Beiträge von Sissymaus

    Dann kannst du extrem froh sein über die Schule. Bei uns sind Extra-Elternsprechtage (zusätzlich zu den bereits vorhandenen!!!) eingeführt worden, zusätzliche pädagogische Konferenzen für eine weitere Klassenstufe (erstes Jahr Oberstufe muss nun auch bekakelt werden), der Tag der offenen Tür findet samstags ohne Ausgleich statt und ist verpflichtend, es gibt verpflichtende Treffen mit Grundschullehrerinnen wenn man eine 5. Klasse hat, es wurde eine komplette neue Klassenfahrt in einer Klassenstufe ins Leben gerufen und ich könnte die Liste unentwegt fortsetzen, was noch alles neu dazu gekommen ist. Aber dann bekomme ich wieder so schlechte Laune und Kopfschmerzen.

    Kleiner Pro-Tipp: es gibt auch noch andere Schulen.

    ja, es gibt Berufs, die es leichter haben als wir. Auch der Unterschied zwischen den Schularten kann beträchtlich sein hinsichtlich Belastung. Aber mit welcher Überzeugung hier über andere Berufe geurteilt wird, wundert mich doch sehr.

    Ja, bei der Polizei gibts laue Jobs. Wie überall. Deswegen ist der Polizeidienst chillig? Ich weiß ja nicht.

    Du hast Konferenzen etc. vergessen, aber grundsätzlich stimme ich Dir zu. Ich kenne auch einige KuK, die das Motto "Vormittags Recht und nachmittags frei" sehr wörtlich nehmen und damit fürstlich bezahlt werden.

    Hier herrscht ganz schön schlechte Meinung über diese Generation. Als hätten wir es anders gemacht.

    Und doch werden sie irgendwie ihren Weg finden.

    Ich erlebe das übrigens nicht ganz so wie hier geschildert.. Ich habe sehr interessierte SuS, die durchaus auch sehr informiert und kritisch sind. Jedenfalls mehr als ich war in ihrem Alter.

    Ich habe bis vor ein paar Tagen noch gedacht, dass mein Job, so wie er jetzt ist, relativ sicher vor KI-Ersetzung ist. Aber diese Schule zeigt, wo die Reise ggf hingehen kann.

    https://alpha.school/the-program/

    Allerdings ist Deutschland so träge, dass ich es nicht mehr erleben werde.

    So schwierig für die, die jetzt einen Beruf wählen müssen.

    Eins ist sicher: die Kompetenz, eine PowerPoint zu erstellen, ist jedenfalls unsinnig geworden.

    Da einige Kommentare darauf eingegangen sind, hier kurz meine Einstellung zum Lehrberuf: Ich habe Lust, Jungen und Mädchen/Jugendlichen etwas beizubringen und mit ihnen zu arbeiten.

    Aber bitte nur bis 13 Uhr. Das stört sonst meine Freizeit.

    Sorry, kann ich mir nicht verkneifen. Aber der Eindruck entsteht bei mir aufgrund deiner Beiträge.

    Oben wurde ja geschrieben, dies sei ein Denkfehler und würde als "Arbeitszeit" gelten. Na gut, da ich meine "Arbeitszeit" verkürze, wenn ich weniger korrigiere, ist ja dann irgendwie doch meine Freizeit, die ich dadurch jedenfalls verlängern kann.

    Das ist dein Denkfehler: dass du meinst, du hättest ohne Korrekturen in der SEK I einfach eher frei. Weil du anscheinend denkst, dass der Lehrerberuf nur aus Unterrichtsvor- und nachbereitung besteht.
    Ich spoilere mal: Nein. Das ist nicht so.

    Mir ist die ungleiche Behandlung am meisten aufgefallen, als ich frisch verbeamtet war und in die PKV gewechselt bin.

    • brauche Gyn-Termin, rufe an, bekomme einen in 6 Wochen, damals war das noch ganz normal, heute Vorsorge-Termine 6 Monate bis 1 Jahr. Komme hin. Sprechstundenhilfe mault mich an, warum ich das nicht eher gesagt hab, dann hätte ich eher einen Termin bekommen.
    • Hautarzt: sitze in der Schule, endlich jemanden erreicht, verhandle am Telefon über einen schnellen Termin wegen merkwürdigem Fleck im Gesicht. Sie bietet mir einen in 10 Wochen an. Plötzlich klingelt es zur nächsten Stunde. "Ach, arbeiten Sie in einer Schule? Sind Sie jetzt privat versichert? Dann kommen Sie doch jetzt eben schnell vorbei."
    • Zahnarzt: Ah, neue Versicherung? Dann bitte gern in unser Wartezimmer für Privatpatienten.

    All das war mir bisher immer sehr unangenehm. Ich gehe auch immer ins "normale" Wartezimmer.

    ABER: Ich hab die Privatnummer meines Orthopäden schon mal genutzt und am gleichen Tag noch ein MRT bekommen.

    Ich verstehe die Ärzte. Jetzt, wo ich die Rechnungen sehe, ist mir auch klar, wie wenig zB der Kinderarzt so an mir verdient. Eine Ärztin hat mir auch mal gesagt, dass ohne Privatpatienten kein Geld mehr verdient werden kann. Und schnelle Termine auch manchmal damit zusammenhängen, dass man eigentlich keine GKV-Termine mehr vergeben dürfte, weil Budget aufgebraucht.

    Aber das System ist eigentlich tot und ich wünschte, wir würden eins finden, was alle gleich behandelt. Bei der aktuellen Regierung habe ich allerdings wenig Hoffnung.

    Man braucht aber ehrlicherweise ein dickes Fell, um als männlich gelesene Person im Rock in der Schule aufzutauchen. Wir sollten zwar gesellschaftlich weiter sein, aber wenn Kleidung fernab von Gendernormen getragen wird, wird das auch im Jahr 2026 immer noch nicht als Ausdruck persönlichen Geschmacks betrachtet, sondern zumeist zumindest mit schiefen Blicken, wenn nicht gar mit Gelächter bewertet.

    Komm zu uns. Da laufen oft Jungs mit Röcken herum. Unser künstlerischer Bereich ist da sehr bunt und scheißt auf Kleidungsnormen.

    Bei mir geht es um Anlage A.2, aber die Praktika haben wir analog zu denen in der Berufsfachschule 1 und 2 organisiert. Von der neuen Regelung weiß ich nichts. Wir haben auch eine neue bekommen, aber die ging so, dass wir nicht mehr zwei dreiwöchige, sondern drei zweiwöchige Praktika machen sollen (was effektiv mehr Arbeit bedeutet).

    Interessant. Wir sind deutlich aufgefordert worden, die seit 2 Jahren verdoppelten Zeiten für Praktika auch so wie vorgesehen durchzuführen.

    Nur: Finde mal einen Handwerker, der jeden Montag einen Praktikanten hat. Bei wechselnden Baustellen. Es war uns bisher gar nicht möglich, diese Plätze für die Schüler zu finden, da die Betriebe das so nicht wollen. Das geht also wieder nur in der Industrie, dabei sind viele davon wirklich gut geeignet fürs Handwerk.

    Schön gedacht, aber nicht praxisnah. Oder die Betriebe benötigen noch etwas Zeit, um sich dran zu gewöhnen.

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