Wohnortzuschlag, Mietstufen! Ab Januar faktisch weniger Kaufkraft!

  • Und jetzt mach für diese Beamten in A7 bis A11 mal die Rechnung auf für den Fall, dass die Kinder schon erwachsen sind. Dann fällt die alte Familienzulage nämlich komplett weg und nicht bloß anteilig. Außerdem ist der Lebensabend (= Pension) mit der Zulage ärmlicher als ohne, weil die Zulage nicht pensionswirksam ist, das höhere Grundgehalt hingegen schon.

    Bei der aktuellen Regelung in NRW ist es doch bei diesen Beamten im mittleren Dienst so, dass sich das Monatsnetto, das man zuvor über Jahre und Jahrzehnte gewohnt war und an das man seinen Lebensstandard und seine Ausgaben angepasst hat, mit dem Auszug der Kinder grob halbiert. Gehen diese Beamten dann 10-15 Jahre später in Pension, reduziert sich ihr Netto weiter, Im Alter haben sie dann am Ende nur knapp 1/3 des monatlichen Nettos, das sie als Eltern hatten, eben weil die Familienzulage nicht pensionswirksam ist. Ob man bei einer dermaßen drastischen Reduzierung der Bezüge im Alter den Lebensstandard halten kann, von wegen Alimentationsprinzip, wage ich zu bezweifeln.

    Wie gesagt: Schaut nicht auf das eine Jahr, in dem es die extrem hohen Familienzulagen in NRW gibt. Guckt Euch bitte stattdessen das Lebenseinkommen an.

    Ich bin immer dafür, dass die Grundbesoldung steigt. Aber nicht so wie hier und vor allem nicht auf dem Rücken der niedrigen Besoldungsgruppen. Diese Gruppen profitieren garnicht und selbst bei mir in A15 führt nur deshalb nicht zu einem Nettoverlust, weil wir ein Lehrerpaar sind.

    Hier mal am Beispiel eines Brandmeisters (A7) verheiratet voller Zuschlag

    Besoldung alt:

    seit 1.4.26 A7 S3: 3215,64 + 167,26€ =3.382,90 €

    ab 1.4.27 3382,90€ *1.02 =3450,56

    Immerhin 67,66€ Lohnzuwachs

    Besoldung neu

    seit 1.4.26 A7 S3: 3215,64 + 167,26€ =3.382,90 €

    ab 1.1.27 3215,64*1,0168=3269,66€ + 113,24 € (Ausgleichszulage) = 3382.90

    Und jetzt schlägt im April 27 das perfide an dem Gesetz zu.

    ab 1.4.27. 3269,66*1,02=3335,05 + 47,85 (Ausgleichszulage) = 3382,9

    Lohnzuwachs 0€

    Faktisch wird das Einkommen des guten Brandmeisters gekürzt im Vergleich zu dem was ihm zu Anfang der Woche zugesagt wurde.

    60% der Beamten sind verheiratet. Es wird also für die Mehrzahl auf eine 0 Runde hinauslaufen.

    Hier wird also ganz viel Kürzung mit einer wirklich lächerlich geringen Erhöhung von 1,68% kaschiert, die nur einer Gruppe von Beamten hilft: Ledigen, die niemals Heiraten und Beamten die niemals Kinder bekommen und diese Gruppe ist die Minderheit.

    Und ich werde mit A15 und Frau in A13 schon im Januar mehr haben als jetzt.

    Für mich persönlich ist hier ein derbe Gerechtigkeitslücke - aber ich bin auch Sozialromantiker ;)

    Eine andere Baustelle sind die Familienzuschläge für die Kinder. Das diese zurückgefahren werden, mag jeder für sich selbst bewerten.

    Aber hier passiert die nächste Schweinerei. Die Ausgleichsbeträge werden ab 28 jährlich um 15% abgeschmolzen. Hier werden ebenfalls die niedrigen Gruppen besonders drunter zu leiden haben. Der Aufwuchs der Grundbesoldung wird nicht so stark sein, dass er das Abschmelzen der Ausgleichszulage auffängt.

    Fluglotsenpaare sind auch in dieser 5% Kohorte ebenso wie Ärztepaare, Rechtsanwaltspaare, VW-Fließbandarbeiterpaare, usw.

    Wir haben mindestens 6,5 Jahre in unsere Ausbildung investiert. Wir gehören schon da oben rein.

    Wobei die Behauptung, dass man mit 8000€ als 4 köpfige Familie reich ist, sich nicht aus dem Text ergibt.

    Qui legere potest, plane praevalet

    Einmal editiert, zuletzt von Dr. Rakete (11. September 2026 21:12)

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