60 Minuten-Modell in der Grundschule

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    Mir persönlich gefällt das Klassenlehrerprinzip besser, gerade weil man möglichst viele Stunden in der Klasse hat und darüber vieles einfacher wird. Man hat weit weniger Klassen, ist für die eigene Klasse genau im Bilde und weiß, wie man verfahren muss mit den vielen SuS mit zusätzlichen Bedürfnissen. Das muss man sich in jeder neuen Fachklasse wieder erarbeiten, hat noch mehr Konferenzen, Gespräche, Absprachen etc.

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    Und jedeR, der schon am Stundenplan gebastelt hat, weiß, dass man nicht mal eben 5 Stunden von Lehrer X gegen 5 Stunden von Lehrerin Y tauschen kann, weil Lehrer X auch Hallenzeiten belegen muss und Lehrerin Y erst später kommt und früher geht und die Schwimmbegleitung stellt oder den Religionsunterricht bedient, was man beides nicht an jede andere Lehrkraft oder Vertretung oder pädagogische Mitarbeiterin abgeben kann.

    Ich mache jedes Jahr den Stundenplan und natürlich haben wir die Probleme / Wünsche auch. Nur das Argument, dass es dann eine 450€ Kraft machen muss, passt nicht. Wenn die Lehrerstunden hast, kannst du immer irgendwo tauschen. Letztlich ist einfach der Punkt, dass man das nicht möchte. Wir haben auch mal Probleme mit den Stunden. Wir setzen dann nur halt andere Prioritäten. Bei uns hätten die Hauptfächer Priorität. Dann würde notfalls Schwimmen, Sport oder auch persönliche Wünsche untergeordnet, damit die Hauptfächer bedient werden. Wir versuchen dort auch vor allem Lehrkräfte mit dem passenden Studium oder Fortbildungen einzusetzen. Aber auch dafür gibt es sicherlich Pro- und Contra-Argumente.

    Ich sehe es auch so, dass es für uns Lehrkräfte besser ist, wenn man möglichst viel in der eigenen Klasse unterrichtet. Ich sehe auch, dass es für viele Schüler Vorteile hat. Ich sehe aber auch immer wieder, dass es auch Gegenargument gibt. Darauf wollte ich hinweisen. Es ist ja auch nicht so, dass ihr das einfach entscheiden dürft. Die Verordnung ist ja eindeutig. Spätestens wenn sich ein Elternteil beschwert, weil es die Klassenlehrkraft doof findet, wird man es ändern müssen.

  • Spätestens wenn sich ein Elternteil beschwert, weil es die Klassenlehrkraft doof findet, wird man es ändern müssen.

    Wir sind nicht bei Wünsch-dir-was, wo man sich die Klassenlehrkraft aussuchen darf. Wenn es gute Gründe gibt, dass man die Lehrkraft nicht wechselt, weil dem anderes entgegen steht, werden die Eltern das wohl hinnehmen müssen.

    Wie das wohl andere Eltern finden, wenn auf Wunsch eines Elternteils die Klassenlehrkraft wechselt, dafür die Klasse keinen vernünftigen Unterricht mehr im Hauptfach hat, der Schwimmunterricht einer anderen Klasse nicht stattfinden kann oder die Klasse selbst mit Vertretung versorgt wird, mangels weiterer Möglichkeiten?

    Das Land macht viele Vorgaben, es sorgt aber nicht dafür, dass die Schulen sie alle umsetzen können, gerade weil es an Lehrkräften mangelt. Bei uns sind die Eltern eher aufgebracht, weil die Klasse KEINE Lehrkraft hat.

  • Wir sind nicht bei Wünsch-dir-was, wo man sich die Klassenlehrkraft aussuchen darf. Wenn es gute Gründe gibt, dass man die Lehrkraft nicht wechselt, weil dem anderes entgegen steht, werden die Eltern das wohl hinnehmen müssen.

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    Das Land macht viele Vorgaben, es sorgt aber nicht dafür, dass die Schulen sie alle umsetzen können, gerade weil es an Lehrkräften mangelt. Bei uns sind die Eltern eher aufgebracht, weil die Klasse KEINE Lehrkraft hat.

    Das wird jetzt off-Topic: Aber genau darum geht es doch. Wir sind nicht bei Wünsch-dir-was. Das gilt für Lehrer genauso wie für Schüler. Das Land hat rechtsverbindlich festgelegt, dass der Unterricht im dritten Hauptfach durch eine andere Lehrkraft erfolgen muss. Nicht kann, nicht sollte, sondern muss. Das ist für euch, für eure Schulleitung und für euren Dezernenten verbindlich. Das ein Tausch der Lehrkräfte vielleicht andere Nachteile hat, ist dabei irrelevant. Wenn ihr zweigzügig seid, könntest du beispielsweise mit deiner Parallelklassenlehrerin ein Fach tauschen. Wenn ihr einzügig seid, dann halt mit einem anderen Jahrgang. Das mag doof sein. Das mag andere Nachteile haben. Aber das ist letztlich egal. Solange es möglich ist, hat die Schule die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Ich weiß natürlich auch, dass es immer wieder Schulen gibt, die mit irgendwelchen Argumenten versuchen, die Vorgaben zu umgehen. Deswegen ist es aber trotzdem nicht erlaubt.

  • Solange es möglich ist,

    Auch das hat eine Grenze...

    hat die Schule die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.

    ... und ich kann mir aussuchen, welche gesetzlichen Vorgaben ich nicht erfüllen kann. Dazu gibt es aber wenig Handlungsanweisungen. Aber ja, es ist inzwischen möglich, den Unterricht der Hauptfächer in Klasse 3+4 durch Lehrkräfte zu erteilen und andere Klassen zu Hause zu lassen, weil sie nicht beschult werden können.

    Die Grenze war übrigens u.a., dass die Schulbehörde sich Unterlagen zukommen lassen hat. Aber einen besseren Vorschlag konnten sie nicht unterbreiten, weil die Unterrichtsversorgung nicht ausreicht.

  • Das wird jetzt off-Topic

    Ja, in Teilen.

    Wenn aber die Einteilung des Unterrichts auf 45 min gedacht ist und schon mehr als kompliziert, weil Lehrkräfte fehlen, es zu Abordnungen an diese Schule oder von dieser Schule kommt etc.,

    dann wird es mit einem 60 min Rhythmus noch schwieriger, da dann nicht nur Stunden- und Pausenzeiten abgestimmt werden müssen.


    Eher kann ich mir vorstellen, dass man sich innerhalb der Schule darum bemüht, Doppelstunden für Sport zu setzen, was auch da notwendig ist, wo zur Sporthalle längere Wege zu bewältigen sind.

    Aber - das sehe ich auch so - das sind Wünsche, die nicht alle erfüllt werden können.

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