Beiträge von das_kaddl

    Was ist denn der Grund für die späte Planung?


    Ich muss bis Ende März eines jeden Schuljahres die "Klassen- und Kursbildung" vom Kanton genehmigen lassen (wir sind so klein, dass wir mindestens eine Mehrjahrgangsklasse bilden müssen; welche das ist/sind, entscheide ich als Schulleiterin). In dem Zusammenhang bespreche ich mit dem Lehrer/innen-Team, wer welche Klasse haben möchte. Spätestens April weiss also jeder, welche Klasse er/sie bekommt.


    Parallel dazu sammle ich die Pensen-Wünsche jeder Lehrperson (Spanne von - bis). Mitte April sitzen wir mit dem Kern-Team zusammen und machen den ersten Stundenplanentwurf. D.h., Ende April/Anfang Mai steht der Stundenplan.


    Ich wüsste gar nicht, wie es anders gehen sollte - nur so kann ich doch entsprechend das Personal planen, d.h., ggf. Stellen ausschreiben oder Kündigungen aussprechen? Auch die Lehrer müssen die dreimonatige Kündigungsfrist einhalten können, sodass es gar nicht anders ginge als so früh zu planen.


    Die letzten Änderungen am Stundenplan haben wir übrigens am Donnerstag vorgenommen - morgen geht die Schule los.



    (Wir sind übrigens eine Grundschule, Kl. 1 - 6, plus 2 Kindergärten (= zweijährige Vorschule).)

    Mein bisheriger Arbeitsweg sollte übrigens nicht die Schule als Heilsbringerin und sicheren Zufluchtsort propagieren und die Uni als böse Stief-Alma mater.
    In der Schweiz ist es so, dass tatsächlich Zuckerbrot & Peitsche Einzug gehalten haben. In Kombination von Engagement am Institut (Arbeitsgruppen etc.), (gedruckten) Publikationen, die ggf. zitiert werden, Vorträgen, Forschungsprojekten und Evaluation verändert sich Lehre auf jeden Fall. In welche Richtung, ist sicherlich diskutierbar. Trotz immer noch sehr grosser Freiheit in der Lehre ist es nicht mehr so, dass jeder "machen kann, was er will" - die Studierenden quittieren dies ganz schnell bei der Evaluation.



    @generelle Chancen von "Ü-50" an Hochschulen
    Für das konkrete Fach kann ich nicht sprechen. Wenn ich hier (Uni & PHBern) durch die Gänge laufe, sehe ich jedoch kaum Ü50er; wenn, dann sind das Lehrstuhlinhaber oder - Besonderheit an Pädagogischen Hochschulen der Schweiz, an denen es z.T. keine Lehrstühle gibt - Dozierende, die schon seeehr lange mit der Hochschule verbunden sind. Inzwischen ist es an allen Hochschulen egal welcher Hierarchie so, dass der Nachwuchs selbst rekrutiert und über Dissertation & Mitarbeit an Forschungsprojekten aufgebaut wird.



    C.B., Publikationen in der Fachdidaktik
    Ja, zu Anstellungen in der Fachdidaktik sind Publikationen notwendig. Seit einigen Jahren werden zumindest in der Fachdidaktik der Primarschulfächer Ergebnisse empirischer Forschungsergebnisse bevorzugt. D.h., ausser der "Schreibkunst" kommt hinzu, dass Du im Bereich Testentwicklung/Statistik/Statistikprogramme oder auch in der qualitativen empirischen Forschung mit entsprechenden Auswertungsmethoden & softwaregestützter Textanalyse fit sein musst.


    Für Dein konkretes Fach müsstest Du Dich erkundigen, welche Forschungsmethoden/Standards gelten.


    Was ausserdem nicht zu verachten ist, sind die relativ langen Vorlaufzeiten bei gedruckten Publikationen. Meine letzte Publikation trägt das Datum 2014; geschrieben habe ich seit 2012 nichts mehr. Aber die verschiedenen Instanzen, die ein Text durchläuft (anonyme Gutachter lesen den Aufsatz, verfassen ein Gutachten, ggf. entscheidet nicht der Hrsg. des Buches, sondern ein grösseres Gremium, das nur 2x/Jahr tagt usw.), führen dazu, dass der Sammelband erst 2014 veröffentlicht wird.



    @Bearbeitungsdauer einer Dissertation
    Die Zeit, innerhalb derer man eine Dissertation abschliesst, sagt auch etwas über die Qualität der eigenen Forschung aus. Ein Ziel einer Dissertation ist es (eigentlich schon bei BA/MA/...-Arbeiten), eine Fragestellung herzuleiten, die man innerhalb einer realistischen Arbeitszeit beantworten kann.


    Viele Grüsse, das_kaddl

    Ich, weiblich, U40, befinde mich derzeit mit einem Bein an der Hochschule, mit einem wieder in der Schule. Ziemlich schnell nach dem Ref bin ich 2005 in die Schweiz gezogen und habe an einer Hochschule im Bereich Fachdidaktik Sachunterricht, speziell Politische Bildung, herumgeforscht, publiziert, bin an Tagungen gereist, deren Teilnahme ich z.T. selbst berappen musste. Jeweils jährlich das Zittern, ob der Vertrag verlängert wird. Heute die akademische Freude des Tages: ich bin in einem aktuellen Aufsatz zitiert worden. Yeah, wieder etwas für den jährlichen "Bonus" 8) .


    Das Zittern bzgl. Vertragsverlängerung wird verstärkt bei jedem Forschungsantrag: positiver Entscheid? Wenn ja: weitere 3 Jahre Einkommen gesichert. Wenn nein: langes Gesicht. Anfragen, ob der Antrag überarbeitet und nochmals eingereicht werden darf. So schindet man Anstellungsprozente und hat mehrere Teilzeitstellen, bei denen es ist wie bei den meisten Teilzeitstellen: man arbeitet wesentlich mehr als im Vertrag steht. Die Nächte, die ich in den letzten 10 Jahren vor Fertigstellung von Abschlussberichten im Büro verbracht habe, habe ich noch nicht gezählt - und dabei habe/hatte ich in den ersten 8 Jahren einen sehr fürsorglichen, aber eben auch sehr ehrgeizigen Chef.


    Meine Dissertation versandet aus verschiedenen Gründen vermutlich.


    Seit nunmehr knapp 6 Jahren & verstärkt seit nochmals 3 Jahren,
    kann ich mich nicht mehr auf die unspiessige Unsicherheit der Hochschule, scheinbar kompensiert durch das bewundernde "Wow-die-arbeitet-an-der-Uni"-Geraune meines Wohndorfes
    verlassen. Die Kinder wollen mehrfach im Jahr neue Schuhe haben, sind für warmes Wasser, Heizung, Dach über dem Kopf und Essen dankbar. Wie schnell die scheinbare Sicherheit von doppelten Gehältern schwindet, haben wir letztes Jahr erlebt, als mein Mann - "Manager" - von einem auf den anderen Tag "freigestellt" wurde. Mit den Bezügen wie bisher, begrenzt bis Ende des Jahres. Das Ende des Jahres rückte schnell näher...


    @CB: Hast Du Verpflichtungen, wie z.B. Unterhaltszahlungen/Fürsorge für Kinder? Falls nein, kann ich Deinen "das-soll's-gewesen-sein"-Aktionismus nachvollziehen, gleichzeitig aber frage ich mich: was möchtest Du an der Hochschule? Vielleicht kriegst Du ja einen Lehrauftrag (von dem man nicht leben kann) - aber auch Dozierende schöpfen einen Teil ihrer Lehre aus eigener (empirischer) Forschung. Ich stelle es mir - ohne theoretischen Hintergrund im Bereich Fachdidaktik (wovon Du selbst schreibst) und mangels eigener Forschung - sehr schwer vor, entsprechende Lehrveranstaltungen zu konzipieren/durchzuführen. Irgendwie fehlt die Basis von dem, was "gute Lehre" an einer Hochschule ausmacht.



    Die Erfahrungen der letzten 10 Jahre waren überhaupt nicht durchweg negativ; die negativen Erfahrungen beziehen sich durchweg nur auf die Anstellungskultur an Hochschulen. Klar schweissen Nächte im Büro auch zusammen und gerade heute habe ich in dankbare Studenten-Augen geschaut, als ich den Abgabetermin ihrer BA-Arbeit eigenmächtig verlängert habe. Die Gestaltungsfreiheit an Hochschulen ist schon sehr hoch; inhaltlich und von der Ausrichtung der eigenen Arbeit her vielleicht so hoch, wie in keinem anderen Beruf.
    Nur, mit Ü50 hat man sich sicherlich auf einem Komfort-Level eingerichtet, das man ungern wieder aufgibt. So zumindest meine Vorstellung von dem, wie ich vermutlich mit Ü50 sein werde.


    Mit meinem zweiten Bein (und ab August mit beiden Beinen - ade, Hochschule!) stehe ich jetzt wieder in der Schule. Meine Aufgaben (als Schulleiterin) sind zum grossen Teil anders als die in der Hochschule, trotzdem profitiere ich ungemein von dem, was ich in den letzten 10 Jahren gemacht habe. Spiessig finde ich Schule übrigens überhaupt nicht - zumindest "mein" Team ist (bis auf eine Aufnahme) engagiert, hilfsbereit (v.a. auch untereinander), mitdenkend und verlässlich.


    Viel Glück für die Neuorientierung.

    Grüezi :wink2:


    Wir sind eine kleine einzügige Primarschule im ländlichen Gebiet, 30 min südlich von Basel (Schweiz) entfernt.


    Zum Schuljahresbeginn 2015/16 (17.08.) suchen wir eine Lehrperson für unsere 6. Klasse (14 Schülerinnen/Schüler).


    In der Schweiz gehört die 6. Klasse noch zur Primarschule, deshalb freuen wir uns über Bewerbungen von Generalisten mit zweitem Staatsexamen. Zu unterrichten sind bis auf Französisch, Englisch und Textiles Gestalten alle Fächer; das Pensum beträgt für das Schuljahr 2015/16 etwa 90 % (26 Wochenstunden von 28.). Entlohnt wird nach der kantonalen Lohntabelle 2015 ; Primarlehrer sind in Lohnklasse 14 eingereiht (die Einordnung in die Erfahrungsstufe - erste Spalte links - übernimmt der Personaldienst).


    Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung: schulleitung@schulelaeufelfingen.ch


    Bitte sendet an diese Adresse auch die kompletten Bewerbungsunterlagen: als pdf, mit Zeugnissen (sowohl Abschluss- als auch Arbeitszeugnisse) und optimal ein bis zwei Referenzen.



    Die Vorstellungsgespräche finden am 12. Mai ab 17 Uhr statt; Kosten, die aufgrund Anreise/Übernachtung/Verpflegung entstehen, werden nicht übernommen.


    Viele Grüsse
    das_kaddl.

    Vorrede: in der Schweiz stellen die Schulen/Schulleitungen die Lehrer selbst an, es gibt keine zentralen Bewerbungen über irgendwelche Listen, Schulämter oder dergleichen. Die Stellenanzeigen formulieren die Schulleiter auch selbst.


    Folgendes Szenario ist natürlich denkbar: wenn eine Schule hinter den Bergen bei den sieben Zwergen, die aus einer Mehrjahrgangsklasse (1. - 6. Kl.) besteht, niemanden findet, der bereit ist auf den Berg zu ziehen, in einen Ort, der von November bis März keine Sonne hat, und damit die Gefahr besteht, dass der lang erkämpfte Fortbestand der Primarschule im Dorf gefährdet ist, DANN stellen sie ggf. auch jemanden ein, der keine abgeschlossene Lehramtsausbildung hat. Den vollen Lohn (wie ein CH-Absolvent) bekommt er/sie dann aber auch nicht.


    Der reguläre Weg ist:
    - EDK-Anerkennung beantragen mit allen Unterlagen
    - Anerkennung gibt's nur, wenn eine abgeschlossene Lehramtsausbildung nachgewiesen werden kann, d.h., wenn beide Staatsexamen vorliegen
    - Bewerbung bei Schulen
    - ggf. Anstellung, dann zum gleichen Lohn wie die Schweizer Absolventen.


    Hast Du die Anerkennung nicht, verdienst Du deutlich weniger. Ich mag gerade nicht in die Gehaltstabellen schauen (Wochenende!), das ist aber auch gut google-bar.


    Ausnahmen gibt es natürlich immer, je "unattraktiver" die Schule / der Schulort / die Arbeitsbedingungen sind, desto weniger CH-Absolventen bewerben sich, also ist man offen für "ausländisches Lehrpersonal" oder - noch "schlimmer": Quereinsteiger, weil es zu wenig ausgebildetes Personal gibt (Sonder-/Heilpädagogen v.a.). An "meiner" Schule ist jemand Förderlehrer, der vorher Flight Attendant bei der Swiss war. Ganz früher (vor 35 Jahren) hat er mal das Lehrerseminar besucht, aber das war die alte Ausbildung, die jedem nach der 9. Klasse offen stand und die zur Zugangsberechtigung zu anderen Ausbildungen und zu einem Studium war.


    Quereinsteiger und Nicht-Fertig-Ausgebildete (bzw. Nicht-Zielstufen-Ausgebildete) werden immer nur befristet, d.h., mit Jahresverträgen, angestellt.

    Hallo Leute,


    hat jemand Erfahrungen mit dem Thema? Gab es Probleme bei der Anerkennung? In welchem Bundesland habt ihr die Anerkennung durchgeführt? Mich interessiert speziell das deutschsprachige Ausland (Österreich, Schweiz, Ostbelgien) oder England (PGCE).

    Um in der Schweiz als Lehrerin zum gleichen Lohn wie eine in der Schweiz ausgebildete Lehrperson arbeiten zu dürfen, brauchst Du die Anerkennung des Pendants zur Deutschen KMK. In der Schweiz heisst sie EDK, der Direktlink ist http://www.edk.ch/dyn/12933.php . Das Ganze ist ein ziemlich bürokratischer Akt (irgendwo in den Tiefen des Forums - ca. 2005 - sollte ein Thread von mir zu finden sein) mit inzwischen erhöhten Gebühren (800 CHF). Das Jahresbrutto als Primarlehrer, wenn man erstmal "drin" ist, ist wesentlich höher als das in Deutschland (Einstiegsgehalt Primarschule: je nach Kanton zwischen ca. 70 - 80.000 CHF; Tageskurs 1.03 CHF = 1 €).


    LG, das_kaddl.

    ...
    Ein Freund von mir hat einen Teil (aber nicht das ganze) Ref. in der Schweiz gemacht, also muss das irgendwie möglich gewesen sein.
    ...
    Viel Glück, Sofie


    Es gibt in der Schweiz kein "Referendariat" oder ähnliches. Mit dem Bachelor (je nach Schulstufe ggf. Master) hat man den Berufseinstieg direkt vor sich; die schulpraktische Ausbildung mit benotetem Unterricht etc. ist hier umfangreichst ins Studium integriert. Vielleicht hat Dein Freund hier einige Zeit gearbeitet und diese Praxiserfahrung anerkannt bekommen, aber ein Ref., wie man es in D kennt (mit Abschlussprüfung - 2. Staatsexamen) gibt's hier nicht.


    LG, das_kaddl.


    Wenn's aber keine Mitbewerber gibt, dann ist der Einäugige König unter den Blinden 8) .


    In der Schweiz ist "Schulleitung" an den meisten Schulen eine Position, bei der man nicht mehr unterrichtet, sondern nur noch verwaltet ;) gestaltet. Formal ist der Zugang zu Schulleiter-Stellen immer noch das passende Lehramt, ausserdem eine abgeschlossene Schulleiterausbildung (mehrjähriges berufsbegleitendes Aufbaustudium). Die wenigsten Pädagogen haben Interesse an Schulleiterstellen, dafür ist die Besoldung einfach nicht attraktiv genug. Entsprechend gestaltet sich der Kreis der Bewerber. Ich war mal in einer Auswahlkommission, gesucht wurde eine Person für die Schulleitung Kindergarten (=Vorschule), Primarschule, Sek 1. Das Bewerber-Potpourri sah so aus:


    - Versicherungskaufmann: "Ich berate seit mehreren Jahren verschiedene Zielgruppen mit unterschiedlichen Anspruchsniveaus... Einblick in das Solothurner Schulwesen erhalte ich v.a. über meine schulpflichtigen Kinder - 5, 8 und 13 Jahre alt..."
    - Flugbegleiter (Purser): "Während meiner umfangreichen Karriere in der Luftfahrt kam ich mit verschiedenen Kulturen und Ethnien in Kontakt. Dies wird beim Umgang mit der multikulturellen Schülerschaft nützlich sein."
    - jemand, der 2 Jahre vor der Pensionierung steht: "Die Stelle als Schulleiter an der Schule N. wird mir helfen, meine Pensionskasse in den letzten beiden regulären Arbeitsjahren zu füllen."


    Kein Pädagoge, niemand, der den ausgeschriebenen Anforderungen/Tätigkeiten entsprach.



    Schulleiter ist jetzt jemand, der vorher 20 Jahre lang in einer Druckerei als Polygraf, später Abteilungsleiter im Bereich Kundengewinnung, gearbeitet hat. Das Solothurner Schulwesen kennt er v.a. über seine schulpflichtigen Kinder (14 und 16 Jahre alt). In der Bewerbung stand, dass er Erwachsenenbildner ist. Ausbildungsstart: 2 Monate nach Bewerbungsschluss.


    Dafür, dass er von Schule wirklich 0 Ahnung hat, macht er seine Sache sehr gut. Worüber ich gleich am Anfang gestaunt habe, ist sein Verhandlungsgeschick: er machte bei der Gemeinde zur Bedingung, dass eine Teilzeit-Sekretariatsstelle (50%) geschaffen wird. Die gibt es jetzt, was bisher (bei 400 S&S) nie der Fall war.

    Ich finde es ziemlich lächerlich, wenn jemand eine eindeutige Frage stellt und dann so dämliche Gegenfragen kommen wie: Was soll das bringen, was willst du damit, bist du persönlich betroffen, beschäftige dich doch mal mit was Schönerem ... Du meine Güte. Wenn man nicht antworten will oder kann, wie wäre es mit Schweigen?!


    Wieso ist es lächerlich, wenn man fragt "Wofür brauchst Du etwas?" Ich hatte Scheidungssoziologie als Thema in der Diplomprüfung und könnte dem Threadstarte mehrere wissenschaftliche Untersuchungen nennen, die aber zum Grossteil aus schwer verständlichen Statistiken bestehen. Wenn ich jedoch z.B. Eltern berate, die mich fragen, wie sie ihre Kinder möglichst unbeschadet durch die Trennung bringen können oder Trennungskinder in der Klasse habe, die ich "verstehen" will, sind diese Korrelationskoeffizientenschleudern absolut wertlos und es würden vielleicht eher Artikel aus der "Psychologie heute", aus der Ecke der Ratgeberliteratur o.ä. passen.



    Zitat

    Ich habe ein paar Ideen zum Weiterdenken und evtl Weiterarbeiten gewonnen.

    Verrätst Du uns, woran Du (weiter)arbeitest?

    Wenn man so anfängt, pädagogische / psychologische Literatur abzutun, mit dem Hinweis darauf, dass jeder Mensch anders reagiert, könnten wir uns einen Großteil unseres Studiums sparen und einfach nur einen Kurs in "Empathie" und "Vielfalt" machen...


    Ich tue sicherlich pädagogische/psychologische und erst recht empirische Literatur nicht ab (siehe Profil 8_o_) ).



    Allerdings liest sich das Start-Posting auch nicht wirklich wissenschaftlich

    Zitat

    Ich habe die Information, dass es für das Wohl der Kinder fast immer am
    besten ist, wenn Eltern, deren Beziehung nicht gut läuft, zusammen
    bleiben, statt sich zu trennen. Eine Trennung sei schlimmer als eine
    lebenslang in dieser Hinsicht angespannte Familiensituation; zumindest
    solange die Kinder Kinder/Jugendliche sind.


    Zitat

    Allerspätestens wenn das Blut spritzt, muss eine andere Lösung her..


    Zitat

    Pädagogische/Psychologische Literatur zählt bei mir hingegen nicht so zu den häufig konsultierten Schriften...


    und ich weiss nicht, ob jemandem mit so diffuser Ausgangslage und Ziel die reine "wissenschaftliche" Literatur anzuraten ist. Ich sehe es an unseren Studierenden (Lehramt) wie sie sich auch noch im letzten Studienjahr schwer tun, mit empirischen Daten etwas anzufangen - d.h., Schlüsse zu ziehen, was die Aussagen der Daten für ihren Unterricht/ihr pädagogisches Wirken/ihr Berufsbild/whatever bedeuten (zumal empirische Daten gar keine "Ratschläge" geben, was denn nun eigentlich mit ihnen anzufangen ist, d.h., man benötigt ausser Leseverständnis noch weitere Fähigkeiten, mit den Daten etwas anzufangen).


    Der Threadstarter scheint ja - wie immergut auch schreibt - noch gar nicht in die Datenwelt eingetaucht zu sein. Ohne vernünftige Recherche (wünscht er/sie sich die von uns?) kriegt man die Bandbreite der Studienergebnisse nicht zusammen, und da wäre dann doch zu überlegen, ob nicht die "aufbereitete Ratgeberliteratur" die bessere Wahl ist...


    Wobei ich mich immer noch frage: WOZU braucht es genau dieses Wissen, ob sich nun eine Familie am besten trennen sollte oder nicht - das liegt doch ausserhalb der Einflussnahme der Lehrperson! D.h., im Zweifelsfall suche ich als Lehrperson nach Literatur über Auswirkungen von Trennungen auf Kinder und die Möglichkeiten des schulischen Umgangs mit Trennungssituationen, aber nicht nach Literatur darüber, ob es nun besser ist, wenn Eltern sich trennen oder nicht. Das ist ein Paradebeispiel, dass es Wissenschaftlichkeit im Schulalltag scheinbar doch braucht: die Fähigkeit, genaue Fragestellungen zu bilden.

    Wenn man in der Schule nun ausgerechnet das einzige Kind vor sich sitzen hat, das mit der gewählten Variante nicht klar kommt nützt es doch auch nichts, wenn man ihm sagt "Also nach Studie so und so gehts dir aber doch ganz gut"...

    ...Müller (2027) argumentiert hingegen, Dir ginge es schlecht und belegt das mit einer Metastudie, in die Daten aller relevanten Studien der 1970er - 90er Jahre einflossen. Aktueller Stand der Wissenschaft ist nun, dass [...] - Also, nachdem ich nun den Sachverhalt umfassend untersucht habe und feinfühlig auf Deine individuelle Situation eingegangen bin: was HAST Du denn nun eigentlich, liebes Kind?"


    Ich frage mich vielmehr, wo/wie dieses "Wissen" eingesetzt werden soll ?( . Möchte man als Lehrer den Eltern mithilfe des angelesenen (selektiven) Wissens ihre Lebenslage erklären bzw. sie "beraten", was denn der richtige Weg sei, Kind/er & Trennung unter einen Hut zu bringen? In dem Fall würde ich sagen: geht ganz klar am Berufsauftrag vorbei. Dafür reicht das dünne Eis des angelesenen Wissens nicht aus, es braucht noch andere Kompetenzen, über die ein Lehrer nicht verfügt und für die es Fachpersonal in Familienberatungsstellen und staatlichen Institutionen wie z.B. Jugendamt gibt.


    Aus meiner Position als Mutter: ich würde mich bedanken, wenn die Lehrperson eines meiner Kinder doziert, wie nun meine Lebensführung im Hinblick auf das Kindeswohl zu bewerten ist. Das empfände ich als extrem übergriffig.

    Liebe ExpertInnen


    Im Rahmen eines Ferienprogramms veranstalten wir einen Filmabend für Kinder. Zielgruppe: Kinder ab 2. Klasse (also ca. 8 Jahre alt). Angemeldet sind 25 Kinder, es gibt dazu Popcorn & Getränke. Dorfkino also 8_o_) .


    Bisher ist uns noch kein passender Film eingefallen, u.a. aus Mangel an Erfahrung mit der Zielgruppe. Langsam drängt es aber... Deshalb frage ich euch: welchen ca. 1.5-stündigen Film mögen Kinder zwischen ca. 8 und 11 Jahren/könnt ihr für das Alter empfehlen? Uns ist egal, ob animiert/real/Zeichentrick whatever, Hauptsache, der Film gefällt den Kindern - es muss also auch nichts "pädagogisch Wertvolles" sein ^^ . Jungs/Mädchen-Anteil ist ca. 40/60.


    Danke für's Brainstormen und liebe Grüsse
    das_kaddl.

    IMHO eindeutig südwestdeutscher (badisch/schwäbisch/pfälzisch) Sprachgebrauch.



    Viele Grüße
    Fossi


    Hier in der Schweiz habe ich das auch schon oft gehört und mir ist es jedes Mal eiskalt den Rücken runter gelaufen. Diese alemannische Grammatik macht mich fertig... ;)
    Unsere Tochter fängt auch schon damit an, wenn sie von Schweizerdeutsch auf Hochdeutsch umschaltet. 8)

    Bei educajob sind derzeit über 500 Stellen im Primarbereich ausgeschrieben, die meisten davon im deutschsprachigen Raum.

    ... davon nur 180 Vollzeitstellen 8_o_) . Es sind mehrheitlich Stellen für das neue Schuljahr und wenn ich die Absolventenzahlen der Primarlehrerausbildung anschaue (Gesamtschweiz 2011: ca. 2.000), dann sieht es selbst nach Abzug von ca. 500 Personen (Absolventen der anderen Sprachregionen, Aufbaustudiengänge/andere Berufsorientierung etc.) nicht sehr rosig aus. Wie oben geschrieben: ich bekomme die Stellensituation im Bereich Vorschul/Primarstufe über unsere Studierenden gut mit und im Vergleich mit 2005 (seitdem arbeite ich an der PH) ist es wirklich GANZ anders (damals waren die Absolventenzahlen in der Gesamtschweiz auch um fast 40% niedriger). Werbezüge durch Deutschland für Primarlehrer gibt es schon lange nicht mehr.


    Mit Englisch als Unterrichtsfach sehen die Chancen ggf. auch im Primarschulbereich besser aus; z.B. im Kanton Aargau ist die 1. Fremdsprache seit einigen Jahren Englisch und der Bedarf an Englisch-Lehrern mit Ausbildung auf Primarstufe ist hoch. Alle Studierenden, die bei uns an der PH Englisch als Unterrichtsfach gewählt haben und den Schritt in den Aargau oder nach Zürich nicht scheuten 8_o_) , haben dort eine Stelle bekommen.


    Ist schon klar, dass man langfristig die EDK-Anerkennung braucht. Aber die Möglichkeiten sind sehr gut, sich schon mal eine Stelle, beispielsweise in Vertretung, zu suchen, quasi mit dem Versprechen, dass man sich um die Anerkennung kümmern wird.

    Ich kenne Schulen, in denen das für eine Festeinstellung langte und die Anerkennung in Vergessenheit geriet :whistling: .

    dass hier in den Lehrberufen einiges sehr viel unkomplizierter zugeht, als in Deutschland.

    Da stimme ich Dir voll und ganz zu! Und auch Deine Einschätzung vom Sek1-Bedarf teile ich vollkommen; in meinem Wohnort fiel gestern für die gesamte Sek1 (7. - 9., jeweils doppelzügig) der Unterricht aus, weil alle Lehrer erkrankt und keine Stellvertretungen zu bekommen waren... :rolleyes:

Werbung