Veröffentlichung von Erfahrungen im Referendariat

  • Ich habe hier sehr oft gelesen, dass man die Zustände im Referendariat mal öffentlich machen müsste. Meine Idee dazu wäre, schreibt einfach eure Erfahrungsberichte (positiv und negativ) auf. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr sie mir per E-Mail zuschicken. Ich würde sie dann sammeln und entsprechend zusammenstellen. Vielleicht findet sich dann ein Verlag, der sie druckt oder wir stellen sie einfach mal gesammelt ins Internet. Denkt aber dran, dass eine Auswahl nicht nur die negativen Beispiele enthalten sollte, sondern auch positive.
    Wenn ihr also Lust habt, meldet euch bei mir. Vielleicht können wir gemeinsam ja etwas bewegen.


    Der Vorteil wäre bei einer Gesamtdarstellung, dass verschiedene Aspekte gegeben wären und somit eine gewisse Objektivität gewahrt würde. Außerdem könnte man namentliche Nennungen nur auf besonderen Wunsch einfügen, ansonsten genügen eigentlich Pseudonyme. Vom Umfang her würde ich sagen sollte ein mögliches Manuskript etwa 2-10 Seiten umfassen, damit es auch noch gelesen wird.

    Wer nie verliert, hat den Sieg nicht verdient.

  • Gern, denn manchmal kann man sich durch so etwas auch mal wieder von dem Erlebten befreien.
    Ihr müsst auch nicht befürchten, dass ich mich an eurem Frust und Leid ergötzen möchte, aber ich war mal Redaktionsassistentin in einem Verlag und könnte daher ein entsprechendes Layout erstellen. Außerdem würde ich eurer Namen nur mit ausdrücklicher Erlaubnis veröffentlichen.
    Was würdet ihr von einem Titel wie :.Im Vorhof zur Hölle!?" -Der steinige Weg ein guter Lehrer zu werden-" "halten? Bin aber für alle Vorschläge offen, da diese schon eine sehr extreme Position wäre

    Wer nie verliert, hat den Sieg nicht verdient.

    Einmal editiert, zuletzt von Titania ()

  • Bin ja noch nicht im Referendariat, aber da du ja ausdrücklich auch positive Erfahrungen haben möchtest, fände ich den Titel zu einseitig und reißerisch.


    Katta

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

  • "Vorhof zur Hölle" klingt so, als käme die richtige Hölle erst hinterher, wenn man fertiger Lehrer ist. Passt nicht so gut finde ich. Zwar wird die Arbeit hinterher nicht weniger, aber zumindest fühlt man sich deutlich besser dabei. ;)


    Ich finde das Ganze übrigens eine gute Idee, aber ich schaffe es leider nicht, mich damit nochmal so intensiv auseinanderzusetzen. Ich bin schon froh, wenn ich meine Unterrichtsvorbereitungen bis 23 Uhr abgeschlossen habe..... :rolleyes:
    Solche zusätzlichen Dinge packe ich dann einfach nicht mehr.


    LG
    Mia

    Man soll denken lehren, nicht Gedachtes.
    (Cornelius Gustav Gurlitt)

  • Grüessech aus Bern,


    die Vorstellung der Veröffentlichung von Referendariatserlebnissen geistert ja ab und zu immer mal wieder und sowieso schon länger durch dieses Forum. Ich finde den Gedanken nicht uninteressant, aber ich vermisse die "Intervention" hinter dem aktuellen Aufruf von Titania.


    Folgende Fragen könnten vielleicht hilfreich sein für eine weitere Strukturierung:
    1) Welche Zielgruppe existiert für diese Art von Erfahrungsberichten?


    2) Daraus abgeleitet: wo möchtet ihr gern veröffentlichen? Fachzeitschriften werden Einzelberichte, die lose zusammengefügt sind und vor keinem wissenschaftlichen Hintergrund stehen, wohl eher ablehnen - was bleibt also: Bild, Focus, Stern et al. Diese werden die Erfahrungsberichte mitnichten so abdrucken, wie ihr sie einreicht, sondern sie je nach Tagesformat ummünzen - sodass evt. schon bald die nächste "Faule-Säcke-Sicherer-Job-Debatte" ins Haus steht.


    3) Was möchtet ihr damit erreichen?


    Diese Fragen sind mitnichten provozierend gemeint, nur denke ich, dass es auch im Alltag nach dem 2. Staatsexamen noch genug Arbeit gibt. Es wäre schade, ginge die dafür benötigte Energie für ein Projekt verloren, das aufgrund unklarer Ueberlegungen zu scheitern droht. Geht es natürlich um eine Art Bewältigung durch Herausschreiben, muss man sich diese Fragen nicht stellen.


    Ich war in den letzten 5 Tagen in Salzburg auf einer Tagung, die sich u.a. mit Empirischer Lehrerbildungsforschung beschäftigt hat. Darunter gab es auch einige Vorträge, bei denen Erziehungswissenschaftler das Referendariat untersucht haben. Vielleicht besteht ja Interesse, diese Leute mal anzuschreiben und sich die entsprechenden Studien durchzulesen?


    Gerhard Schnaitmann vom Landesinstitut für Schulentwicklung BaWü hielt einen Vortrag über eine empirische Untersuchung zum Vergleich des alten und neuen Vorbereitungsdienstes für das Gymnasial- und Berufsschullehramt in BaWü; E-Mail: schnaitmann (at) abt1.leu.bw.schule.de


    Wilfried Schubart, Karsten Speck und Ulrike Gladasch von der Uni Potsdam (Brandenburg) berichteten über "Ausbildungsprozess und Kompetenzen in der 2. Phase der Lehrerausbildung - Ergebnisse der Potsdamer LehramtskandidatInnenstudie". E-Mail: speck (at) rz.uni-potsdam.de


    Hermann Josef Abs vom Dipf (Deutsches Institut für internationale pädagogische Forschung) trug die Ergebnisse einer vom Kultusministerium Hessen (!) geförderten Studie über "Entwicklung diagnostischer Kompetenz in der Lehrerbildung (2. Phase)" vor; Mail: abs (at) dipf.de


    Was ich mit der Aufzählung meine: "wissenschaftlich" tut sich etwas, das teilweise sogar ministeriell angeschoben wurde und teilweise Vollerhebungen von Referendarsdurchgängen (z.B. bei der Potsdamer Studie) enthält. Dass es von der Studie zur Umsetzung und spürbaren Verbesserung leider dauert, ist wohl unvermeidlich. (Zumal die Verbesserungswirkungen ja nicht bei den "Erst-Probanden" gemessen werden können, da diese das Ref idR spätestens nach 2 Jahren absolviert haben.)


    Was wissenschaftlich übrigens nicht untersucht wurde bisher, ist, inwieweit fortgebildete Ausbilder der 2. Phase den Erfolg der Referendare beeinflussen. Wäre ja eigentlich ein Thema für mich... aber naja, ich bin ja jetzt in der Schweiz. Hier gibt's kein Referendariat.


    LG, das_kaddl.

  • Hi kaddl,
    ich bin sozialwissenschaftlich völlig unbeleckt und möchte mit diesem Posting nichts weiter als meine persönlichen Erfahrungen mit der dipf-Studie beschreiben. Diese wurde von meinem Studienseminar durch die Ausbilder an die Referendare weitergegeben und war nach dem Ausfüllen an diese auszuhändigen. Ich kenne nicht viele, die unter diesen Umständen die Wahrheit eingetragen haben.
    Dies nur so als Randbemerkung.
    LG
    Maria Leticia

    Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr. Marie Curie

    Einmal editiert, zuletzt von Maria Leticia ()

  • Mir wäre es wichtig, dass die fachliche Eignung der Fachleiter überprüft wird. Ich hatte eine Seminarleiterin, die über keine fachwissenschaftliche Ausbildung des Faches verfügte, will heißen: sie hatte das Fach gar nicht studiert. Aus diesem Grunde kollidierten ihre und meine Ansichten über Grundsätzliches immer wieder. Das ERgebnis war: Sie hat mich gehasst und mir in "Ihrer" Prüfungsstunde eine Fünf verpasst. Sie ist meiner Meinung nach inkompetent und die Prüfungskommission hat sich auf ihr Urteil verlassen, da es sich um ein "exotisches" FAch handelt, bei dem die meisten Lehrer nicht mitreden können (möchte nicht weiter ins Detail gehen). Ein Blick in meine Prüfungsakte hat diesen Verdacht bestätigt. Überlege noch, wie ich weiter vorgehe.


    Die Referendare sollten Möglichkeiten erhalten, die Qualität der Seminare zu verbessern. So, wie es im Moment läuft, haben die Refis keine Möglichkeit, den Mund aufzumachen, da sie in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen. Jeder Schüler hat mehr Rechte!



    Gruß Jana

  • Zitat

    Maria Leticia schrieb am 22.09.2005 16:22:
    Hi kaddl,
    ich bin sozialwissenschaftlich völlig unbeleckt und möchte mit diesem Posting nichts weiter als meine persönlichen Erfahrungen mit der dipf-Studie beschreiben. Diese wurde von meinem Studienseminar durch die Ausbilder an die Referendare weitergegeben und war nach dem Ausfüllen an diese auszuhändigen. Ich kenne nicht viele, die unter diesen Umständen die Wahrheit eingetragen haben.
    Dies nur so als Randbemerkung.
    LG
    Maria Leticia


    Ich habe dir eine PN geschickt.
    LG, das_kaddl.

Werbung