Beiträge von Finnegans Wake

    Schlimm, dass man erst in der Behörder erfährt wie Arbeit in normalen Jobs funktioniert. Die liegt nicht zuhause rum :D

    Wenn ich daran denke, wie in der Behörde gearbeitet wurde oder in der Firma, in der ich mal war, dann ergeben sich interessante Schlussfolgerungen ;) Bolzbold erwähnte ja die Gefahr einer Präsenzpflicht. Gleichzeitig wurde dies auch schon mal als Drohung (NRW? Ministerin?) in den Raum gestellt.

    Dazu meine Erfahrungen: Bei Bürojobs (was ja der Lehrkräfte-Job in großen Teilen ist, wenn man gerade nicht vor Klassen performt) wird nie in dieser Intensität gearbeitet, wie ich das in meinem Homeoffice als Lehrer tue. Die Intensität und Verdichtung beim Vorbereiten, Korrigieren etc. sind so groß, dass diese Arbeit oft gesundheitsschädlich wegen enger Rahmenbedingungen in Form von einzuhaltenden Fristen (Unterricht findet dann statt, wenn er stattfindet und nicht eine Woche später, Prüfungen müssen abgegeben werden etc.) erledigt wird. Im schulischen Büro wäre die Notwendigkeit, diese ungesunde Intensität aufrechtzuerhalten, nicht in dem Maße da. Dort wäre dann zwar eine Präsenzpflicht und in diesem Rahmen würde man eben in einem normalen Arbeitstempo (ich spreche explizit NICHT von Trödeln!) gearbeitet. In gewisser Weise könnte dies für viele Lehrkräfte entlastend sein (bspw. TZ-Kräfte). Und Wochenenden, in denen wegen knapper Fristen höchstintensiv durchkorrigiert würde, würden entfallen.

    Die Präsenzpflicht wird aber nicht kommen. 1. aus den oben genannten Gründen und 2. weil sich zwei Seiten gegenüber stehen: Die Länder, die als Dienstherren der Lehrkräfte da stehen und die Kommunen, die die Arbeitsräume zur Verfügung stellen müssten (die aber einen Teufel tun werden, wenn sie das von den Länden nicht kompensiert bekämen.)

    Es ist aber grundsätzlich ein Dilemma: Die Freiheiten, die wir gewinnen, wenn wir freie Zeit an anderen Stellen herausarbeiten, sorgen gleichzeitig für äußerst ungesunde Arbeitsphasen. Was am Ende herauskommen wird in Bezug auf Arbeitszeiterfassung, Präsenzpflichten und in Bezug auf die Freiheiten der Lehrkräfte, wird interessant zu beobachten sein.

    Wer isst denn heutzutage noch Fischstäbchen? Und warum?

    Fischstäbchen werden doch gefangen und dann direkt fangfrisch serviert, oder?

    Was ich mich nur frage, wie sich im Laufe der Evolution diese wirklich nicht stromlinienförmige Form und die Panade anstelle von Schuppen entwickelt haben. Da gibt die Forschung leider keine Antworten :(

    Dass Geschenke unter Arbeitskollegen gemacht werden und selbst bezahlt werden. Vom Betrieb bekommt man in der Regel nichts, ich wüsste auch nicht wieso man was bekommen sollte. Die Vorgesetzten oder Geschäftsführer können sich natürlich an Geschenken beteiligen, aber auch das ist privat.

    Ich kenne es auch nur so, dass die Firma eine (wahrlich edle) Weihnachtsfeier jedes Jahr spendiert hat. Da wurde ein Bereich einer Werkshalle freigeräumt und eine Partymeile aufgebaut. Wer teilnehmen wollte, hat einen vollen Tag aufgeschrieben bekommen und es gab eine überschaubare Pflichtanwesenheit bis in den frühen Nachmittag. Wer nicht wollte, hat einen normalen Arbeitstag gemacht.

    Abteilungstreffen (Weihnachten oder auch mal im Sommer) waren außerhalb der Arbeitszeit und auf eigene Kosten. Essen mit Kunden waren aber volle Arbeitszeit und wurden bezahlt.

    Persönliche Geschenke gab es nie von der Firma. Das war nur zwischen den KuK. Zu meinem Abschied aus der Firma in die Schule bekam ich von der Abteilung eine Schultüte :)

    Was sich als Geschenk sehen lässt: Prämienmeilen bei Dienstreisen (wenn man in der Business Class mal um die halbe Welt fliegt, läppert sich das zusammen) konnte man behalten und bei Dienstreisen konnte man wählen, ob man pauschal abrechnet (wenn die Pauschale über dem Hotelpreis lag). Auf die Weise gab es auch kleine Geschenke von der Firma ;)

    Aalso, im Grundel genommen, Stör(t) mich das nicht so, auch wenn das jetzt ein wenig Barsch klingt. Habt ihr schon mal vergammelte Fischstäbchen geRochen wenn's aus dem Vorratsraum zieht wie Hechtsupp? Haiaiai kann ich da nur sagen.

    Ich freue mich: RLP gibt 0,5% mehr in der ersten Tariferhöhung im Vergleich zu anderen Bundesländern. Immerhin etwas :)

    Oh, du hast Recht! Ich habe eben mal nachgesehen. Die erste Runde liegt 0,5% über dem TVL und die beiden folgenden Runden genau auf dem Ergebnis des Tarifvertrags. Ich nehme mal an, dass das dem geschuldet ist, eine amtsangemessene Besoldung herzustellen. Unser Berufsverband schrieb auch, dass gleichzeitig in den unteren Besoldungsgruppen niedrige Erfahrungsstufen gestrichen werden sollen, um die Amtsangemessenheit gerade so zu erreichen.

    Die Tarifbeschäftigten werden durch die 0,5% zusätzlich bei uns Beamten aber noch mehr abgehängt :(

    edit: Ich muss mich korrigieren. Die Vermutung, dass der Aufschlag von 0,5% gegenüber dem Tarifergebnis der amtsangemessenen Besoldung geschuldet ist, war streng genommen falsch. Das kommt zustande, weil man einen Mindestbetrag von 100€ gewählt hat. Um dann das Abstandsgebot nicht zu verletzen, wurde wohl gerechnet, was das prozentual für die unteren Besoldungsgruppen bedeutet und dann 3,3% für alle gewählt. Das zeigt, dass die Mindestbeträge, die bei Besoldungserhöhungen in den letzten Jahren oft gewählt wurden und prozentual(!) für die unteren Besoldungsgruppen sehr hohe Steigerungen bedeuteten, jetzt in RLP als problematisch für die Abstände gesehen werden.

    Sachbearbeiter, die einen Master oder ein abgeschlossenes Ingenieursstudium haben? Wo finde ich die denn?

    Wenn ich Master gegen Diplom tausche, dann trifft das vollständig zu: Die gesamte (kleine) Abteilung, in der ich gearbeitet hatte in der Industrie, bestand aus Sachbearbeitern mit Diplom. Wir haben anspruchsvolle Standard-Aufgaben erledigt. Damit waren wir Sachbearbeiter und eben keine Führungskräfte. Und dennoch hatte ich damit ein Gehalt, mit dem ich mich privat hätte versichern können (ich bin aber in der GKV geblieben). Das zur finanziellen Einordnung.

    Du solltest bei deiner Grundaussage bleiben, die ich ebenfalls so sehe: Die Studienrichtungen sind schlichtweg nicht vergleichbar, weil es alles eigenständige Fächer sind. Also, nein, natürlich sind wir nicht mit Ärzten und Ingenieure zu vergleichen. Vielleicht sollt man sich erstmal auf Kriterien einigen, die man miteinander vergleicht, wenn man das denn unbedingt machen muss. Auch Ingenieure sind nicht mit Physikern oder Mathematiker zu vergleichen, wie denn auch. Das sind völlig andere Spezialisierungen.

    Ich vergleiche ja nicht inhaltlich ;) Ich vergleiche in dem Sinne, dass ich hier weder eine Höher- noch eine Minderwertigkeit sehe.

    Passend zum Thema Vergütung hier ein aktueller Artikel.

    https://arbeits-abc.de/ab-wann-gutver…ox-newtab-de-de

    Jeder kann sein eigenes Netto ausrechnen und mit dem Netto der Top 20 % bzw. Top 10 % vergleichen. Ich wette, dass fast alle verbeamteten Lehrerinnen und Lehrer in den Top 20 % und viele davon in den Top 10 % landen. Die Top 1 % bleiben uns aber erspart.

    Ich hatte mal auf einer anderen Seite einen Gehaltsvergleich gesehen (das war vom IW Köln) , den ich mal ausprobiert habe:

    https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user…hner/index.html

    Der Vergleichsmaßstab ist dann für mich: Hochschulabschluss. Das ist der Maßstab, den ich für uns als Doppelakademiker verwende. Dann berücksichtige ich für meine persönliche Interpretation des Ergebnisses, dass wir nach (gemäßigter) Karriere am Anfang des letzten Drittels des Berufslebens da stehen, wo das Gehalt sich vom Berufsanfänger nach oben hin entfernt hat. Wenn ich das dann eingebe, sind wir trotz der letztgenannten Aspekte definitiv nicht in den TOP20 der Hochschulabsolventen. Das zeigt für mich: Wir kratzen inzwischen am oberen Drittel der Hochschulabsolventen. Das ist schon gut, aber weit entfernt von der Spitze.

    Wie gesagt: Mit ein bisschen Karriere und am Rande des letzten Drittel des Berufslebens.

    Erstmal nur zur Infa habe ich meine beiden Fächer auf Diplom studiert und bin dann erst Lehrerin geworden. Zweitens, ja, ein Ingenieursstudium ist fachlich hinter einem Chemie, Physik oder Mathestudium anzusiedeln vom Anspruch. Formal ist es aber die gleiche Qualifikation.

    Nein. Ein universitäres(!) ingenieurwissenschaftliches Studium hat fachlich einen Abstraktionsgrad und einen Anspruch, der auf einem Niveau mit Mathe und mit Physik liegt. Die Mathematik und die Physik im Ingenieursstudium sind - zwangsläufig - jeweils geringer als in dem entsprechenden Fachstudium, aber die fachwissenschaftlichen/fachspezifischen Inhalte (von denen zwangsläufig dann Physiker/innen und Mathematikerinnen keine Ahnung haben) des Ingenieursstudiengangs sind nicht minder schwierig.

    Wenn man ganz ehrlich ist, dann sind Fächer wie Ingenieurwissenschaft oder Medizin noch viel extremer anwendungsbezogene, fachlich abgespeckte Versionen von entsprechenden Fächern (z.B. Physik, Chemie).

    Nein. Das universitäre(!) ingenieurwissenschaftliche Studium bereitet weniger auf die Anwendung der Erkenntnisse vor (da sind FHen in dieser Hinsicht besser aufgestellt), sondern vor allem auf die Erarbeitung neuer Erkenntnisse. Und ein Ingenieursstudium ist ein eigenständiges Studium einer eigenen Fachwissenschaft, die zwar - logisch - physikalische und mathematische Konzepte verwendet, dennoch aber keine abgespeckte Variante dieser Fachrichtungen ist, sondern eine eigenständige Wissenschaft. Umgekehrt sehe ich, wie wenig Ahnung studierte Physiker/innen (logischerweise) von Grundlagen meiner Ingenieurwissenschaft haben, auch wenn sie mal ein Semester lang eine Vorlesung dazu gehört haben. Ist aber auch klar und eben kein Defizit, sondern eine ganz andere fachwissenschaftliche Ausrichtung.

    Was dann aber die berufliche Realität ist: Das, was ich im Studium gelernt hatte, hat mich nicht direkt auf die Anwendung der fachwissenschaftlichen Erkenntnisse vorbereitet. Was ich aber konnte: Jeden neuen Kontext und Zusammenhang erschließen. Da war ich anfangs von FH-Ingenieuren in manchen Situationen abgehängt worden, wo ein bekannter Kontext variiert vorkam. Da waren sie erst mal schneller, weil sie es irgendwie schon kannten (nach einem halben Jahr Erfahrung war da aber kein Unterschied mehr), aber in neuen Kontexten war ich immer schneller, weil ich im Studium gelernt hatte, abstrakte fachwissenschaftliche Kontexte zu erschließen.


    Ein Diplom in Physik ist also deutlich anspruchsvoller als als Ingenieur, ein Diplom in Mathe deutlich anspruchsvoller als seinen Abschluss in Medizin zu bestehen. Letzteres schafften in meiner Familie auch Leute, die allenfalls durchschnittlich intelligent sind.

    An was machst du das konkret fest? Welche ingenieurwissenschaftlichen Konzepte, Fächer, Vorlesungen etc. kennst du, die dich das so felsenfest behaupten lassen? Wenn ich auf die Durchfall-Quoten zurückschaue, die es in unserem Semester gab (und sie galten noch als harmlos im Vergleich zu denen der Massen-Semester vor uns), dann ist eine Abbruchquote von ca. 50% nicht gerade ein Ausweis davon, dass das Ingenieursstudium an einer (zugegebenermaßen TOP5-Universitäten im ingenieurswissenschaftlichen Bereich) mit durchschnittlicher Intelligenz zu schaffen ist.

    Lehramtsstudium wurde glaube ich sehr verändert, zu meiner Zeit hatten wir auch Lehrämtler/innen in den Hauptstudiumsseminaren und Praktika sitzen (aber mit abgespecktem Umfang). Inhaltlich würde ich das dann nicht mehr über einem Ingenieurswissenschaftsstudium ansiedeln. Was die Ingenieure an angewandter, abgespeckter Physik, Chemie und Mathematik haben dürfe aber nicht über dem von Lehramtsstudenten entsprechender Fächer liegen.

    Ja klar, die Ingenieurwissenschaft sind einfach nur billige abgespeckter Mathe- und Physik-Studiengänge. Noch mal: Das ist jeweils eine eigene Fachwissenschaft. Und noch mal: Was weißt du konkret über die Inhalte verschiedener Ingenieursstudiengänge?

    Ich weiß, dass wir in Chemie mal Lehrämtler hatten mit Physik / Chemie als Lehramtsfächern und, dass diese in physikalischer Chemie echt fachlich gut mithalten konnten, in Teilen sogar deutliche Vorteile hatten. Das konnte man von den wenigen Ingenieuren, die in Chemie auftauchten (vermutlich Nebenfach?) nicht behaupten, die waren ... wie würde man heute sagen... total lost!

    Ja klar, wie soll ein Maschinenbauer oder Elektroingenieur in Chemie auch alles anders als lost sein? Das ist nicht seine Fachwissenschaft. Und: Wenn Physiker versuchen, mir etwas über meine Fachwissenschaft zu erzählen, weil sie es mal ein Semester lang gestreift haben, dann wird es ganz schnell zappenduster. Nicht weil die Leute doof wären oder ihr Studium nicht anspruchsvoll war, aber es ist eben ein anderes Studium.

    Kurzum, ja, einen Lehrämtler (zumindest naturwissenschaftlicher Fächer) mit Ingenieuren und Ärzten zu vergleichen ist absolut angemessen.

    Bei diesem Vergleich gehe ich mit. Wobei ich Ingenieure gleichermaßen mit reinen Physikern und Mathematikern (alle natürlich m w d gemeint) vergleichen würde.

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