Beiträge von Sissymaus

    Ich arbeite gern. Sehr gern! Aber dadurch bin ich in immer mehr Sachen "reingeraten" und habe deutlich mehr an Aufgaben und Entscheidungskompetenz erlangt. Auch das macht mich glücklich, weil es für mich tatsächlich bereichernd ist, wenn ich Sachen entscheiden und bewegen kann. Ich finde auch, dass im Lehrerberuf die Ferien einen gute Ausgleich zu Spitzenzeiten während des Schuljahres ist. ABER: Ich habe manchmal keinen Überblick mehr, welche Woche wir haben, weil alles so schnell vorbeigeht. Daher wünsche ich mir oft, dass die Gesamtarbeitszeit insgesamt kleiner wäre, so dass auch die Spitzenzeiten im Schuljahr noch Luft lassen.

    Von daher hätte ich nichts, aber auch wirklich gar nichts dagegen, wenn wir alle nur 30 Stunden arbeiten würden (als Lehrer eben dementsprechend mehr in Unterrichtszeiten) und dafür noch weitere Menschen arbeiten gehen könnten. Deswegen freue ich mich, wenn die Arbeitswelt sich dahingehend optimiert. Der Digitalisierung sei dank!!


    Dass das in den Behörden/Lehrern ankommt, davon träume ich allerdings nur. Ich denke nicht, dass ich das noch erlebe.

    Ist jetzt explizit meine persönliche und subjektive Meinung, aber ich stelle fest, dass ich in manchen Situation auch zu Faulheit tendiere, was mich wiederum erschreckt und in mir das Bedürfnis weckt, etwas gegen zu halten. So realitätsfern es klingen mag für manche, aber ich würde gerne mehr Briefe schreiben oder auch mal nicht sofort jedes kleine Problemchen mit Google lösen wollen, sondern selbst die Gehirnzellen anstrengen und manchmal damit leben, etwas schlicht nicht zu wissen. Ich liebe es, einfach mal schriftlich zu rechnen und habe schon oft erlebt, wie viele selbst mathematikaffine Menschen sofort zum Taschenrechner greifen. Also ja: Faulheit kenne ich sehr gut, würde aber eher ihr etwas entgegensetzen, statt sie noch zu bestärken.

    Dann mach das doch einfach. Die Möglichkeit der Email schließt den Brief ja nicht aus. Wobei: Irgendwann schon. Dann befördert nämlich keiner mehr Briefe.

    Schriftlich rechnen darfst Du auch noch gern. Im Kopf auch gern.


    Mensch, uns wurde der Weltuntergang angekündigt, weil mein Vater noch mit Rechenschieber gerechnet hat und meine Generation danach nur noch den Taschenrechner benutzt hat. Ich denke heute manchmal, was ich so alles weiß und kann, was die Kids von heute nicht mehr können. Dann frage ich mich aber: Was geht verloren, wenn sie es nicht mehr können? Sie sind dafür auf anderen Gebieten sehr stark. So ist das eben: alles entwickelt sich weiter.


    Dass wir nun auf technischen Fortschritt verzichten, damit die "Faulheit" nicht unterstützt wird: Was für eine absurde Vorstellung! Darauf haben wir alle keinen Einfluss.


    Was glaubst Du, warum Elon Musk seine Space-X Satelliten in die Umlaufbahn schießt? Damit seine Teslas schneller den Sprung zum Autonomen Fahren schaffen können, wenn nämlich auch im Sauerland an der Milchkanne Internet verfügbar ist. Er hat erkannt, dass das sonst auf vielen Teilen der Erde ewig dauern wird.

    In 10 Jahren fahren wir vielleicht nicht mehr selbst.


    Apropos fahren:Meine Tochter musste erst lernen, wie man mit Handbremse am Berg anfährt. In der Fahrschule hat sie es nicht gelernt und mein altes Auto hatte kein AutoHold. Mein Sohn wird es in 7 Jahren also wahrscheinlich gar nicht mehr lernen. Ist das tragisch? Nein!

    Eigentlich möchte ich sowas gar nicht lesen, da mich sowas nicht ermutigt, sondern eher Angst macht. Ich möchte dazu nur ergänzen, dass der Mensch (also nicht die Einzelperson, sondern die Gesellschaft als Ganzes) jederzeit entscheiden kann, was er möchte und was er ablehnt. Dass die Digitalisierung also unausweichlich ist (und in die Richtung geht es, wenn geschrieben wird, dass Deutschland schon abgehangen sei), stimmt nicht: Gerade in einer Demokratie geht es nach Mehrheitsprinzip und wenn die Mehrheit dafür wäre, zurück zur Schreibmaschine zu kehren oder soziale Medien abzuschaffen aufgrund ihrer Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden, würde das langfristig auch durchgesetzt werden. Und das ist eigentlich meine Hoffnung; dass die Deutschen rechtzeitig den Moment abpassen, an dem sie sagen: "Nein, das machen wir NICHT mit.".

    Also...Echt jetzt? Die Digitalisierung IST unausweichlich, denn der Mensch ist faul. Alles, was wir an technischen Errungenschaften entwickelt haben, geschah aus Faulheit! Sie ist auch deshalb unausweichlich, weil wir bereits mitten drin sind in der 4. industriellen Revolution. Und zwar seit ca. 2009 (erstes iPhone = erstes SMARTES Gerät). Und wenn man sich anschaut, wie schnell das jeweils ging, dann sind wir in ca. 10 Jahren durch damit.


    Zurück zur Schreibmaschine...Nenenene.


    EDIT: 2007 gabs das erste iPhone. Also schon 13 Jahre mitten drin in I4.0

    Naja, wenn immer mehr Tätigkeiten von Robotern übernommen werden, können alle außer Ingenieuren einpacken. Ich zähle dann auch zu denen, die nichts mehr beitragen können. Auf der anderen Seite frage ich mich, ob man die Entwicklung so voraussagen kann, man schaue sich Zukunftsvisionen aus dem 19. Jahrhundert an.

    Ich glaube nicht, dass die Tätigkeit des Lehrers wegfällt. Und ich glaube auch nicht, dass wir NUR Ingenieure brauchen. Aber es wird eben auch mehr überwachende Tätigkeiten geben. Dabei muss man aber tiefere Kenne haben, um eingreifen zu können. Diese reinen Bedienungen von Robotern etwa, werden dank KI auch immer mehr wegfallen. Das dauert dann einfach nur ein paar Jahre mehr.

    Als eine, die grad Projekte in Industrie 4.0 durchführt, mische ich mich mal ein:

    Die Arbeitswelt verändert sich gerade schon. Miss Jones hat Recht: Alles, was automatisiert werden kann, wird bald von Maschinen ausgeführt. Dadurch gibt es weniger Arbeit für weniger Menschen. Das war doch schon immer so, seit der Industrialisierung.

    Wie es dann in der Arbeitswelt aussehen wird? Wir werden weniger arbeiten müssen, da wir die Arbeit auf mehr Schultern verteilen müssen. Wir werden viele hochqualifizierte Jobs haben, die die ganzen Technologien beherrschen. Diejenigen, die da kognitiv nicht mitkommen, muss man natürlich irgendwie "beschäftigen" und "bezahlen". Nicht ohne Grund wird daher über das bedingungslose Grundeinkommen diskutiert.

    Ob man das gut findet, kann dann jeder selbst entscheiden.

    Wer einen interessanten Vortrag hören muss, wie sehr Deutschland schon abgehangen wurde und wie sich alles in den nächsten 10 Jahren verändern wird, schaut mal bei YouTube rein unter Jörg Heynkes. Er ist mir manchmal etwas too much, vor allem was die Zeitschiene angeht, in der das alles ablaufen soll, aber im Kern hat er mMn reale Zukunftsvisionen.


    https://youtu.be/5B1IJqK7_S0



    Ist aber OT und sollte evtl in einen separaten Thread.

    Das ist echt eine Merkwürdigkeit in NRW. In Hessen gibt es so ein geschissen nicht. Da gibt es Metalltechnik und darunter ist alles subsummiert.

    In der Unterrichtspraxis ist das in NRW auch so. Bei der Einstellung sind die manchmal pinselig.

    Hängt von der Not ab. Ich habe mich auch auf Fahrzeugtechnik beworben und die Stelle bekommen. Bin aber Maschinenbauerin. Und arbeite heute auch nicht in der FZT.

    Ne. Also Dein erstes Fach wird aus dem Studienfach abgeleitet. In Deinem Fall also Maschinentechnik. Deswegen wirst Du da auch nur Chancen am BK haben.

    Das zweite Fach leitet sich aus Deinen weiteren Studienleistungen ab. Mathematik geht, aber dazu musst Du dann auch mathematische Leistungen aufschreiben. Nur weil in "Produktentwicklung" gerechnet wird, kannst Du da keine Mathematik als Unterrichtsfach ableiten. Dazu musst Du dann Mathe I, II, III und so weiter auflisten. Das muss dann mindestens 33SWS (? korrigiert mich, wenns nicht stimmt) ergeben, sonst wird's fürs 2. Fach düster.


    Du könntest als 2. Fach auch eine kleine berufliche Richtung wählen, falls das Deinen Studieninhalten entspricht. ZB Fertigungstechnik.

    Stimmt: Hanser hab ich auch mal welche bestellt für lau.


    Ich habe viele Schulbücher. Manche selbst angeschafft, viele aber auch aus der Schule.

    Ich nutze selten bis nie ganze Vorlagen, passt fast nie.

    Ich gestalte meine Arbeitsblätter und auch Aufgaben zum großen Teil selbst. Aktuell viel Arbeit, aber irgendwann profitiere ich auch davon.

    Ganz genau! So habe ich es auch gemacht.
    In diesem Jahr ist das erste Mal ein Buch für die ersten 2 Lehrjahre meines Berufes erschienen. Das kann ich in Teilen ab kommenden Schuljahr verwenden. Komplett geht es trotzdem nicht. Passt nicht zu meinem Unterrichtsstil.

    Ich habe natürlich auch Schulbücher, die Teile meiner Inhalte darstellen. Wirklich nur Teile. Die kann ich nehmen und abwandeln, allerdings nur für das erste Lehrjahr. Abwandeln ist deswegen nötig, da das Material nicht für den speziellen Beruf gedacht ist, sondern für einen anderen. Ich schätze, dass ich da ca 50% des Materials verwenden kann, allerdings nur den Lernträger. Die Aufgaben dazu müssen anders sein, passend zum Beruf.

    Ab dem 2. Lehrjahr musste ich mir wirklich alles neu ausdenken. Ich habe 2014 von einem Kollegen den Bildungsgang übernommen, der 2011 neu geordnet wurde. Der Kollege hatte jedoch sein Material einfach so weiter verwendet. Passte nur einfach nicht mehr zur Neuordnung. Ich war alleine im Bildungsgang, also musste ich das alles neu erstellen. Damit hab ich im Ref schon angefangen, denn da erwartet man in meinem Bereich selbst ausgedachte komplexe Lernsituationen.


    Seit ca 2017 hab ich alle Lehrjahre komplett. Das Material steht. Ich denke mir pro Halbjahr eine neue LS aus. Die bietet Stoff für ca 5 Wochen. Damit habe ich mittlerweile einen großen Pool an Material. Außerdem kam ein weiterer Kollege dazu, der Material erstellt.


    Verneigen musst du dich wirklich nicht. Aber viel Arbeit ist es natürlich. Gehört aber auch zum Job dazu.


    Ich kaufe übrigens nichts mehr. Am Anfang hab ich das auch gemacht. Mittlerweile hab ich verstanden, dass die Schule ein Budget für Bücher hat. Also kaufe ich die über die Schule. Dann hat Springer die Möglichkeit, dass man 2 Fachbücher im Jahr kostenlos bekommt, wenn man sie bewertet. Das nutze ich auch ganz gern. Die Inhalte müssen natürlich didaktisch aufbereitet und auf das Niveau runtergebrochen werden. Ansonsten recherchiere ich auch mal kurz im Internet. Finde ich nicht das richtige, muss ich es selbst zeichnen.

    Ich gebe Euch beiden ja absolut Recht mit: der Dienstherr muss Lehrer ausstatten (Schüler übrigens auch! Schulbücher werden ja auch gestellt, bis auf einen Eigenanteil. Aber das ist ein anderes Thema).


    Aber womit ich Euch unrecht gebe: Die Förderschule hat nicht das Monopol auf heterogene Schülerschaft. Kommt mal ans BK, da sitzen Gymnasialabbrecher neben Schülern mit FöSchwerpunkt Geistige Entwicklung.


    Im dualen System genauso: Innerhalb einer Berufsschulklasse findet man Schüler*innen, die gleichzeitig ein duales Studium absolvieren und den Schüler mit Lernbehinderung.


    Material gibts da auch nicht. Ich zeichne teilweise ganze Getriebe selbst, weil der Schulbuchmarkt das nicht hergibt, was ich vermitteln will. Also: Materialerstellung ist wirklich kein alleinstellungsmerkmal der Förderschulen. Ich gebe dahingehend Wollsocken80 recht: Das gehört zu meinem Job. Und kann natürlich immer wiederverwendet werden, genauso wie Basteleien aus Tonpapier.

    Die Dienstaufsichtsbeschwerde würde an mir abperlen wie Wasser an Entenfedern. Die geht doch nie durch. Bzw da werden hübsch Gerüchte verbreitet. Und die merkwürdige Angst vor der SL finde ich ja spooky.


    Wie ich mir meine persönliche Arbeitszeit in der Corona-Zeit einteile, geht den SL erstmal gar nichts an. Ich arbeite wie Kiggie auch gerne außerhalb von Stoßzeiten. Also: what shalls wo er tagsüber so abhängt?


    Dein Vater lässt sich ganz schön gängeln. Was soll ihm denn passieren? Entfernung aus dem Dienst? Nach vielen Jahren Beamter im Landesdienst? Na sicha!

    Das handschriftlich ergänzte Datum hab ich schon oft auf solchen Schreiben gesehen. Wahrscheinlich wird das gedruckt und dann Herrn Richter zur Unterschrift vorgelegt. Und die Unterschrift kommt nicht immer taggleich drauf, so dass das dann ergänzt werden muss.

    Deine Eltern lassen sich zu viel von Ihren Schulleitungen gefallen. Keiner kann gezwungen werden, seine private Handynummer oder Mail-Adresse preiszugeben.

    Dafür hat er weniger Kinder in der Gruppe. Das war die Ansage des SL.

    Okay ist es trotzdem nicht.

    Evtl. ist es nicht nur "nicht okay", sondern rechtswidrig. Trotz Attest arbeiten zu gehen, würde mir im Leben nicht einfallen. Wieso macht Dein Vater das?


    Mal ein anderer Gedanke: Vielleicht teilt er auch Deine und die Panik Deiner Mutter nicht und sieht, dass die Ansteckungsgefahr in einigen Landkreisen einfach sehr gering ist. Vielleicht macht er sich auch überhaupt keine Sorgen vor einem schweren Verlauf. Und vielleicht empfindet er das Einmischen von Dir und Deiner Mutter als übergriffig und unternimmt deshalb nichts.

    Also, ich bin mir da sehr unschlüssig, wie ich das handhaben soll/will: Ich habe die Klassen in A und B aufgeteilt. Jede Woche kommt eine andere Gruppe. Ich unterrichte die jeweils Anwesende. Was mache ich mit der anderen Hälfte? Die kann ich nicht auch noch zusätzlich per Teams etc unterrichten. Jeder, der das ordentlich macht, weiß, wieviel Arbeit das ist. Da ist Präsenzunterricht ein Fliegenschiss gegen.


    Außerdem frage ich mich, wie ich vermeide, dass ich Sachen in Gruppe A sage, die ich in B nicht erwähne, weil sie zB als Frage dort nicht aufgetaucht sind, aber vielleicht trotzdem wichtig wären? Lasse ich einen Schüler protokollieren?


    Wie macht ihr das? Bin grad ratlos.

    Liest du auch, was hier geschrieben wird?

    Wenn keine Zeit mehr für das elterngespräch ist, dann führst du es nicht und verschiebst es auf später. Natürlich sagst du das den Eltern auch und nennst einen neuen Termin.

    Glaubst du wirklich, dass du daraufhin versetzt wirst? :lach: Sorry, aber das kann nur ein Scherz sein.


    Davon abgesehen: wie lange dauern denn deine Gespräche so? Ist dein Tag ohne Unterricht so ausgefüllt, dass du keine 20 min für ein Telefonat übrig hast? Dann machst du was falsch.

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