Hallo zusammen,
ich stehe gerade vor einer Entscheidung, bei der ich mich sehr über Erfahrungswerte freuen würde. Ich habe in Baden-Württemberg einen sehr guten Platz auf der Liste, meine Gesamtnote liegt in sehr guten Bereich. Jetzt Anfang Juli kommen nach und nach noch Stellen über die Regierungspräsidien rein, und eigentlich könnte ich mir vorstellen, dass vielleicht noch etwas Passenderes kommt, aber vielleicht auch nicht. Gleichzeitig habe ich jetzt aber konkret eine Planstelle an einer Werkrealschule angeboten bekommen. Die Schule hat auf mich menschlich wirklich einen guten Eindruck gemacht: Schulleitung und Kollegium wirkten sehr engagiert, klar, herzlich und ehrlich. Es ist aber eben auch eine Schule mit (sehr) deutlichem Brennpunktcharakter. Im Gespräch wurde sehr offen deutlich, dass der soziale Anteil der Arbeit enorm ist und dass man als Lehrkraft dort sehr breit eingesetzt wird. Also nicht nur in den eigenen Fächern, sondern im Grunde in allem, was gebraucht wird. Ich habe grundsätzlich Erfahrung mit heterogenen Lerngruppen und schrecke davor nicht grundsätzlich zurück. Trotzdem frage ich mich, ob ich mich damit beruflich nicht sehr weit von meinem eigentlichen fachlichen Profil entferne. Ich komme eher aus einem fachlich/naturwissenschaftlich geprägten Bereich und habe bisher auch auf einem deutlich anderen Niveau (Gymnasium/Ausland) unterrichtet.
Der große Punkt ist für mich die mögliche Verbeamtung. Ich bin nicht mehr ganz jung, habe aber Kinder, sodass Kinderbetreuungszeiten eventuell berücksichtigt werden könnten. Genau das versuche ich gerade mit dem RP zu klären. Und ich merke, dass mich diese Unsicherheit fast lähmt: Einerseits habe ich Angst, eine realistische Chance auf Verbeamtung zu verspielen, wenn ich jetzt absage. Andererseits habe ich genauso Angst, mich für mehrere Jahre an eine Stelle zu binden, die zwar sicher ist, aber fachlich und vom Arbeitsweg her vielleicht langfristig nicht gut passt. Was mich besonders beschäftigt: Ich habe gelesen, dass bei einer schulamtsinternen Versetzung momentan mindestens drei Jahre und bei einer schulamtsübergreifenden Versetzung mindestens fünf Jahre Verweildauer gelten können. Bei mir wäre ein späterer Wechsel in die Nähe meines Wohnortes vermutlich schulamtsübergreifend. Heißt das in der Praxis wirklich: mindestens fünf Jahre dort bleiben, auch wenn Fahrtweg, Familie oder Belastung auf Dauer schwierig werden?
Mich würden vor allem eure Erfahrungen interessieren: Wie realistisch ist es, aus einer schulbezogenen Planstelle an einer Brennpunktschule nach einigen Jahren wieder wegzukommen? Wird es schwieriger, wenn die Schule ohnehin sehr schwer zu besetzen ist? Und ganz ehrlich: Würdet ihr in so einer Situation wegen der möglichen Verbeamtung zusagen, auch wenn mein Bauchgefühl eher nicht wirklich ruhig ist? Mir ist klar, dass niemand hier eine verbindliche Rechtsberatung geben kann, aber vielleicht Erfahrungswerte und auch eine realistische Einschätzung von Leuten, die das System von innen kennen. Danke ![]()