Beiträge von Finnegans Wake

    btw. möchte ich noch ergänzen, wie ich das in der Industrie früher gehalten habe:

    Im reinen Innendienst war ich leger und auch mit kurzen Hosen unterwegs. Im produktionsnahen Kundenkontakt immer mit langen Hosen auch im Sommer aber auch hier nur zurückhaltend schick (was bspw. aber auch daran lag, dass wir uns Geräten und Maschinen wegen Strangulierungsgefahr nicht mit Krawatte nähern durften). Aber das war auch eher mein Selbstverständnis und andere haben es anders gehandhabt.

    Diese Freiheit gestehe ich genauso in der Schule den KuK zu, soweit keine krassen Grenzen überschritten werden (Anekdote aus der Firma: In einem arabischen Land erschien einer unserer Techniker in Strandkleidung beim Kunden und die Kundenbeschwerde wurde dann in der Firma (>500 Mitarbeiter, aber Teil eines Konzerns) bis zum Vertriebsleiter hocheskaliert.)

    btw.: Ich kannte mal ein SL-Mitglied, das einen Kollegen wegen kurzer Hose angewiesen hatte, eine lange Hose zu tragen. Da hat der Kollege auf stur gestellt und nach entsprechender Befugnis und Begründung, dies anzuordnen zu können, gefragt. Da nichts adäquates kam, hat der Kollege durchgezogen, das SL-Mitglied war als machtlos wahrgenommen worden und in der Folge nahm die Zahl der kurzen Hosen in der Schule sogar zu.

    Klassisches Eigentor.

    Ich persönlich würde mich als Schulleiter nie auf diese Ebene einlassen, weil es letztlich nur Reibungsverluste gibt und zu nichts führt.

    Das ist absolut richtig. Eine Schulleitung kann auf dieser Ebene nur verlieren, sei es, dass einzelne Lehrkräfte die Situation nach oben hin eskalieren lassen bzw. die SL sich mit einer solchen Vorgabe lächerlich macht und das Kollegium wegen Nichtigkeiten gegen sich aufbringt.

    Persönlich bin ich aber durchaus der Meinung, dass eine Menge Lehrkräfte dazu neigen, persönliche Schlonzigkeit zur pädagogischen Freiheit zu verklären.

    Lehrkräfte sind jetzt nicht gerade für ihren exquisiten Kleidungsstil bekannt ;) Da meinen wir mit Schlonzigkeit wahrscheinlich ähnliches. Wobei ich das jetzt nicht im Bereich der pädagogischen Freiheit verorten würde.

    Noch mehr als von Schülern erwarte ich eigentlich von Lehrkräften, dass sie durch ihr Auftreten zum Ausdruck bringen, dass sie in der Schule eine Verantwortung tragen und das auch ernst nehmen.

    Das ist sicherlich richtig. Wobei man auch sagen muss, dass das, was mein Bruder auf der Bank (im Innendienst) tragen muss(!) eben in der Schule meiner Ansicht nach nicht angemessen wäre, weil irgendwie overdressed wirkend. Aber das ist natürlich meine persönliche Sicht und jeder/m bleibt es unbenommen in Anzug oder Kostüm zu erscheinen. Auf der anderen Seite ist die Frage, wo die Grenze der Schlonzigkeit zu ziehen ist. Sind Band-Shirts jenseits der Grenze des adäquaten Auftretens der Lehrkraft? Chucks? DocMartens? Jesuslatschen? Muskel-Shirts? Kurze Hosen? Sandalen ohne Socken? Viele Grenzziehungen wären meiner Ansicht nach willkürlich. Wann trete ich meinem Amt und meiner Rolle als Lehrkraft nicht mehr angemessen auf?

    Als Techniker an einer BBS müsste ich - klischeehaft und damit meiner Rolle angemessen - karierte Hemden tragen. Tue ich aber nicht ;) :D

    Uff, krass, was du beschreibst! Wie sich Lebenssituationen unterscheiden... Ich habe das Glück (und das empfinde ich genau so), dass Hausärztin, Hautarzt, Kinderarzt, Urologe, Zahnarzt, Kardiologe und zwei Krankenhäuser in einem 3km-Radius sind. Eine Teilmenge von diesen ist sogar in ca. 5 Minuten mit dem Rad zu erreichen (die fett markierten). In dem Radius befindet sich auch der Wohnort des (befreundeten) Orthopäden, nur seine Praxis ist tatsächlich 6km entfernt. Das alles ist Luxus und Glück.

    Ich bin immer beeindruckt davon, wenn Leute viel Zeit und Leidenschaft in ihre Gärten investieren. Ich bin da eher der Typ Mensch, der es gerade so schafft, eine Topfpflanze oder die auf dem Friedhof eingepflanzten Pflanzen am Leben zu halten.

    Im Garten habe ich vieles gepflanzt und es hat das überlebt, was es mit minimaler Pflege geschafft hat. Das sind derzeit (bspw.) ein Kirschbaum, ein Apfelbaum, eine Zierkirsche, zwei Rosmarin-Büsche (ca. 80cm hoch), zwei Weinreben (1x Muscat Bleu und 1x Solaris -> der Winzer meines Vertrauens hat die mir gegeben, weil beide sehr pilzresistent sind und damit gut für den Garten geeignet) einige Rosenbüsche und weiteres Füllzeugs.

    Auch für den Rosmarin (vom Aldi für 1,99 oder so) gab es keinen Winterschutz, obwohl er das angeblich in deutschen Wintern nicht überleben kann. Sind hier aber Rheintal-Winter ;)

    Ja, da wundere ich mich schon.

    Ja ich wundere mich auch, wie man eine Partei wählen kann, die echte Neonazis in ihren Reihen aufnimmt. Bspw. in S-A hat's ja Ehemalige der HDJ (inzwischen zum Glück verboten) in höchste Ämter gespült.

    Und ja, wir haben durchaus viele Herausforderungen in Deutschland und in der Politik (bspw. der Dauerstreit in der Bundesregierung) agiert man an vielen Stellen so, dass es wirklich Frust im Wahlvolk hervorruft.

    ABER: Man wählt niemals eine Partei, die Nazis aufnimmt bzw. sich von ihnen prägen lässt. Wer sagt: "Kann man doch wählen", soll wenigsten so ehrlich sein zu sagen, dass sie/er im vollen Wissen eine Partei mit Nazis wählen will.

    Die Überlastungsanzeige ist zunächst mal kein Instrument um etwas an den Zuständen zu ändern, sondern eines um sich von den juristischen Folgen dieser Zustände frei zu machen.

    Dazu sage ich ein klares Jain ;)

    Zunächst ist die Überlastungsanzeige - soweit die Aussage einer Gewerkschaft - gemäß den §15 und $16 (ArbSchG) Pflicht des Beschäftigten und hilft so, sich selbst (hoffentlich) von den juristischen Folgen gesundheitsgefährdener Umstände freizumachen.

    Das ist aber nur die halbe Wahrheit, da diese Sicht insb. die Paragraphen §3, §4 und §5 nicht beachtet, in denen die Pflichten des Arbeitgebers festgehalten sind. Auch wenn ich kein Jurist bin, ergibt sich meiner Ansicht nach daraus die Pflicht des Arbeitgebers/DH, die Umstände, die durch die Beschäftigte/den Beschäftigten angezeigt wurden, in einen Zustand der Nichtgefährdung zu überführen.

    Ich glaube, jetzt wird es ein bisschen absurd.

    Nicht unbedingt. Selbstverständlich sind dienstliche Tätigkeiten wie das Durchführen der AZ-Erfassung (wenn sie eingeführt ist) Teil der AZ. Und genauso ist das Schreiben einer Überlastungsanzeige Teil der AZ.

    Und mal allgemein zum Thema des Threads: Abgesehen davon ist das Instrument der Überlastungsanzeige eigentlich absurd aufgrund des Umgangs damit. Beispielhaft sei auf Wiesbaden/Rheingau-Taunus verwiesen, wo nach einer umfassenderen Überlastungsanzeige ein systemischer Hintergrund geleugnet und gleichzeitig das Problem individualisiert und gleichzeitig wohl zusätzlich Druck auf PR, Schulen, KuK ausgeübt wurde:

    https://www.hessenschau.de/gesellschaft/n…sbaden-100.html

    Gibt es Beamer? Dann projizieren und abschreiben lassen. Oh, gesehen, dass ihr Smartboards habt. Dann funktioniert das (einigermaßen).

    Ansonsten: An die Tafel schreiben. Ergänzend: Bucharbeit, auch wenn die Bücher schlecht sind. Der Verzicht auf passende und gute ABs ist aber schmerzhaft, wenn du einen aus deiner Sicht guten Unterricht machen willst.

    Gibt es eine Lernplattform? Kannst du digitale Endgeräte für die SuS an der Schule ausleihen? Dann aufwendiges Material digital verteilen. (Problem ist natürlich: Wie kommen die SuS dann zuhause dran, wenn die Verhältnisse so sind, wie du sie beschreibst.)

    Wie machen es denn die KuK?


    Wenn du ein bisschen Stunk machen willst: "Könnte ich bitte die Anweisung schriftlich haben, dass ich privat Papier für Kopien besorgen muss?" Dann bei einer vorgesetzten Behörde nachfragen, ob diese Anweisung der SL aus Sicht der Behörde so korrekt ist.


    PS: Ich halte das Vorgehen an der Schule für eine absolute Unverschämtheit. Dass implizit erwartet wird, dass die KuK Geld in den Job mitbringen, ist schon frech, dass aber dann noch explizit dazu aufgefordert wird, ist indiskutabel.

    Die von dir genannten Punkte sehe ich auch nicht bei der Sekretärin, da alle eine mehr oder weniger pädagogische Komponente haben. Zumindest sowas wie die Organisation der Projektwoche könnte man an eine pädagogische Fachkraft übertragen.

    Da hängt noch was dran: Organisation und Durchführung der Projektwoche? Wenn beides in verschiedenen Händen liegt, gibt es erfahrungsgemäß sehr oft Durcheinander ;)

    Dieses konkrete Problem spricht aber nicht grundsätzlich gegen den Einsatz von (pädagogischen) Fachkräften. Diese könnten im Schulalltag an vielen Stellen entlastend sein. Wenn das Personal qualifiziert ist. In der Betreuung der Schule meiner Frau ist das bspw. nur sehr eingeschränkt der Fall, was dann öfters sogar zusätzliche Arbeit bedeutet.

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