Hilfe: auf einmal ganz durcheinander bei Relativsätzen im Englischen!

  • Habe mit einer Klasse 7 gerade relative clauses und contact clauses durchgenommen und korrigiere gerade eine Übung und bin plötzlich voll unsicher. Vielleicht könnt ihr mir ja helfen. Also die Aufgabe war, dass die SuS Relativsätze bilden (aus zwei Sätzen einen machen) und das Relativpronomen weglassen wenns ein contact clause ist.
    Also z.B.:


    The man was David Graham Bell. He invented the telephone.
    Ich erwarte eigentlich: The man who invented the telephone was David Graham Bell.


    Die schreiben aber: The man was David Graham Bell who invented the telephone.


    Die Übung war aus einer Klassenarbeit von meinem Bruder - und da hat die Lehrerin den - meiner Meinung nach falschen Satz "The man was David Graham Bell who invented the telephone." als richtig durchgehen lassen.


    Dieses zweite Beispiel macht es vielleicht nochmal klarer:
    The museum was very interesting. We visited it yesterday morning.
    Ich erwarte: The museum (which) we visited yesterday morning was very interesting.
    Die SuS schreiben: The museum was interesting (which) we visited yesterday morning.


    Oder: The fax machine doesn't work. We bought it last week.
    Ich erwarte: The fax machine (which) we bought last week doesn't work.
    Die schreiben: The fax machine doesn't work (which) we bought last week.


    Muss denn das Relativpronomen nicht immer direkt hinter dem Wort stehen auf das es sich bezieht????? Bin jetzt total durcheinander!
    Habe in mehreren Grammatikbüchern nachgesehen und dort steht das relativpronomen immer hinter dem Wort, auf das es sich bezieht (z.B. the man who/that) etc.


    Danke für eure Hilfe und liebe Grüße,
    Gerontion


    PS: Nicht vergessen, die Uhr umzustellen ;)

    • Offizieller Beitrag


    Also, Du sagst ja später, dass sich das Relativpronomen immer auf das vorangehende Nomen beziehen muss. Das ist im Prinzip richtig - und es wäre im obenstehenden Satz AUCH richtig.



    Zitat


    Die Übung war aus einer Klassenarbeit von meinem Bruder - und da hat die Lehrerin den - meiner Meinung nach falschen Satz "The man was David Graham Bell who invented the telephone." als richtig durchgehen lassen.


    Grammatikalisch gibt es wie gesagt daran nichts auszusetzen.


    Zitat


    Dieses zweite Beispiel macht es vielleicht nochmal klarer:
    The museum was very interesting. We visited it yesterday morning.
    Ich erwarte: The museum (which) we visited yesterday morning was very interesting.
    Die SuS schreiben: The museum was interesting (which) we visited yesterday morning.


    Ja, da hätte ich diesmal auch ein Problem mit - und ich würde es anstreichen.


    Zitat


    Muss denn das Relativpronomen nicht immer direkt hinter dem Wort stehen auf das es sich bezieht????? Bin jetzt total durcheinander!
    Habe in mehreren Grammatikbüchern nachgesehen und dort steht das relativpronomen immer hinter dem Wort, auf das es sich bezieht (z.B. the man who/that) etc.


    Das ist wie gesagt bei Sätzen wie "The man was Graham Bell, who invented the telephone" schwierig, weil von Dir inhaltlich anders intendiert, aber grammatikalisch völlig richtig.


    Hast Du mit den Schülern denn auch besprochen, wie die Sätze gebildet werden? Wenn die Schüler mehrheitlich den Relativsatz ganz ans Ende packen, dann ist da vorher etwas schief gelaufen.


    Gruß
    Bolzbold

  • Tausend Dank für die schnelle Antwort!


    Ja, wir hatten das Prrlem im Unterricht anhand einer ähnlichen Übung besprochen, sogar mehrmals... - nur habe ich den Schwierigkeitsgrad bei dieser Übung etwas angehoben und die Sätze halt nicht so "offensichtlich" einfach zu lösen gestellt. Einige SuS sind auf die von mir erwartete Lösung gekommen, aber das war eher die Ausnahme.


    Was mich wunderte war v.a. die Tatsache, dass meine leistungsstarken Schüler die Aufgabe nicht nach meiner Erwartung gelöst hatten :D
    ...

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Gerontion schrieb am 25.03.2006 23:46:
    Tausend Dank für die schnelle Antwort!


    Was mich wunderte war v.a. die Tatsache, dass meine leistungsstarken Schüler die Aufgabe nicht nach meiner Erwartung gelöst hatten :D
    ...


    Und gerade DAS sollte Dir aber dann zu denken geben. Ich habe das auch ab und an erlebt, dass selbst die stärkeren Schüler grammatische Prinzipien nicht verstanden und dann falsch verwendet hatten. Da muss man dann direkt nachbessern als Lehrer, denn sonst schleift sich das ein. Fehlerhaft eingeprägte Grammatik in der 7. Klasse kriegt man im Extremfall bis zum Abitur nicht mehr aus den Köpfen der Schüler raus.


    Gruß
    Bolzbold

  • Meine Meinung:


    "The man was David Graham Bell. He invented the telephone."


    Der Satz in der Aufgabe gefällt mir nicht, eben weil der erste Satz hier so klar alleine steht und damit demonstriert, dass eben kein defining clause nötig ist. Der einzige Kontext für diese Sätze, der mir einfällt, ist die dramatische Nacherzählung der Erfindung: "Everybody thought it was impossible. But one man believed that you could send voices with electricity. The man was David Graham Bell. He invented the telephone."
    Und in diesem Fall erwarte ich eher einen non-definign relative clause: The man, who (later) invented the telephone, was..."


    Außerdem heißt der Herr doch Alexander Graham Bell?


    Aber jetzt zur Hauptsache:


    Zitat

    The man was David Graham Bell who invented the telephone.
    The museum was interesting which we visited yesterday morning.
    The fax machine doesn't work which we bought last week.


    Ich halte alle Sätze für falsch. (Als contact clause, also ohne Relativpronomen, in dieser Form noch falscher.) Es gibt cleft sentences, die lauten:


    Zitat

    It was Bell who...
    It was the museum which...
    It was the fax machine which...


    Kann beim cleft sentence etwas anderes stehen als "it", oder vielleicht noch ein anderes Personalpronomen?


    Als Relativsätze und nicht als cleft sentences halte ich die Beispiele für falsch, eben ja, weil das Relativpronomen gleich nach dem Satzglied kommt, auf das es sich bezieht. (Das have ich allerdings noch nicht in der Grammatik nachgeschlagen.) Und die Pronomen beziehen sich auf "The man", "The museum", "The fax machine" und nicht "Bell", "interesting", "doesn't work".


    -- Wie man dann in der Schule damit umgeht, wenn sehr viele Schüler eine Aufgabe nicht richtig gelöst haben, ist eine andere Frage.

    Seit 2004 unter dem gleichen Namen im Forum, weitgehend ohne ad hominem.

    Einmal editiert, zuletzt von Herr Rau ()

  • Zitat

    Kann beim cleft sentence etwas anderes stehen als "it", oder vielleicht noch ein anderes Personalpronomen?


    Es gibt nach Aarts/Aarts und ich glaube auch nach Quirk/Greenbaum die Kategeroie der "Pseudo-Cleft Sentences", die mit "what + was that" gebildet werden.


    What he didn't expect was that his pupils would find creative answers to his exercise.


    Ich finde, dass du im Prinzip recht hast, alle Sätze sind falsch, und der Alex/David Graham Bell Satz klingt zumindest sehr abwegig. Letztlich haben aber "the man" und "David Graham Bell" ein identisches Referenzobjekt, sie bezeichnen also die gleiche Person. Deshalb wäre ich bei der Korrektur bei diesem Satz großzügiger.


    Wenn Gerontion die relative clauses ausführlich behandelt hat, würde ich den Test auf jeden Fall werten, auch wenn er eher schlecht ausfällt. Ich würde das Thema dann nochmal wiederholen und evtl. noch einen Test darüber schreiben. Zumindest an unserer Schule wird das so gehandhabt.

  • Das, was die die Schüler produziert haben, zeigt doch, dass sie die Funktion und Bildung nicht verstanden haben, weil sie die beiden Originalsätze einfach durch das Relativpronomen verbunden haben. Vielleicht sollte das auch noch mal für das Deutsche geklärt werden. (Mir fällt z.B. auf, dass viele Schüler auch im Deutsche nicht durchschauen, wie das Perfekt gebildet wird, sodass es dann auch in der Fremdsprache schwieriger wird).
    Vielleicht ist es auch gut, Sätze nie kontextlos zu geben, da der Kontext häufig Konstruktionen logisch oder erwartbar macht oder aber auch ausschließt. Ein Cleft-Sentence ist nur in einer bestimmten kommunikativen Situation bzw. zu einem bestimmten kommunikativen Ziel möglich. Ich glaube, dass es aber gerade im Englischen nur wenig Spielraum mit der Anordnung der Satzglieder gibt, da die Kennzeichnung der Satzglieder sehr häufig nur durch die Stellung im Satz erfolgt.

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