Das sind einige sehr interessante Aspekte, dafür auch jetzt explizit Danke an chilipaprika und Seph
Eine Zeiterfassung würde mir persönlich weder Vor- noch Nachteile bringen, da ich im groben Überschlag über das Gesamtjahr im Soll bin, das ich weder groß unter- noch überschreite.
Es würde aber besonders helfen bei TZ-Kräften, die bspw. an GSen mit Klassenleitungen und all den damit verbundenen Aufgaben. Bei denen sich bisher viele SLen einen schlanken Fuß machen und eben keine Entlastung bei nicht teilbaren Aufgaben schaffen. Gerade in dem Bereich kenne ich viele (in diesem Falle explizit) Lehrerinnen, die wegen der eigenen Familie in TZ sind und deren Mehr-Belastung über ihre TZ-Quote hinaus durch die SLen ignoriert wird. Das gipfelt dann sogar in Aussagen wie (mehrfach an verschiedenen Schulen von verschiedenen Lehrerinnen gehört): "Die Aufgabe übernimmst du. Du hast ja Zeit im Gegensatz zu den VZ-Kräften." oder auch dass die Teilnahme an allen Konferenzen und DBen erzwungen wird OHNE Entlastung/Ausgleich dafür zu schaffen etc.
Die Anordnung von Mehrarbeit ist auch eine sehr spannende Frage. In einem Job, der in den Unterrichtswochen fast standardmäßig sowohl täglich als auch wöchentlich eine Überschreitung der durchschnittlichen Stundenzahl bringt (auch ohne an jedem AB bis ins letzte Fitzelchen zu basteln). Wie wird da eine pragmatische Lösung gefunden? Beantrage ich dann an jedem Schultag explizit eine Überschreitung? Beantrage ich - auf die Woche gesehen - donnerstags Mehrarbeit für Freitag, weil ich sonst nach der 2. Stunde den Unterricht beenden müsste? Was wäre dann - mal skurril weitergedacht - wenn die SL mir das nicht rechtzeitig genehmigt? Darf ich dann überhaupt weiter unterrichten?
Dieser Wust an Verwaltungsaufwand wäre übrigens auch Arbeitszeit 
Hier ginge also nur eine pragmatische Lösung, dass bspw. Mehrarbeit bis zu einer Wochenarbeitszeit von 45h (bspw.) generell angeordnet ist, weil sonst das System im Bürokratie erstickt. Der Wert müsste so hoch angesetzt sein, dass in normal intensiven Wochen die Arbeitszeit mit Mehrarbeitsanträgen nicht verschwendet wird. Und dann hätte sich das Problem mit der Anordnung schon wieder weitestgehend erledigt.
Wie gesagt: Ich sehe in dem Instrument der AZ-Erfassung jetzt keine wirklich dramatischen Probleme für die Lehrkräfte am Horizont erscheinen. Vielmehr sehe ich für viele überbelastete Lehrkräfte die Chance, dass sie zu einer gesünderen Arbeitsweise zurückkommen können.
Und Seph Ich sehe deine drei Punkte oben als logisch und rational und begründet an und ich glaube, dass du als Mitglied der SL nach dieser Maxim handelst. Die Erfahrung lehrt aber leider auch, dass die individuelle Meldung von Überlastung in der Regel nicht zur Entlastung führt. (Das passt auch zu den Erfahrungen aus Wiesbaden, wo ein systemisches / strukturelles Problem, das individuell nicht mehr handhabbar ist, durch die Schulverwaltung wieder zu einem individuellen heruntergebrochen wird.) Und hier sehe ich - leider - nur noch die AZ-Erfassung als Lösung. Wie sehr das ein Schreckgespenst ist, zeigen ja die entsprechenden Reaktionen bspw. in NRW.