Beiträge von Finnegans Wake

    Mir nicht und ja: Diesen Post kann man definitiv anders lesen!

    Ich persönlich möchte und könnte auch nicht in der Grundschule (oder in der Sek I) unterrichten - genau wie s3g4 es beschreibt. Weil ich mit älteren SuS arbeiten möchte, habe ich ja schließlich das Lehramt BBS studiert! Ich wäre in der Grundschule sehr schnell an meinen Grenzen, weil ich nicht gut mit kleineren Kindern "kann". Die Arbeit dort würde auch mir keinen Spaß machen, eben weil ich als Typ dafür total ungeeignet bin. Viele der Dinge, die an einer Grundschule und in der Sek I üblich sind - z. B. die viele Elternarbeit, der stark ritualisierte Unterricht, das ständige "Sich-auf-die-Klasse-konzentrieren-müssen" - was ja nun mal eine ständige Aufmerksamkeit der Lehrkraft erfordert, usw. - würden mich überfordern. Und gerade deshalb bewundere ich diejenigen, die in der Grundschule, Förderschule und Sek I tätig sind, ganz besonders für ihre Arbeit!!! Wie gesagt: Ich könnte das nicht.

    Das kann ich zu 100% unterschreiben! Ich habe allergrößte Hochachtung vor der Arbeit der KuK an GSen. Ich wäre davon überfordert und freue mich über die angemessene A13-Besoldung. GS ist eben kein verlängerter Kindergarten, sondern vielmehr eine Schulform mit enormen didaktischen und pädagogischen Herausforderungen.

    Wir haben andere Herausforderungen an BBSen. Diesen bin ich aber - glaub ich - gewachsen.

    Jetzt reicht's aber langsam!

    Zeige mir bitte einen Beitrag, in dem s3g4 sich herablassend über die Arbeit von GS-Lehrkräften geäußert hat! (Abgesehen von dem oben, den du als einziger hier negativ interpretierst, obwohl er überhaupt nicht so gemeint war.)

    Dieses Herausposaunen von vermeintlichen Gewissheiten, das Unterstellen irgendwelcher negativer Haltungen anderen gegenüber, die Unfähigkeit, diese Unterstellungen zu belegen und die in diesem Kontext fehlende Selbst-Reflexion, haben mich dazu bewogen, ihn (W.A.) vor längerer Zeit schon zu blocken.

    Wie sinnvoll das war, sehe ich hier mal wieder an dem, was du zitierst.

    Mathematik ist keine Naturwissenschaft ;) Und berufsbildende Schulen sind leider nicht auswählbar :( Mit "andere" habe ich mich dann aber auch nicht so wohlgefühlt, aber sei's drum.

    Ich habe aber auch abgebrochen. Hier wurde in der ersten größeren Runde trainiert, dass männliche Begriffe und Naturwissenschaften verbunden werden. In der zweiten Runde wurden dann weibliche Begriffe und Naturwissenschaften verbunden, aber mit dem vorhergehenden Training der ersten Runde. So kann man auch Ergebnisse erzielen, die man erzielen will, nämlich dass Stereotype vorliegen... zumindest wirkt es so auf mich. Dass aber schon im Vorfeld diese Stereotype durch den ersten Teil des Tests programmiert wurden, stört mich dann doch sehr.

    Da fördere ich mit der gesparten Zeit lieber meine Tochter mit ihrer ausgeprägten MINT-Begabung, die täglich zeigt: Mädchen können alles, besonders eben auch: Mathe, Chemie, Physik.

    Genau deswegen verstehe ich die Verfechtung der Zeiterfassung nicht wirklich. Du wirst für alles Zeitvorgaben bekommen, es wird sich schön gerechnet, dass das alles in die AZ rein passt und wieso dieses und jenes dann auch noch eben gemacht werden kann. Es wird zu einer zusätzlichen Aufgabe werden, die AZ zu erfassen. Das eingeführte System wird maximal unkomfortabel sein. Vielleicht geht die Zeiterfassung aus Datenschutzgründen auch nur in der Dienststelle vor Ort. Ich habe viel Fantasie, wie es damit nur nerviger werden kann.

    Zeitvorgaben sind schön und gut, aber was passiert dir denn, wenn du bei allen Zeitvorgaben 10-20% drüber liegst?

    Und Zeiterfassung ist Arbeitszeit, also wenn sie unkomfortabel ist, geht damit noch mehr Arbeitszeit verloren.

    Ich wiederhole da gerne: Ich würde mit AZ - denke ich - weder mehr noch weniger arbeiten müssen als jetzt. Im Gesamtjahr passt es bei mir. Für TZler/innen wäre es aber sicherlich positiv.

    Das verstehe ich, aber wie kommt man denn im Vorfeld auf eine Deputatszahl, wenn sowas wie Kontingente für die Unterrichtsvorbereitung keine Rolle spielen? Nach irgendwelchen Maßstäben muss man doch ermitteln, ob für eine Vollzeitstelle 15, 20 oder 25 Unterrichtsstunden erteilt werden müssen, oder?

    Das ist die spannende Frage. Wenn ich dieses Jahr Überzeit hätte bei meinem VZ-Deputat von 24 Stunden, dann müsste im Folgejahr dann der Unterricht auf 23 Stunden gekürzt und dann dann geschaut werden, ob es im Gesamtjahr passt. Oder es würden außerunterrichtliche Aufgaben gekürzt werden...

    Was dann halt nicht mehr geht: In VZ müssen xx Stunden unterrichtet werden, völlig egal, was in die Arbeitszeit reinpasst.

    Es gibt Wahlkreise in RLP, da ist die AfD mit über 30% die stärkste Kraft. Was glauben die WählerInnen eigentlich, was die AfD für Deutschland bzw. für RLP herausholen wird?

    Das ist wirklich erschreckend. Jede(r) weiß, wie sich diese Partei im Rechtsradikalismus und -extremismus suhlt. Und damit ist sie einfach unwählbar. Und wer es dennoch tut, macht es in diesem Wissen :(

    Und dann bin wieder da, dass ich dir sage, dass das Problem nur eine Ebene höher gelöst werden kann. Ich glaube auch nicht, dass wir eine Ausnahme sind.

    Richtig. Diese Ebene verweigert sich aber einer Lösung, indem recht pauschal der niedrigeren Ebene (Schule) die Verantwortung zugeschoben wird, bei nicht teilbaren Aufgaben zu entlasten. Was dann in der Realität nichts stattfindet (stattfinden kann?).

    Auch der Frosch oder andere Grundschulleute werden keine großen Möglichkeiten haben, Entlastungen anzubieten. Man versucht, was möglich ist und unterstützt Lehrkräfte, die Grenzen ziehen. Aber am Ende, wenn Frau A ein Elterngespräch will weil ihre Tochter irgendwelche Probleme hat, komme ich da auch nicht rum. Egal, ob ich meine Stunden voll habe oder nicht. Und wenn meine Klasse nicht läuft, weil ich 3 Förderkinder drin habe, dann werde ich mich auch um sie kümmern müssen und hinter eine Schulbegleitung hinterherrennen. Auch wenn es nicht meine Aufgabe ist und ich schon genug Stunden arbeite.

    Und diese Aufgaben, die bei der VZ-Kraft ja schon das Maß der Arbeit überschreiten lassen, machen die Überschreitung bei der TZ-Kraft noch größer. Und nein, auch wenn mir das mehrfach in den Mund gelegt wurde: Ich fordere keine Mehrbelastung der VZ-Kräfte. Ich sehe als einzige Möglichkeit (ceterum censeo), dass eine AZ-Erfassung eingeführt wird. Das System schert sich nämlich nicht um diese Problematik.

    Ich weiß, Conni liest hier nicht nur sporadisch mit, um zu gucken, ob was eskaliert...

    Wer hier für halbe Eisportionen für Teileiskräfte plädiert, eiskriminiert bestimmt auch Pensionäre! Wo soll das noch hinführen?

    Weißt du, dass in Pensionären das Wort Eis steckt?

    Also dann, wenn du die Buchstaben P n onären entfernst, dann bleibt erst mal e si.

    Dann stellst du das um zu eis und musst es dann noch groß schreiben: Eis.

    Wenn das nicht offensichtlich ist! Das haben sie die ganze Zeit versucht, vor uns zu verstecken!

    Das trifft es natürlich. Problem ist natürlich, dass es oft auch die Entlastung einfach nicht gibt. Das hatten wir ja schon. Man bräuchte einfach eine Menge X an zusätzlichen Entlastungsstunden im System.

    Und da sind wir bei dem Grundproblem: Viele Schulen - insbesondere GSen und diese in Brennpunkten - sind strukturell überlastet. Und diese strukturelle Überlastung wirkt sich dann bei TZ noch einmal besonders aus. Eine KL in einer Brennpunkt-GS ist ein übler Haufen Arbeit. Eine volle KL ist da schon überlastet. Besonders dann aber auch die TZ-Kraft, die eigentlich nur für eine halbe KL bezahlt wird (nicht teilbare Aufgabe, für die Entlastung stattfinden müsste, aber in der Regel nicht stattfindet). Und an der Stelle wäre eine Berechnung: KL entspricht 2 Schulstunden Aufwand in der Woche und wird dementsprechend relativ zur Reduktion des Deputats der TZ-Kraft genutzt.

    Und da sind wir schon wieder beim Problem: Die Ressourcen sind nicht da. Und die Dienstherren machen sich einen schlanken Fuß, weil sie so tun, als könnte das vor Ort geregelt werden.

    Und da könnte eine AZ-Erfassung ansetzen, die die KMK wie der Teufel das Weihwasser meidet.

    Und sind wir mal ehrlich, oft liegt es auch einfach daran, was es für eine Persönlichkeit die Lehrkraft ist. Ich habe eine Person, wo ich oder die SL schon immer sagen, dass sie nicht die dritte Springstunde oder den nächsten Ganztag machen soll sondern auch mal an sich denken muss. Auf der anderen Seite ist jemand ausgeflippt, weil die Person an einem Tag vierzehntägig zwei Freistunde hatte. Ansonsten allerdings keine Springstunden.

    Ich schreibe aber nicht von anekdotischen schrägen Vorstellungen sondern von einem systemischen Problem.

    Je nachdem wie kompromissbereit die Mehrheit im Kollegium ist, desto einfach wird es. Das hat natürlich auch was mit Kommunikation zu tun, um diese Kompromissbereitschaft zu schaffen.

    Kommunikation bedeutet aber auch, dass im Vorfeld die SL sich des Problems der nicht teilbaren Aufgaben bewusst wird und dann auf dieser Basis Lösungen sucht. Und da sehe ich mit meiner anekdotischen Evidenz (im deutlich zweistelligen Bereich GS-LK in TZ, die ich kenne):

    * TZ-Konzepte gibt es an deren Schulen nicht.

    * Umgang mit Konferenzen: Du hast Dienstpflicht (was ja prinzipiell richtig ist.) Aber: Entlastung gibt es nicht.

    * Zusatzaufgaben: Du bist TZ, da hast du doch Zeit. Die VZ-KuK sind am Limit.

    * Projektwoche? Machst du voll. Mehrarbeit? Nein, kannst du nicht abrechnen. Das ist Dienstpflicht. Entlastung? Ach nee.

    etc. pp.

    Das ist aber auch ein wenig absolut, oder?

    Wenn das Land mit besonderer Familienfreundlichkeit wirbt und dabei auch TZ hervorhebt (und das hatte mein BL vor einigen Jahren getan, als ich das da mal gelesen hatte), dann ist das durchaus ein bisschen heuchlerisch. Und ich hatte einschränkend geschrieben "ein bisschen heuchlerisch". Da erkenne ich jetzt nicht die Absolutheit, die du meiner Aussage unterschieben willst.

    Für Vollzeitkräfte ist er ein besonders familienfreundlicher Arbeitgeber.

    Das schrieb ich ja, dass es für VZ-Kräfte ein relativ familienfreundlicher Arbeitgeber ist.

    Und bei Teilzeitkräften würde ich sagen, dass es Licht und Schatten gibt.

    Und ich sehe da den ganz großen Schatten, dass TZ-Kräfte eben sehr häufig deutlich über ihren TZ-Anteil heraus arbeiten müssen. (Aber das hatten wir ja schon mehrfach durchgekaut.) Und besonders die zerstückelte AZ mit Unterricht am Vormittag und Konferenzen am Nachmittag etc. macht es auch eher schattiger.

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