Ausländische Schülerin

  • Hallo
    Ich bekomme morgen eine Schülerin aus Brasilien, die für zwei Jahre in Deutschland bleibt, da ihr Vater beruflich in Deutschland zu tun hat. Das Problem: Sie hatte zwar schon fünf Monate Deutschunterricht, spricht jedoch hauptsächlich portugiesisch. Englisch kann sie nur wenig.
    Meine Frage:
    Wie kann ich die Schülerin fördern? Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht? Wer kennt Material?
    Für eure Anregungen bin ich echt dankbar.

  • Hallo!


    Bei uns bekommen die Kinder, die kein Deutsch sprechen können, im Unterricht z.B. Memory-Karten oder Bild-Wort-Karten (z.B. Bild eines Tisches und darunter steht das Wort "Tisch"). Die Kinder können dann im Unterricht das lesen, schreiben und sprechen der Wörter üben.


    Damit üben sie dann erstmal Vokabeln und erweitern ihren Wortschatz.


    Schau mal bei verschiedenen Verlagen nach. Da gibt es Hefte und Angeboten zum Thema Ausländerförderung. Hier kannst du solche Sachen auch bestellen (Karteien, Memorys etc).


    Genauere Erfahrungen kann ich dir leider auch nicht mitteilen.


    Gruß,


    Fabula

    • Offizieller Beitrag

    Hallo,
    ich habe mal ziemlich viel DaF-Unterricht gemacht und fast alles selbst hergestellt. Auf dem Flohmarkt habe ich Memoryspiele u.ä. erstanden und dazu passende Wortkarten hergestellt. Solche Spiele gibt es auch schon fertig für Erstleser.
    Dann habe ich aus einem Heft Kopien zu verschiedenen Bereichen gemacht (Kleidung, Wochentage, Monate, Obst, Gemüse, ...). Die gab es dann als laminiertes Arbeitsblatt zum Verbinden und als Bild-Wort-Karte zum Legen.
    Aus einem Wörterbuch habe ich dann diese Begriffe auch noch einmal auf Karten geschrieben. Besonders bei Tieren, Gemüse und Fahrzeugen gab es erstaunliche Ähnlichkeiten!
    Wie wäre es mit LÜK-Heften o.ä. für den Erstlese-Bereich? Das ist doch ansprechend. Wichtig wäre auch eine Anlauttabelle.


    Material und Beratung bekommst du auf jeden Fall bei der RAA. Dort kannst du auch gemeinsam mit der Schülerin und deren Eltern hingehen, falls du in NRW wohnst. Evtl. gibt es in anderen Bundesländern ähnliche Einrichtungen.
    http://www.raa.de/


    folgende Verlage haben Material für Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache:
    http://www.hueber.de/
    http://www.cornelsen.de/
    http://www.klett-verlag.de/
    http://www.langenscheidt.de/


    Ich denke, dass bei diesem Kind die gleiche Methodik 'funktioniert', mit der die deutschen Kinder im Moment die ersten Schritte im Englischunterricht machen: das tägliche 'Sprachbad', häufig benutzte Wörter/Sätze (Begrüßung, mündliche Arbeitsanweisungen, Rituale), Lieder mit Bewegungen (macht auch den anderen Spaß), viele Bilder und Wortkarten (z.B. für die Dinge im Klassenraum), Bilderbücher, Basteleien mit kurzen Anweisungen usw.
    Vielleicht haben deine Schüler ja Lust, ein paar Spiele für die neue Mitschülerin zu basteln oder du hast noch Material aus dem ersten Schuljahr.
    Ich würde sie vorrangig lesen und sprechen lassen und nur wenn sie mag, soll sie einzelne Dinge aufschreiben.


    Bei http://www.lehrer-online.de gibt es auch noch Anregungen unter dem Pfad: Grundschule - Didaktik/Methodik - Ausländerförderung.


    Viel Erfolg
    strucki

    Ein Niederrheiner ist einer, der nix weiß und alles erklären kann.
    Hanns Dieter Hüsch

  • In welcher Klasse unterrichtest du denn?
    Ich hatte in meinem Referendariat mal ein Heft mit Anlauttabellen zu allen möglichen Sprachen. So konnten auch Kinder, welche Probleme mit den Abbildungen auf der Anlauttabelle hatten (weil sie die Vokabeln nicht kennen) deutsche Wörter schreiben, an denen sie sich versuchen wollen.


    Wie genau das Heft heißt kann ich dir jetzt nicht sagen. Bei Interesse kann ich es aber raussuchen.


    Daniela

  • Hallo,


    ich habe mal von heute auf morgen zwei Jungen aus der Dominikanischen Republik in meine Klassen (einmal 1. Klasse und einmal 3. Klasse) bekommen.
    Da ich z.T. doppelt eigesetzt war, habe ich in dieser Zeit Förderunterricht mit den beiden Jungen gemacht.
    Dort habe ich, wie die anderen schon beschrieben haben, hauptsächlich mit Wort-und Bildkarten gearbeitet.


    Ich wiederhole mich eigentlich, denn ich sehe es auch so wie Strucki, gaaanz viel hören, dann selber sprechen lassen und dann erst lesen bzw. schreiben.


    In der Englischfortbildung wurde uns immer gesagt, die Kinder sollten das Wort 7 x gehört haben, bevor sie es einmal selber sprechen, es 7x sprechen, bevor sie es lesen und dann 7x lesen bevor sie es schreiben. So ähnlich würde ich es auch beim DaF-Unterricht handhaben.


    Gruß


    Petra

  • Das Problem finde ich, wenn die Kinder noch nicht lesen können, bzw. eine Sprache sprechen, die andere Schriftzeichen hat (zu uns kommen immer wieder russ. Aussiedler).
    Es gibt eine Kartei, von Westermann, Achtung fertig deutsch, die ich für mich als Richtschnur einsetze, dann gibt es noch aus der Pusteblume Werkstätten Deutsch.
    Ansonsten gibt es auch gute Software, die für ausländische Kinder geeignet zu sein scheint. Das beste ist aber: Kontakt mit deutschen Kindern , auch Nachmittags...
    flip

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