


    - Bilder einer bereits bekannten Geschichte in die richtige Reihenfolge bringen

    - Stichworte notieren (das muss man m.E. vorentlasten, weil Kinder sonst die Tendenz haben, die Geschichte zu notieren)


    - Erzählen einer Geschichte in PA

    - Bewertung des Erzählerkindes


    - vermutlich müsste doch das Partnerkind auch erzählen

    - Bewertung des Erzählerkindes


    - gemeinsames Erzählen der Geschichte am roten Faden (an dem die Bilder bereits aufgehängt sind, ggf. jedes Kind erzählt ein Bild (Hürde Bildergeschichte und Bild-für-Bild-erzählen versus Erzählstrang)


    Dann hätte jedes Kind 1x erzählt und 1x hätten sie gemeinsam erzählt. Jedes Kind hätte 1 Rückmeldung bekommen.

    Wenn die Partnerkinder die gleiche Geschichte haben, könnten sie sich gegenseitig unterstützen und verbessern und miteinander üben, bevor sie es dann jeweils präsentieren.

    Wenn aber die anderen beiden Gruppen andere Geschichten hätten, bekämest du darüber die Möglichkeit, das jedes Kind die Geschichte mehrere Male erzählt: zuerst A1+A2, dann A1+B1 und auch noch A1+B2 und C1 und C2 ... dann könnte jedes Kind bis zu 5 mal erzählen.

  • die Leistungsstarken sollen zusätzlich ein paar Stichworte unter das Bild notieren, als Gedankenstütze für das Erzählen.

    Das können sie m.M.n. nicht. "Was sollen wir hier hinschreiben?"


    Zunächst bringen sie die Bilder in die richtige Reihenfolge.

    Als erstes müssten sie die Kriterien wiederholen. Sind diese visualisiert im Raum?

    Die Kinder, die zuhören, bewerten das Erzählerkind anschließend anhand eines kleinen Reflexionsbogens. Dort sind Kriterien wie "Reihenfolge einhalten" oder "Laut und deutlich sprechen" notiert.

    Förderschule 1/2? Puh, ich hab unsere vor Augen, die versteht man teilweise gar nicht. Mach's nicht zu abstrakt. Oder habt ihr normalen Lehrplan?


    Ich würde eher so sagen:

    1. (Gegenstände?) Bilder sortieren an Tafel, in ganzen Sätzen dazu sprechen.

    2. Bilder sortieren in EA, du gehst rum und guckst, bevor sie aufkleben

    3. Kinder einzeln vorne, sprechen in ganzen Sätzen


    Frage an die Zuhörer: Hat er alles der Reihe nach erzählt? Hat er an alle Bilder gedacht? Super.

    Frage an den Erzähler: haben die anderen gut zugehört und waren leise? Toll!


    Man neigt dazu, zu überschätzen.

  • - vermutlich müsste doch das Partnerkind auch erzählen

    Genau, das war auch geplant. Das habe ich nicht erwähnt, mein Fehler.


    Das mit den verschiedenen Geschichten wäre auch eine Option... wobei ich fast präferiere, dass alle am gleichen Gegenstand arbeiten... ich muss mir mal Gedanken drüber machen. Danke für deine Gedanken!

  • Das können sie m.M.n. nicht. "Was sollen wir hier hinschreiben?"

    Meine starken Zweitklässler müssten das durchaus schaffen. Ich habe noch die Option, vorgeschriebene Wortkarten unter das richtige Bild zu legen. Das wäre Plan B, wenn Plan A scheitert. ;)


    Als erstes müssten sie die Kriterien wiederholen. Sind diese visualisiert im Raum?

    Die Kriterien sind auf Plakaten visualisiert. Ein Plakat für "Tipps für einen guten Zuhörer" und ein Plakat für "Tipps für einen guten Erzähler". Mit Piktogrammen und in Silbenschrift, sodass auch meine Nichtleser / schwachen Leser mitkommen. Die Übe ich natürlich mit ihnen, dass sie diese in der Erzähl-Stunde auch kennen.

    Meine Starken werden nach dem normalen Lehrplan unterrichtet, die Schwachen in L....


    Nach diesem Stundenaufbau kommen die Kinder zweimal nach vorne, am Anfang und am Ende und machen das Gleiche. Erzählen der Bilder in ganzen Sätzen. Was genau sollen sie denn in der Arbeitsphase machen? Nur Bilder sortieren? Dann verfehle ich das Ziel der Stunde, weil in jeder Phase das Ziel beachtet werden muss. Da reicht "nur" Sortieren nicht, wenn es ums Erzählen geht... aber ich vermute, ich durchblicke deine Gedanken nicht ganz... :)

  • Ich dachte, erst stehst du vorne und wiederholst die Geschichte mit ihnen gemeinsam, sie formulieren die Sätze am Platz und du ergänzt/verbesserst/wiederholst.


    Ich hätte sie spontan nicht in Zweierteams erzählen lassen, eben weil sie das noch nicht alleine können und deswegen viel zu schnell "fertig" rufen oder was anderes machen.


    Vielleicht sind "unsere" aber auch nur wesentlich schwächer. Viel Spaß euch auf alle Fälle und dass alles glatt läuft :wink2:

  • Wir laden Kinder, wo die Einschulung im Zweifel ist, in die Schule ein, lassen Bilder sortieren und Geschichten erzählen. Möglich ist es, aber immer auch eine Frage des Anspruchs an die Erzählung.

    Aber auch ich habe den Eindruck, dass die Ziele sehr hoch gegriffen erscheinen.

    Nach diesem Stundenaufbau kommen die Kinder zweimal nach vorne, am Anfang und am Ende und machen das Gleiche. Erzählen der Bilder in ganzen Sätzen. Was genau sollen sie denn in der Arbeitsphase machen? Nur Bilder sortieren? Dann verfehle ich das Ziel der Stunde

    Den Einwand finde ich berechtigt.

    Wenn die Kinder sich gegenseitig mehrfach die Geschichte erzählen, die sie längst kennen, finde ich es sehr langweilig. Warum sollten sie zuhören, wenn die Geschichte, die sie selbst schon gehört und sortiert und 2x erzählt haben erneut präsentiert wird?Auch ist es bei einer bekannten Geschichte viel schwieriger, Fehlendes zu benennen, da man ja selbst die Bilder und den Fortlauf kennt.

    Eine weiter Möglichkeit bei unterschiedlichen Geschichten wäre noch, dass die Zuhörenden auch die Bilder (oder Wörter) bekommen und entlang eines roten Fadens sortieren und man am Ende vergleicht, ob das erzählende Kind die gleiche Reihenfolge hatte. A1 könnte für B1 und C1 erzählen, die dann Bilder sortieren, das Gleiche macht Gruppe 2. Das wäre sozusagen ein winziges Gruppenpuzzle.

    Wenn es zu schwierig ist, können auch A1+2 gemeinsam oder nur einer erzählen und B1+B2 gemeinsam die Bilder sortieren oder ihr könnt es im Plenum machen.

    Danke für die schöne Idee, das werde ich mal aufgreifen, wenn es wieder DaZ-Stunden gibt.

  • Hey, nur ein kurzer Einwurf, da ich etwas sehr ähnliches im Ref gemacht hatte.

    Achte darauf, dass sie wirklich die Geschichte nacherzählen und nicht die Bilder beschreiben. 😊😊😊

    Ich hatte damals „Die Wassernixe“. Die Geschichte bot sich an, dass jeder einen Teil der Geschichte selbst bebildert hat.

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