Moin.
Ich habe Ferien und vorher alle Klausuren wegkorrigiert (uff), könnte also mal einem Hobby frönen und die freie Zeit genießen (muss nur noch ein bisschen Unterricht vorbereiten). Aber seit Sonntag träume ich schon wieder von Schule und der ganze Ärger der Zeit vor den Ferien kommt wieder hoch.
- Ich nehme seit diesem Schuljahr an einer 2-jährigen Fortbildung (verschiedene Termine im Schuljahr, online und in Präsenz) teil, die mich dazu befähigen wird, Lehrer*innen fortzubilden. Dafür soll es pro Schuljahr zwei Entlastungsstunden geben. Das Projekt läuft bundesweit, doch meine Bezirksregierung ist die einzige, die es nicht geschafft hat, diese Stunden ins aktuelle Deputat einzubauen (wir sind drei KuK hier, bundesweit hat es sonst überall funktioniert). Seit Monaten schlagen wir Alarm. Ergebnis: Im Januar wurde angewiesen, dass wir im zweiten Halbjahr eine (!) Entlastungsstunde erhalten. Da ich keine Stunden abgeben kann, habe ich mit meiner Schulleitung vereinbart, erst im kommenden Schuljahr 0,5 Entlastungsstunden zu bekommen. Andere erhalten seit diesem Schuljahr zwei Stunden, wir nur 0,5. Auf meinen Wunschzettel habe ich daher mein Deputat minus 0,5 plus zwei Stunden gesetzt und bin gespannt, ob der Dezernent die zwei Stunden fürs nächste Schuljahr anweist oder ob meine Schulleitung wieder mehrfach nachhaken muss. Eine Auszahlung der fehlenden 1,5 Stunden hätte ich fair gefunden, aber die Stunden scheinen im Orbit verschwunden zu sein. Kann man sich irgendwie dagegen wehren?
- Ich betreue SuS in der Praxis, dafür habe ich den Montag unterrichtsfrei. In der Berechnung, wie viele SuS man besucht, sind aber Feiertage etc. nicht eingerechnet, so dass ich (wie andere KuK Stress bekommen, wenn mal ein Montag keine Besuche gemacht werden können (dieses Schuljahr: Pädagogischer Tag, Rosenmontag, Sprechtag). Damit fallen im Extremfall 9 Besuchstermine weg. Den Sprechtag war Anwesenheitspflicht, da durfte man keine Besuche machen. Noch schlimmer ist es bei den KuK, bei denen der Donnerstag der Besuchstag ist... Manchmal kommt es hart auf hart und dann muss jemand anderes einen oder mehrere Besuche übernehmen, was von der SL natürlich nicht gerne gesehen wird, v.a. muss man sich um einen Ausgleich kümmern, denn so ein Besuch entspricht 3,5 U-Stunden und die möchte man natürlich gerne zurückgeben, indem man z.B. das Schj. darauf einen besuch von dem Kollegen übernimmt - natürlich auch nicht gerne gesehen. Verständnis von Seiten der SL: Null. Bereitschaft, solche Tage in die Berechnung einzubeziehen: Null.
- Ich arbeite TZ und bin trotz TZ-Konzept trotzdem permanent an meinen freien Tagen in der Schule: Klausuraufsicht Abschlussprüfung, Konferenzen (ich muss zu jeder LK, zu jeder Dienstbesprechung - BGK sind Gott sei Dank geregelt, mit TZ muss man nur zu einem BG). Einsatz in Prüfungen am freien Tag, während bei VZ-KuK dann einfach der Unterricht ausfällt. Ich habe das Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden.
2 und 3 sind Dauerthemen bei uns an der Schule und ich habe wenig Hoffnung, dass sich da etwas ändern wird. Auch Punkt 1 ist etwas, das ich wohl einfach schlucken muss.
Tut mir leid, dass ich mich hier in den Ferien so ausheule. Bei mir wächst gerade einfach der Frust, da sich ja auch sonst alles verschlechtert im Lehrerjob (Dokumentation, Arbeitszeit, Anspruch, Umgangston von oben, ...) hier zumindest) und ich manchmal meinen Mann beneide, der in seinem Job einfach viel bessere Bedingungen hat.