Beiträge von Sissymaus

    ich kenne eine, die kurz vor Schulbeginn in den Sommerferien gesagt hat, sie käme nicht mehr wieder. Frist für die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis wäre eigentlich 6 Wochen oder so gewesen. Hatte die Behörde so festgelegt. Hat sie einfach nicht eingehalten. Passiert ist einfach gar nichts. Sie kam einfach nicht mehr.

    ob damit eine Rückkehr ausgeschlossen ist, weiß man nicht. Wenn der Mangel groß genug ist (und das wird in einigen Jahren sicher der Fall sein, wenn die Boomer-Generation in Pension geht), geht es ja doch meistens irgendwie.

    Bleibt jetzt zu prüfen, ob man die neunmonatige Probezeit irgendwie verkürzen kann, da ich die Stelle ja vorher schon kommissarisch besetzt habe. Ich befürchte jedoch, dass das nicht gehen wird.

    Ich hab das vorher jahrelang gemacht, die Probezeit wurde aber nicht verändert. Meines Wissens ist das Laufbahnrechtlich nicht vorgesehen.


    Glückwunsch!

    Man muss es klar benennen: Der Lehrerberuf bezüglich Arbeitsbelastung und anderem hat einige systemische Schwächen. Natürlich ist das auch noch bundeslandabhängig mal mehr mal weniger ausgeprägt, dürfte aber eigentlich in ganz D ähnlich zutreffen.

    Ich zähle mal ein paar auf:

    • Ungleiche Belastung je nach Schulart und übernommener Tätigkeit (zB Klassenlehrkraft an einer Grundschule/HauptSchule/Ausbildungsvorbereitung an den berufsbildenden Schulen kann sehr aufwändig und auch belastend sein)
    • Ungleiche Belastung je nach Fächern (Mathe/NaWissenschaften/Info/Sport vs. Englisch/Deutsch)
    • Burnout-Gefahr wegen fehlender Abgrenzung: Man hat nie Feierabend, der vorbereitete Unterricht hat immer Luft nach oben, Konferenzen/Zeugnisse/Prüfungen sind nicht verschiebbar, Anzahl Klausuren zT vorgeschrieben, plötzliche Abfragen aus der Schulaufsicht/Ministerium, die am Tag danach vorliegen sollen/müssen) (liste beliebig erweiterbar)
    • Teilzeit ist i.d.R. ein Minusgeschäft. Erst recht, wenn die Schule kein Teilzeitkonzept hat. Einige Aufgaben sind nicht teilbar, andere will die Schulleitung nicht teilen und und und
    • Fehlende Aufstiegsmöglichkeiten --> Mag im Moment nicht interessant für Dich zu sein, aber wenn es KuK gibt, die eine höhere Besoldung haben mit einer lächerlichen Aufgabe, dann kann das einen schon wurmen. Man kann nicht um sein Gehalt verhandeln. Das alles sind vermutlich Gründe, warum nach einigen Dienstjahren viele einfach nur noch ihren Stiefel durchziehen mit minimalem Aufwand.
    • Fehlende Mitbestimmung: Vieles muss man hinnehmen: Stundenplan/Vertretungsplan/Konferenztermine/Schulorga. Mitmischen kann man nur sehr begrenzt. Das mag nicht für alle ein Problem sein, aber auch das kann einen ganz schön müde machen, wenn man jedes Jahr Missmanagement mit ansehen muss und selbst dazu nichts beitragen kann.
    • Ständiger Mangel: Man kann den Schülern nicht gerecht werden. Sie könnten viel mehr erreichen, wenn die Ressourcen besser wären. Personell, wie finanziell. Auch Ausstattung ist ein Problem (abhängig vom Schulträger, hat der kein Geld, siehts auch an Schule mies aus), wobei die berufsbildenden Schulen vermutlich noch am besten da stehen. Grundschullehrpersonen kaufen viel privat, Sek I auch. Am BK müssen wir es 2 Jahre vorher beantragen, da gibts einige technische Geräte bereits nicht mehr zu kaufen. Persönliche Ausstattung ist oft ein Witz (iPad, hahaha), Arbeitsplatz in der Schule Fehlanzeige.
    • Möglichkeit des Wechsels schwer: Wenn man an einer Schule unglücklich ist, kommt man kaum weg. Das kann schlimm sein. Das liest man hier im Forum sehr oft, auch wie unglücklich die Personen dann sind. Da würde ich mir wünschen, dass man alle 5-10 Jahre automatisch versetzt würde. So kommt man auch mal woanders hin und Schulen schmoren nicht so ewig im eigenen Saft.
    • Ständig neue Säue, die durchs Dorf getrieben werden und die extrem viel Arbeit machen.

    Dazu kommen systemische Probleme durch Vorgaben und Gesetze. Das führt nun aber zu weit.

    Hört sich alles negativ an. Ist es auch. Hier hilft die Einstellung; Take it or leave it. Für mich habe ich gute Wege gefunden, das auszuhalten (Arbeitszeiterfassung, Pareto-Prinzip, Sport). Aber das schaffen nicht alle und dann kann das auch echt lang werden bis zur Pension. Alles in allem macht es mir Spaß, ich hab noch nie so abwechslungsreich gearbeitet, ich hab viel Spaß mit meinen Klassen, hab eine SL, mit der ich sehr gut auskomme und würde mir nichts anderes wünschen. Das könnte aber an einer anderen Schule auch direkt anders sein.

    Aber ich kenne die o.g. Schwächen und weiß auch, dass damit nicht jeder klar kommt.

    Huch, länger geworden, als gedacht

    s3g4 danke. Zu den 40h: es geht ja nicht darum, dass ich zu faul für eine 40h Woche bin. Es ist eben nur eine Herausforderung mit zwei kleinen Kindern und ich möchte einfach auch mit meinen Kindern mal zu Hobbies/Spielverabredungen ohne ständig am Diensthandy und in Meetings zu hängen. Daher ja nach dem Ref definitiv 50-75%

    s3g4 meinte damit, dass in Schule Teilzeit oft ein Minusgeschäft ist. Und man meist mit Zeit draufzahlt. Zusätzlich haben viele Probleme mit der Abgrenzung Freizeit/Job durch fehlende Zeiterfassung.

    Ich stelle mir das so vor: man geht zum Hausarzt, der schreibt einen 3-Zeiler: Um bestehende gesundheitliche Probleme nicht zu verstärken, empfiehlt er eine Tätigkeit im Umfang von nicht mehr als (z.B.) 20h.

    Also, ich habe diverse gesundheitliche Probleme, die sich mit einer halben Stelle direkt in Luft auflösen würden. Weil man dann direkt mehr Zeit hätte für Sport, gesündere Ernährung, Auszeiten. Es hängt doch stark davon ab, welche gesundheitlichen Probleme man hat und ob diese lebensbedrohend sind. Da reicht natürlich kein 3-zeiler vom Hausarzt.

    Wenn doch: Moment, muss mir einen Termin beim Hausarzt machen.


    Edit: hat chilipaprika schon beschrieben. Hab’s danach erst gelesen.

    Meine Meinung über dieses einseitig benachteiligende Modell dürfte hier bekannt sein.

    Es hängt schon stark davon ab, wieviel man in TZ arbeitet. Grundsätzlich gebe ich Dir Recht, dass es in TZ reichen müsste. Das werden gut organisierte Schulen auch möglich machen. Das ist jetzt nicht grundsätzlich dem Lehrerjob, sondern eher der Schulleitung anzulasten.

    Meine Freundin (Krankenpflegerin) hatte übrigens als alleinerziehende einen Babysitter, der morgens um 5 kam, als sie fahren musste, da der Schichtbeginn 6 Uhr war und sie musste noch 45 Min fahren.

    Ich überlege momentan, den anstatt auf Planstelle an einer Ersatzschule nur noch angestellt zu arbeiten. Damit hätte ich monatlich in der Tat ein paar hundert mehr Netto als mit "freiwilliger" GKV (und das trotz AV und RV). Einziger Nachteil ist die Altersversorgung. Wobei ich die a) sowieso nur bekomme, wenn ich bis zum Ende meines Berufslebens auf der Planstelle bleibe und b) ich im Ruhestand ja auch freiwillig in der GKV wäre, sprich den Beitrag alleine bezahlen müsste. So ein großer Unterschied zur Rente ist das dann wohl gar nicht mehr schulterzuck.

    Noch komme ich aber (mit Vollzeit) ganz gut klar.

    Investierst Du die Differenz in ETFs, stehst Du ggf. gar nicht so schlecht da.

    Im Gegenzug entfielen Klassenfahrten, Ausflüge (wenn nicht unmittelbar fachlich relevante Exkursionen), Elterngespräche zu nichtfachlichen Themen, Elternabende (Klassenführung liegt ja beim Sozialpädagogen), Kennnelernnachmittage, Vorbereitung von nichtfachlichen Aktionen fürs Schulfest, Verwaltung von Fehlzeiten, Zettel- und Geldeinsammelaktionen, Klassenstunden, Konfliktlösungsgespräche, etc. pp.

    Machst Du denn am BK davon irgendwas?

    Hatte ich noch nicht gelesen, als ich den Beitrag geschrieben habe.

    Also kann man nichts vergleichen, weil alles unterschiedlich ist?

    Doch. Aber man muss nicht andere Sitten abwerten, nur weil sie sich von der ursprünglichen unterscheiden. Schließlich sind auch diese Kulturen oft zu Zeiten entstanden, als kaum Informationen von der ursprünglichen Kultur verfügbar waren. Und die damals auch noch ggf. sehr jung waren.


    Ich liebe übrigens Ostfriesentee mit Milch!

    Übrigens: Vanilleeis mit oder im Espresso ist meine persönliche Tradition, mit Schwarztee mag ich mir das nicht vorstellen...

    Also, ich hatte mal ein Bier-Eis. das war ungewöhnlich lecker. Aber Schwarztee-Eis: Warum nicht? Gibt ja auch Kaffee-Eis.

    Nur ist das alles kein Vanilleeis, daher direkt raus. Die einzig wahre Kultur hier im Forum ist Vanilleeis. Findet Euch ab! Alles andere kann nur Abklatsch sein!

Werbung