Hallo zusammen!
Ich denke über den Direkteinstieg in BaWü nach: Diplom-Informatiker (Uni), NF Mathematik ca. 50-60 ECTS, 53 Jahre, noch in fester Anstellung (nicht in "Not"), weit über 20 Jahre in der Praxis tätig. Bereit, noch Mathe-Vorlesungen zu besuchen, um dann mit 75 ECTS auch Mathematik Oberstufe unterrichten zu dürfen. Ziel-Anstellung wäre dann die Berufsschule, Kolleg, möglicherweise ein Gymnasium.
Wie schätzt Ihr den Bedarf im Raum Ulm? Da Bayern so nah liegt, wie schätzt Ihr den Bedarf in Bayern? Wie schätzt Ihr die Tendenz ein? Falls "ortsunkundig", gerne auch Einschätzungen aus weiter entfernten Bereichen.
Wie schätzt Ihr mein Profil ein? Beispiele "Klingt interessant, aber Menschen mit der 5 in der ersten Zehnerpotenz nehmen wir nicht."
Hat jemand konkrete Erfahrung mit dem Direkteinsteiger-System: drei Unterrichtstage, zwei Akademietage, Fahrt nach Weingarten?
Ich möchte meine Frage nicht gleich mit tausenden Informationen überfrachten, stelle mich aber gerne Nachfragen. Es sind auch generelle Meinungen, Einschätzungen oder Empfehlungen willkommen.
Herzliche Grüsse an die Leser!
Direkt-Einstieg in BaWü Informatik / Mathematik
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Zu BaWü und By kann ich in den Details nichts sagen, aber grundsätzlich:
- Mit Informatik und Mathe bist du grundsätzlich (an berufsbildenden Schulen) sehr willkommen.
- In meinem Bundesland - in den anderen wird es wohl sehr ähnlich sein - wäre mit den Fächern auch mit >50 ein Quereinstieg möglich.
- Aber beachte: In deinem Alter wirst du nicht mehr verbeamtet und das wird finanziell einen sehr großen Unterschied zu den verbeamteten Kolleginnen und Kollegen machen. Und da ihr den selben Job machen werdet, wird das eventuell zu Frust bei dir führen. Schau mal nach in den TVL-Tabellen, was da realistisch ist.
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In Bayern muss man am GY erst mal das normale Ref durchlaufen. Das ist ein ziemlicher finanzieller Einschnitt.
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An Gymnasien in Baden-Württemberg gibt es aktuell zu viele Lehrer dank Umstellung auf G9. In den Klassenstufen findet in G9 weniger Unterricht statt, Klasse 13 ist noch weit weg, aktuell sind die Klassen 5-7 in G9.
In den nächsten Jahren wird auch kaum jemand pensioniert, es mag an einzelnen Schulen Mangel geben, aber hier in Südbaden sind alle Gymnasien so gut versorgt, dass noch nicht einmal abgeordnet wird. Bei uns werden auch in Mathe Klassen geteilt, um alle Lehrer zu versorgen. Informatik fehlt eher, es gibt allerdings eine Reihe von Fortbildungen, um dies zu ändern.
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Vielen Dank für die Reaktionen.
Finnegans Wake Ich weiss, dass ich nicht mehr verbeamtet werden kann, und das ist in Ordnung für mich. In dem Alter hat es auch eine gewisse Logik. Ich habe gelesen, dass man möglicherweise mit T13 Stufe 4 direkt einsteigen kann, und später, aufgrund der langen Berufserfahrung, bald schon auch 6. Stufe bekommen könnte.
gingergirl Ja stimmt, nicht mehr daran gedacht: in Bayern ist nur ein echter Quereinstieg mit halbem Gehalt möglich. Und dazu das Staatsexamen nachholen. Das wäre in BaWü an der Berufsschule nicht notwendig, auch wenn es Prüfungen gibt. So mein Kenntnisstand, aber korrigiert mich.
Kris24 Das ist ja wirklich interessant und ganz anders als man sonst hört und liest. Irgendwie wundert es mich, dass so ein Effekt lediglich durch die Umstellung von G8 auf G9 passieren soll. Es ist ja noch immer die gleiche Anzahl von Schülern, und sie sind sogar länger da. So ganz leuchtet es mir nicht ein.
Wenn es flächendeckend diesen Effekt in BaWü gibt, und in Bayern gab, warum ist dann Mathematik ein Mangelfach? Naja, vielleicht nicht an Gymnasien?
Informatik durch Fortbildungen halte ich aber für die Oberstufe für qualitativ nicht gut machbar. Dann könnte man das mit Mathematik auch machen.
Falls jemand noch die konkrete Situation im Ulmer Raum kennt, evtl. sogar an beruflichen Schulen, dann gerne schreiben.
Macht es Sinn, noch im ungekündigten Zustand die Fühler auszustrecken? Direkt mal bei der betreffenden Schule anfragen? -
Das ist ja wirklich interessant und ganz anders als man sonst hört und liest. Irgendwie wundert es mich, dass so ein Effekt lediglich durch die Umstellung von G8 auf G9 passieren soll. Es ist ja noch immer die gleiche Anzahl von Schülern, und sie sind sogar länger da. So ganz leuchtet es mir nicht ein.
Aktuell sind es nicht mehr Schüler, die jetzige 8. Klasse wird noch nach 12 Jahren Abitur ablegen. Erst wenn die jetzige 7. Klasse die 13. Jahrgangsstufe erreicht, haben wir einen Schuljahrgang mehr und damit mehr Schüler.
Aber in G9 gibt es deutlich weniger Unterricht pro Jahrgangsstufe. Das war ja der Wunsch der Eltern. Es fallen pro Klasse bereits in Jahrgangsstufe 5 mindestens 2 Stunden pro Woche weg, dass sind insgesamt für alle Jahrgänge mehrere Kollegen pro Schule. Das gilt aktuell nur für die Klassen 5 - 7, in Zukunft bis Klasse 11. Es werden also immer mehr Kollegen überflüssig, zumal aktuell kaum jemand pensioniert wird. Erst in 6 Jahren gibt es mehr Schüler und in 10 Jahren rollt langsam die Pensionswelle an.
Informatik soll bis Klasse 11 einstündig unterrichtet werden, das Fach IMP fällt in G9 weg, dafür wird aus NwT NIT. Wir haben aktuell 2 Kollegen, die Informatik studiert haben. Die Fortbildungen finden an der Uni über 2 (?) Jahre statt inkl. Prüfungen, sie richten sich an jüngere Kollegen, die eben noch lange unterrichten werden (daher weiß ich auch nicht genau Bescheid, bin Ü50 und wurde daher nicht mehr angesprochen, die teilweise Freistellung kostet dem Land ja Geld).
Mathematik ist definitiv kein Mangelfach an Gymnasien, eher war dies zeitweise Chemie mein 2. Fach.
Macht es Sinn, noch im ungekündigten Zustand die Fühler auszustrecken? Direkt mal bei der betreffenden Schule anfragen?
Auf jeden Fall. Vor Ort erfährst du sicher genaueres.
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Vielen Dank für die Reaktionen.
Finnegans Wake Ich weiss, dass ich nicht mehr verbeamtet werden kann, und das ist in Ordnung für mich. In dem Alter hat es auch eine gewisse Logik. Ich habe gelesen, dass man möglicherweise mit T13 Stufe 4 direkt einsteigen kann, und später, aufgrund der langen Berufserfahrung, bald schon auch 6. Stufe bekommen könnte.Da kann ich nur für mein Bundesland sprechen und da auch nur anhand einzelner Fälle, die mir bekannt sind: Wenn du nichts schriftlich zugesichert hast wegen der Stufenzuordnung in E13, dann sind vage Zusagen erst mal wenig wert.
Macht es Sinn, noch im ungekündigten Zustand die Fühler auszustrecken? Direkt mal bei der betreffenden Schule anfragen?
Ja. Das haben die meisten Quereinsteiger/innen so gemacht, die ich kenne. Inklusive mir selbst. Du wirst ja auch nicht kündigen, ohne dass der neue Vertrag bei dir vorliegt. Der Kontakt zu einer Schule im Vorfeld der Bewerbung ist wichtig, damit du auch mal in den Betrieb reinschnuppern kannst. Außerdem wird das (bei uns in RLP) positiv gesehen.
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