Beiträge von Sissymaus

    Bei uns gibt es eine Stunde Ermäßigung. Und die stecke ich rein.Möglichst nicht mehr. Wenn mir auffällt, dass der Ref mir nur halbherziges Zeug anliefert und auf meine Verbesserung hofft, dann melde ich das auch zurück. Hatte ich bisher aber erst ein Mal.


    Mein Tipp: Klar formulieren, was Deine Aufgabe als Mentorin ist (Planung, Stundenaufbau, Methodeneinsatz, Ziele, Unterrichtsreihe etc überprüfen). Nicht Entwürfe korrigieren. Das muss ein Akademiker selbst leisten können. Und auch das Erstere müsste eigentlich langsam weniger werden. Wie will er denn durch die Prüfung kommen? Um welches BL handelt es sich nochmal?


    Die unverhältmäßige Kontaktaufnahme mitten in der Nacht und das subtile unter-Druck-setzen durch Weinen nach Verbesserungspotential aufzeigen würde ich vorsichtshalber mal dokumentieren. Falls ein Widerspruch kommt und der Ref sagt, er wäre nicht ordentlich ausgebildet worden.

    Ich habe eine großzügige Anrechnung der Zeiten erfahren, aber das ist schon einige Jahre her. Ich bin direkt in 7 und knapp 6 Monate später in 8 gekommen. Aber: Ich hatte einiges an Berufserfahrung vor dem Quereinstieg. Meine Kollegen nach mir sind teilweise direkt nach dem Studium eingestiegen.

    Genaus wie elCaputo es beschrieben hat, ist es. Meine Erfahrung ist, dass die Kollegen nicht unbedingt darauf drängen, dort eingesetzt zu werden, so dass die Bereitschaft für Unterrichten in der JVA eine Einstellungsvoraussetzung ist. Meist machen einige KuK das einige Jahre und machen dann eine Pause. Einige KuK machen das aber auch mit vollem Deputat seit vielen Jahren und wollen nicht mehr in den "normalen" Dienst.


    Der einfachste Weg ist also: Versetzung an eins der BKs oben. Und zur Bekräftigung der Versetzung die Bereitschaft zum Unterrichten in der JVA mitbringen.

    Manchmal finde ich dieses Forum echt skurril.


    :daumenrunter:


    Es ist völlig legitim, dass man als Berufsanfänger solche Fragen stellt. Man ist sich oft nicht bewusst, welche Prozesse in Klassen ablaufen. Die eigene Erfahrung beschränkt sich auf die eigenen Schulzeit. Wenn wir ehrlich sind, haben wir alle schon mal gedacht: kann ja nicht so schwer sein, was der/die da vorne macht. Könnte ich auch/ Könnte ich besser.


    Steht man plötzlich selbst da vorn, sieht die Sache sich wieder anders aus. Viele Sachen, die ich heute selbstverständlich mache, waren mir zu Beginn nicht klar. Was habe ich für Anfängerfehler gemacht....Heute weiß ich einfach vieles besser, aber aus der Erfahrung heraus.


    Liebe Anfänger (egal ob grundständig oder Quereinsteiger): Bitte fragt weiter! Das ist völlig ok.

    Ach ja: Deine Fachleiterin ist ja putzig: Von einem Berufsanfänger (hier speziell: Quereinsteiger) innovative und individuelle Planungen sehen zu wollen, ist eine bodenlose Frechheit. Jeder Anfänger lernt erstmal wie es andere machen. Erst wenn man durchdrungen hat, wie man es machen kann, hat man Ressourcen für Innovationen und Individualität. Ich hab locker ein Jahr gebracht bis ich kapiert habe, wie man Unterricht plant. Erst dann wurde ich mutiger.


    Solche Ausbilder sollten nicht auf Referendare losgelassen werden.

    Bei uns hat das Schulbüro sowas massig da liegen.


    Für morgen sind selbstverständlich alle Daumen gedrückt!


    Deine Differenzen daheim sind natürlich nicht hilfreich. Dein Mann braucht keine Verschnaufpause, sondern Du! Dann hat er eben mal bis 18:30 Uhr Kinderdienst gehabt. Na und? Er ist der Vater und muss das leisten. Das machen viele Frauen, die daheim sind / Teilzeit arbeiten, auch täglich. Du solltest Deinem Mann klar machen, dass das derzeit eben nicht geht, dass er ein Bier mit den Kumpels trinkt. Das muss er mal ne Weile nach hinten schieben. Im Moment benötigst Du alle Ressourcen. Dafür wird's auch später besser, aber im Moment muss er eben den größten Teil leisten. Er wird's überleben.

    mach ihm klar, dass das langfristig auch ihm zugute kommt, dass Du das nun packst und dass es anfangs einfach anstrengend ist!

    Also bei uns gibts diese Erwartungshaltung nicht, trotzdem kann man sich bei mir 100%-ig drauf verlassen, dass ich es bei mir habe. Ohne gehe ich nicht aus dem Haus, da es mittlerweile Kalender, Einkaufsliste, Navi, Spielekonsole, Uhr, Wecker, Timer und und und ist.

    Und da dürfte ich nicht die einzige sein!

    Will sich jemand wirklich selbst den Vorwurf machen, dass man keine Hilfe holen konnte (egal, um was es geht!), weil man darauf besteht, dass man sein privates Handy nicht dienstlich benutzt und der Dienstherr dann gefälligst eins stellen soll?


    Es soll sich natürlich nicht jemand extra eins anschaffen, wenn man keins besitzt oder besitzen will, aber das dürfte eine absolute Minderheit sein. Aber sein vorhandenes im Notfall zu benutzen, ist für mich eine Selbstverständlichkeit.


    Ich oute mich übrigens: Ich lese auch dienstliche Mails auf meinem privaten Smartphone. Sogar auf meinem privaten Rechner. Wer glaubt, dass das in der freien Wirtschaft alle ein dienstliches Smartphone bekommen, glaubt auch an das glitzernde Einhorn.

    Manchmal bekommt man die Geräte ohne den Rabatt bei anderen Händlern günstiger.
    da muss man einfach mal vergleichen. Ich habe ihn auch schon einmal genutzt, das hat sich schon gelohnt.

    Liebe Haubsi,


    ich kann so gut nachvollziehen, wie es Dir geht. ich habe das auch hinter mir. Mein Sohn war ein Jahr, meine Tochter in der Pubertät und auf einem anspruchsvollen Gysi als ich den Quereinstieg gewagt habe. Ich war nur etwas jünger, wenn 75 Dein Geburtsjahr darstellt. Trotzdem erkenne ich mich sehr stark wieder in Deinen Schilderungen. Habe schon die ganze Zeit mitgelesen, fand aber nie die Zeit, mal ausführlich zu antworten, denn ich glaube, das brauchst Du.


    Ich kann Dir nur Mut machen: Es wird besser! Wirklich! Heute kann ich mich so gut um meine Familie kümmern, wie ich es in vergleichbaren Positionen in der Wirtschaft im Maschinenbau nie hätte schaffen können. Die Unterrichtsvorbereitung ist auf ein Minimum gesunken. Und auch wenn ich wochenweise viel arbeite: Ich nehme mir die Ferien so gut wie komplett frei. Es wird also! Versprochen!


    Meine Tipps für Dich zu Beginn:


    Du verwendest zu viel Energie in Deine Vorbereitung. Die muss effizienter werden. Ist ein Anfangsproblem, das sich legt, aber ich glaube, Du brauchst Hilfe, sonst brichst Du zusammen. Es gibt auch Lehrer, die das nie schaffen und die landen im Burnout. ich verspreche Dir aber, dass man das lernen kann.


    Besorge Dir Literatur mit fertigen Reihen für die Klassen, in denen Du grad keine Lehrprobe hast. Für Deutsch müsste es doch sowas geben. Nimm das als Grundlage und trau Dich, Buch oder Übungsstunden zu machen. Das gibt Dir Luft für die weiteren Aufgaben und lässt Dich vielleicht schon Muster erkennen, wie Unterricht geplant werden kann. Kannst Du vielleicht auch Rechtschreibung / Grammatik üben? Da gibts doch massig Material und viele Schüler brauchen das tatsächlich! Manche Schulen haben auch ihre didaktische Jahresplanung im Internet. Nimm Dir ein Beispiel und plane das genauso. Man muss das Rad nicht neu erfinden.
    Für Wirtschaft müsste es doch auch einiges geben. Als Ref bekommst Du 50% bei den Verlagen, falls Du die Bücher nicht woanders herbekommst. Am Anfang muss man erstmal ein bißchen sammeln, auch wenn es Geld kostet.


    Frage erfahrene Kollegen (besser keine Fachleiter, sonst steht nachher noch im Gutachten: nicht belastbar), wie Du am besten in deinen Klassen kraftsparend und mit wenig Reibungsverlusten Unterricht planen kannst. Gibt es vielleicht Themen, die bei minimaler Vorbereitungszeit sehr viel Zeit in Anspruch nehmen? Ich kenne mich da nicht so aus, aber bei mir waren das immer Zeichnungen per Hand oder mit CAD. Da konnte ich verschnaufen und hatte trotzdem wenig vorzubereiten.


    Schildere vielleicht (wenn Du Vertrauen hast) Deiner Schulleitung Dein Problem und bitte sie/ihn, Dich einige Stunden für Hospitationen freizustellen. Bei erfahrenen Kolleg*innen kann man wirklich viel lernen und abschauen.


    Geht es gar nicht mehr: Klink Dich 3 Tage aus, lass Dich krank schreiben, tanke Kraft. Ich habs mich damals nicht getraut, aber in der Nachschau muss ich sagen, dass ich Glück hatte, dass ich das so ohne Nachwirkungen überlebt habe. Ich hätte eigentlich auch mal eine Auszeit gebraucht.


    Mehr fällt mir grad nicht ein. Ansprüche des Seminars sind immer schwierig. Die sollte man erfüllen. Aber dann muss man eben an anderer Seite sparen. Nur so kann man überleben.


    Ich schicke Dir Kraft rüber und hoffe, Du kannst einige Tipps gebrauchen und für Dich umsetzen.

    Ja, das stimmt. Ich mache auch seit einiger Zeit schon nur 2 Stunden. Ich müsste nur 1,5 machen, runde das aber meist auf.


    Das Grundproblem bleibt bestehen. Ich denke am besten ist, dass ich den Personalrat bitte, die rechtliche Seite zu klären.
    bald besuche ich auch eine Fortbildung zum Schulrecht. Vielleicht erfahre ich da etwas. Ich berichte.


    Danke erstmal für die Gedanken.

    Verstehe ich sissymaus richtig, dass "ad hoc" quasi zum Dauerzustand geworden ist? Also regelmäßig 31 statt 28 Stunden Unterricht gegeben wird, weil vertreten werden muss? Kenne ich nur zu gut und ärgere mich darüber. Aussage vom Personalrat: Haben sie ein Vertretungskonzept an der Schule? Ja, genau dieses von mir beschriebene und das kann doch wohl nicht sein.

    Nein, es sind tatsächlich "nur" 3 Stunden pro Monat. Diese aber dauerhaft. Und ich frage mich, ob das ok ist.


    Ich will übrigens kein Geld für Mehrarbeit. Ich will nur nicht mehr arbeiten. :)

    Danke für den Link. Ich lese später mal genauer nach.
    Auf den ersten Blick konnte ich jedoch unsere Art von Mehrarbeit nicht dabei entdecken. Es geht um Vertretungen für plötzlich ausgefallene Lehrkräfte, die jedoch von jedem im Kollegium für die vollen 3 Stunden (Vollzeitkräfte) eingefordert werden. Das heißt, man hält sich für 3 Stunden bereit und macht diese Stunden dann auch eventuell. Und das in jedem Monat.

    In NRW kann man in der ADO lesen (Auszug):

    Zitat von https://bass.schul-welt.de/12374.htm#21-02nr4p13

    § 13
    Arbeitszeit, Vertretungsunterricht, Mehrarbeit


    ...
    (5) Wenn zwingende dienstliche Verhältnisse (z.B. Fachlehrermangel) es erfordern, können Lehrerinnen und Lehrer verpflichtet werden, über ihre Pflichtstunden hinaus Unterricht als Mehrarbeit zu erteilen. Dabei sind die allgemeinen Regelungen über die Mehrarbeit und die von der Lehrerkonferenz aufgestellten Grundsätze (§ 68 Absatz 3 Nummer 1 SchulG) zu beachten. Besondere dienstliche Belastungen und persönliche Verhältnisse der Betroffenen sollen berücksichtigt werden. Schwerbehinderte Lehrkräfte werden auf ihr Verlangen gemäß § 207 SGB IX von Mehrarbeit freigestellt.
    ...

    Irgendwo findet sich ein Passus, dass man unentgeltlich 3 Stunden pro Monat mehr leisten soll/muss, wenn dienstliche Gründe dafür sprechen. Leider finde ich diesen nicht. Meine Frage bezieht sich aber darauf:
    Wie verhält es sich rechtlich, wenn diese 3 Stunden pro Monat dauerhaft von den Lehrkräften verlangt werden? Es ist also aktuell so, dass sich jede Lehrkraft für drei Stunden pro Monat Vertretungsunterricht bereithalten muss und ggf. auch halten muss. Das ist doch eine dauerhafte Erhöhung des Deputats oder sehe ich das falsch?

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