Mir ist die ungleiche Behandlung am meisten aufgefallen, als ich frisch verbeamtet war und in die PKV gewechselt bin.
- brauche Gyn-Termin, rufe an, bekomme einen in 6 Wochen, damals war das noch ganz normal, heute Vorsorge-Termine 6 Monate bis 1 Jahr. Komme hin. Sprechstundenhilfe mault mich an, warum ich das nicht eher gesagt hab, dann hätte ich eher einen Termin bekommen.
- Hautarzt: sitze in der Schule, endlich jemanden erreicht, verhandle am Telefon über einen schnellen Termin wegen merkwürdigem Fleck im Gesicht. Sie bietet mir einen in 10 Wochen an. Plötzlich klingelt es zur nächsten Stunde. "Ach, arbeiten Sie in einer Schule? Sind Sie jetzt privat versichert? Dann kommen Sie doch jetzt eben schnell vorbei."
- Zahnarzt: Ah, neue Versicherung? Dann bitte gern in unser Wartezimmer für Privatpatienten.
All das war mir bisher immer sehr unangenehm. Ich gehe auch immer ins "normale" Wartezimmer.
ABER: Ich hab die Privatnummer meines Orthopäden schon mal genutzt und am gleichen Tag noch ein MRT bekommen.
Ich verstehe die Ärzte. Jetzt, wo ich die Rechnungen sehe, ist mir auch klar, wie wenig zB der Kinderarzt so an mir verdient. Eine Ärztin hat mir auch mal gesagt, dass ohne Privatpatienten kein Geld mehr verdient werden kann. Und schnelle Termine auch manchmal damit zusammenhängen, dass man eigentlich keine GKV-Termine mehr vergeben dürfte, weil Budget aufgebraucht.
Aber das System ist eigentlich tot und ich wünschte, wir würden eins finden, was alle gleich behandelt. Bei der aktuellen Regierung habe ich allerdings wenig Hoffnung.