Beiträge von Finnegans Wake

    Ich eigentlich auch. Habs nur im Griff, weil ich dauerhaft verzichte. Letztes Mal gesündigt an Weihnachten, als ich ein Stück Kuchen gegessen habe.

    Der einzige Trick, der funktioniert, ist es, im Geschäft am Schnuggelsachen-Regal stark zu bleiben und schnell vorbei zu flitzen. Wenn die Schnuggelsachen erst mal zu Hause sind, dann bricht mein Widerstand schnell zusammen.

    Früher gab es an meiner Schule einen Mehrwert in Form von 0,5 Entlastungsstunden. Das ist mittlerweile weg.
    Der Unterricht endet aber auch um 20:15 Uhr, das empfinde ich noch als human.
    Die Kollegen, die Samstags ran müssen bei uns haben dafür den Montag gesetzt frei.

    Bei uns dauert der Abendunterricht deutlich länger. Das schlaucht schon, Fachschulklassen sind aber angenehm und man darf in RLP bis zu 50% des Unterrichts der Fachschulen online erteilen (wenn ein Konzept vorgelegt wird).

    Bei 2x Abendunterricht in der Woche gibt es eine kleine Entlastung (0,5h?).

    Ich glaube, dass sich durch ein Präsenzmodell die Belastung von Lehrkräften deutlich verringert, weil eben Beruf und Freizeit stärker getrennt werden. Nachteile eines solchen Modells sehe ich vor allem bei den Kollegen, die die Flexibilität genutzt haben, in dem sie am Abend gearbeitet und am Nachmittag Kinder betreut oder Eltern gepflegt haben oder einfach bei Tageslicht ihren Hobbys nachgegangen sind. Oder sich durch Mehrarbeit in Schulwochen Urlaubstage oder Kinderbetreuungstage herausgearbeitet haben.

    Das wäre der Hauptnachteil und würde den Beruf, der ja in seinen Unterrichtspräsenzphasen körperlich und geistig extrem anstrengend und fordernd ist, sehr unattraktiv machen. Da würde dann auch der aktuelle Slogan bei uns in RLP: „Klick RHEIN und LAND bei uns, PFALZ du Bock hast!“ nicht mehr helfen, um den ohnehin schon knappen Nachwuchs zu gewinnen.

    Diese Flexibilität war für mich auch ein ganz wesentlicher Punkt, die Industrie gegen die Schule zu tauschen. Von der Sache her sind beides tolle Jobs (gewesen).

    Edit: (Und noch am Rande) Ich merke auch, dass ich mehr Zeit brauche, um wieder fit zu werden, um weiter zu arbeiten. Das war vor 20 Jahren anders. Jetzt stemple ich virtuell aus, fahre nach Hause und habe dann irgendwann die 6 Stunden Unterricht verdaut und kann weiter arbeiten. In Präsenz wäre das dann aber eine Arbeitsphase mit sehr geringer Effizienz wie früher in der Firma, wenn ich nach einem Tag Kundenbetreuung dann im Büro Verwaltungskram nachgearbeitet habe.

    Die Kommentare bei N4T fassen die Problematik resp. Unmöglichkeit der Realisierung dieser "den Giftzahn ausgepackt"-Drohung beinahe unisono zusammen: Baulich, organisatorisch, infrastrukturell, finanziell etc. nicht machbar und einen geregelten Schulbetrieb unterminierend - es würde nicht mehr gearbeitet, sondern effektiv weniger.

    [...]

    Da wird nichts kommen.

    Genau das. Da wir im Homeoffice auf ungesunde(!) Art und Weise die Arbeit extrem effizient erledigen, würde in der Präsenz in der Schule die Effizienz leiden. Zum Einen, weil dort die Arbeitsverdichtung von über-verdichtet auf normal verringert würde und zum Anderen, da im Büro all die Dinge wie das kurze Schwätzchen auf dem Gang, im Büro und all die Reibungsverluste, die in Behörden und Unternehmen (im Verwaltungsbereich) entstehen, dann die effektiv genutzte Arbeitszeit verringern.

    Zu dem ersten Aspekt: Ich vergleiche da mal damit, wie ich früher in der Industrie und auch mal in einer Behörde gearbeitet hatte: Jetzt muss ich jede Mail, jede neue Information, Verordnung etc. pp. innerhalb kürzester Zeit aufnehmen, weil ich Zeit für meine anderen Tätigkeiten brauche. In Präsenz würde ich all dies - auch im Hinblick auf meine eigene Gesunderhaltung - nicht(!) trödelnd, aber eben in angemessener Geschwindigkeit und sorgfältig erledigen. Die Korrektur einer einfachen kleinen HÜ, die ich jetzt unter Raubbau an meiner Gesundheit in möglichst kurzer Zeit erledige, würde bei Präsenzpflicht mind. 50% mehr Zeit brauchen, weil ich nicht hetzen muss, sondern endlich angemessen Zeit habe. KAs, Kontrolle von Lerntagebüchern etc. würden genauso mehr Zeit kosten. Ohne Trödeln, nur eben dann normales Tempo. Vorbereitung und Nachbereitung von Unterricht erfolgt zur Zeit auch immer in sehr verdichteten Phasen. Bei geistiger Arbeit mit hoher Konzentration braucht es auch geistige Regenerationsphasen! In diesen Phasen mache ich zur Zeit die Spülmaschine, gehe einkaufen etc., bevor ich dann wieder verdichtet weiter arbeite. Im Büro war die geistige Regeneration in der Arbeitszeit (mit dann reduziertem Arbeitstempo) immer drin und wäre es auch bei mir bei Präsenzpflicht in der Schule.

    Die Situation: "Eure MINT-Prüfungen setzen wir ans Ende der Prüfungsphase, weil ihr ja die Korrektur schnell über's lange Wochenende erledigen könnt und der Zweitprüfer das am Montag braucht." würde auch nicht mehr funktionieren, da ich dann ganz sicher nicht am Samstag und Sonntag im Homeoffice weiter korrigiere und da gibt es viele andere konkrete Beispiele im Schulalltag - nicht nur in Prüfungsphasen.

    Dazu kommt: Um die Schulen zu einem angemessenen Arbeitsplatz zu machen, müssten die Schulträger (in RLP: die verarmten Kommunen) investieren. Diese hätten daran aber kein Interesse, im Gegenteil. Das Land als Dienstherr hätte ein Interesse an Arbeitsplätzen in der Schule, wäre aber erfahrungsgemäß nicht bereit, diese zu finanzieren.

    Was ist an Schullektüren in Deutsch besonders herausfordernd?

    Anspruchsvoll bzw. herausfordernd? So empfand ich die Sprache der Schullektüren auch nicht. Ich war von den Schullektüren eher genervt. Sprachlich schwieriger zu lesen fand ich da tatsächlich Eco - daher als Beispiel genutzt - und besonders der Name der Rose mit seitenlangen historischen Ausführungen über Ketzer oder großen lateinischen Zitaten. Das war für mich anstrengender und herausfordernder als den Faust zu lesen. Das hat mich aber stärker angesprochen und mir Freude gemacht.

    Sprachlich anspruchsvoller als die Schullektüren - in dem Sinne, dass es eine größere Mühe war, Texte zu verstehen - waren Karl Marx oder Max Weber in Sozi. Deutlich anspruchsvoller zu lesen, als alle Texte, die ich in Deutsch gelesen habe. Aber natürlich eine andere Textsorte.

    War bei mir ähnlich. Insbesondere den Werther habe ich nie komplett geschafft. Dieses Gejammer ist kaum auszuhalten.

    Das war beim "jungen W" noch stärker bei mir. Daher hatte ich beide Werke als Beispiele genannt, da sie mir echt auf den Geist gingen.

    "Nathan der Weise" oder auch "Biedermann und die Brandstifter" waren von der Geschichte her ok. "Homo Faber" ging gar nicht an mich ran. Freiwillig (privat) hatte ich die Schachnovelle gelesen aber nicht in der Schule. Gut gefallen hat mir tatsächlich "Des Teufels General".

    Alles, was wir da so gelesen hatten - auch Schiller - war jetzt von der Sprache her lesbar, hat mich aber nicht berührt und mich teils genervt.

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